Auf einen Blick
- RegionNouvelle-Aquitaine
- Erbaut1730 bis 1775, als königlicher Platz
- Miroir d'eaueröffnet 2006, rund 3500 m²
- Besuchsdauer30 bis 60 Minuten
- Beste Zeitblaue Stunde am Abend
- AnreiseTram C, Haltestelle Place de la Bourse
Ein Platz öffnet die Stadt zum Fluss
Bis ins 18. Jahrhundert versteckte sich Bordeaux hinter einer Stadtmauer. Dann ließ der königliche Baumeister die Mauer an dieser Stelle abreißen und einen Platz bauen, der die Stadt zur Garonne hin öffnet: symmetrische Palais mit honigfarbenen Fassaden, Arkaden, steinerne Maskenköpfe über den Fenstern, in der Mitte die Brunnenfigur der drei Grazien. Der Platz war eine Machtdemonstration des Königreichs, heute ist er das Herzstück des UNESCO-Ensembles „Port de la Lune“.
Nimm dir fünf Minuten für die Details: Die Maskenköpfe, die Mascarons, zeigen Götter, Händler und Fratzen, kein Gesicht gleicht dem anderen. Danach durch eine der Gassen hinter dem Platz: Nach zwei Minuten stehst du auf der Place du Parlement mit ihren Cafés, nach fünf an der Porte Cailhau.
Der Miroir d’eau: so funktioniert er
Das Becken auf der Flussseite wurde 2006 angelegt und ist mit rund 3500 Quadratmetern der größte Wasserspiegel der Welt. Er arbeitet in Zyklen: Erst steht das Wasser wenige Zentimeter hoch und spiegelt die Fassaden, dann läuft es ab, dann steigt aus Düsen feiner Nebel auf. Kinder rennen hindurch, Erwachsene fotografieren, und bei Nebelphasen verschwindet der halbe Platz in einer Wolke.
Gut zu wissen: Der Miroir d’eau läuft nur in der warmen Jahreshälfte, grob von Frühling bis Herbst, und wird im Winter für die Wartung abgestellt. Auch im Sommer gibt es Pausen zwischen den Zyklen: Wenn das Becken leer aussieht, warte ein paar Minuten.
Das Abendfoto
Tagsüber ist der Spiegel voller Menschen, was lebendige Bilder gibt, aber keine ruhige Spiegelung. Die beste Zeit ist die blaue Stunde: Die Fassaden werden angestrahlt, der Himmel ist noch tief dunkelblau, und im Wasser steht das Spiegelbild des kompletten Platzes. Stell dich an den Rand des Beckens, so nah über die Wasserfläche wie möglich, und warte eine windstille Spiegelphase ab.
Ein zweiter Blickwinkel lohnt den Umweg: vom rechten Garonne-Ufer oder von der Pont de Pierre aus, mit der ganzen Fassadenfront im Panorama. Mehr Ideen für die Route findest du bei den Bordeaux Sehenswürdigkeiten.
Tipp: Früh am Morgen gehört der Platz dir fast allein, dann üben hier höchstens Jogger und Skater. Wer ohne Menschen im Bild fotografieren will, kommt vor neun Uhr oder eben zur späten blauen Stunde.
Praktisch: Anfahrt und Kombination
Die Tram C hält direkt am Platz, von der Place de la Comédie läufst du fünf Minuten. Danach passt ein Spaziergang flussaufwärts über die Uferpromenade oder flussabwärts Richtung Chartrons; mit der Tram B bist du in einer Viertelstunde an der Cité du Vin. Wie Tram und Leihräder funktionieren, steht im Guide zum Verkehr in Bordeaux.
Tickets: Platz und Miroir d’eau sind rund um die Uhr frei zugänglich, ein Ticket gibt es nicht. Wer die Geschichte der Fassaden vertiefen will, bucht eine Stadtführung beim offiziellen Tourismusbüro.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istVoll wird es an Sommerabenden und am Wochenende. Weiche auf den frühen Morgen aus oder wechsle für das Foto ans rechte Garonne-Ufer, dort stört keine Menschentraube.
- Wenn es regnetBei Regen spiegelt der nasse Platz von ganz allein, das gibt sogar besondere Fotos. Ansonsten flüchtest du in die Cafés der Place du Parlement, zwei Gehminuten entfernt.
- Mit KindernEin Volltreffer: Kinder lieben es, durch das flache Wasser und die Nebelwolken zu rennen. Nimm im Sommer Wechselkleidung mit, trocken bleibt hier kein Kind.
- Mit eingeschränkter MobilitätPlatz und Uferpromenade sind eben, stufenlos und glatt; der Miroir d'eau ist ebenerdig erreichbar. Die Tramhaltestelle liegt direkt daneben, besser geht es kaum.
Häufige Fragen
Wann ist der Miroir d'eau in Betrieb?
In der warmen Jahreshälfte, grob von Frühling bis Herbst, tagsüber und bis in den Abend. Im Winter wird das Becken abgelassen und gewartet. Feste Uhrzeiten musst du nicht kennen: Die Zyklen aus Spiegel, Ablauf und Nebel wiederholen sich laufend, ein paar Minuten Geduld reichen fast immer.
Darf man in den Miroir d'eau hineinlaufen?
Ja, das gehört dazu. Das Wasser steht nur wenige Zentimeter hoch, an warmen Tagen ist das Becken voller Kinder und barfüßiger Erwachsener. Verboten sind Seife, Räder und Hunde im Becken. Der Granit kann glatt sein, mit kleinen Kindern also lieber langsam laufen lassen.
Wann macht man das beste Foto?
Zur blauen Stunde, kurz nach Sonnenuntergang: Dann sind die Fassaden beleuchtet und der Himmel gibt noch Farbe. Halte die Kamera knapp über die Wasserfläche und warte eine ruhige Spiegelphase ab. Wer Menschenleere will, kommt zusätzlich früh am Morgen. Ein zweites Topmotiv ist die Fassadenfront vom rechten Ufer aus.
Kostet die Place de la Bourse Eintritt?
Nein. Platz, Brunnen und Miroir d'eau sind öffentlicher Raum und rund um die Uhr kostenlos zugänglich. Geld ausgeben kannst du höchstens in den Cafés der Umgebung oder für eine Stadtführung, die die Geschichte des Platzes und der Mascarons erzählt.
Was liegt in der Nähe?
Praktisch die ganze Altstadt: Die Place du Parlement mit Cafés ist zwei Minuten entfernt, die Porte Cailhau fünf, die Rue Sainte-Catherine keine zehn. Flussabwärts führt die Uferpromenade Richtung Chartrons und Cité du Vin. Der Platz ist der ideale Start- oder Endpunkt für jeden Altstadtrundgang.