Reise-Inspiration

Frankreichs schönste Städte am Meer

Frankreich hat drei Küsten mit völlig unterschiedlichem Charakter: den rauen Ärmelkanal mit Kreidefelsen und Gezeiten, den Atlantik mit Surfwellen und Sandstränden und das Mittelmeer mit warmem Wasser und Palmenpromenaden. An allen dreien liegen Städte, die eine eigene Reise wert sind.

Diese Liste stellt dir die 15 schönsten Städte am Meer vor, sortiert nach Küste, jeweils mit dem ehrlichen Grund, warum sie auf die Liste gehört, und für wen sie sich eignet. Am Ende hilft dir ein Küstenvergleich bei der Entscheidung, an welches Wasser deine nächste Reise führt.

Auf einen Blick

  • KüstenÄrmelkanal, Atlantik, Mittelmeer plus Korsika
  • KüstenlängeMehr als 5.000 Kilometer im Mutterland
  • BadesaisonMittelmeer Juni bis September, Atlantik Juli und August
  • Wärmstes WasserMittelmeer, oft bis in den Oktober angenehm
  • Beste Reisezeit für StädteMai, Juni und September

Am Ärmelkanal: Gezeiten, Granit und Belle Époque

Der Ärmelkanal ist die Küste der Kontraste: gewaltige Gezeitenhübe, Kreidefelsen und Seebäder, in denen schon im 19. Jahrhundert die Pariser Gesellschaft badete. Das Wasser bleibt frisch, dafür bekommst du die dramatischsten Landschaften und die kürzeste Anreise aus Nordeuropa.

1 Saint-Malo

Saint-Malo ist die dramatischste Meeresstadt Frankreichs: eine komplett ummauerte Korsarenstadt aus Granit, um die bei Springflut die Wellen über die Wälle schlagen. Der Gang über die Stadtmauer ist Pflicht, bei Ebbe läufst du hinüber zu den Festungsinseln. Der Tidenhub gehört zu den größten Europas, die Stadt verändert ihr Gesicht im Stundentakt. Zugleich das perfekte Tor zur Bretagne.

2 Honfleur

Honfleur am Seine-Mündungstrichter ist eher Hafenstädtchen als Badeort, aber das alte Hafenbecken mit den hohen Schieferhäusern ist einer der schönsten Stadtblicke des Landes. Die Impressionisten haben hier das Malen im Freien gelernt. Ideal in Kombination mit einer Normandie-Rundreise.

3 Étretat

Étretat ist klein, aber die Kulisse ist Weltklasse: Kreidefelsen mit Felsbögen und Felsnadel, dazwischen ein Kieselstrand und ein Ortskern voller Villen aus der Sommerfrische-Zeit. Die Klippenwanderungen in beide Richtungen gehören zu den schönsten Spaziergängen der Normandie.

4 Deauville

Deauville ist die Belle Époque am Meer: Seebad-Architektur, Pferderennbahnen, ein Kasino und die berühmten bunten Sonnenschirme am endlosen Sandstrand. Wer es eine Nummer volkstümlicher mag, wechselt einfach über die Flussbrücke ins Nachbarstädtchen Trouville mit seiner Fischhalle. Der Spaziergang über die Bretterpromenade Les Planches mit den Namen der Filmstars an den Badekabinen gehört zum Pflichtprogramm.

Am Atlantik: Wellen, Weite und Salzluft

Der Atlantik ist die Küste der Weite: kilometerlange Sandstrände, Dünen, Austernbänke und eine Surfkultur, die sich von der Bretagne bis zur spanischen Grenze zieht. Auch hier prägen die Gezeiten den Tag, und abends fällt die Sonne direkt ins Meer.

5 La Rochelle

La Rochelle hat den schönsten Stadthafen der Atlantikküste, bewacht von drei mittelalterlichen Türmen, dahinter Arkadengassen und eine junge, fahrradfreundliche Stadt. Von hier setzt du über auf die Île de Ré mit ihren weiß getünchten Dörfern und Salzgärten, und das Aquarium am Hafen gehört zu den größten Europas, ein dankbares Schlechtwetterprogramm. Mehr Küstenziele findest du im Guide zur Atlantikküste.

6 Biarritz

Biarritz war das Seebad der Kaiserin Eugénie und ist heute die Surfhauptstadt Europas: Belle-Époque-Villen über tosenden Wellen, dazwischen Surfschulen an jedem Strand. Die Mischung aus Glamour und Boardshorts gibt es so kein zweites Mal. Zum Pflichtprogramm gehören der Felsen der Jungfrau mit seiner Fußgängerbrücke und ein Abend in den Markthallen. Perfekt kombinierbar mit dem französischen Baskenland.

