Auf einen Blick
- RegionAuvergne-Rhône-Alpes, französische Alpen
- Bekannt fürMont Blanc, Lac d'Annecy, Bergsommer, Skigebiete
- Wichtigste OrteAnnecy, Chamonix, Grenoble
- HöhepunktMont Blanc, mit gut 4800 Metern der höchste Berg der Alpen
- Ideale Dauer5 bis 7 Tage
- Beste ReisezeitMitte Juni bis September, für Ski Januar bis März
Was Savoyen ausmacht
Savoyen war bis 1860 kein Teil Frankreichs, sondern gehörte zum Haus Savoyen, dessen Herzöge später Könige Italiens wurden. Diese Nähe zu Italien und der Schweiz prägt die Region bis heute: Man isst Fondue und Polenta, die Dörfer tragen Holzbalkone, und über allem steht die Silhouette des Mont Blanc, der mit gut 4800 Metern höchste Berg der Alpen.
Der Reiz der Region liegt in der Kombination aus Wasser und Fels. Kaum irgendwo in Europa liegen Badeseen und Viertausender so nah beieinander: Morgens stehst du auf einem Aussichtsgipfel im Gletscherwind, nachmittags springst du in den Lac d’Annecy. Dazu kommt eine Küche, die nach Höhe schmeckt: Reblochon, Beaufort, Tartiflette und Wildhonig von den Almen.
Die schönsten Städte und Orte in Savoyen
1 Annecy
Die Altstadt aus Kanälen, Arkaden und pastellfarbenen Häusern hat Annecy den Beinamen Venedig der Alpen eingebracht, und der See vor der Tür gilt als einer der saubersten Europas. Die Uferwiesen sind öffentlich, das Wasser leuchtet im Sommer fast karibisch.
Als Basis für die Region ist Annecy erste Wahl, entsprechend voll wird es im Juli und August.
2 Chamonix
Chamonix ist die Bergsteigerhauptstadt der Alpen, Austragungsort der ersten Winterspiele 1924 und Basislager für den Mont Blanc. Die Seilbahn auf die Aiguille du Midi bringt dich auf 3842 Meter, näher kommst du dem Gipfel ohne Seil und Pickel nicht.
Auch wer nicht klettert, bekommt hier große Momente: die Zahnradbahn zum Gletscher Mer de Glace, Hängebrücken-Blicke und Wanderwege mit Dauerpanorama.
3 Grenoble
Grenoble liegt streng genommen schon im Dauphiné, ist aber das städtische Tor zu den Alpen: eine junge Universitätsstadt, aus deren Straßen du auf drei Gebirgsmassive schaust. Die Kugelseilbahn zur Bastille-Festung ist das Wahrzeichen.
Für die Anreise mit der Bahn ist Grenoble ein praktischer Ausgangspunkt, und bei schlechtem Bergwetter retten die Museen den Tag.
4 Aix-les-Bains und der Lac du Bourget
Der Lac du Bourget ist der größte natürliche See, der vollständig in Frankreich liegt, und Aix-les-Bains an seinem Ostufer ein altes Kurbad mit Belle-Époque-Fassaden. Hier geht es ruhiger zu als in Annecy, die Uferstraße am Westufer gehört zu den schönsten Panoramastrecken der Region. Welche Gebiete sich für wen eignen, steht in unserem Überblick zu Skifahren in Frankreich.
Oberhalb thront die Abtei Hautecombe, die Grablege der Herzöge von Savoyen, die du auch per Schiff erreichst.
5 Yvoire am Genfer See
Am französischen Südufer des Genfer Sees liegt Yvoire, ein mittelalterliches Dorf aus grauem Stein, das im Sommer unter Blumen fast verschwindet. Es ist klein, gepflegt und an Sommernachmittagen gut besucht, morgens dafür still.
Der Blick über den See zur Schweizer Seite ist die halbe Miete, die andere Hälfte sind die Gassen selbst.
6 Megève und die Dörfer am Mont Blanc
Rund um den Mont Blanc verteilen sich Bergdörfer mit eigenem Charakter: das mondäne Megève mit Pferdekutschen und Chalet-Eleganz, das familiäre Saint-Gervais mit seiner Thermalquelle, das aussichtsreiche Combloux. Im Sommer sind sie Startpunkte für Almwanderungen mit Mont-Blanc-Blick.
Wer die berühmte Umrundung Tour du Mont Blanc nicht komplett gehen will, pickt sich von hier einzelne Etappen heraus.
Seen: baden mit Bergblick
Drei Seen prägen die Region: der Lac d’Annecy mit dem klarsten Wasser und den besten Radwegen, der stillere Lac du Bourget und der Genfer See mit Riviera-Flair in Évian und Thonon. Am Westufer des Lac d’Annecy führt eine ehemalige Bahntrasse als autofreier Radweg von Annecy Richtung Doussard, flach, asphaltiert und mit Bademöglichkeiten alle paar Kilometer. Die Ostseite fährst du auf der Straße oder nimmst das Schiff zurück.
Tipp: Die schönsten Badeplätze am Lac d’Annecy liegen am Ostufer zwischen Talloires und Doussard, mit Blick auf die Berge statt auf die Stadt. Nachmittags füllen sich die Wiesen, vormittags hast du sie fast allein.
