Auf einen Blick
- RegionÎle-de-France
- Lage3. und 4. Arrondissement, rechtes Seineufer
- EpocheStadtpaläste des 16. bis 18. Jahrhunderts
- Besuchsdauerhalber Tag
- AnreiseMetro Saint-Paul oder Hôtel de Ville
- Besonderheitauch sonntags geöffnet
Place des Vosges: der schönste Platz von Paris
Starte an der Place des Vosges, dem ältesten geplanten Platz der Stadt, fertiggestellt 1612: 36 fast identische Pavillons aus Backstein und hellem Stein um einen quadratischen Park, unten Arkaden mit Galerien und Cafés. Victor Hugo wohnte in Hausnummer 6, seine Wohnung ist heute ein kleines Museum.
Tipp: Betritt den Platz durch das Hôtel de Sully von der Rue Saint-Antoine aus: durch zwei stille Innenhöfe und eine unscheinbare Tür in der Platzecke. Es ist der schönste Auftritt, den das Viertel zu bieten hat.
Das jüdische Viertel: Rue des Rosiers
Die Rue des Rosiers und die Gassen drumherum sind seit Jahrhunderten das Herz des jüdischen Paris. Heute stehen hier Falafel-Läden neben koscheren Bäckereien und alten Buchhandlungen. Die Falafel im Fladenbrot auf die Hand gehört zum Marais-Besuch dazu, und die längste Schlange ist meist ein gutes Zeichen. Wenige Schritte südlich liegt das Mémorial de la Shoah mit freiem Eintritt, ein stiller Kontrapunkt zum Trubel.
Hofpaläste und Museen
Hinter den schweren Toren des Viertels verstecken sich die Innenhöfe der alten Stadtpaläste. Viele darfst du tagsüber betreten, schau einfach hinein, wenn ein Tor offen steht. Zwei Paläste beherbergen große Museen: das Musée Picasso im Hôtel Salé und das Musée Carnavalet zur Geschichte von Paris.
Gut zu wissen: Die Dauerausstellung des Musée Carnavalet ist kostenlos, eines der besten Gratis-Erlebnisse der Stadt. Auch das Centre Pompidou steht direkt am Rand des Viertels.
Vintage, Galerien, kleine Läden
Zwischen Rue Vieille-du-Temple und Rue de Turenne reiht sich ein kleiner Laden an den nächsten: Vintage-Shops, die nach Kilo verkaufen, japanische Keramik, Design-Galerien, Concept Stores. Das Marais ist das beste Viertel der Stadt, um ohne Plan zu bummeln. Nimm dir dafür bewusst Zeit und lass die Museumsliste auch mal Museumsliste sein.
Sonntag im Marais
Sonntags ist das Marais die große Ausnahme von der Pariser Ruhe: Boutiquen, Concept Stores und Cafés öffnen, die Rue des Francs-Bourgeois wird zur Flaniermeile. Das weiß allerdings die halbe Stadt, nach dem Mittag wird es eng in den Gassen. Komm am Vormittag, dann gehören dir Höfe und Arkaden fast allein.
Essen, Pausen, Praktisches
Vom Marais bist du in zehn Minuten zu Fuß an der Seine und auf der Île de la Cité mit Notre-Dame. Auch eine Seine-Bootsfahrt ab Pont Neuf passt gut an einen Marais-Nachmittag. Für Restaurants und Bistros lohnt der Blick in unseren Guide Essen & Trinken in Paris.
Tickets: Das Viertel selbst kostet nichts, und viele Museen hier sind in der Dauerausstellung sogar frei, etwa Carnavalet und das Victor-Hugo-Haus. Nur fürs Musée Picasso sicherst du dir dein Zeitfenster am besten vorab online, an Wochenenden bilden sich sonst Schlangen.
Mehr Kontext für deine Route: unsere Übersicht der Paris Sehenswürdigkeiten und die 15 Insider-Tipps.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istWenn sich die Rue des Rosiers staut, weiche ins obere Marais aus: rund um die Rue de Bretagne und den Markt Marché des Enfants Rouges ist es lokaler und ruhiger. Die Place des Vosges hat auch bei Andrang stille Ecken unter den Arkaden auf der Nordseite.
- Wenn es regnetDas Marais ist ein gutes Regenziel: Carnavalet, Picasso und das Victor-Hugo-Haus liegen wenige Minuten auseinander, dazwischen halten dich Arkaden und Cafés trocken. Nur die Hofbesichtigungen fallen flach, die leben vom Himmel darüber.
- Mit KindernMachbar, aber kein Kinderparadies: viel Kopfsteinpflaster, schmale Gehwege, Läden statt Spielplätze. Gut funktionieren der kleine Park in der Mitte der Place des Vosges, Falafel auf die Hand und das Carnavalet mit seinen alten Ladenschildern und Stadtmodellen. Danach zum Auslauf an die Seine.
- Mit eingeschränkter MobilitätKopfsteinpflaster, enge und oft zugestellte Gehwege und hohe Türschwellen machen das Marais anstrengend für Rollstuhl und Kinderwagen. Die großen Museen selbst sind überwiegend barrierefrei ausgebaut. Plane kurze Etappen und nutze die Rue des Francs-Bourgeois als vergleichsweise gut begehbare Achse.
Häufige Fragen
Was sollte man im Marais unbedingt sehen?
Die Place des Vosges mit ihren Arkaden, die Rue des Rosiers im jüdischen Viertel, die versteckten Innenhöfe der Stadtpaläste und mindestens eines der Museen, am einfachsten das kostenlose Musée Carnavalet. Wer Zeit hat, hängt das Musée Picasso und einen Bummel durch die Läden der Rue Vieille-du-Temple dran.
Ist das Marais sonntags geöffnet?
Ja, und genau das macht es besonders: Anders als in weiten Teilen von Paris öffnen im Marais sonntags Boutiquen, Galerien und Cafés. Dadurch ist der Sonntag zugleich der vollste Tag des Viertels. Komm am Vormittag oder gegen Abend, zwischen Mittag und späterem Nachmittag schiebt sich die Menge durch die Gassen.
Wie viel Zeit braucht man für das Marais?
Ein halber Tag ist ein gutes Maß: zwei bis drei Stunden für den Rundgang mit Place des Vosges, Rue des Rosiers und ein paar Höfen, dazu Zeit für ein Museum oder die Läden. Mit Picasso, Carnavalet und ausgiebigem Bummel füllt das Viertel problemlos einen ganzen Tag.
Ist das Musée Carnavalet wirklich kostenlos?
Ja, die Dauerausstellung zur Geschichte von Paris ist frei, wie bei den meisten städtischen Museen von Paris. Bezahlt werden nur Sonderausstellungen. Das Haus selbst ist ein Doppelpalast mit schönem Garten und reicht von römischen Funden bis zu Zimmern aus der Belle Époque, plane mindestens anderthalb Stunden ein.
Wo isst man im Marais am besten?
Für die Hand: Falafel in der Rue des Rosiers, dazu Patisserie aus einer der koscheren Bäckereien. Für den Tisch: die Bistros in den Seitenstraßen nördlich der Rue des Francs-Bourgeois, wo die Menüs nicht in fünf Sprachen aushängen. Sonntagmittag unbedingt reservieren oder früh da sein, dann kommt halb Paris zum Brunch.