Île-de-France · Paris

Verkehr in Paris: Metro, RER & Flughafentransfer

Der Nahverkehr ist die Superkraft von Paris: Kaum ein Punkt der Innenstadt liegt mehr als fünf Gehminuten von einer Metro-Station entfernt, und die Bahnen kommen im Minutentakt. Ein Auto brauchst du hier nicht, es wäre sogar ein Klotz am Bein.

Diese Seite erklärt dir das System einmal komplett: wie Metro und RER zusammenspielen, welches Ticket du brauchst und wie du von den Flughäfen CDG und Orly in die Stadt kommst.

Auf einen Blick

  • Netz14 Metro-Linien plus RER-Schnellbahnen
  • Ticket-BasisNavigo Easy Karte zum Aufladen
  • Zonen1 bis 5, die Innenstadt liegt in Zone 1
  • Ab CDGRER B oder RoissyBus, ca. 35 bis 60 Minuten
  • Ab OrlyMetro 14 oder Tram T7
  • BetriebszeitenMetro bis nach Mitternacht, am Wochenende länger

So funktioniert die Metro

Die Metro hat 14 nummerierte Linien, jede mit eigener Farbe. Du orientierst dich nicht an Himmelsrichtungen, sondern an der Endstation: Auf den Schildern steht die Linie plus der Name der letzten Haltestelle, zum Beispiel „Ligne 1, La Défense“. Merke dir also immer, in welche Richtung deine Linie fährt, dann kannst du dich im Gewirr der Gänge nicht verlaufen.

Die Bahnen fahren tagsüber alle zwei bis fünf Minuten, bis nach Mitternacht, am Wochenende noch länger. Plane trotzdem Umsteigewege ein: Große Stationen wie Châtelet sind unterirdische Labyrinthe mit mehreren hundert Metern Fußweg.

Tickets und Navigo Easy

Das klassische Papierticket ist weitgehend abgeschafft. Der Standard für Besucher heißt Navigo Easy: eine wiederaufladbare Chipkarte, die du am Automaten oder Schalter bekommst und mit Einzelfahrten oder einem Zehnerpack (Carnet) auflädst. Das Carnet ist pro Fahrt spürbar günstiger als der Einzelkauf. Alternativ kannst du Tickets in der offiziellen App auf dem Smartphone kaufen.

Bleibst du fast eine Woche oder länger, schau dir den Wochenpass Navigo an. Er läuft immer von Montag bis Sonntag, nicht sieben Tage ab Kauf. Bei einer Anreise am Mittwoch lohnt er sich deshalb oft nicht mehr.

Gut zu wissen: Aktuelle Tarife, Netzpläne und die App findest du bei der Verkehrsgesellschaft RATP auf der offiziellen Website. Hebe dein Ticket bis zum Verlassen der Station auf, es gibt Kontrollen an den Ausgängen.

Die Zonen kurz erklärt

Das Netz ist in die Zonen 1 bis 5 aufgeteilt. Die komplette Innenstadt mit allen Sehenswürdigkeiten liegt in den Zonen 1 und 2, dort reicht das normale Metro-Ticket. Die Zonen brauchst du nur für Ausflüge: Versailles, Disneyland und die Flughäfen liegen außerhalb und kosten eigene Tarife.

Vom Flughafen CDG in die Stadt

Vom Flughafen Charles de Gaulle bringt dich die RER B in rund 35 Minuten zu den Umsteigebahnhöfen Gare du Nord und Châtelet. Sie ist die schnellste und günstigste Option, morgens und abends aber voll. Bequemer ist der RoissyBus zur Oper, der je nach Verkehr 60 Minuten braucht. Taxis fahren zu festen Pauschaltarifen, die je nach Seine-Ufer deines Ziels unterschiedlich sind: Du zahlst den ausgehängten Festpreis, egal wie lange die Fahrt dauert.

Achtung: Steige nur am offiziellen Taxistand in ein Taxi mit „Taxi Parisien“-Schild. Die Ansprecher in der Ankunftshalle sind keine Taxifahrer, sondern nehmen ein Vielfaches des Festpreises.

Von Orly in die Stadt

Orly ist näher am Zentrum und seit der Verlängerung der Metro-Linie 14 sehr gut angebunden: Die 14 fährt ohne Umsteigen bis Châtelet und weiter nach Saint-Denis. Günstigere Alternative ist die Tram T7 mit Umstieg in die Metro 7. Auch ab Orly gelten feste Taxi-Pauschalen je nach Seine-Ufer.

