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Mit dem Zug durch Frankreich: So funktioniert SNCF

Frankreich ist ein Bahnland: Der TGV verbindet die großen Städte mit bis zu 320 km/h, von Paris bist du schneller in Marseille als mancher Berliner am Flughafen. Das System der Staatsbahn SNCF funktioniert allerdings anders als die Deutsche Bahn, und wer die Regeln kennt, reist deutlich günstiger und entspannter.

Hier erfährst du, wie TGV inOui, Ouigo und TER zusammenhängen, wann du buchen solltest, welche Gepäckregeln gelten und wie du aus Deutschland am besten ins französische Netz kommst.

Mit dem Zug durch Frankreich: So funktioniert SNCF
Foto: David Monniaux, CC BY-SA 1.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • StaatsbahnSNCF, offizielle Buchung über SNCF Connect
  • ZugtypenTGV inOui, Ouigo, Intercités und Regionalzüge (TER)
  • TempoTGV bis 320 km/h auf Schnellfahrstrecken
  • Buchungslogikdynamische Preise, früh buchen lohnt sich
  • Aus DeutschlandDirektzüge u. a. ab Frankfurt, Stuttgart und Karlsruhe

Das System in Kürze

Frankreichs Bahnnetz ist sternförmig auf Paris ausgerichtet. Drei Zugfamilien musst du kennen: Der TGV fährt auf Schnellfahrstrecken zwischen den Metropolen und ist reservierungspflichtig, du buchst also immer einen konkreten Zug mit Sitzplatz. Intercités verbinden Städte abseits der Schnellstrecken, teils als Nachtzüge. Und die TER sind Regionalzüge mit festen Preisen, für die du spontan am Automaten ein Ticket kaufen kannst.

Die wichtigste Folge für deine Planung: Beim TGV funktioniert der Preis wie beim Flug. Je voller der Zug, desto teurer das Ticket. Dasselbe Ticket kann Monate vorher einen Bruchteil des Preises am Reisetag kosten.

TGV inOui oder Ouigo?

Unter dem Namen TGV fahren zwei sehr unterschiedliche Produkte. TGV inOui ist das Premiumangebot: bequeme Züge mit Bordbistro, erster Klasse, großzügiger Gepäckmitnahme und Halt an den zentralen Bahnhöfen. Ouigo ist die Low-Cost-Linie im pinken Look: gleiche Geschwindigkeit, oft deutlich günstigere Tickets, dafür mit Zusatzkosten für fast alles und teils Abfahrten von Vorstadtbahnhöfen. Prüfe bei Ouigo vor der Buchung genau, welcher Bahnhof gemeint ist.

Für Familien und Sparfüchse ist Ouigo großartig, für Vielgepäck-Reisende und alle, die Flexibilität wollen, meist inOui. Beide buchst du über dieselbe Plattform.

Achtung, Gepäckregeln: Bei Ouigo ist nur Handgepäck plus ein Kabinengepäckstück inklusive, größere Koffer kosten extra und müssen als Option zum Ticket gebucht werden. Wer unangemeldet mit XXL-Koffer einsteigt, zahlt am Zug deutlich mehr. Auch beim TGV inOui gibt es inzwischen Obergrenzen für die Gepäckmenge, mit normalem Reisegepäck bist du dort aber problemlos unterwegs.

Buchen: früh, offiziell, flexibel gedacht

TGV-Tickets kommen gestaffelt in den Verkauf, je nach Verbindung und Saison mehrere Monate im Voraus. Die günstigen Kontingente sind auf beliebten Strecken schnell weg, besonders freitags, sonntags und in den Schulferien. Die Faustregel: Steht dein Reisedatum fest, buche, sobald die Verbindung buchbar ist. Nur die TER-Regionalzüge kannst du bedenkenlos spontan kaufen, ihre Preise sind fest.

Offizieller Verkaufskanal ist SNCF Connect als Website und App, dort gibt es alle Zugtypen inklusive Ouigo. Die App zeigt auch Gleis und Wagenreihung an, was an großen Bahnhöfen Gold wert ist.

Tickets: Buche direkt bei der SNCF über SNCF Connect, dort findest du inOui, Ouigo, Intercités und TER in einer Buchung. Wer aus Deutschland startet, kann durchgehende Tickets auch über die Deutsche Bahn buchen.

Zur offiziellen Buchungsseite

Aus Deutschland nach Frankreich

Die Anreise auf der Schiene ist einfacher, als viele denken. Direkte TGV- und ICE-Verbindungen fahren unter anderem von Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart nach Paris, betrieben in Kooperation von DB und SNCF. Besonders bequem ist die Verbindung über den Rhein: Von Karlsruhe oder Offenburg bist du schnell in Straßburg, dem perfekten Einstiegstor ins französische Netz.

Aus Nordrhein-Westfalen führt der schnellste Weg über Brüssel: von Köln oder Aachen nach Belgien, dort umsteigen in den Eurostar nach Paris oder Lille. Und wer weiter in den Süden will, wechselt in Paris auf die TGV-Achsen nach Lyon, Marseille, Bordeaux oder Montpellier. Einziger Haken beim Umstieg in Paris: Du wechselst meist den Bahnhof, siehe unten.

