Region in Frankreich

Okzitanien: Städte & Highlights

Okzitanien ist Frankreichs großer Süden zwischen Pyrenäen und Mittelmeer: Backsteinstädte wie Toulouse und Albi, die Märchenfestung Carcassonne, katalanische Küstenorte und dazwischen der Canal du Midi unter Platanen. Die Region ist riesig, vielfältig und außerhalb der Küste erstaunlich wenig überlaufen.

Diese Seite zeigt dir die schönsten Städte mit Links zu allen Einzelseiten, dazu Katharerburgen, den Canal du Midi, die beste Reisezeit, die Anreise aus Deutschland und einen Routenvorschlag für die erste Reise.

Auf einen Blick

  • RegionSüdfrankreich, von den Pyrenäen bis zum Mittelmeer
  • Bekannt fürToulouse, Carcassonne, Katharerburgen, Canal du Midi
  • Wichtigste StädteToulouse, Montpellier, Carcassonne, Albi, Perpignan
  • UNESCOCarcassonne, Albi, Canal du Midi, Pont du Gard
  • Ideale Dauer7 bis 10 Tage für eine Rundreise
  • Beste ReisezeitMai, Juni, September, Oktober

Was Okzitanien ausmacht

Okzitanien ist nach der Sprache des mittelalterlichen Südens benannt, der Langue d’oc, und dieses Erbe trägt die Region selbstbewusst: In Toulouse heißen Straßenschilder auch auf Okzitanisch, in Perpignan und Collioure fühlt sich vieles katalanisch an, und die Geschichte der Katharer, jener im 13. Jahrhundert blutig verfolgten Glaubensbewegung, ist an Burgen und Städten bis heute ablesbar.

Landschaftlich spannt sich die Region von den Gipfeln der Pyrenäen über die Weinebenen des Languedoc bis zu Lagunen und Stränden am Mittelmeer. Zwei Welten teilen sie sich: der Südwesten um Toulouse mit Backstein, Rugby und Gänseleber, und der Mittelmeerbogen um Montpellier mit Studenten, Stränden und Weinbergen bis ans Wasser.

Die schönsten Städte in Okzitanien

1 Toulouse

Die viertgrößte Stadt Frankreichs leuchtet abends rosa, wenn die Sonne auf den Backstein fällt, daher der Name Ville rose. Kapitol, Basilika Saint-Sernin und die Garonne-Ufer tragen locker mehrere Tage, alles Wichtige steht auf der Seite zu Toulouse.

Dazu kommt die Luftfahrt: Airbus baut hier, und die Cité de l’espace macht Raumfahrt zum Familienprogramm.

2 Carcassonne

Carcassonne ist die größte erhaltene Festungsstadt Europas: ein doppelter Mauerring mit Dutzenden Türmen, im 19. Jahrhundert von Viollet-le-Duc restauriert und heute UNESCO-Welterbe. Von Weitem sieht die Cité aus wie erfunden.

Bleib über Nacht: Wenn die Tagesbesucher weg sind und die Mauern angestrahlt werden, gehört dir die Festung fast allein.

3 Albi

Albi setzt Carcassonne einen eigenen Superlativ entgegen: die Kathedrale Sainte-Cécile, ein festungsartiger Riese aus Backstein, innen komplett ausgemalt. Die Bischofsstadt am Tarn ist UNESCO-Welterbe und beherbergt im Bischofspalast das Museum von Toulouse-Lautrec, der hier geboren wurde.

Albi ist kompakt, ehrlich und deutlich ruhiger als die berühmten Nachbarn.

4 Montpellier

Montpellier ist die junge Großstadt am Mittelmeerbogen: eine mittelalterliche Altstadt voller Studenten, dazu Prachtplätze wie die Place de la Comédie und das Meer eine kurze Tramfahrt entfernt.

Wer Städtetrip und Strand verbinden will, findet in ganz Südfrankreich kaum eine praktischere Adresse.

5 Perpignan

Perpignan war einst Festlandshauptstadt des Königreichs Mallorca, der wuchtige Königspalast erzählt davon. Die Stadt ist spürbar katalanisch: rot-gelbe Fahnen, Sardana-Tänze, katalanische Küche.

