Auf einen Blick
- RegionProvence-Alpes-Côte d'Azur
- Ideale Dauer7 Tage Grundroute, 10 bis 14 Tage mit Verlängerungen
- StreckeGrundroute rund 450 Kilometer
- Beste ReisezeitMai, Juni und September; Lavendel Ende Juni bis Mitte Juli
- Start und ZielAvignon (TGV) oder Marseille (Flughafen)
- FortbewegungEigenes Auto oder Mietwagen, öffentlich nur eingeschränkt
Die Route im Überblick
| Tag | Etappe | Übernachtung | Fahrzeit |
|---|---|---|---|
| 1 und 2 | Avignon und Pont du Gard | Avignon | je ca. 45 Min |
| 3 | Luberon: Gordes, Sénanque, Roussillon | Avignon oder Luberon | ca. 2 Std gesamt |
| 4 | Arles und Camargue | Arles | ca. 1 Std ab Avignon |
| 5 | Aix-en-Provence | Aix | ca. 1 Std 15 ab Arles |
| 6 | Verdonschlucht und Moustiers | Moustiers-Sainte-Marie | ca. 2 Std ab Aix |
| 7 | Valensole und zurück nach Avignon | Heimreise | ca. 2 Std 30 |
Tag 1 und 2: Avignon und der Pont du Gard
Starte in Avignon: Die Stadt liegt am TGV-Netz, Mietwagen bekommst du direkt am Bahnhof, und mit Papstpalast, Stadtmauer und der berühmten halben Brücke füllt sie locker einen Tag. Abends haben die Plätze der Altstadt genau die Mischung aus Leben und Gelassenheit, für die man in die Provence fährt.
Nimm dir in Avignon auch die Markthalle Les Halles vor: vormittags Stände voller Oliven, Ziegenkäse und Tapenade, ideal für ein frühes Mittagessen. Und wer den berühmtesten Blick auf Stadt und Brücke sucht, fährt für eine halbe Stunde über die Rhone auf die Île de la Barthelasse und schaut vom Ufer zurück auf die Stadtmauer.
Am zweiten Tag fährst du in rund 45 Minuten zum Pont du Gard, dem dreistöckigen römischen Aquädukt über den Gardon. Früh kommen lohnt doppelt: weiches Licht und leere Uferwege, mittags kannst du im Fluss baden. Auf dem Rückweg passt das Städtchen Uzès perfekt dazu, samstags wegen des Markts, an allen anderen Tagen wegen der Arkadenplätze.
Tag 3: Luberon, die Dörfer der Postkarten
Heute kommt das Herzstück: Gordes, das wie eine Steinkaskade am Hang klebt, die Zisterzienserabtei Sénanque im Tal dahinter und Roussillon mit seinen Ockerfelsen, durch die ein Rundweg in Rot und Orange führt. Die Fahrzeiten sind kurz, jeweils 15 bis 25 Minuten, die Parkplätze dafür ab Vormittag knapp. Fahr die Runde deshalb gegen den Strom: erst Roussillon, mittags Bonnieux oder Ménerbes, Gordes zum Abendlicht.
Achtung: Im Juli und August sind die Luberon-Straßen und Parkplätze ab 10 Uhr dicht. Sei vor 9 Uhr im ersten Dorf oder verschiebe die Runde auf den späten Nachmittag, mittags gewinnst du hier nichts.
Wenn du einen zweiten Luberon-Tag einplanst, ergänze das Dorf Lourmarin im Süden, das Städtchen L’Isle-sur-la-Sorgue mit seinen Wasserrädern und Antiquitätenhändlern und die Quelle von Fontaine-de-Vaucluse, wo ein ganzer Fluss aus einer Felswand tritt. Sonntags verwandelt der Antikmarkt L’Isle-sur-la-Sorgue in eine einzige Freiluft-Brocante.
Tag 4: Arles und die Camargue
Eine gute Stunde südwestlich wartet Arles mit römischem Amphitheater, antikem Theater und den Schauplätzen aus Van Goghs verrücktestem Jahr. Die Stadt ist kompakt, bis zum frühen Nachmittag hast du das Wichtigste gesehen. Danach hinaus in die Camargue: Flamingos im Naturpark, weiße Pferde, Salzfelder und das Wallfahrtsstädtchen Saintes-Maries-de-la-Mer am Meer, knapp eine Stunde von Arles. Wer die Kombination aus Salinen und Festungsmauern mag, nimmt stattdessen Aigues-Mortes am Westrand des Deltas.
Zwei Camargue-Tipps aus Erfahrung: Pack Mückenschutz ein, die Sümpfe meinen es ernst, und plane die Tierbeobachtung auf den frühen Morgen oder späten Nachmittag, mittags döst auch der Flamingo.
