Auf einen Blick
- Größte InselKorsika, ein Gebirge im Mittelmeer
- Beliebteste RadinselÎle de Ré bei La Rochelle
- Autofreie KlassikerÎles de Lérins, Porquerolles, Île de Bréhat, Île aux Moines
- AnreiseBrücke, Fähre, Ausflugsboot oder Damm mit Shuttle
- Beste ReisezeitMai, Juni und September, im Süden auch Oktober
- PlanungsregelFähren und Räder in der Hochsaison vorab buchen
Die Inseln im Vergleich
Diese Tabelle beantwortet die vier Fragen, die vor jeder Inselreise auftauchen: Was für ein Typ ist die Insel, wie kommst du hin, brauchst du ein Auto, und wann lohnt sie sich am meisten?
| Insel | Charakter | Anreise | Auto nötig? | Beste Zeit |
|---|---|---|---|---|
| Korsika | Gebirge im Meer, Buchten und Bergdörfer | Fähre oder Flug | Ja, zwingend | Mai, Juni, September |
| Île de Ré | Weiße Dörfer, Salzgärten, flache Radwege | Brücke ab La Rochelle | Nein, Rad reicht | Mai, Juni, September |
| Île d’Oléron | Größer, familiärer, Austern und Dünen | Brücke ab dem Festland | Praktisch, nicht nötig | Juni und September |
| Belle-Île-en-Mer | Klippen, Buchten, kleine Häfen | Fähre ab Quiberon | Rad, Bus oder Mietwagen | Mai bis September |
| Bréhat, Ouessant, Sein, Groix | Kleine Bretagne-Inseln, teils autofrei | Fähre | Nein | Mai bis September |
| Îles de Lérins | Pinien, Fort, Klosterinsel | Boot ab Cannes | Nein, autofrei | April bis Oktober |
| Porquerolles | Sandstrände, Pinien, Radwege | Boot ab der Halbinsel Giens | Nein, autofrei | Mai, Juni, September |
| Mont-Saint-Michel | Gezeiteninsel mit Abtei | Damm und Shuttle | Nein | Ganzjährig, früh am Tag |
1 Korsika: eine Kategorie für sich
Korsika lässt sich mit den anderen Inseln nicht vergleichen. Es ist ein Hochgebirge mit Gipfeln über 2700 Metern, an dessen Rändern Buchten liegen, deren Wasser karibisch leuchtet. Dazwischen Granitdörfer, Genueser Wachtürme und der Duft der Macchia. Vier Städte lohnen einen eigenen Aufenthalt: Ajaccio als Hauptstadt, Bonifacio auf seinen weißen Klippen, Calvi mit Zitadelle und Sandbucht und Bastia mit dem schönsten Alltagshafen der Insel.
Der Preis für all das: Du brauchst ein Auto, die Straßen sind langsam, und die Insel ist teurer als das Festland. Plane mindestens zehn Tage, besser zwei Wochen. Wie du die Insel sinnvoll aufteilst und ob Fähre oder Flug besser passt, steht in der Korsika-Rundreise.
2 Île de Ré: die Radinsel bei La Rochelle
Eine knapp drei Kilometer lange Brücke verbindet La Rochelle mit der Île de Ré, und dahinter beginnt eine andere Welt: weiß gekalkte Häuser mit grünen Fensterläden, Stockrosen an den Mauern, Salzgärten, Austernhütten und über hundert Kilometer flache Radwege. Hauptort ist Saint-Martin-de-Ré mit seinen Festungswällen von Vauban, die zum UNESCO-Welterbe gehören, und einem Hafenbecken voller Segelboote.
Die Insel ist der Klassiker für Familien und Radfahrer. Das Auto brauchst du nur für die Anreise, danach steht es besser auf dem Parkplatz: Im Sommer staut sich der Verkehr an der mautpflichtigen Brücke, während du auf dem Rad in zwanzig Minuten am Strand bist. Räder leihst du in La Rochelle oder direkt hinter der Brücke.
3 Île d’Oléron: größer, ruhiger, familiärer
Oléron liegt südlich davon, ist deutlich größer und unaufgeregter. Statt schicker Boutiquen gibt es Austernhäfen mit bunten Hütten, Kiefernwälder, Dünen und breite Atlantikstrände an der Westküste. Auch hierher führt eine Brücke, die Insel funktioniert ebenfalls sehr gut mit dem Rad. Wer die Atlantikküste ohne Trubel und mit Kindern erleben will, ist hier richtig.
Ein Hinweis zum Meer: Die Westküste ist Brandungsküste mit Strömungen, bade dort nur an bewachten Abschnitten. Die geschützten Strände liegen an der Ostseite zur Küste hin.