Paris: die Sache mit den Bahnhöfen

Paris hat keinen Hauptbahnhof, sondern mehrere Kopfbahnhöfe, jeder bedient eine Himmelsrichtung. Grob gilt: Gare de l’Est für Züge aus Deutschland und nach Straßburg, Gare de Lyon für Lyon, die Provence und die Côte d’Azur, Gare Montparnasse für Bordeaux und den Südwesten, Gare du Nord für Lille, Brüssel und London. Zwischen den Bahnhöfen fährst du mit Metro oder RER, plane für den Wechsel mit Gepäck mindestens eine Stunde ein.

Wie du dich im Pariser Nahverkehr zurechtfindest, erklärt unsere Seite zum Verkehr in Paris.

Sparen wie die Franzosen

Neben dem frühen Buchen gibt es weitere Hebel. Die SNCF verkauft Rabattkarten, die sich schon bei wenigen Fahrten rechnen können, mit Vergünstigungen unter anderem für junge Leute, Familien und Senioren, die Konditionen ändern sich, ein Blick auf SNCF Connect vor der Reise lohnt sich. Kinder fahren je nach Alter stark ermäßigt. Und wer bei den Uhrzeiten flexibel ist, spart automatisch: Züge am frühen Morgen, späten Abend und unter der Woche sind fast immer günstiger als die Pendlerklassiker am Freitag- und Sonntagnachmittag.

Im Zug und am Bahnhof

Ein paar Eigenheiten des französischen Bahnfahrens: Das Gleis wird an großen Bahnhöfen oft erst rund 20 Minuten vor Abfahrt angezeigt, alle warten gemeinsam vor der Anzeigetafel, dann setzt sich die Menge in Bewegung. Bei Ouigo schließt das Boarding schon einige Minuten vor Abfahrt, komm dort mit ordentlich Puffer. Tickets sind heute digital mit QR-Code, das frühere Abstempeln am Bahnsteig ist Geschichte.

An Bord gilt: Der Sitzplatz steht auf dem Ticket, große Gepäckstücke kommen in die Regale am Wagenende, und im „coin silence“ mancher Züge telefoniert man nicht. Das Bordbistro im inOui ist eher für den Kaffee gedacht, fürs richtige Essen deckst du dich vorher ein.

Tipp: Der Zug ist auf vielen Strecken nicht nur schneller, sondern auch deutlich billiger als das Auto, wenn du Maut, Sprit und Parkhaus ehrlich zusammenrechnest. Wie du dein Reisebudget insgesamt schlank hältst, liest du im Beitrag zum Frankreich-Budget. Nur für Dörfer und ländliche Regionen bleibt das Auto überlegen, dann hilft der Beitrag zum Roadtrip durch Südfrankreich.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen TGV inOui und Ouigo?

Beide sind Hochgeschwindigkeitszüge der SNCF. InOui ist das Komfortprodukt mit Bordbistro, erster Klasse und großzügigem Gepäck. Ouigo ist die Low-Cost-Variante: günstigere Tickets, aber kostenpflichtige Extras, strengere Gepäckregeln und teilweise Abfahrt von Vorstadtbahnhöfen. Die Fahrzeit ist identisch.

Wann sollte ich TGV-Tickets buchen?

So früh wie möglich. Der Verkauf startet je nach Strecke mehrere Monate im Voraus, und die günstigen Kontingente sind auf beliebten Verbindungen zuerst weg. Besonders knapp wird es freitags, sonntags und in den französischen Schulferien. Nur Regionalzüge (TER) haben feste Preise und können spontan gekauft werden.

Wie viel Gepäck darf ich im Ouigo mitnehmen?

Inklusive sind ein Handgepäckstück und ein Kabinengepäckstück, alles Größere musst du als kostenpflichtige Option dazubuchen, am besten direkt bei der Ticketbuchung. Am Bahnsteig nachgelöst wird es deutlich teurer. Miss im Zweifel deinen Koffer nach, die aktuellen Maße stehen bei der Buchung auf SNCF Connect.

Wie komme ich mit dem Zug von Deutschland nach Frankreich?

Direktzüge fahren unter anderem von Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart nach Paris, außerdem kommst du über Karlsruhe schnell nach Straßburg. Aus dem Westen Deutschlands geht es über Brüssel mit dem Eurostar nach Paris oder Lille. Buchen kannst du über die Deutsche Bahn oder SNCF Connect.

Gibt es in Frankreich Nachtzüge?

Ja, die SNCF betreibt unter dem Namen Intercités de Nuit einige Nachtlinien, vor allem von Paris in den Süden, etwa Richtung Nizza und Toulouse. Das Netz ist überschaubar, aber die Züge sind beliebt, auch hier gilt: früh buchen. Für die klassischen Städteverbindungen tagsüber bleibt der TGV die schnellste Wahl.

Brauche ich eine Sitzplatzreservierung?

Im TGV und in den meisten Intercités ist sie automatisch im Ticket enthalten, du buchst immer einen konkreten Zug mit Platz. Frei wählen wie im deutschen ICE kannst du also nicht, dafür entfällt das Platzsuchen. In den Regionalzügen (TER) gibt es keine Reservierungen, dort gilt freie Platzwahl.