Auf einen Blick
- RegionNouvelle-Aquitaine
- UNESCO„Port de la Lune“, Welterbe seit 2007
- Ideale Dauer2 volle Tage, 3 mit Weinausflug
- Beste ReisezeitMai, Juni, September, Oktober
- Fortbewegungzu Fuß, Tram und Leihrad; die Stadt ist flach
Die Top 12 in Bordeaux
Fast alles liegt im flachen Zentrum zwischen Garonne und Kathedrale; nur die Cité du Vin und Darwin liegen etwas außerhalb, beide gut mit Tram oder Rad erreichbar. Die Reihenfolge ist eine Rangliste: Nummer 1 bis 6 gehören in jedes Programm, danach entscheidet dein Geschmack.
1 Place de la Bourse & Miroir d’eau
Der halbrunde Prachtplatz aus dem 18. Jahrhundert ist das Gesicht von Bordeaux: honigfarbene Fassaden, steinerne Maskenköpfe über den Fenstern, davor die Garonne. Auf der Wasserseite liegt der Miroir d’eau, ein flaches Granitbecken von rund 3500 Quadratmetern, das die Fassaden spiegelt und im Wechsel feinen Nebel aufsteigen lässt.
Wichtig: Der Wasserspiegel läuft nur etwa von Frühling bis Herbst, im Winter bleibt er trocken. Am schönsten ist die blaue Stunde, wenn die Beleuchtung angeht. Alle Zeiten und Fototipps stehen im Guide zur Place de la Bourse.
2 La Cité du Vin
Der silbern schimmernde Rundbau im Norden ist kein Museum im klassischen Sinn, sondern ein Erlebnisparcours über die Weinkulturen der Welt: interaktiv, mit Audioguide, zum Riechen, Hören und Ausprobieren. Zum Abschluss gehört ein Glas Wein im Belvédère in der 8. Etage mit Rundblick über Stadt und Fluss.
Plane zwei bis drei Stunden ein und buche in den Ferien ein Zeitfenster vorab. Wie der Besuch am besten läuft, steht im Guide zur Cité du Vin.
3 Kathedrale Saint-André & Tour Pey-Berland
In der gotischen Kathedrale heiratete Eleonore von Aquitanien 1137 den späteren König Ludwig VII., eine Ehe, die Europas Landkarte veränderte. Der frei stehende Glockenturm Tour Pey-Berland daneben ist der beste Aussichtspunkt der Altstadt: Rund 230 Stufen führen über eine enge Wendeltreppe hinauf über die Dächer.
Mehr zu Besuch und Aufstieg im Guide zur Kathedrale Saint-André.
4 Grand Théâtre & Place de la Comédie
Das Opernhaus von 1780 mit seiner Front aus zwölf korinthischen Säulen gilt als eines der schönsten Theater Frankreichs; seine große Treppe stand Pate für die Pariser Oper. Hineinkommen kannst du mit einer Führung oder, schöner, mit einer Vorstellungskarte.
Die Place de la Comédie davor ist der Drehpunkt der Stadt: Hier treffen sich die Tramlinien, die Cafés und der Anfang des Goldenen Dreiecks. Abends, wenn die Säulenfront angestrahlt wird, ist der Platz einer der schönsten Orte der Stadt für einen Apéritif.
5 Rue Sainte-Catherine & Goldenes Dreieck
Frankreichs längste Fußgänger-Einkaufsstraße zieht sich 1,2 Kilometer von der Place de la Comédie bis zur Place de la Victoire. Die Wahrheit: Die Straße selbst ist Kette an Kette, die Qualität steckt in den Seitenstraßen und im eleganten Goldenen Dreieck mit der runden Markthalle des Grands Hommes.
Wo sich das Abbiegen lohnt, liest du im Guide zur Rue Sainte-Catherine.
