Auf einen Blick
- RegionÎle-de-France
- Lage5. Arrondissement, linkes Seineufer
- Seit13. Jahrhundert Universitätsviertel
- Besuchsdauerhalber Tag
- AnreiseMetro Saint-Michel oder Cluny-La Sorbonne
Rundgang: Sorbonne, Panthéon, alte Kirchen
Starte an der Place de la Sorbonne mit Blick auf die Fassade der ehrwürdigen Universität. Von dort sind es fünf Minuten bergauf zum Panthéon, Frankreichs Ruhmeshalle. Direkt dahinter lohnt die Kirche Saint-Étienne-du-Mont: Sie beherbergt den einzigen erhaltenen Lettner von Paris und den Schrein der Stadtpatronin Geneviève.
Auf dem Weg hinunter zur Seine kommst du am Musée de Cluny vorbei, dem Mittelaltermuseum mit den berühmten Teppichen der Dame mit dem Einhorn, aufgebaut über den Resten römischer Thermen.
Buchhandlungen und Bouquinisten
Bücher sind die Seele des Viertels. Die berühmteste Adresse ist Shakespeare and Company gegenüber von Notre-Dame: englischsprachig, verwinkelt, mit Hauskatze und fast immer einer Schlange vor der Tür, morgens kommst du ohne Wartezeit hinein. Entlang der Seine reihen sich die grünen Kästen der Bouquinisten mit alten Büchern, Plakaten und Postkarten.
Rue Mouffetard: Markt und Kopfsteinpflaster
Die Rue Mouffetard zieht sich als alte Marktstraße den Hügel hinunter: Käseläden, Fischstände, Obstberge, dazwischen Studentenkneipen. Am lebendigsten ist sie am Vormittag, sonntags oft mit Musik am kleinen Platz vor der Kirche Saint-Médard. Oben an der Place de la Contrescarpe sitzt du gut für einen Kaffee in der Sonne.
Achtung: Die Gassen direkt um die Rue de la Huchette sind eine Touristenfalle: bunte Fotomenüs, Kellner, die dich hereinwinken. Iss besser rund um die Rue Mouffetard oder schau in unseren Guide Essen & Trinken in Paris.
Pause im Grünen
Der Jardin du Luxembourg grenzt direkt ans Viertel, perfekt für die Mittagspause. Ruhiger und fast unbekannt: die Arènes de Lutèce, ein römisches Amphitheater, in dem heute Boule gespielt wird, Eintritt frei.
Abends im Viertel
Abends füllen sich die Kneipen rund um die Rue Mouffetard mit Studenten, in den Programmkinos an der Rue Champollion laufen Klassiker im Originalton, und Jazzkeller wie das Caveau de la Huchette haben Live-Musik bis spät. Das Quartier Latin ist einer der wenigen Orte, an denen Paris auch unter der Woche lange wach bleibt.
Tickets und Praktisches
Tickets: Das Viertel selbst kostet nichts. Nur fürs Panthéon und das Musée de Cluny brauchst du Eintrittskarten, beide bekommst du meist problemlos am selben Tag.
Das Quartier Latin liegt zentral am linken Ufer: Zur Sainte-Chapelle und zur Île de la Cité läufst du zehn Minuten. Mehr Routen findest du in der Übersicht der Paris Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istWird es an Saint-Michel und vor Shakespeare and Company zu voll, dreh die Route um: erst Mouffetard und Contrescarpe, dann Panthéon, und die Buchhandlung kurz vor Schließung. Die Arènes de Lutèce sind selbst im August fast leer.
- Wenn es regnetStark bei Regen: Musée de Cluny, Panthéon, Buchhandlungen und Programmkinos liegen dicht beieinander. Dazwischen rettet dich alle hundert Meter ein Café. Nur der Markt in der Rue Mouffetard macht bei Dauerregen wenig Freude.
- Mit KindernBesser als sein Ruf: römische Arena zum Toben, Crêpes auf die Hand, das Naturkundemuseum mit Galerie der Evolution im nahen Jardin des Plantes und der Spielplatz im Jardin du Luxembourg. Die Buchhandlungen sind mit ungeduldigen Kindern dagegen ein kurzes Vergnügen.
- Mit eingeschränkter MobilitätRund um Panthéon und Contrescarpe geht es bergauf, die Rue Mouffetard ist steiles, holpriges Kopfsteinpflaster. Mit Rollstuhl ist der untere Teil des Viertels an der Seine deutlich angenehmer, das Musée de Cluny und das Panthéon haben Zugänge und Hilfe am Eingang.
Häufige Fragen
Warum heißt das Quartier Latin so?
Wegen der Sprache, nicht wegen der Römer: An der mittelalterlichen Universität wurde auf Latein gelehrt und diskutiert, und die Studenten sprachen es auch auf der Straße. Das Viertel um die Sorbonne war damit das lateinische Viertel. Römische Spuren gibt es trotzdem, etwa die Thermen am Musée de Cluny und die Arènes de Lutèce.
Was kostet das Quartier Latin?
Der Rundgang selbst nichts: Sorbonne-Fassade, Rue Mouffetard, Bouquinisten, Shakespeare and Company und die Arènes de Lutèce sind frei. Eintritt zahlst du nur für das Panthéon und das Musée de Cluny. Auch die Kirche Saint-Étienne-du-Mont kostet nichts, Spenden sind willkommen.
Wo isst man im Quartier Latin gut und günstig?
Rund um die Rue Mouffetard und in den Seitenstraßen östlich des Panthéon: kleine Bistros, Crêpe-Stände und Märkte für ein Picknick im Jardin du Luxembourg. Meide die Fotomenü-Gassen an der Rue de la Huchette, dort zahlst du für die Lage, nicht fürs Essen. Mittags sind die Formeln vieler Bistros günstiger als abends.
Lohnt sich Shakespeare and Company?
Für Buchmenschen ja: Der Laden ist ein Stück Literaturgeschichte, verwinkelt bis unters Dach, mit Lesenischen und Klavier. Er ist aber klein und oft überlaufen, vor dem Eingang bildet sich eine Schlange. Komm gleich morgens oder kurz vor Schließung, und lass dir Zeit im oberen Stockwerk, das viele Besucher übersehen.
Wie viel Zeit braucht man für das Quartier Latin?
Ein halber Tag reicht für den Rundgang mit Sorbonne, Panthéon von außen, Rue Mouffetard und einer Kaffeepause. Mit Panthéon-Besuch, Musée de Cluny und einer Stunde im Jardin du Luxembourg wird ein voller, sehr runder Paris-Tag daraus, und abends bleibst du einfach für Kino oder Jazz.