Als Basis für Katharerburgen und die felsige Côte Vermeille liegt Perpignan strategisch perfekt.

6 Collioure

Collioure ist der schönste Küstenort der Region: ein katalanisches Hafenstädtchen unter einer Königsburg, mit bunten Fassaden, Anchovis-Manufakturen und Weinbergterrassen bis ans Meer. Matisse und Derain malten hier den Fauvismus ins Licht.

Im Hochsommer platzt der Ort aus allen Nähten, im Mai, Juni und September zeigt er sein bestes Gesicht.

7 Nîmes

Ganz im Osten der Region steht mit Nîmes das römische Erbe Frankreichs in konzentrierter Form: ein fast vollständig erhaltenes Amphitheater, der Tempel Maison Carrée und ein Stadtbild, das Rom näher wirken lässt als Paris. Der Pont du Gard, das berühmteste römische Aquädukt Europas, liegt eine halbe Stunde entfernt.

Auf dieser Website findest du Nîmes bei der Provence einsortiert, geografisch gehört die Stadt aber zu Okzitanien und passt perfekt an das Ende einer Rundreise durch den Süden.

Katharerland: Burgen am Himmel

Südlich von Carcassonne liegt das Pays cathare: Auf Felsgraten kleben Burgruinen wie Peyrepertuse und Quéribus, in denen die Katharer einst Zuflucht suchten, weiter westlich erzählt Montségur vom bitteren Ende der Bewegung. Die Aufstiege sind steil und oft windig, die Ausblicke über Garrigue und Pyrenäen dafür gewaltig.

Plane pro Burg einen halben Tag mit Anfahrt über kleine Straßen, festes Schuhwerk und Wasser gehören ins Gepäck. Zwei Burgen pro Tag sind genug, sonst wird aus Gänsehaut Fließbandarbeit.

Der Canal du Midi

Der Canal du Midi verbindet seit dem 17. Jahrhundert Toulouse mit dem Mittelmeer, ein Meisterwerk des Ingenieurs Pierre-Paul Riquet und UNESCO-Welterbe. Am schönsten erlebst du ihn langsam: per Hausboot, das du ohne Führerschein mieten darfst, per Rad auf den Treidelpfaden oder bei einem Abend in einem Kanaldorf wie Le Somail.

In Toulouse selbst gehört das Kanalufer zum Stadtbild, mehr dazu auf der Seite zum Canal du Midi.

Gut zu wissen: Viele der berühmten Platanen am Kanal sind einem Pilzbefall zum Opfer gefallen und wurden abschnittsweise nachgepflanzt. Der Kanal bleibt sehenswert, aber nicht jeder Kilometer sieht aus wie auf den Postkarten.

Meer, Lagunen und Pyrenäen

Die Küste Okzitaniens ist zweigeteilt: Von der Camargue bis Perpignan ziehen sich breite Sandstrände und Lagunen, in denen Flamingos stehen und Austern wachsen, am Étang de Thau probierst du sie in den Hütten von Bouzigues direkt am Wasser. Sehenswert ist Sète, die Hafenstadt am Fuß des Mont Saint-Clair, mit Kanälen, Fischrestaurants und im Sommer ritterlichen Wasserturnieren, bei denen sich Ruderboote mit Lanzen duellieren.

Im Süden steigen die Pyrenäen auf: Der Talkessel von Gavarnie mit seinen senkrechten Felswänden gehört zum UNESCO-Welterbe, und der Canigou über dem Roussillon ist der heilige Berg der Katalanen. Wanderer können hier problemlos eine eigene Woche füllen, für eine Städtereise reicht ein Ausflugstag als Kostprobe.

Beste Reisezeit

Mai, Juni, September und Oktober sind ideal: warm genug fürs Meer ab Juni, aber ohne die Hitze und die Massen des Hochsommers. Im Juli und August wird die Küste voll und das Landesinnere heiß, Carcassonne und die Katharerburgen besichtigst du dann am besten früh morgens. Der Winter ist mild, aber viele Küstenorte fahren herunter, während Toulouse, Albi und Montpellier ganzjährig funktionieren. Rechne ganzjährig mit dem Tramontane, einem kräftigen Nordwestwind, der den Himmel blank fegt.

