Auf einen Blick
- Netz16 Metro-Linien plus RER-Schnellbahnen
- Ticket-BasisNavigo Easy Karte zum Aufladen
- Zonennur noch für Navigo-Wochen- und Monatspässe relevant
- Ab CDGRER B oder RoissyBus, ca. 35 bis 60 Minuten
- Ab OrlyMetro 14 oder Tram T7
- BetriebszeitenMetro bis nach Mitternacht, am Wochenende länger
So funktioniert die Metro
Die Metro hat 16 Linien, nummeriert von 1 bis 14 plus die beiden kurzen Zweiglinien 3bis und 7bis, jede mit eigener Farbe. Du orientierst dich nicht an Himmelsrichtungen, sondern an der Endstation: Auf den Schildern steht die Linie plus der Name der letzten Haltestelle, zum Beispiel „Ligne 1, La Défense“. Merke dir also immer, in welche Richtung deine Linie fährt, dann kannst du dich im Gewirr der Gänge nicht verlaufen.
Die Bahnen fahren tagsüber alle zwei bis fünf Minuten, bis nach Mitternacht, am Wochenende noch länger. Plane trotzdem Umsteigewege ein: Große Stationen wie Châtelet sind unterirdische Labyrinthe mit mehreren hundert Metern Fußweg.
Tickets und Navigo Easy
Das klassische Papierticket ist weitgehend abgeschafft. Der Standard für Besucher heißt Navigo Easy: eine wiederaufladbare Chipkarte, die du am Automaten oder Schalter bekommst und mit Einzelfahrten oder einem Zehnerpack (Carnet) auflädst. Das Carnet ist pro Fahrt spürbar günstiger als der Einzelkauf. Alternativ kannst du Tickets in der offiziellen App auf dem Smartphone kaufen.
Bleibst du fast eine Woche oder länger, schau dir den Wochenpass Navigo an. Er läuft immer von Montag bis Sonntag, nicht sieben Tage ab Kauf. Bei einer Anreise am Mittwoch lohnt er sich deshalb oft nicht mehr.
Gut zu wissen: Aktuelle Tarife, Netzpläne und die App findest du bei der Verkehrsgesellschaft RATP auf der offiziellen Website. Hebe dein Ticket bis zum Verlassen der Station auf, es gibt Kontrollen an den Ausgängen.
Achtung: Halte Navigo Easy oder dein Handy-Ticket bei jedem Einstieg an den Leser, auch in Bus und Tram, wo es keine Schranke gibt. Ohne Validierung gilt die Fahrt als Schwarzfahrt, und kontrolliert wird oft. Karte oder Ticket bleiben bis zum Ausstieg griffbereit.
Die Zonen kurz erklärt
Vergiss die alte Zonenlogik: Seit der Tarifreform Anfang 2025 gilt ein Einzelticket für Metro, RER und Transilien im ganzen Netz der Île-de-France, egal wie viele Zonen du durchquerst. Damit kommst du auch nach Versailles oder zum Disneyland, ohne ein Sonderticket zu kaufen. Einen eigenen, deutlich teureren Tarif haben nur die Fahrten von und zu den Flughäfen Charles de Gaulle und Orly.
Dafür zählt jetzt eine andere Trennung: Metro, RER und Transilien sind das eine Ticketprodukt, Bus und Tram das andere. Ein Metro-Ticket gilt im Bus nicht, ein Busticket nicht in der Metro. Wer beides an einem Tag kombiniert, kauft also zwei Fahrscheine oder nimmt gleich einen Navigo-Pass. Zonen begegnen dir heute nur noch bei den Navigo-Wochen- und Monatspässen.
Vom Flughafen CDG in die Stadt
Vom Flughafen Charles de Gaulle bringt dich die RER B in rund 35 Minuten zu den Umsteigebahnhöfen Gare du Nord und Châtelet. Sie ist die schnellste und günstigste Option, morgens und abends aber voll. Bequemer ist der RoissyBus zur Oper, der je nach Verkehr 60 Minuten braucht. Taxis fahren zu festen Pauschaltarifen, die je nach Seine-Ufer deines Ziels unterschiedlich sind: Du zahlst den ausgehängten Festpreis, egal wie lange die Fahrt dauert.
Achtung: Steige nur am offiziellen Taxistand in ein Taxi mit „Taxi Parisien“-Schild. Die Ansprecher in der Ankunftshalle sind keine Taxifahrer, sondern nehmen ein Vielfaches des Festpreises.
