Auf einen Blick
- RegionProvence, am Rhône-Delta
- UNESCO-WelterbeRömische und romanische Monumente, seit 1981
- Berühmt fürAmphitheater, Van Gogh, Tor zur Camargue
- Ideale Dauer1 bis 2 Tage
- Beste ReisezeitApril bis Juni, September, Oktober
- AnreiseZug ab Avignon ca. 20 Minuten, ab Marseille ca. 50 Minuten
Warum nach Arles?
Arles war unter den Römern eine der wichtigsten Städte Galliens, und die Monumente stehen noch mitten im Alltag: Das Amphitheater ist von Wohnhäusern umbaut, das antike Theater dient als Sommerbühne. Dazu kommt die Van-Gogh-Geschichte, denn nirgendwo hat der Maler produktiver gearbeitet als hier. Wenn dich Antike oder Kunst auch nur ein bisschen interessieren, gehört Arles auf deine Liste.
Ehrlicherweise: Arles ist rauer und weniger herausgeputzt als Aix-en-Provence. Manche Gassen wirken verschlafen bis schäbig, und im Hochsommer brennt die Sonne auf die Steine. Genau diese Mischung aus Größe und Patina macht für viele den Reiz aus.
Die Top-Sehenswürdigkeiten in Arles
1 Amphitheater (Arènes d’Arles)
Das Wahrzeichen: ein römisches Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert, das einst rund 20.000 Zuschauern Platz bot. Im Mittelalter wurde es zur Festung mit Wohnhäusern umgebaut, drei Türme aus dieser Zeit stehen noch. Heute finden hier wieder Veranstaltungen statt, von Konzerten bis zu den camarguaischen Stierspielen, bei denen der Stier nicht getötet wird.
Steig auf jeden Fall auf den Turm am Eingang, von oben verstehst du erst, wie eng die Altstadt das Oval umschließt. Eine gute Stunde reicht für den Besuch, morgens ist das Licht auf den Rängen am schönsten.
2 Antikes Theater und Kryptoportiken
Gleich neben den Arenen liegt das römische Theater, von dem zwei elegante Säulen und die Sitzreihen erhalten sind. Im Sommer wird es für Festivals bestuhlt, tagsüber ist es ein ruhiger, fast meditativer Ort.
Unbedingt dazu nehmen: die Kryptoportiken unter dem Rathausplatz, unterirdische Galerien aus römischer Zeit, kühl und geheimnisvoll. Es gibt ein Sammelticket für die antiken Stätten, das sich schon ab zwei Besuchen rechnet; die Details erklärt dir die Touristeninformation am Boulevard des Lices.
3 Auf den Spuren von Van Gogh
Van Gogh malte in seinen 15 Monaten in Arles rund 300 Werke, darunter die Zugbrücke, die Nachtterrasse und die Sternennacht über der Rhône. Ein markierter Rundweg führt mit Bildtafeln zu den Originalschauplätzen, etwa zum gelb gestrichenen Café an der Place du Forum und ans Rhône-Ufer.
Wichtig für die Erwartung: Originalgemälde von Van Gogh hängen dauerhaft keine in Arles. Die Fondation Vincent van Gogh zeigt wechselnde Ausstellungen, oft mit einzelnen Leihgaben. Der Espace Van Gogh, das ehemalige Hospital mit dem gemalten Garten, ist frei zugänglich.
4 LUMA Arles
Der 56 Meter hohe Turm von Frank Gehry, verkleidet mit Tausenden Edelstahlpaneelen, hat Arles ein zweites Wahrzeichen gegeben. Auf dem Gelände ehemaliger Eisenbahnwerkstätten ist ein Campus für Gegenwartskunst entstanden, mit Ausstellungen, Installationen und einem Park.
Ob dir die Kunst zusagt oder nicht: Turm und Gelände sind ein spannender Kontrast zum römischen Arles, und die Aussicht von oben ordnet die Stadt neu. Prüfe Öffnungstage und Anmeldung vorab auf der offiziellen Website.
5 Saint-Trophime
Das Portal der Kirche Saint-Trophime gehört zu den Meisterwerken der romanischen Bildhauerei: ein steinernes Jüngstes Gericht, vollgepackt mit Figuren. Innen ist die Kirche streng und dunkel, die Wirkung entsteht draußen.