Sommer am Mont Blanc
Der Bergsommer ist die stärkste Saison der Region: Von Mitte Juni bis September laufen die Seilbahnen, die Almhütten öffnen, und die Wanderwege reichen von Kinderwagenrunden bis zu Gletscherpassagen. Die Aiguille du Midi solltest du früh am Morgen nehmen, dann ist die Sicht am besten und der Andrang am kleinsten. Für Hochtouren gilt: nur mit Bergführer, der Mont Blanc ist kein Wanderberg.
Im Winter verwandelt sich die Region in eines der größten Skisportgebiete der Welt, von Chamonix über Megève bis zu den Riesenverbünden im Tarentaise-Tal. Wer nur zum Skifahren kommt, bucht Unterkunft und Skipass als Paket und meidet die französischen Februarferien, dann ist Hochsaison im Quadrat.
Beste Reisezeit
Für Städte, Seen und Wandern ist Mitte Juni bis Mitte September ideal, mit Juli und August als vollster Zeit an den Seeufern. Der September ist ein Geheimfavorit: warmes Wasser, freie Wege, klare Sicht. Im Mai und Anfang Juni liegt auf Höhenwegen oft noch Schnee, dafür sind die Täler grün und leer. Oktober bringt Ruhe und Herbstfarben, aber viele Bahnen machen Revisionspause. Die Skisaison läuft grob von Dezember bis April.
Anreise aus Deutschland
Mit dem Auto fährst du aus Südwestdeutschland über Basel und Genf, ab Freiburg bist du in rund dreieinhalb Stunden in Annecy, ab Stuttgart in etwa fünf. Die Strecke durch die Schweiz braucht eine Vignette, die Ausweichroute über Bourg-en-Bresse ist mautpflichtig, aber vignettenfrei. Aus München rechnest du mit sechs bis sieben Stunden.
Mit der Bahn reist du über Genf oder über Paris und Lyon, von dort verteilen sich Regionalzüge nach Annecy, Chamonix und Grenoble. Vor Ort kommst du an den Seen gut ohne Auto aus, für Bergdörfer und Passstraßen ist eines praktisch.
Basis-Empfehlung
Für eine Woche: vier Nächte Annecy für See, Altstadt und Ausflüge zum Lac du Bourget, dann drei Nächte Chamonix für die hochalpinen Tage. Wer mit der Bahn reist, startet in Grenoble und arbeitet sich nach Norden vor. Gut kombinieren lässt sich Savoyen mit Lyon und dem Rhônetal, die Anfahrt läuft ohnehin daran vorbei.
Ehrliche Einordnung
Savoyen ist im Sommer kein Geheimtipp mehr: Annecy gehört zu den meistbesuchten Kleinstädten Frankreichs, und an der Aiguille du Midi stehst du in den Ferien trotz Reservierung an. Die Region bleibt trotzdem lohnend, weil die Ausweichmöglichkeiten riesig sind, zwei Täler weiter wanderst du allein. Wetterfest solltest du sein: Am Mont Blanc kann auch im August ein Tag lang Nebel hängen. Plane Bergtage flexibel und leg die Seilbahn auf den Morgen mit der besten Vorhersage. Wer die Region mit dem eigenen Fahrzeug erkundet, findet die Stellplatz-Logik im Guide Frankreich mit dem Wohnmobil.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Savoyen und den Mont Blanc?
Fünf bis sieben Tage sind ein gutes Maß: drei bis vier für Annecy und die Seen, zwei bis drei für Chamonix und die Bergtage. Wer nur ein verlängertes Wochenende hat, konzentriert sich auf Annecy mit einem Tagesausflug nach Chamonix, das ist gut eine Stunde Fahrt pro Richtung.
Lohnt sich die Aiguille du Midi?
Bei klarem Wetter ja, und zwar deutlich. Die Seilbahn bringt dich in zwei Etappen auf 3842 Meter, oben stehst du mitten im Hochgebirge mit Blick auf den Mont Blanc. Buche den Slot vorab, fahr möglichst früh und plane oben warm gekleidet ein bis zwei Stunden ein. Bei Wolken kannst du dir die Fahrt sparen.
Kann man im Lac d'Annecy wirklich baden?
Ja, und es ist einer der Höhepunkte der Region. Der See gilt als einer der saubersten Europas, im Hochsommer erreicht das Wasser angenehme Badetemperaturen. Rund um den See verteilen sich Strandbäder und frei zugängliche Uferwiesen. Am wärmsten ist das Wasser von Mitte Juli bis Ende August.
Ist Savoyen auch ohne Wandern interessant?
Ja. Annecy und Grenoble tragen einen Städtetrip, die Seen lassen sich per Rad, Schiff und Strandbad genießen, und Seilbahnen bringen dich ohne Anstrengung zu den großen Aussichten. Dazu kommen Märkte, Käsereien und Thermalbäder. Wer gar keine Berge mag, ist allerdings falsch: Sie sind hier immer die Hauptdarsteller.
Braucht man für die Fahrt nach Savoyen eine Schweizer Vignette?
Nur wenn du durch die Schweiz fährst, was ab Basel oder über Genf die schnellste Route ist. Die Vignette gilt für die Schweizer Autobahnen und lohnt sich bei einer einzelnen Fahrt trotzdem meist wegen der Zeitersparnis. Alternativ fährst du über französische Autobahnen via Bourg-en-Bresse, dort zahlst du stattdessen Maut.