4 Belle-Île-en-Mer: die große Bretagne-Insel
Belle-Île ist die größte Insel der Bretagne und ihr Name ist keine Übertreibung: eine Steilküste mit Grotten und Felsnadeln an der Westseite, geschützte Buchten und Häfen an der Ostseite, dazwischen Heide und Weiden. Le Palais mit seiner Zitadelle ist der Ankunftsort, Sauzon der hübschere Hafen. Die Côte Sauvage im Westen ist der Grund, warum Monet hier gemalt hat.
Die Fähre fährt ab Quiberon, die Überfahrt dauert rund 45 Minuten. Du kannst ein Auto mitnehmen, brauchst dafür aber eine frühzeitige Reservierung; einfacher ist die Kombination aus Bus, Mietwagen oder Rad vor Ort. Für einen Tagesausflug ist die Insel zu groß, plane mindestens eine Übernachtung. Sie passt perfekt an das Ende einer Bretagne-Rundreise.
5 Die kleinen Bretagne-Inseln
Vor der bretonischen Küste liegt ein ganzer Archipel an kleinen Inseln, und die meisten sind autofrei. Die Île de Bréhat im Norden ist wegen des milden Klimas voller Mimosen und Hortensien, dazu rosa Granit und ein Leuchtturm. Ouessant ganz im Westen ist das Gegenteil: baumlos, windgegerbt, umgeben von den berüchtigten Strömungen der Iroise-See, mit einer eigenen Zwergschafrasse. Die Île de Sein liegt kaum über dem Meeresspiegel, und die Île de Groix vor Lorient hat mit den Grands Sables einen der wenigen konvexen Strände Europas, dessen Sand über die Jahre sichtbar wandert.
Und im Golf von Morbihan liegt die Île aux Moines, die du ab Port-Blanc in fünf Minuten und ab Vannes per Ausflugsboot erreichst und in zwei Stunden mit dem Rad umrundest. Das ist der einfachste Insel-Einstieg der Bretagne, auch für einen halben Tag.
6 Îles de Lérins vor Cannes
Rund 15 Bootsminuten vor Cannes liegen zwei Inseln, die das komplette Gegenprogramm zur Croisette sind. Sainte-Marguerite ist die größere: Pinienwald, Eukalyptus, felsige Badebuchten und das Fort Royal, in dem der Mann mit der eisernen Maske gefangen saß. Saint-Honorat gehört seit über 1500 Jahren einer Mönchsgemeinschaft, die dort zwischen Kapellen und Meer Wein anbaut.
Beide sind autofrei und haben kaum Lokale. Nimm Wasser und ein Picknick mit, kauf beides vorher auf dem Markt in Cannes, und achte auf die letzte Rückfahrt. Das erste Boot des Tages ist die beste Entscheidung: Vormittags gehören die Wege fast dir allein.
7 Porquerolles und die Îles d’Hyères
Vor der Küste zwischen Saint-Tropez und Toulon liegen die Îles d’Hyères, im Volksmund die Goldenen Inseln. Porquerolles ist die bekannteste: helle Sandstrände an der Nordseite, Klippen im Süden, Weinberge und Pinien dazwischen, dazu ein einziges Dorf mit Platanenplatz und Boulebahn. Autos sind nicht erlaubt, gefahren wird Rad, und genau das macht den Reiz aus.
Die Boote starten von der Halbinsel Giens bei Hyères, die Überfahrt ist kurz. Nachbarinsel Port-Cros ist Nationalpark, dort gibt es einen Unterwasser-Lehrpfad zum Schnorcheln. In der Hochsaison ist die Besucherzahl begrenzt, buche die Überfahrt dann vorab. Alle Küstenziele der Region findest du im Überblick zur Côte d’Azur.
8 Mont-Saint-Michel: der Sonderfall
Der Mont-Saint-Michel ist der berühmteste Felsen Frankreichs und streng genommen keine dauerhafte Insel mehr: Ein Damm mit Brücke verbindet ihn mit dem Festland, gefahren wird per Shuttle, gelaufen werden kann auch. Nur bei den höchsten Fluten des Jahres wird er für einige Stunden wieder ringsum von Wasser umschlossen, und dieses Schauspiel kannst du von den Wällen aus verfolgen.
Die Bucht selbst ist der eigentliche Star: Watt bis zum Horizont, ein Tidenhub, der zu den größten Europas zählt, und Wasser, das schneller zurückkommt, als man denkt. Wattwanderungen sind nur mit zertifizierten Führern erlaubt, der Treibsand ist keine Legende. Sei früh am Berg, geh zuerst hinauf in die Abtei und erst danach durch die Grande Rue.
Achtung: Bei allen Gezeiteninseln, vom Mont-Saint-Michel bis zu den Felseninseln vor Saint-Malo, gilt dieselbe Regel: Der Rückweg ist wichtiger als der Hinweg. Das Wasser läuft von zwei Seiten gleichzeitig auf und schneidet Wege lautlos ab. Prüfe vor jedem Übergang die aushängenden Gezeitenzeiten und geh lieber eine halbe Stunde zu früh zurück.