Wer mehr will, nimmt den angrenzenden Kreuzgang mit seinen fein gearbeiteten Kapitellen dazu. Zusammen mit dem Rathausplatz davor ist das der schönste Platz-Moment der Altstadt.
6 Les Alyscamps
Eine römische Gräberallee am Stadtrand, gesäumt von Sarkophagen und Pappeln. Van Gogh und Gauguin malten hier Seite an Seite, und noch heute ist die Allee ein melancholisch-schöner Spaziergang abseits des Trubels.
Plane eine halbe bis dreiviertel Stunde ein. Im Herbst, wenn das Laub fällt, ist die Stimmung am stärksten.
7 Musée de l’Arles antique
Das blaue Museum am Rhône-Ufer erklärt das römische Arles mit Modellen, Mosaiken und einem spektakulären Fund: einem fast komplett erhaltenen römischen Lastkahn, der aus der Rhône geborgen wurde.
Wenn du nur ein Museum in Arles besuchst, nimm dieses. Es liegt 15 Gehminuten vom Zentrum und ist an heißen Tagen eine klimatisierte Rettung.
Tipp: Samstagvormittag ist Markt auf dem Boulevard des Lices, einer der größten der Provence: Käse, Wurst, Stiere aus der Camargue als Saucisson, Stoffe, Körbe. Komm vor 10 Uhr, dann bekommst du Stände und Stadt noch entspannt.
Praktische Infos für deinen Besuch
Anreise
Arles liegt an der Bahnstrecke zwischen Avignon und Marseille: ab Avignon rund 20 Minuten, ab Marseille etwa 50 Minuten. Der Bahnhof liegt 10 Gehminuten nördlich der Altstadt. Mit dem Auto parkst du am besten auf den ausgeschilderten Parkplätzen am Boulevard-Ring oder am Museum, die Altstadt selbst ist eng und größtenteils zu.
Wie lange bleiben?
Die Highlights passen in einen vollen Tag. Mit einer Übernachtung erlebst du die Abendstunden auf der Place du Forum, sobald sich der Tagesbetrieb gelegt hat, und hast am zweiten Tag Zeit für LUMA, das Antikenmuseum oder einen Camargue-Ausflug. Fotografen bleiben ohnehin: Das Abendlicht auf den Arenen ist das beste Motiv der Stadt.
In welchem Viertel schläfst du am besten?
Innerhalb des Boulevard-Rings wohnst du in Gassennähe zu allem, nimmst aber Treppen, enge Zufahrten und Abendlärm rund um die Place du Forum in Kauf. Ruhiger schläfst du im Viertel La Roquette südwestlich der Altstadt, das mit seinen Handwerker-Gassen ohnehin einen Bummel wert ist. Mit dem Auto sind Unterkünfte am Ring mit Parkplatz die stressfreieste Wahl.
Arles kombinieren: Camargue und Nachbarstädte
Arles ist das Tor zur Camargue: Ab hier fährst du in einer halben Stunde zu den ersten Flamingo-Lagunen und Salzfeldern, die befestigte Kreuzfahrerstadt Aigues-Mortes liegt eine knappe Autostunde entfernt. Richtung Westen locken Nîmes mit Arena und Maison Carrée, Richtung Norden Avignon und Uzès. Alle liegen unter einer Stunde entfernt.
In einer Provence-Rundreise ist Arles die logische Etappe zwischen Rhonetal und Küste. Details zur ganzen Region findest du im Provence-Guide.
Gut zu wissen: Der Mistral fegt in Arles regelmäßig durch die Gassen, gerade im Frühjahr. Van Gogh hat sich in Briefen über ihn beschwert und trotzdem draußen gemalt. Wenn er bläst, sind Rhône-Ufer und Arenen-Oberränge ungemütlich, die engen Gassen und Museen dafür umso angenehmer.
