Region in Frankreich

Lyon & das Rhônetal: Städte & Highlights

Für Millionen ist das Rhônetal nur der Korridor in den Süden: die A7 hinunter, der TGV vorbei an Weinbergen, Ziel Provence. Genau das ist die Chance, denn wer hier anhält, bekommt mit Lyon Frankreichs beste Küchenstadt, dazu steile Weinlagen an der Rhône, goldene Dörfer im Beaujolais, die Schluchten der Ardèche und die Vulkane der Auvergne gleich nebenan.

Diese Seite zeigt dir die schönsten Städte und Orte entlang der Achse mit Links zu den Einzelseiten, dazu die beste Reisezeit, die Anreise aus Deutschland und eine ehrliche Einordnung, wann sich der Stopp lohnt.

Auf einen Blick

  • RegionAuvergne-Rhône-Alpes, entlang der Rhône
  • Bekannt fürLyon, Weinlagen der Côte-Rôtie, Beaujolais, Ardèche
  • Wichtigste StädteLyon, Grenoble, Vienne
  • VerkehrsachseTGV und A7 verbinden Paris mit dem Mittelmeer
  • Ideale Dauer4 bis 6 Tage
  • Beste ReisezeitMai, Juni, September, Oktober

Was das Rhônetal ausmacht

Die Rhône war schon für Griechen und Römer die Autobahn in den Norden, und diese Rolle hat das Tal nie abgegeben: Hier bündeln sich Fluss, Bahn, TGV-Trasse und die A7, die Autoroute du Soleil. Das prägt die Region, macht sie aber nicht platt. Links und rechts der Achse liegen Landschaften, die kaum ein Durchreisender sieht: die Hügel des Beaujolais, die Schluchten der Ardèche, die erloschenen Vulkane der Auvergne.

Und mittendrin Lyon, von der UNESCO geadelt und von Feinschmeckern als Hauptstadt der französischen Küche gehandelt. Wer das Tal nur als Transitstrecke nutzt, verpasst eine der dichtesten Genussregionen des Landes. Die bessere Idee: die Fahrt in den Süden hier in zwei Hälften teilen und dem Tal ein paar Tage geben.

Die schönsten Städte und Orte im Rhônetal

1 Lyon

Lyon ist das Tor zur Region und ein Ziel für sich: die Renaissance-Altstadt mit ihren Traboules, die Halbinsel zwischen Rhône und Saône, der Hügel Fourvière und eine Restaurantdichte, die selbst Paris nervös macht. In den Bouchons, den Lyoner Traditionslokalen, isst du dich durch die Stadtgeschichte.

Zwei bis drei Tage sind das Minimum, alles Wichtige steht auf der Seite zu Lyons Sehenswürdigkeiten.

2 Vienne

Eine halbe Stunde südlich von Lyon liegt Vienne, eine der ältesten Städte Frankreichs: römischer Augustus-Tempel mitten im Zentrum, ein großes antikes Theater am Hang, dazu jeden Sommer ein renommiertes Jazzfestival zwischen den Ruinen.

Gegenüber, auf der anderen Rhôneseite, beginnen die Terrassen der Côte-Rôtie, einer der ältesten und steilsten Weinlagen des Landes.

3 Das Beaujolais

Nördlich von Lyon rollen sich die Hügel des Beaujolais auf, mit Dörfern aus goldgelbem Kalkstein, die der Gegend den Namen Pays des Pierres Dorées eingebracht haben. Oingt gehört offiziell zu den schönsten Dörfern Frankreichs, und in den Weingütern probierst du unkompliziert die Cru-Weine, die mit dem Ruf des Beaujolais Nouveau wenig zu tun haben.

Ein Auto, ein halber Tag und wenig Plan sind hier die richtige Ausstattung.

4 Grenoble

Im Osten, wo die Alpen beginnen, liegt Grenoble: Universitätsstadt, Olympiastadt von 1968, mit der Kugelseilbahn zur Bastille-Festung als Wahrzeichen und drei Gebirgsmassiven im Rücken. Von Lyon bist du in gut einer Stunde da.

Grenoble ist der logische Brückenschlag zwischen Rhônetal und Savoyen, wer Berge will, biegt hier ab.

5 Die Ardèche

Westlich der Rhône schneidet die Ardèche ihre Schluchten in den Kalk, mit dem Felsbogen Pont d’Arc als Postkartenmotiv. Die klassische Kanufahrt durch die Gorges lässt sich als Tages- oder Zweitagestour mit Biwak paddeln, im Hochsommer ist der Fluss gut besucht, aber nie langweilig.

Dazu kommt die Grotte Chauvet 2, die begehbare Nachbildung der ältesten bemalten Höhle der Welt, deren Original seit der Entdeckung verschlossen bleibt.

6 Die Vulkane der Auvergne

Noch eine Stunde weiter westlich stehen die Puys, eine Kette erloschener Vulkane, die als Chaîne des Puys zum UNESCO-Welterbe zählt. Auf den Puy de Dôme fährt eine Zahnradbahn, oben schaust du über Dutzende Krater bis zum Zentralmassiv.

Mit Clermont-Ferrand und seiner schwarzen Lavastein-Kathedrale lässt sich der Ausflug zu einer eigenen Zwei-Tages-Schleife ausbauen.

Wein: die steilste Visitenkarte Frankreichs

Zwischen Vienne und Valence wachsen an der nördlichen Rhône Weine mit großen Namen: Côte-Rôtie, Condrieu, Hermitage über der Stadt Tain-l’Hermitage, Saint-Joseph, Cornas. Die Terrassen sind so steil, dass hier fast alles Handarbeit bleibt. Viele Häuser in Tain und Ampuis empfangen Besucher zur Verkostung, und ein Spaziergang durch die Hermitage-Lage ist frei und lohnend: oben Panorama, unten der Fluss.