Welche Insel passt zu dir?
Wer wandern, Berge und Buchten in einer Reise will, nimmt Korsika und plant zwei Wochen. Wer Rad fahren und mit Kindern reisen will, nimmt die Île de Ré oder Oléron. Wer raue Atlantikstimmung sucht, fährt nach Belle-Île oder Ouessant. Wer nur einen Tag Zeit hat und am Mittelmeer ist, nimmt die Îles de Lérins oder Porquerolles. Und wer ein einziges großes Bild mitnehmen will, fährt zum Mont-Saint-Michel.
Ein ehrlicher Hinweis zum Wasser: Im Atlantik bleibt es auch im Hochsommer meist unter 20 Grad, am Mittelmeer ist Baden von Juni bis Oktober angenehm. Wenn warmes Wasser die Bedingung ist, engt das die Auswahl auf den Süden ein. Eine Übersicht der Küstenorte auf dem Festland gibt die Seite zu den Städten am Meer.
Praktisch: Fähren, Räder, Gepäck
Für alle Inseln gilt dasselbe Muster. Fähren und Ausflugsboote fahren saisonal, im Winter deutlich seltener oder gar nicht, und bei Sturm fallen sie aus. Prüfe immer die letzte Rückfahrt des Tages, das ist der häufigste Planungsfehler. Autofähren, etwa nach Belle-Île oder nach Korsika, brauchen eine Reservierung, oft Monate im Voraus.
Tipp: Leih das Rad auf der Insel, nicht auf dem Festland. Die Mitnahme kostet auf vielen Booten extra und ist in der Hochsaison kontingentiert, während direkt am Anleger fast überall Verleihstationen stehen. Reserviere in den Sommerferien trotzdem vorab, vor allem Kinderräder und Anhänger sind schnell weg.
Und noch etwas zur Übernachtung: Auf kleinen Inseln ist das Bettenangebot begrenzt, die wenigen Hotels sind für Juli und August früh ausgebucht. Wer spontan reist, plant die Insel als Tagesausflug und schläft auf dem Festland, etwa in Vannes, La Rochelle oder Cannes.
Häufige Fragen
Welche Insel Frankreichs ist die schönste?
Das hängt vom Reisetyp ab. Für Landschaft und Vielfalt gewinnt Korsika klar, dort bekommst du Hochgebirge und Traumbuchten in einer Reise. Für entspannte Tage mit dem Rad ist die Île de Ré die erste Wahl, für rauen Atlantik Belle-Île, und für einen Tagesausflug am Mittelmeer die Îles de Lérins vor Cannes.
Welche französischen Inseln sind autofrei?
Autofrei oder weitgehend autofrei sind die Îles de Lérins vor Cannes, Porquerolles und Port-Cros vor Hyères, die Île de Bréhat und die Île aux Moines im Golf von Morbihan sowie Ouessant und die Île de Sein in der Bretagne. Auf diesen Inseln bewegst du dich zu Fuß oder mit dem Rad, das ist Teil des Reizes.
Kann man die Île de Ré ohne Auto besuchen?
Ja, sehr gut. Im Sommer fahren Busse ab La Rochelle über die Brücke, und sportliche Radfahrer nutzen den Radstreifen. Auf der Insel selbst ist das Rad ohnehin das beste Verkehrsmittel, das Wegenetz ist dicht und flach. Räder leihst du direkt hinter der Brücke oder in den Orten, in der Hochsaison am besten vorab reservieren.
Ist der Mont-Saint-Michel wirklich eine Insel?
Nur zeitweise. Seit dem Bau des Damms mit Brücke ist der Berg dauerhaft erreichbar, gefahren wird per Shuttle. Bei den höchsten Fluten des Jahres steht das Wasser jedoch rundherum, und der Felsen ist für einige Stunden wieder eine echte Insel. Die Gezeitenkalender hängen vor Ort aus, das Schauspiel lohnt die Planung.
Wann ist die beste Zeit für eine Inselreise in Frankreich?
Mai, Juni und September fast überall: mildes Wetter, offene Fährverbindungen und deutlich weniger Betrieb als im Hochsommer. Am Mittelmeer funktioniert auch der Oktober noch gut. Juli und August bedeuten volle Boote, ausgebuchte Unterkünfte und Kontingente an den beliebten Zielen. Im Winter fahren viele Ausflugsboote gar nicht.
Braucht man auf Korsika wirklich ein Auto?
Für eine Rundreise ja. Busse fahren selten, die Schmalspurbahn verbindet nur Bastia, Corte, Ajaccio und Calvi, und die schönsten Buchten liegen abseits. Nur wer an einem Ort bleibt, etwa in Calvi oder L'Île-Rousse, kommt mit der Küstenbahn und dem Boot gut zurecht.