Klima und Anreise auf einen Blick
- Wärmster MonatJuli, 32 °C
- Kühlster MonatJanuar, 4 °C
- Trockenster MonatJuli
- Höhe24 m
Temperatur Tag und Nacht, in Grad Celsius
Regen Millimeter und Regentage pro Monat
Entfernung ab deutschen Flughäfen
| Ab | Entfernung | Flugzeit ca. |
|---|---|---|
| Stuttgart (STR) | 660 km | 1 Std. 25 Min. |
| München (MUC) | 758 km | 1 Std. 30 Min. |
| Frankfurt (FRA) | 768 km | 1 Std. 35 Min. |
| Köln/Bonn (CGN) | 821 km | 1 Std. 35 Min. |
| Düsseldorf (DUS) | 861 km | 1 Std. 40 Min. |
| Berlin (BER) | 1.168 km | 2 Std. 5 Min. |
| Hamburg (HAM) | 1.174 km | 2 Std. 5 Min. |
Monatswerte sind Durchschnitte der Jahre 2015 bis 2024, berechnet aus der ERA5-Reanalyse von Copernicus, bereitgestellt über Open-Meteo (CC BY 4.0). Die aktuelle Temperatur liefert das Meteorologische Institut Norwegen (CC BY 4.0). Die Flugzeit ist aus der Luftlinie geschätzt und setzt einen Direktflug voraus, nicht von jedem Flughafen gibt es eine direkte Verbindung.
Städte in der Nähe
| Stadt | Entfernung | Mit dem Auto etwa |
|---|---|---|
| Nîmes | 28 km | 40 km, 0 Std. 30 Min. |
| Avignon | 33 km | 40 km, 0 Std. 30 Min. |
| Aigues-Mortes | 37 km | 50 km, 0 Std. 30 Min. |
| Uzès | 41 km | 50 km, 0 Std. 30 Min. |
| Gordes | 53 km | 70 km, 0 Std. 45 Min. |
| Orange | 53 km | 70 km, 0 Std. 45 Min. |
Entfernungen sind Luftlinie, die Fahrzeit ist aus der Straßenentfernung geschätzt und hängt von Route und Verkehr ab.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Arles?
Ein voller Tag reicht für Amphitheater, Theater, Saint-Trophime und den Van-Gogh-Rundweg. Mit zwei Tagen kommen LUMA, das Musée de l'Arles antique und die Alyscamps dazu, oder ein halber Tag in der Camargue. Wer nur durchreist, sollte mindestens den Vormittag den Arenen und der Altstadt widmen.
Kann man in Arles Gemälde von Van Gogh sehen?
Dauerhaft nicht, das ist die ehrliche Antwort. Van Goghs Arles-Bilder hängen in Museen weltweit. Die Fondation Vincent van Gogh in Arles zeigt aber wechselnde Ausstellungen, oft mit einzelnen Originalen als Leihgaben. Den stärksten Eindruck vor Ort liefert der markierte Rundweg zu den Originalschauplätzen mit Vergleichstafeln, etwa am Café-Platz und am Rhône-Ufer.
Lohnt sich der LUMA-Turm in Arles?
Als Kontrastprogramm ja: Frank Gehrys 56 Meter hoher Edelstahlturm und der Kunstcampus auf dem alten Bahngelände sind ein starkes Stück Gegenwart in der Römerstadt. Der Zugang zu vielen Bereichen ist niederschwellig, prüfe aber Öffnungstage und Anmelderegeln vorab auf der offiziellen Website. Wer nur klassische Kunst mag, kann ihn guten Gewissens auslassen.
Ist Arles das richtige Tor zur Camargue?
Ja, Arles ist der beste Ausgangspunkt: Die Lagunen, Reisfelder und Strände des Rhône-Deltas beginnen direkt vor der Stadt. Mit dem Auto erreichst du Saintes-Maries-de-la-Mer und den Vogelpark mit seinen Flamingos in rund 40 Minuten, Aigues-Mortes in einer knappen Stunde. Ohne Auto helfen geführte Halbtagestouren ab Arles.
Finden in den Arenen von Arles noch Stierkämpfe statt?
Ja, das Amphitheater wird weiterhin für Ferias und Stierspiele genutzt. Neben spanisch geprägten Corridas gibt es vor allem die Course camarguaise: Dabei versuchen Läufer, dem Stier eine Kokarde von den Hörnern zu nehmen, das Tier wird nicht verletzt. An Veranstaltungstagen ist die Besichtigung eingeschränkt, dafür erlebst du die Arena in ihrer alten Funktion.