7 Saint-Jean-de-Luz

Saint-Jean-de-Luz ist die familienfreundliche Alternative nebenan: eine geschützte Bucht mit ruhigem Wasser, baskische Häuser in Rot und Weiß und die Kirche, in der der Sonnenkönig 1660 heiratete. Dazu eine der besten Food-Szenen der Küste, vom Gâteau basque bis zum Ziegenkäse vom Markt.

8 Vannes

Vannes liegt am Golf von Morbihan, einem Binnenmeer voller Inseln, und hat eine der besterhaltenen Fachwerk-Altstädte der Bretagne samt Stadtmauer und Waschhäusern. Vom Hafen starten Bootstouren durch die Inselwelt, etwa zur Île aux Moines mit ihren schmalen Gassen und Stränden. Weniger berühmt als Saint-Malo, dafür deutlich entspannter und mit spürbar milderem Klima als die Nordküste der Bretagne.

Am Mittelmeer: Palmen, Buchten und südliches Licht

Das Mittelmeer ist die Küste des Südens: warmes, gezeitenloses Wasser, Pinien und Palmen und eine Dichte an sehenswerten Städten, die keine andere Küste erreicht. Von Nizza bis Collioure wechseln sich mondäne Promenaden und einfache Fischerhäfen ab, und die Saison reicht bis weit in den Herbst.

9 Nizza

Nizza ist die Königin der Côte d’Azur: die Promenade des Anglais am türkisfarbenen Wasser, die italienisch geprägte Altstadt Vieux Nice, Museen von Matisse bis Chagall und ein Umland voller Ausflugsziele. Als Winterfrische der Belle Époque gehört Nizza inzwischen zum UNESCO-Welterbe. Dazu kommt die Lage: Mit der Küstenbahn bist du in Minuten in Villefranche oder Monaco, den Überblick gibt die Seite der Sehenswürdigkeiten von Nizza.

10 Menton

Menton an der italienischen Grenze ist Nizzas stiller Nachbar: eine Altstadt in Ocker und Terrakotta über dem Wasser, Zitronengärten dank eines der mildesten Klimate Frankreichs und im Februar das Zitronenfest. Dazu kommt das Museum von Jean Cocteau, der auch den Hochzeitssaal des Rathauses ausgemalt hat. Wer die Côte d’Azur ohne Rummel sucht, wird hier fündig.

11 Antibes

Antibes verbindet, was sonst getrennt ist: eine mauerbewehrte Altstadt mit provenzalischem Markt, das Picasso-Museum im Schloss Grimaldi direkt über dem Meer und mit dem Cap d’Antibes einen Küstenwanderweg zwischen Villen und Buchten. Dazwischen liegt einer der größten Yachthäfen Europas, und im Ortsteil Juan-les-Pins wartet abends die Strandbar-Seite derselben Stadt.

12 Cassis

Cassis östlich von Marseille ist das Bilderbuch-Hafenstädtchen der Provence: pastellfarbene Fassaden, Fischerboote, dahinter die höchste Klippe Frankreichs. Vom Hafen starten die Boote in die Calanques, fjordartige Kalksteinbuchten mit glasklarem Wasser. Im Sommer früh kommen, das Städtchen ist klein.

13 Marseille

Marseille ist die älteste Stadt Frankreichs und die ehrlichste am Mittelmeer: laut, vielsprachig, großartig. Zwischen altem Hafen, dem Viertel Le Panier und der Basilika über der Stadt liegt hier echtes Hafenstadtleben statt Postkartenidylle, und der Nationalpark der Calanques beginnt an der Stadtgrenze. Für den Einstieg helfen die Sehenswürdigkeiten von Marseille, vom Mucem bis zur Küstenstraße Corniche.

14 Collioure

Collioure kurz vor der spanischen Grenze bekam sein Licht von Matisse bescheinigt: Der Hafen in Rosa und Ocker vor den Pyrenäenausläufern machte den Ort zur Wiege des Fauvismus. Dazu kommen eine Königsburg am Wasser, Weinterrassen über dem Ort und die berühmten Anchovis. Im Ort erinnern nachgestellte Rahmen an den Originalstandorten daran, was die Maler hier sahen.