6 Grosse Cloche & Porte Cailhau
Zwei mittelalterliche Tore sind von der alten Stadtbefestigung geblieben: die Grosse Cloche mit ihrer berühmten Glocke, die früher die Weinlese einläutete und den Bürgern zur Strafe auch mal weggenommen wurde, und die Porte Cailhau von 1495, halb Triumphbogen, halb Märchenburg.
Beide stehen keine zehn Gehminuten auseinander; die Geschichten dazu stehen im Guide zu Grosse Cloche & Porte Cailhau.
7 Garonne-Ufer & Pont de Pierre
Die Uferpromenade zwischen Pont de Pierre und den alten Hangars ist der Lieblingsort der Bordelaiser: breite Wege zum Radfahren und Joggen, Spielplätze, sonntags halb Bordeaux beim Spazieren, Radeln und Picknicken. Die Pont de Pierre, die erste Brücke der Stadt, wurde unter Napoleon begonnen; ihre 17 Bögen entsprechen, so will es die Anekdote, den 17 Buchstaben von „Napoléon Bonaparte“.
Geh abends ans rechte Ufer: Von dort siehst du die komplette Fassadenfront im Abendlicht, der beste Gratis-Blick der Stadt.
8 Basilika Saint-Michel
Um die spätgotische Basilika mit ihrem frei stehenden Glockenturm, der Flèche Saint-Michel, gruppiert sich das ehrlichste Viertel der Altstadt: Marktstände, Cafés aus aller Welt, Trödel am Vormittag auf der Place Meynard. Der Turm zählt mit gut 110 Metern zu den höchsten Kirchtürmen Frankreichs.
Hier bist du zwischen Einheimischen statt Reisegruppen, und der Blick von der Flussseite auf Basilika und Turm ist ein unterschätztes Fotomotiv.
9 Jardin Public & Chartrons
Der Landschaftspark von 1746 ist die grüne Lunge nördlich des Zentrums: alte Platanen, Teiche, ein Karussell und das Naturkundemuseum. Gleich daneben beginnt Chartrons, das frühere Viertel der Weinhändler, heute voller Antiquitäten- und Designläden entlang der Rue Notre-Dame.
Beides zusammen ergibt den perfekten Sonntagvormittag, Details im Guide zu Jardin Public & Chartrons.
10 Marché des Capucins
„Der Bauch von Bordeaux“: In der Markthalle südlich der Altstadt kaufen Köche und Familien ein, und am Wochenende frühstückt man hier Austern aus dem Bassin d’Arcachon mit einem Glas Weißwein. Komm vormittags, mittags ist der Zauber vorbei.
Der Markt liegt fünf Gehminuten hinter der Grosse Cloche und passt perfekt ans Ende eines Altstadtrundgangs. Rund um die Halle kochen kleine Lokale mittags einfache Marktküche zu fairen Preisen.
11 Darwin am rechten Ufer
In einer ehemaligen Kaserne am rechten Garonne-Ufer ist mit Darwin ein alternatives Quartier entstanden: Street-Art an jeder Wand, Skatehalle, Bio-Laden und viel Platz zum Sitzen am Wasser. Am schönsten kommst du mit dem Rad über die Pont de Pierre und dann am Ufer entlang.
Darwin ist der Gegenentwurf zur polierten Steinstadt, gerade deshalb lohnt der Abstecher.
12 Saint-Émilion
Der berühmteste Tagesausflug: 35 Zugminuten von Bordeaux liegt das mittelalterliche Weinstädtchen Saint-Émilion mit seiner unterirdischen Monolithkirche und Weinbergen, die als erste der Welt UNESCO-Welterbe wurden. Führung buchen, Wein probieren, Macarons essen: Der komplette Plan steht im Guide zu Saint-Émilion.
Du willst lieber die großen Château-Namen sehen? Dann prüfe bei den Aktivitäten in Bordeaux, ob eine Médoc-Tour besser zu dir passt.
Tickets: Die meisten Orte dieser Liste sind kostenlos. Reservieren solltest du nur die Cité du Vin (Zeitfenster) und in der Hochsaison den Tour Pey-Berland; Stadtführungen und Weintouren bündelt das offizielle Tourismusbüro.
