Nouvelle-Aquitaine · Bordeaux

Essen & Trinken in Bordeaux

Bordeaux gehört zu den besten Genussstädten Frankreichs, und das liegt nicht nur am Wein: Der Atlantik liefert Austern, das Umland Enten und Rind, die Bäcker karamellisieren Canelés. Dazu kommen Markthallen mit Frühstücksaustern und eine junge Bistro-Szene mit fairen Menüs.

Dieser Guide sagt dir, was auf den Teller gehört, in welchen Vierteln du suchst und wie du Touristenfallen erkennst.

Auf einen Blick

  • RegionNouvelle-Aquitaine
  • KlassikerCanelés, Entrecôte à la bordelaise, Austern
  • MarkthalleMarché des Capucins, „der Bauch von Bordeaux“
  • Beste ViertelSaint-Pierre und Chartrons
  • TrinkgeldBedienung inklusive, Aufrunden ist üblich

Canelés: das süße Wahrzeichen

Der Canelé ist ein daumengroßes Küchlein mit fast schwarzer Karamellkruste und weichem Kern aus Vanille- und Rumteig, erfunden der Legende nach in den Klöstern der Stadt mit dem Eigelb, das beim Weinklären übrig blieb. Frisch muss er sein: außen knackig, innen cremig. Zwei Traditionshäuser haben Filialen in der ganzen Stadt, aber auch viele Bäckereien backen exzellente Exemplare. Iss den ersten pur und noch lauwarm, dann weißt du, worum es geht.

Herzhaft: Entrecôte, Ente, Lamproie

Das Signature-Gericht ist die Entrecôte à la bordelaise: Rinderentrecôte mit einer Sauce aus Rotwein, Schalotten und Mark, klassisch über Rebholz gegrillt. Dazu kommen die Klassiker des Südwestens, von der Entenbrust bis zum Confit. Mutige probieren Lamproie à la bordelaise, Neunauge in Weinsauce, ein mittelalterlich anmutendes Traditionsgericht, das nicht jedem schmeckt und genau deshalb erzählenswert bleibt.

Gut zu wissen: Die Bedienung ist in Frankreich immer im Preis inbegriffen („service compris“). Aufrunden oder ein paar Münzen dazulassen ist eine nette Geste, mehr erwartet niemand.

Austern aus dem Bassin d’Arcachon

Eine Zugstunde entfernt wachsen einige der besten Austern Frankreichs, und Bordeaux isst sie am liebsten sonntagvormittags: Im und am Marché des Capucins gehören ein Dutzend Austern mit Zitrone, Brot und einem Glas Weißwein zum Wochenendritual. Die Markthalle südlich der Altstadt ist auch sonst die beste Adresse für den Überblick über die Region, komm vormittags und hungrig. Eine modernere Alternative sind die Halles de Bacalan gegenüber der Cité du Vin.

Wein trinken, ohne studiert zu haben

Die gute Nachricht: Bordeaux ist beim Wein längst nicht mehr snobistisch. In den Weinbars der Innenstadt probierst du glasweise quer durch die Appellationen, oft mit ehrlicher Beratung; die Bar des regionalen Weinverbands nahe dem Grand Théâtre schenkt eine riesige Auswahl zu fairen Preisen aus. Wer Systematik will, startet in der Cité du Vin oder fährt zum Probieren nach Saint-Émilion; Touren dazu findest du bei den Aktivitäten in Bordeaux.

Tipp: Bestell zum Apéro ein Glas Weißwein aus dem Entre-Deux-Mers oder einen Crémant de Bordeaux statt des immergleichen Rotweins: beide sind günstig, lokal und zeigen, dass die Region mehr kann als schwere Rote.

Wo du isst: Viertel statt Adressen

Die höchste Dichte an guten Bistros findest du im Altstadtviertel Saint-Pierre rund um die Place du Parlement und die Rue du Pas-Saint-Georges sowie in Chartrons entlang der Rue Notre-Dame. Meide die reinen Touristenterrassen mit Bildern auf der Karte direkt an den Postkartenplätzen; zwei Gassen weiter isst du besser und günstiger. Mittags sind die festen Menüs („formule“) das beste Preis-Leistungs-Geschäft der Stadt. Abends gilt: beliebte Bistros reservieren, spätestens am selben Nachmittag. Einen Überblick über die Stadt gibt der Sehenswürdigkeiten-Guide, das passende Schlafquartier der Guide zu den Hotels in Bordeaux.

Häufige Fragen

Was muss man in Bordeaux unbedingt probieren?

Die große Vier: einen frischen Canelé, Entrecôte à la bordelaise, Austern aus dem Bassin d'Arcachon und ein Glas Bordeaux in einer Weinbar. Wer noch Platz hat, ergänzt Entenconfit und zum Abschluss einen Crémant. Damit hast du die Region einmal quer über den Teller kennengelernt.

Wo gibt es die besten Canelés?

Eine ewige Debatte: Die zwei großen Traditionshäuser der Stadt liefern verlässlich hohe Qualität und sind an Filialen überall zu finden, viele kleine Bäckereien backen mindestens ebenbürtig. Wichtiger als der Name ist die Frische: Ein Canelé vom Vormittag schlägt jeden noch so berühmten vom Vortag.

Bekommt man Austern auch unter der Woche?

Ja, Fischrestaurants und Austernbars servieren sie täglich, und die Markthallen haben auch werktags Stände. Das besondere Erlebnis bleibt aber der Sonntagvormittag im Marché des Capucins oder am Ufermarkt von Chartrons, wenn die Austern direkt am Stand geschlürft werden. Am Bassin d'Arcachon selbst isst du sie beim Erzeuger am günstigsten.

Muss man in Bordeaux reservieren?

In den angesagten Bistros von Saint-Pierre und Chartrons: ja, für den Abend möglichst schon am Vortag oder Vormittag. Mittags kommst du meist spontan unter, ebenso in Markthallen und Weinbars. Viele kleine Küchen schließen zwischen Mittag- und Abendservice komplett, mit knurrendem Magen um 16 Uhr bleiben Bäckerei oder Markthalle.

Ist Bordeaux für Vegetarier geeignet?

Besser als sein Fleisch-und-Austern-Ruf: Die junge Bistroszene führt fast immer vegetarische Gerichte, dazu kommen Markthallen mit Käse-, Gemüse- und Falafelständen und einige rein vegetarische Lokale. Die klassischen Südwest-Institutionen bleiben fleischlastig; dort ehrlich nachfragen statt vom Beilagensalat leben.