Gut zu wissen: Der Mistral gehört zum Tal wie der Wein. Der kalte Nordwind kanalisiert sich in der Rhôneebene, bläst manchmal tagelang und putzt dafür den Himmel blank. Ein Windstopper im Gepäck ist nie verkehrt.

Die Achse in den Süden

Das Rhônetal bleibt Frankreichs wichtigste Nord-Süd-Verbindung: Der TGV schafft die Strecke Paris, Lyon in rund zwei Stunden und läuft weiter nach Avignon und Marseille, die A7 übernimmt denselben Job auf Asphalt. In den Sommerferien, besonders an den Wechselwochenenden, steht die A7 regelmäßig still, die französische Verkehrsvorhersage warnt dann vor schwarzen Samstagen. Wer klug plant, fährt unter der Woche, startet früh und legt den Stopp in Lyon oder Valence genau auf diese Stautage. Mehr zur Zuganreise steht im Beitrag Mit dem Zug durch Frankreich.

Beste Reisezeit

Mai, Juni, September und Oktober sind ideal: mildes Wetter, Weinlese-Stimmung im Herbst, freie Straßen. Der Hochsommer ist im Tal heiß und auf der Autobahn voll, dafür haben Ardèche und Beaujolais dann Hochsaison-Atmosphäre. Lyon funktioniert ganzjährig, im Dezember lockt das Lichterfest, dann sind Hotels früh ausgebucht. Der Winter ist sonst ruhig und für eine Städtereise nach Lyon die günstigste Zeit.

Anreise aus Deutschland

Mit dem Auto erreichst du Lyon aus Südwestdeutschland über Basel in etwa fünf Stunden, aus Frankfurt in rund sechseinhalb. Mit der Bahn fährst du über Paris oder über Straßburg und steigst dort auf den TGV Richtung Lyon um, auch das ist gut an einem Tag machbar. Lyon hat zudem einen internationalen Flughafen mit TGV-Bahnhof. Vor Ort gilt: Lyon, Vienne, Valence und Grenoble hängen dicht an der Bahn, für Beaujolais, Ardèche und Auvergne brauchst du ein Auto.

Basis-Empfehlung

Für vier bis sechs Tage: drei Nächte Lyon für Stadt und Küche, dazu ein Tag Vienne mit der Côte-Rôtie oder ein halber Tag Beaujolais. Wer Natur will, hängt zwei Nächte an der Ardèche oder in der Auvergne an. Auf dem Weg in den Süden ist die einfachste Formel: zwei Nächte Lyon als Zwischenstopp, dann weiter in die Provence. Ob Lyon oder Bordeaux die bessere Städtereise ist, klärt der Vergleich Lyon oder Bordeaux.

Ehrliche Einordnung

Das Rhônetal ist keine klassische Ferienregion und will keine sein: Die Achse selbst ist stellenweise industriell, und wer nur Badeurlaub sucht, fährt zu Recht weiter ans Meer. Die Region spielt ihre Stärke als Etappe mit Substanz aus: zwei, drei Tage große Stadt, ein Weinberg, eine Schlucht, ein Vulkan, und die Anfahrt in den Süden verwandelt sich von der Pflicht in einen Teil der Reise. Lyon allein rechtfertigt den Umweg, alles andere ist Bonus.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Stopp im Rhônetal auf dem Weg in den Süden?

Ja, vor allem in Lyon: Zwei Nächte reichen für Altstadt, Traboules und ein großes Essen, und du brichst die lange Fahrt an der sinnvollsten Stelle. Wer schon öfter in Lyon war, stoppt stattdessen in Vienne mit römischem Theater oder in Tain-l'Hermitage für die Weinberge.

Wie viele Tage braucht man für Lyon und das Rhônetal?

Für Lyon allein zwei bis drei Tage, für die Region mit Beaujolais, Vienne und einem Ausflug an die Ardèche oder in die Auvergne eher fünf bis sechs. Als Zwischenstopp auf einer Südfrankreich-Reise funktionieren auch 48 Stunden gut, dann konzentrierst du dich auf Lyons Altstadt, Fourvière und die Küche.

Was ist der Unterschied zwischen Beaujolais und Côtes du Rhône?

Zwei getrennte Weinwelten: Das Beaujolais liegt nördlich von Lyon, setzt auf die Gamay-Traube und ist für leichte, fruchtige Rote bekannt, die Crus wie Morgon oder Fleurie können deutlich mehr. Die nördlichen Rhône-Lagen südlich von Lyon, etwa Côte-Rôtie und Hermitage, bauen vor allem Syrah an: dichter, teurer, weltberühmt.

Ist die Kanufahrt durch die Ardèche-Schlucht schwierig?

Nein, sie gilt als machbar für sportliche Anfänger: Die klassische Strecke durch die Gorges hat einzelne leichte Stromschnellen, Verleiher geben Einweisung, Schwimmwesten und wasserdichte Tonnen. Kinder paddeln je nach Anbieter und Wasserstand ab dem Grundschulalter mit. Im Hochsommer ist der Fluss voll, im Juni und September fährst du entspannter.

Wann sollte man die A7 durch das Rhônetal meiden?

An den Wochenenden der französischen Sommerferien, besonders an den Samstagen rund um den Ferienwechsel Ende Juli und Anfang August, dann warnt die Verkehrsvorhersage regelmäßig mit der höchsten Stufe. Fahr stattdessen dienstags bis donnerstags, starte früh am Morgen oder leg genau auf diese Tage deinen Stadt-Stopp in Lyon.