Praktisch für deinen Rundgang
Starte früh: Bis etwa zehn Uhr gehört die Altstadt den Bäckereien und Lieferwagen, danach den Besuchern. Die Reihenfolge dieser Liste ist zugleich eine brauchbare Route: am ersten Tag von der Place de la Bourse über Oper, Einkaufsstraße und Kathedrale zu den Toren und Märkten im Süden, am zweiten Tag der Norden mit Cité du Vin, Jardin Public und Chartrons. Für Tram und Leihräder brauchst du kein Vorwissen: Automat oder App, Ticket entwerten, losfahren.
Und iss dort, wo du gerade bist: Rund um jeden Punkt dieser Liste liegen bessere Adressen als an den großen Postkartenplätzen, und mittags sind die Markthallen die schnellste gute Lösung.
Wie viel Zeit brauchst du?
Zwei volle Tage reichen für die Nummern 1 bis 10, wenn du zügig unterwegs bist; entspannter sind zweieinhalb. Für Saint-Émilion oder eine Médoc-Tour kommt ein dritter Tag dazu. Bordeaux ist flach und kompakt: Vom Jardin Public bis zur Basilika Saint-Michel läufst du eine gute halbe Stunde, und dazwischen liegt fast alles von dieser Liste.
Gut zu wissen: Seit 2007 steht die halbe Innenstadt als „Port de la Lune“ auf der UNESCO-Welterbeliste, benannt nach der mondsichelförmigen Flussbiegung der Garonne. Es ist eines der größten geschützten Stadtensembles der Welt.
Tipp: Leg deine Abende an die Garonne. Erst zur blauen Stunde an den Miroir d’eau, dann über die Pont de Pierre ans rechte Ufer: Die beleuchtete Fassadenfront von dort ist der schönste Abschluss eines Bordeaux-Tages.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Bordeaux?
Zwei volle Tage für die Stadt selbst: einer für Altstadt, Kathedrale und Plätze, einer für Cité du Vin, Chartrons und die Ufer. Wer Wein ernst nimmt, hängt einen dritten Tag für Saint-Émilion oder das Médoc an. Als Wochenendtrip funktioniert Bordeaux gut, weil die Wege kurz sind und die Anreise per TGV schnell geht.
Was ist in Bordeaux kostenlos?
Erstaunlich viel: alle Plätze und Tore von außen, der Miroir d'eau, die Kathedrale und die Basilika Saint-Michel, die Uferpromenade, der Jardin Public, Darwin und die Markthallen. Eintritt zahlst du im Kern nur für die Cité du Vin, den Turm Pey-Berland und die Museen. Ein günstiges Reiseziel für Sparfüchse, solange der Wein nicht zu gut wird.
Lohnt sich Bordeaux auch im Winter?
Ja, mit einer Einschränkung: Der Miroir d'eau ist im Winter abgestellt, das berühmteste Fotomotiv fällt also flach. Dafür sind die Museen leer, die Weinbars voll und das Klima am Atlantik mild. Wer wegen des Wasserspiegels kommt, reist zwischen Frühling und Herbst.
Welcher Tagesausflug lohnt sich am meisten?
Saint-Émilion, weil es ohne Auto funktioniert: 35 Minuten mit dem Zug, dann Monolithkirche, Gassen und Verkostungen. Die Alternative im Sommer ist die Dune du Pilat bei Arcachon, Europas höchste Wanderdüne. Das Médoc lohnt vor allem für Weinkenner mit gebuchter Tour, denn ohne Termin stehst du dort vor verschlossenen Château-Toren.
Ist Bordeaux gut zu Fuß zu machen?
Sehr gut. Die Stadt ist flach, die Altstadt weitgehend verkehrsberuhigt, und zwischen den meisten Highlights liegen nur wenige Minuten. Für die Cité du Vin im Norden nimmst du die Tram B, für Darwin am rechten Ufer ein Leihrad. Bequeme Schuhe reichen als komplette Ausrüstung.