15 Bonifacio

Bonifacio an der Südspitze Korsikas ist der spektakulärste Schlusspunkt: eine Altstadt, die auf überhängenden weißen Kreidefelsen über dem Meer balanciert, darunter ein fjordartiger Naturhafen. Vom Boot aus wirkt die Stadt, als könne sie jeden Moment abheben. Kombiniere den Besuch mit der Klippenwanderung zum Leuchtturm am Kap Pertusato und einem Bootsausflug zu den Lavezzi-Inseln.

Welche Küste passt zu dir?

Küste Charakter Badesaison Ideal für
Ärmelkanal Kreidefelsen, Gezeiten, Seebäder Juli und August, frisches Wasser Wanderer, Fotografen, Geschichtsfans
Atlantik Sandstrände, Wellen, Surfkultur Juni bis September Surfer, Familien, Genießer
Mittelmeer Buchten, Palmen, südliches Licht Juni bis Oktober Badeurlauber, Städtefans, Sonnenhungrige

Die Tabelle ist bewusst grob, denn jede Küste hat ihre Mikroklimazonen: Das Baskenland ist wärmer und regenreicher als die Küsten weiter nördlich, die Bretagne wechselhafter als die Normandie, und an der Côte d’Azur schützt das Hinterland vor kaltem Nordwind. Als Faustregel gilt: je weiter südlich, desto länger die Saison.

Gut zu wissen: Das Wasser am Ärmelkanal und am Atlantik bleibt auch im Hochsommer frisch, dafür sind die Strände weitläufig und die Luft ist selten drückend heiß. Das Mittelmeer ist im September am wärmsten, dann sind die Städte zugleich deutlich leerer als im August.

Tipp: Für eine erste Reise kombiniere zwei bis drei Städte derselben Küste, statt quer durchs Land zu fahren: etwa Nizza, Antibes und Menton per Bahn an der Côte d’Azur, Biarritz und Saint-Jean-de-Luz am Atlantik oder Saint-Malo und Vannes in der Bretagne. Die Bahnlinien entlang der Küsten sind oft die schönste Verbindung.

Du willst Stadt und Strand in einer Reise? Dann bau die Küstenstadt als Finale einer Route ein: erst die Normandie-Rundreise mit Abschluss in Saint-Malo, erst die Provence-Rundreise mit Ausklang in Cassis, oder Städte wie Bordeaux und Montpellier, die das Meer als Tagesausflug vor der Tür haben.

Lust auf mehr Orientierung? Die Übersicht der Frankreich-Highlights ordnet die Küstenstädte in das große Ganze ein, und wer zwischen den beiden berühmtesten Rivalinnen der Riviera schwankt, findet im Vergleich Nizza oder Cannes eine klare Antwort.

Häufige Fragen

Welche ist die schönste Stadt am Meer in Frankreich?

Kommt auf deinen Geschmack an: Saint-Malo für Drama und Geschichte, Nizza für die große Mischung aus Stadt, Strand und Kunst, Bonifacio für die spektakulärste Lage. Als Gesamtpaket aus Erreichbarkeit, Altstadt und Meer ist Nizza die sicherste Wahl für eine erste Reise.

Wo ist das Meer in Frankreich am wärmsten?

Am Mittelmeer: Zwischen Juni und Oktober ist das Wasser dort angenehm, im August und September am wärmsten. Der Atlantik bleibt spürbar frischer, ist aber im Hochsommer gut badbar. Der Ärmelkanal ist auch im August eine Sache für Hartgesottene, dafür entschädigen Strände und Felsen.

Welche Küstenstädte erreicht man gut ohne Auto?

Sehr gut: Nizza, Antibes, Menton und Cannes liegen an derselben Küstenbahn, auch Marseille, La Rochelle, Biarritz und Saint-Malo haben direkte Bahnanbindung, teils per TGV ab Paris. Schwieriger sind Étretat, Honfleur und Cassis, dort helfen Busse ab der nächsten Bahnstation.

Wann ist die beste Reisezeit für Frankreichs Küstenstädte?

Für Städtereisen Mai, Juni und September: warm genug für Strandtage, aber ohne die Augustmassen und mit besseren Preisen. Reiner Badeurlaub gelingt am Mittelmeer von Juni bis September, am Atlantik im Juli und August. Der Ärmelkanal ist eher Wander- und Ausflugsziel als Badeziel.

Atlantik oder Mittelmeer: was ist besser für Familien?

Der Atlantik punktet mit breiten Sandstränden und Platz, allerdings mit Wellen und Strömungen, achte auf bewachte Strandabschnitte. Am Mittelmeer ist das Wasser ruhiger und wärmer, die Strände sind aber schmaler und voller. Geschützte Buchten wie in Saint-Jean-de-Luz sind der beste Kompromiss.