Île-de-France · Paris

Centre Pompidou

Das Centre Pompidou ist das Gebäude, das Paris 1977 auf den Kopf stellte: Rohre, Treppen und Technik hängen bunt an der Fassade, damit innen Platz für eine der wichtigsten Sammlungen moderner Kunst in Europa bleibt.

Wichtig für deine Planung: Das Haupthaus wird von Grund auf saniert und bleibt voraussichtlich mehrere Jahre geschlossen. Was das für deinen Besuch bedeutet und warum sich das Viertel Beaubourg trotzdem lohnt, liest du hier.

Centre Pompidou
Foto: Zairon, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Eröffnung1977
  • ArchitektenRenzo Piano und Richard Rogers
  • Sammlungmoderne und zeitgenössische Kunst
  • LageBeaubourg, 4. Arrondissement
  • BesonderheitTechnik außen an der Fassade

Erst prüfen, dann planen

Achtung: Das Centre Pompidou wird von Grund auf saniert und ist deshalb voraussichtlich für mehrere Jahre geschlossen; die Wiedereröffnung ist gegen Ende des Jahrzehnts geplant. Teile der Sammlung sind in dieser Zeit in anderen Häusern in Paris und darüber hinaus zu sehen. Prüfe den aktuellen Stand unbedingt auf der offiziellen Website, bevor du den Besuch einplanst.

Tickets: Was wann und wo zugänglich ist, ändert sich während der Sanierung laufend: Ausweichstandorte, Sonderausstellungen und eventuelle Teilöffnungen findest du gebündelt auf der offiziellen Website.

Zur offiziellen Website

Warum das Gebäude die halbe Attraktion ist

Renzo Piano und Richard Rogers drehten 1977 das Museum um: Alles, was normalerweise im Keller steckt, hängt farbcodiert an der Fassade. Blau steht für Luft, grün für Wasser, gelb für Strom, rot für die Wege der Menschen, also Rolltreppen und Aufzüge. Beim Bau war das ein Skandal, heute ist es eines der Wahrzeichen der Stadt. Schon deshalb lohnt der Umweg durchs Viertel Beaubourg: Das Gebäude wirkt auch von außen, Gerüste hin oder her. Der Name Beaubourg stammt übrigens vom alten Viertel, das hier stand; viele Pariser nennen das Centre bis heute schlicht so. Präsident Georges Pompidou, der den Bau anstieß, erlebte die Eröffnung nicht mehr.

Die Sammlung: was dich hier normalerweise erwartet

Das Centre Pompidou beherbergt das Musée national d’art moderne, eine der größten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst der Welt: Matisse, Picasso, Kandinsky, Duchamp und weiter bis in die Gegenwart. Dazu kommen die Rolltreppenröhre an der Fassade, eine riesige öffentliche Bibliothek und ständig wechselnde Sonderschauen. Legendär ist der Blick aus der Röhre: Mit jeder Etage schiebt sich die Stadt weiter ins Bild, bis oben ganz Paris vor dir liegt, von Sacré-Cœur bis zum Eiffelturm. Nach der Wiedereröffnung dürfte das Haus wieder zu den drei wichtigsten Museen der Stadt zählen, neben Louvre und Musée d’Orsay.

Rund um Beaubourg

Der Platz vor dem Centre lebt auch während der Sanierung: Straßenkünstler, Cafés und gleich daneben der Strawinsky-Brunnen mit den bunten, wasserspeienden Skulpturen von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely. Von hier sind es wenige Minuten zu Fuß ins Marais mit seinen Höfen und Läden und kaum mehr bis zur Notre-Dame. In die andere Richtung locken Les Halles mit dem geschwungenen Glasdach der Canopée und die Kirche Saint-Eustache, deren Größe viele überrascht. Wer den Museumshunger stillen will, findet in der Top 20 von Paris genug Alternativen.

Tipp: Moderne Kunst trotz Schließung: Die Sonderausstellungen an den Ausweichstandorten des Pompidou sind oft hochkarätig und deutlich leerer als die großen Häuser. Ein Blick auf das aktuelle Programm lohnt sich fast immer.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istAndrang ist derzeit nicht das Problem, eher das Gegenteil: Der Platz ist frei zugänglich. Wenn eine Ausweichausstellung des Pompidou voll ist, hilft wie überall die Zeitfenster-Buchung vorab über die offizielle Website.
  • Wenn es regnetBei Regen fällt der Außenspaziergang flach; direkt nebenan liegen die Kirche Saint-Merri und die Passagen des Marais, und mit Orsay oder Orangerie hast du starke Museums-Alternativen eine kurze Metrofahrt entfernt.
  • Mit KindernDer Strawinsky-Brunnen mit seinen bunten, spuckenden Maschinenwesen ist ein Kinderliebling und kostet nichts. Die Straßenkünstler auf dem Platz tun ihr Übriges; für mehr Programm ist das Marais mit seinen Eisdielen nah.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Platz vor dem Centre ist leicht abschüssig, aber gut berollbar, das Umfeld hat teils Kopfsteinpflaster. Das Haus selbst war vor der Schließung per Aufzug zugänglich; wie es nach der Sanierung gelöst ist, wird sich zeigen, geplant ist ein deutlich besserer Zugang.

Häufige Fragen

Ist das Centre Pompidou derzeit geöffnet?

Das Haupthaus ist wegen einer Generalsanierung voraussichtlich für mehrere Jahre geschlossen; die Wiedereröffnung ist gegen Ende des Jahrzehnts geplant. Einzelne Angebote, Sonderausstellungen und Ausweichstandorte laufen weiter. Den tagesaktuellen Stand findest du nur auf der offiziellen Website centrepompidou.fr.

Wo sieht man die Sammlung des Centre Pompidou während der Schließung?

Die Sammlung geht auf Reisen: Teile sind in Sonderausstellungen in anderen Pariser Häusern, in Partnermuseen in Frankreich und international zu sehen. Das Programm wechselt laufend, deshalb lohnt vor der Reise ein Blick auf die offizielle Website. In Paris selbst stillen Orsay und Orangerie den Kunsthunger.

Warum hängen beim Centre Pompidou die Rohre außen?

Die Architekten Renzo Piano und Richard Rogers verlegten die gesamte Technik an die Fassade, um innen stützenfreie, flexible Ausstellungsflächen zu gewinnen. Die Farben haben System: Blau für Luft, Grün für Wasser, Gelb für Strom, Rot für Rolltreppen und Aufzüge. Aus dem Skandalbau von 1977 wurde so ein Wahrzeichen.

Lohnt sich der Weg nach Beaubourg trotz der Schließung?

Als kurzer Umweg ja: Die Fassade ist auch von außen ein Erlebnis, der Strawinsky-Brunnen nebenan kostet nichts, und das Marais mit Höfen, Läden und Cafés beginnt direkt um die Ecke. Einen eigenen Anreisetag ist das Ensemble während der Sanierung aber nicht wert.