Von Orly in die Stadt
Orly ist näher am Zentrum und seit der Verlängerung der Metro-Linie 14 sehr gut angebunden: Die 14 fährt ohne Umsteigen bis Châtelet und weiter nach Saint-Denis. Günstigere Alternative ist die Tram T7 mit Umstieg in die Metro 7. Auch ab Orly gelten feste Taxi-Pauschalen je nach Seine-Ufer.
| Verbindung | Dauer (ca.) | Gut für |
|---|---|---|
| CDG: RER B | 35 Minuten | Schnell und günstig, mit wenig Gepäck |
| CDG: RoissyBus | 60 Minuten | Ziele rund um die Oper, ohne Treppen |
| CDG: Taxi (Festpreis) | 30 bis 60 Minuten | Viel Gepäck, späte Ankunft |
| Orly: Metro 14 | 25 Minuten | Schnellster Weg ins Zentrum |
| Orly: Tram T7 + Metro 7 | 50 Minuten | Kleines Budget, keine Eile |
Bus und Tram: die unterschätzte Ergänzung
Busse fahren oberirdisch und zeigen dir die Stadt gratis mit: Einige Linien durch das Zentrum sind heimliche Sightseeing-Routen zum Normaltarif. Ein Navigo-Pass gilt hier genauso wie in der Metro, ein einzelnes Metro-Ticket dagegen nicht: Für Bus und Tram brauchst du das eigene Ticket und validierst es beim Einsteigen. Die Tramlinien fahren vor allem am Stadtrand, als Besucher brauchst du sie selten, außer die T7 nach Orly. Mit Kinderwagen oder Rollkoffer ist der Bus oft die bessere Wahl, denn viele Metro-Stationen haben nur Treppen und keine Aufzüge.
RER: die unterschätzte Abkürzung
Die RER-Linien A bis E sind S-Bahnen, die die Stadt unterirdisch durchqueren und weit ins Umland fahren. In der Innenstadt sind sie oft schneller als die Metro, weil sie weniger Stopps machen. Die RER C fährt am linken Seine-Ufer entlang, praktisch zwischen Eiffelturm, Musée d’Orsay und Versailles. Dein normales Metro-Ticket gilt auch in der RER, und zwar im ganzen Netz.
Was du dir sparen kannst
Ein Mietwagen ist in Paris sinnlos: Parken ist teuer, der Verkehr zäh, und alles Wichtige erreichst du unterirdisch schneller. Auch Uber steht im Berufsverkehr im selben Stau. Zu Fuß plus Metro ist die Kombination, mit der du am schnellsten durch die Stadt kommst.
Achtung: Paris und das gesamte Gebiet innerhalb der Ringautobahn A86 sind Umweltzone (ZFE). Wer trotzdem mit dem Auto anreist, braucht eine Crit’Air-Vignette an der Windschutzscheibe, auch mit deutschem Kennzeichen. Bestellen kannst du sie ausschließlich auf certificat-air.gouv.fr, alle anderen Anbieter sind teurer oder unseriös. Mietwagen aus Frankreich haben die Plakette meist schon. Die Details stehen in unserem Überblick zu den Umweltzonen in Frankreich.
Wie du dich vor Taschendieben schützt, liest du unter Sicher unterwegs in Paris, und die besten Routen-Tricks stehen in den Insider-Tipps.
Häufige Fragen
Wie komme ich am besten vom Flughafen CDG nach Paris?
Mit der RER B, wenn es schnell und günstig sein soll: rund 35 Minuten bis Gare du Nord. Mit dem RoissyBus, wenn du lieber oberirdisch zur Oper fährst. Mit dem Taxi zum Festpreis, wenn du viel Gepäck hast, aber nur vom offiziellen Taxistand. Nachts fahren Noctilien-Nachtbusse.
Was ist Navigo Easy und wo bekomme ich die Karte?
Navigo Easy ist eine wiederaufladbare Chipkarte für Metro, RER, Tram und Bus. Du kaufst sie einmalig am Automaten oder Schalter jeder Metro-Station und lädst dann Einzelfahrten oder ein günstigeres Zehnerpack darauf. Die Karte ist übertragbar, aber zwei Personen können nicht gleichzeitig mit einer Karte fahren.
Lohnt sich der Navigo-Wochenpass für Touristen?
Nur wenn dein Aufenthalt den Kalender trifft: Der Pass gilt immer von Montag bis Sonntag, egal wann du ihn kaufst. Wer von Montag oder Dienstag an fast eine Woche bleibt und auch Ausflüge in die Außenzonen plant, fährt damit gut. Für ein Wochenende ist das aufgeladene Zehnerpack fast immer die bessere Wahl.
Fährt die Pariser Metro nachts?
Nicht durchgehend. Die Metro fährt bis nach Mitternacht, in den Nächten vor Samstag, Sonntag und Feiertagen etwa eine Stunde länger. Danach übernehmen die Noctilien-Nachtbusse, deren Hauptlinien sich an den großen Bahnhöfen treffen. Für kurze Wege nach Mitternacht ist oft das Taxi zum Festpreisrechner die entspannteste Lösung.
Braucht man in Paris ein Auto oder einen Mietwagen?
Nein, im Gegenteil. Parken ist teuer und knapp, viele Straßen sind verengt oder autofrei, und die Metro ist fast immer schneller. Ein Mietwagen lohnt sich erst, wenn du nach dem Städtetrip weiter aufs Land fährst. Dann übernimm ihn am besten erst am Abreisetag am Stadtrand oder Flughafen. Denk auch daran, dass Paris Umweltzone ist: Ohne Crit'Air-Vignette von certificat-air.gouv.fr darfst du dort nicht fahren.



