Nouvelle-Aquitaine · Bordeaux

Jardin Public & Chartrons

Nördlich der Altstadt zeigt Bordeaux seine entspannte Seite: Der Jardin Public ist ein Landschaftspark von 1746 mit alten Platanen, Teichen und dem Naturkundemuseum. Direkt daneben liegt Chartrons, das frühere Viertel der Weinhändler, heute die Adresse für Antiquitäten, Design und Cafés.

Zusammen sind Park und Viertel der perfekte Kontrast zum Monumentalprogramm, besonders am Sonntagvormittag, wenn am Ufer der Markt läuft.

Jardin Public & Chartrons
Foto: Als33120, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionNouvelle-Aquitaine
  • Angelegt1746, seit dem 19. Jahrhundert englischer Landschaftspark
  • Im ParkNaturkundemuseum und botanischer Garten
  • Besuchsdauer2 bis 3 Stunden mit Chartrons
  • Beste ZeitSonntagvormittag mit Ufermarkt
  • AnreiseTram C oder D, Rand der Altstadt

Der Jardin Public: Pause mit Geschichte

Der Park wurde 1746 als Promeniergarten für die aufstrebende Handelsstadt angelegt und im 19. Jahrhundert zum englischen Landschaftspark umgebaut: geschwungene Wege, Wasserläufe mit Enten und Schildkröten, eine Insel, alte Bäume. Heute gehört er den Familien, Joggern und Boule-Spielern. Für Reisende ist er die beste Verschnaufpause der Stadt, fünf Gehminuten vom Trubel entfernt und kostenlos.

Im Park stehen zwei Klassiker: das Karussell und das Marionettentheater, dazu kommt der kleine botanische Garten am Rand. Im prächtigen Parkpalais residiert das Naturkundemuseum, das nach langer Renovierung modern eingerichtet wiedereröffnet wurde; mit Kindern ist es einer der besten Schlechtwetterorte von Bordeaux.

Tipp: Nimm dir ein Picknick mit: Croissants und Canelés aus einer Bäckerei in Chartrons, dazu eine Bank am Wasser. Das schlägt jedes Touristencafé, und der Park ist ausdrücklich zum Lagern auf der Wiese da.

Chartrons: Antiquitäten und Weinhändler

Östlich des Parks Richtung Garonne beginnt Chartrons. Von hier verschifften die Weinhändler jahrhundertelang ihre Fässer in alle Welt, ihre Lagerhäuser und Stadtpaläste prägen das Viertel bis heute. Die Rue Notre-Dame ist die Hauptader: Antiquitätenläden, Galerien, Vintage-Möbel, dazwischen Cafés und Bistros mit fairen Mittagsmenüs.

Am Fluss lohnt das CAPC, das Museum für Gegenwartskunst in einem kolossalen ehemaligen Warenlager, und sonntags der Markt am Quai des Chartrons, wo halb Bordeaux zwischen Austern-, Käse- und Gemüseständen frühstückt. Mehr kulinarische Ziele findest du im Guide zu Essen & Trinken in Bordeaux.

Tickets: Park, Viertel und Markt sind kostenlos. Eintritt zahlst du nur für Naturkundemuseum und CAPC; Tickets gibt es jeweils am Eingang, Reservieren ist normalerweise unnötig. Einen Überblick gibt das offizielle Tourismusbüro.

Zum offiziellen Tourismusbüro

Die runde Route

Am schönsten als Halbtagsschleife: vom Zentrum durch das Goldene Dreieck zum Park, dort eine Stunde treiben lassen, dann durch die Rue Notre-Dame bis zum Fluss und am Ufer zurück zur Place de la Bourse. Wer mag, hängt die Cité du Vin an, sie liegt von Chartrons aus nur eine kurze Tramfahrt flussabwärts. Den Gesamtüberblick gibt die Liste der Sehenswürdigkeiten von Bordeaux.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istÜberfüllt ist es hier praktisch nie, selbst der Sonntagsmarkt bleibt gemütlich. Wenn dir am Markt zu viel los ist, kauf ein und setz dich hundert Meter weiter an die Kaimauer.
  • Wenn es regnetNaturkundemuseum und CAPC sind starke Regenalternativen, die Cafés der Rue Notre-Dame übernehmen den Rest. Der Park selbst macht nur bei trockenem Wetter Freude.
  • Mit KindernEiner der kinderfreundlichsten Orte der Stadt: Spielplatz, Karussell, Marionettentheater, Enten füttern verboten, aber gucken erlaubt, dazu das Naturkundemuseum mit Kinderbereich. Plane hier großzügig Zeit ein.
  • Mit eingeschränkter MobilitätParkwege sind eben und gut befestigt, Chartrons weitgehend flach mit normalem Stadtpflaster. Museum und CAPC haben Aufzüge; insgesamt eine der zugänglichsten Ecken von Bordeaux.

Häufige Fragen

Kostet der Jardin Public Eintritt?

Nein, der Park ist täglich geöffnet und kostenlos, wie auch der kleine botanische Garten an seinem Rand. Bezahlt wird nur das Naturkundemuseum im Parkpalais sowie Extras wie Karussell oder Marionettentheater. Damit ist der Park einer der besten Gratis-Orte für eine Pause mit Kindern.

Was ist im Naturkundemuseum zu sehen?

Eine klassische, aber modern aufbereitete Naturaliensammlung: Tierpräparate aus aller Welt, Vogelwelt der Region, Wale und Skelette, dazu ein eigener Bereich für kleine Kinder. Nach jahrelanger Renovierung ist das Haus hell und zeitgemäß eingerichtet. Für Familien und an Regentagen eine der besten Adressen der Stadt.

Lohnt sich Chartrons zum Bummeln?

Ja, gerade weil es kein Museumsviertel ist. Die Rue Notre-Dame lebt von Antiquitäten, Galerien und kleinen Läden, dazwischen wird gewohnt, gearbeitet und Kaffee getrunken. Wer Design und Trödel mag, verliert hier locker zwei Stunden. Höhepunkt ist der Sonntagsmarkt am Quai mit Austern und Weißwein direkt am Wasser.

Wann findet der Markt in Chartrons statt?

Der große Markt am Quai des Chartrons läuft am Sonntagvormittag am Flussufer: Bioprodukte, Käse, Austern, Blumen, dazu Stände zum Direktessen. Komm vor dem Mittag, danach wird abgebaut. Unter der Woche übernehmen die Läden und Bistros des Viertels, montags ist vieles geschlossen.

Wie weit ist es vom Zentrum?

Zu Fuß etwa eine Viertelstunde von der Place de la Comédie zum Parkeingang, durch das Goldene Dreieck sogar ein schöner Weg. Alternativ bringen dich Tram C und D an den Rand von Park und Viertel. Zurück läufst du am besten am Fluss entlang, mit der Fassadenfront der Stadt als Begleitung.