Verbindung Dauer (ca.) Gut für
CDG: RER B 35 Minuten Schnell und günstig, mit wenig Gepäck
CDG: RoissyBus 60 Minuten Ziele rund um die Oper, ohne Treppen
CDG: Taxi (Festpreis) 30 bis 60 Minuten Viel Gepäck, späte Ankunft
Orly: Metro 14 25 Minuten Schnellster Weg ins Zentrum
Orly: Tram T7 + Metro 7 50 Minuten Kleines Budget, keine Eile

Bus und Tram: die unterschätzte Ergänzung

Busse fahren oberirdisch und zeigen dir die Stadt gratis mit: Einige Linien durch das Zentrum sind heimliche Sightseeing-Routen zum Normaltarif. Dein Navigo-Guthaben gilt auch hier. Die Tramlinien fahren vor allem am Stadtrand, als Besucher brauchst du sie selten, außer die T7 nach Orly. Mit Kinderwagen oder Rollkoffer ist der Bus oft die bessere Wahl, denn viele Metro-Stationen haben nur Treppen und keine Aufzüge.

RER: die unterschätzte Abkürzung

Die RER-Linien A bis E sind S-Bahnen, die die Stadt unterirdisch durchqueren und weit ins Umland fahren. In der Innenstadt sind sie oft schneller als die Metro, weil sie weniger Stopps machen. Die RER C fährt am linken Seine-Ufer entlang, praktisch zwischen Eiffelturm, Musée d’Orsay und Versailles. Innerhalb der Zonen 1 und 2 gilt dein normales Ticket auch in der RER.

Was du dir sparen kannst

Ein Mietwagen ist in Paris sinnlos: Parken ist teuer, der Verkehr zäh, und alles Wichtige erreichst du unterirdisch schneller. Auch Uber steht im Berufsverkehr im selben Stau. Zu Fuß plus Metro ist die Kombination, mit der du am schnellsten durch die Stadt kommst. Wie du dich dabei vor Taschendieben schützt, liest du unter Sicher unterwegs in Paris, und die besten Routen-Tricks stehen in den Insider-Tipps.

Häufige Fragen

Wie komme ich am besten vom Flughafen CDG nach Paris?

Mit der RER B, wenn es schnell und günstig sein soll: rund 35 Minuten bis Gare du Nord. Mit dem RoissyBus, wenn du lieber oberirdisch zur Oper fährst. Mit dem Taxi zum Festpreis, wenn du viel Gepäck hast, aber nur vom offiziellen Taxistand. Nachts fahren Noctilien-Nachtbusse.

Was ist Navigo Easy und wo bekomme ich die Karte?

Navigo Easy ist eine wiederaufladbare Chipkarte für Metro, RER, Tram und Bus. Du kaufst sie einmalig am Automaten oder Schalter jeder Metro-Station und lädst dann Einzelfahrten oder ein günstigeres Zehnerpack darauf. Die Karte ist übertragbar, aber zwei Personen können nicht gleichzeitig mit einer Karte fahren.

Lohnt sich der Navigo-Wochenpass für Touristen?

Nur wenn dein Aufenthalt den Kalender trifft: Der Pass gilt immer von Montag bis Sonntag, egal wann du ihn kaufst. Wer von Montag oder Dienstag an fast eine Woche bleibt und auch Ausflüge in die Außenzonen plant, fährt damit gut. Für ein Wochenende ist das aufgeladene Zehnerpack fast immer die bessere Wahl.

Fährt die Pariser Metro nachts?

Nicht durchgehend. Die Metro fährt bis nach Mitternacht, in den Nächten vor Samstag, Sonntag und Feiertagen etwa eine Stunde länger. Danach übernehmen die Noctilien-Nachtbusse, deren Hauptlinien sich an den großen Bahnhöfen treffen. Für kurze Wege nach Mitternacht ist oft das Taxi zum Festpreisrechner die entspannteste Lösung.

Braucht man in Paris ein Auto oder einen Mietwagen?

Nein, im Gegenteil. Parken ist teuer und knapp, viele Straßen sind verengt oder autofrei, und die Metro ist fast immer schneller. Ein Mietwagen lohnt sich erst, wenn du nach dem Städtetrip weiter aufs Land fährst. Dann übernimm ihn am besten erst am Abreisetag am Stadtrand oder Flughafen.