Tag 5: Aix-en-Provence
Aix-en-Provence ist die eleganteste Stadt der Provence: Platanenalleen, moosbewachsene Brunnen, der Cours Mirabeau und die Spuren von Cézanne, dessen Atelier du besuchen kannst. Hier wird geschlendert, nicht abgehakt. Vormittags Markt auf der Place Richelme, nachmittags Altstadtgassen, abends eines der Bistros um die Rathausecke. Wer Zeit übrig hat, fährt hinaus zur Montagne Sainte-Victoire, dem Berg, den Cézanne dutzendfach gemalt hat: Die Straße nach Le Tholonet ist kurz, die Ausblicke sind es wert. Wer lieber Großstadt und Meer will, tauscht Aix gegen Marseille mit den Calanques.
Tag 6: Verdonschlucht und Moustiers-Sainte-Marie
Von Aix geht es in rund zwei Stunden zum Grand Canyon du Verdon, wo türkisfarbenes Wasser bis zu 700 Meter tief zwischen den Felswänden fließt. Die Route des Crêtes bei La Palud bietet die spektakulärsten Aussichtspunkte, unten am Lac de Sainte-Croix kannst du Tretboote oder Kajaks in die Schlucht hineinpaddeln. Übernachte in Moustiers-Sainte-Marie, dem Fayence-Dorf, das sich in eine Felsspalte schmiegt, mit einem Stern an einer Kette zwischen den Klippen.
Zur Fahrt selbst: Die Schluchtstraßen sind schmal, kurvig und im Sommer gut befahren, rechne für die Runde deutlich mehr Zeit ein, als der Kilometerstand vermuten lässt. Wer nicht schwindelfrei ist, bleibt am See und begnügt sich mit den Aussichtspunkten in Seenähe, auch das ist schon großes Kino. Und tanke vorher in Aix oder auf dem Weg, oben in der Schlucht sind Tankstellen rar.
Tag 7: Plateau de Valensole und Rückfahrt
Das Plateau de Valensole beginnt praktisch hinter Moustiers und ist die größte Lavendelfläche der Provence: violette Streifen bis zum Horizont, dazwischen Mandelbäume. Zur Blüte fotografierst du am besten direkt nach Sonnenaufgang, danach rollst du in etwa zweieinhalb Stunden zurück nach Avignon. Alles zur Blüte und zu den besten Feldern findest du im Guide zu den Lavendelfeldern der Provence.
Mit 10 bis 14 Tagen: die besten Verlängerungen
Mit mehr Zeit wird aus der Rundreise eine Reise ohne Eile. Diese Bausteine passen nahtlos in die Route:
Im Norden lohnt Orange mit dem besterhaltenen römischen Theater Europas, eine halbe Stunde von Avignon, gern kombiniert mit den Weindörfern um Châteauneuf-du-Pape im Rhonetal. Im Süden verdienen Nîmes mit Arena und Maison Carrée sowie Saint-Rémy-de-Provence und die Felsenfestung Les Baux je einen Tag. Am Meer hängst du Cassis mit Calanques-Bootstour und Hafenabend an, oder du fährst weiter zur Côte d’Azur. Und für Genießer: ein zusätzlicher Luberon-Tag mit den Dörfern Lourmarin und Lacoste plus einem langen Marktvormittag. Mehr Ideen für die Weiterfahrt liefert der Roadtrip durch Südfrankreich.
Märkte und Essen unterwegs
Die Provence erlebst du am intensivsten über ihre Märkte: In fast jedem Ort ist an einem festen Vormittag Markttag, mit Bergen von Melonen, Oliven, Lavendelhonig und Ziegenkäse. Frag im Hotel nach dem nächsten Markt und plane das Frühstück gleich dort ein. Kulinarisch gehören Tapenade, Ratatouille und ein gut gekühlter Rosé zum Pflichtprogramm, in Aix zusätzlich die Calissons, das Mandelkonfekt der Stadt. Abends isst du in den Dörfern oft besser und günstiger als an den großen Plätzen der Städte, reserviere im Sommer aber einen Tisch. Der schönste Abschluss eines Tages: ein Apéro auf einem Dorfplatz, wenn die Steine die Tageswärme abgeben und die Boule-Kugeln klacken.
Lavendel richtig timen
Gut zu wissen: Die Lavendelblüte läuft grob von Ende Juni bis Mitte Juli, auf dem hoch gelegenen Plateau von Sault auch bis Anfang August. Ab Mitte Juli wird vielerorts geerntet. Wer im September reist, findet gemähte Felder, dafür leere Dörfer und warmes Badewasser.
Die Route oben deckt beide Hotspots ab: Sénanque bei Gordes an Tag 3 und Valensole an Tag 7. Zur Blütezeit heißt das: früh aufstehen. An den berühmten Feldern stehen ab dem Vormittag Reisebusse, um 7 Uhr morgens gehört das Violett dir und den Bienen.