Anreise aus Deutschland

Okzitanien ist weit: Mit dem Auto rechnest du ab Frankfurt mit zehn bis elf Stunden nach Toulouse oder rund neun bis Montpellier, sinnvoll ist ein Zwischenstopp, etwa in Lyon. Schneller geht es per Flug nach Toulouse oder Montpellier oder mit dem TGV: über Paris oder über Lyon in den Mittelmeerbogen, Montpellier hängt gut am Hochgeschwindigkeitsnetz.

Vor Ort ist die Bahnachse Toulouse, Carcassonne, Narbonne, Montpellier, Perpignan praktisch, für Katharerburgen und Dörfer brauchst du ein Auto.

Routen-Empfehlung

Für sieben bis zehn Tage: drei Nächte Toulouse, eine Nacht Albi, eine bis zwei Nächte Carcassonne mit Katharerburgen, dann über Perpignan nach Collioure für zwei Nächte Meer, zurück oder weiter über Montpellier. Wer weniger Zeit hat, nimmt das Dreieck Toulouse, Albi, Carcassonne, das ist der Kern der Region.

Ehrliche Einordnung

Okzitanien ist zu groß für eine einzige Reise, und genau das ist die gute Nachricht: Statt alles abzuhaken, wählst du eine Hälfte. Der Südwesten um Toulouse ist städtischer und authentischer, der Mittelmeerbogen sonniger und touristischer. Carcassonne musst du gesehen haben, aber erwarte tagsüber Andrang wie am Mont-Saint-Michel. Die Strände zwischen Montpellier und Perpignan sind breit und familientauglich, aber oft von Apartmentburgen aus den Siebzigern gesäumt, die schönste Küste beginnt erst an der felsigen Côte Vermeille bei Collioure.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für Okzitanien?

Für das Kerndreieck Toulouse, Albi und Carcassonne reichen vier bis fünf Tage. Eine Rundreise mit Katharerburgen und Küste braucht sieben bis zehn. Die Region ist größer, als die Karte suggeriert: Von Toulouse nach Perpignan fährst du gut zwei Stunden. Besser eine Hälfte richtig als alles im Schnelldurchlauf.

Toulouse oder Montpellier, welche Stadt ist besser?

Toulouse ist die größere, gewachsenere Stadt mit Backstein-Altstadt, Luftfahrt und starker Esskultur. Montpellier ist jünger, verspielter und liegt kurz vorm Meer. Für einen reinen Städtetrip spricht mehr für Toulouse, für die Kombination aus Stadt und Strand mehr für Montpellier. Der Vergleich beider Städte lohnt sich vor der Buchung.

Lohnt sich Carcassonne trotz der vielen Besucher?

Ja, wenn du den Besuch richtig legst. Die Doppelmauern der Cité sind einmalig in Europa, aber tagsüber schieben sich Gruppen durch die Gassen. Übernachte in der Unterstadt oder in der Cité selbst und geh früh morgens und nach 18 Uhr durch die Festung, dann bekommst du das Mittelalter ohne Menschentraube.

Was sind die Katharerburgen?

Ruinen mittelalterlicher Fluchtburgen auf Felsgraten südlich von Carcassonne, verbunden mit der Geschichte der Katharer, die im 13. Jahrhundert als Ketzer verfolgt wurden. Die bekanntesten sind Peyrepertuse, Quéribus und Montségur. Der Besuch verlangt Anfahrt über kleine Straßen und steile Fußwege, belohnt aber mit großen Ausblicken.

Kann man in Okzitanien Städtetrip und Strandurlaub verbinden?

Sehr gut sogar. Montpellier liegt eine Tramfahrt vom Meer, Perpignan eine Viertelstunde von den Stränden, und Collioure ist selbst Badeort. Praktisch ist die Kombination aus drei, vier Städtetagen im Landesinneren und einigen Abschlusstagen an der Küste. Im Hochsommer buchst du die Küstenorte deutlich im Voraus.