Wenn dein Reisetermin nach Mitte Juli liegt, bau einen Schwenk über das Plateau von Sault ein: Es liegt höher, blüht später und ist deutlich ruhiger als Valensole. Und ein fairer Hinweis: Lavendelfelder sind Landwirtschaft, bleib auf den Wegen und fotografiere vom Feldrand, die Bauern kämpfen jedes Jahr mit zertrampelten Reihen.
Anreise: Zug, Flug oder eigenes Auto
Am bequemsten ist der TGV: Von Paris bist du in rund zweieinhalb Stunden am Bahnhof Avignon TGV, Mietwagenstationen liegen direkt daneben. Flieger landen in Marseille, von dort startest du die Route in umgekehrter Richtung mit Aix als erster Station. Mit dem eigenen Auto aus Deutschland rechnest du je nach Startpunkt mit einem langen Fahrtag über Lyon und das Rhonetal; was du zu Maut, Verkehrsregeln und Vignetten wissen musst, steht im Guide mit dem Auto nach Frankreich.
Mietwagen oder feste Basis?
Ohne Auto ist die Provence mühsam: Bahn und Bus verbinden zwar Avignon, Arles und Aix ordentlich, aber Luberon, Verdon und Lavendelfelder erreichst du damit praktisch nicht. Nimm den Mietwagen ab Avignon oder ab dem Flughafen Marseille und beachte, dass Marseille und Aix Umweltzonen haben; was das für dein Auto bedeutet, erklärt der Beitrag zu den Umweltzonen in Frankreich.
Statt jeden Abend umzuziehen, kannst du die Route auch auf zwei Basen verteilen: erst drei bis vier Nächte Avignon für Pont du Gard, Luberon und Arles, dann drei Nächte Aix oder Moustiers für den Osten. Du fährst ein paar Kilometer mehr, packst aber nur einmal um und bekommst abends vertraute Restaurants statt neuer Parkplatzsuche.
Tipp: Buche Unterkünfte für Juni und Juli mehrere Monate im Voraus, kleine Dörfer wie Gordes oder Moustiers haben nur wenige Betten. Wer flexibel ist, reist im September: gleiche Sonne, halbe Preise, und auf den Märkten drängeln sich Einheimische statt Reisegruppen.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für eine Provence-Rundreise?
Sieben Tage sind das sinnvolle Minimum für Avignon, Luberon, Arles, Aix und die Verdonschlucht. Mit 10 bis 14 Tagen kommen Camargue, Nîmes, Orange und die Küste bei Cassis dazu, und du kannst länger an einem Ort bleiben. Weniger als fünf Tage bedeuten mehr Autobahn als Provence.
Wann blüht der Lavendel in der Provence?
Grob von Ende Juni bis Mitte Juli, abhängig von Höhenlage und Wetter des Jahres. Auf dem Plateau de Valensole beginnt die Ernte oft schon ab Mitte Juli, um das höher gelegene Sault blüht es bis Anfang August. Wer sicher gehen will, reist in der ersten Julihälfte.
Geht eine Provence-Rundreise ohne Auto?
Nur mit Abstrichen. Avignon, Arles, Nîmes und Aix sind per Bahn gut verbunden und ergeben eine schöne Städtereise. Luberon-Dörfer, Lavendelfelder und Verdonschlucht erreichst du öffentlich aber kaum, dafür bleiben nur gebuchte Tagestouren ab Avignon oder Aix. Wer die Dörfer will, braucht den Mietwagen.
Was ist die beste Basis für die Provence?
Für den Westen Avignon: TGV-Anschluss, Mietwagen am Bahnhof, Luberon und Pont du Gard in unter einer Stunde. Für den Osten Aix-en-Provence oder Moustiers-Sainte-Marie Richtung Verdon. Die Kombination aus beiden, erst Avignon, dann Aix, deckt die ganze Route mit nur einem Quartierwechsel ab.
Lohnt sich die Provence außerhalb der Lavendelzeit?
Unbedingt. Im Mai blühen Mohn und Ginster, im September sind Dörfer und Märkte angenehm leer und das Wasser im Verdon und am Mittelmeer ist am wärmsten. Die römischen Städte, der Luberon und die Schlucht funktionieren zu jeder Jahreszeit. Nur der November bis Februar ist vielerorts still.
Wie voll ist die Provence im Sommer?
Im Juli und August sehr voll: Die Luberon-Dörfer, Sénanque und die Route des Crêtes sind ab dem späten Vormittag überlastet, Parkplätze sind das Hauptproblem. Mit frühem Start, Siesta über Mittag und Besichtigungen am Abend funktioniert die Route trotzdem gut. Entspannter sind Juni und September.