Côte d'Azur · Nizza

Matisse-Museum & Cimiez

Henri Matisse kam 1917 nach Nizza und blieb bis zu seinem Tod 1954. Das Matisse-Museum in einer dunkelroten Genueser Villa im Stadtteil Cimiez erzählt diese 37 Jahre: Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und die berühmten Scherenschnitte seiner späten Jahre, dazu persönliche Gegenstände aus seinen Ateliers.

Der eigentliche Trick des Besuchs: Das Museum steht in einem Olivenhain neben römischen Ruinen und einem Franziskanerkloster. Aus einer Stunde Museum wird so ein halber Tag auf dem schönsten Hügel der Stadt, weit weg vom Trubel der Promenade.

Matisse-Museum & Cimiez
Foto: Henri Matisse, Public domain · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • LageCimiez, im Olivenhain der Arènes
  • GebäudeGenueser Villa aus dem 17. Jahrhundert
  • Matisse in Nizza1917 bis 1954, begraben am Kloster von Cimiez
  • Nebenanrömische Ruinen von Cemenelum, Franziskanerkloster
  • Dauer1 Stunde Museum, halber Tag mit Cimiez

Die Sammlung: Matisse in allen Phasen

Das Museum besitzt Werke aus praktisch jeder Schaffensphase: frühe dunkle Gemälde, die Jahre der Odalisken in Nizza, Skulpturen, Buchillustrationen und die Scherenschnitte, mit denen Matisse im Alter noch einmal neu anfing. Sei ehrlich vorbereitet: Die weltberühmten Hauptwerke hängen in Paris, New York und Sankt Petersburg. Dafür zeigt Nizza, wie Matisse dachte und arbeitete, mit Skizzen, Vorstudien und Objekten aus seinem Atelier, und das in intimer Atmosphäre statt im Gedränge.

Gut zu wissen: Matisse wohnte lange direkt am Markt, an der Place Charles Félix über dem Cours Saleya, später im Hotel Regina in Cimiez, wenige Schritte vom Museum. Wer beide Orte gesehen hat, versteht seine Nizza-Bilder sofort.

Cimiez: Ruinen, Kloster, Olivenhain

Direkt neben dem Museum liegen die Ausgrabungen von Cemenelum, der römischen Vorgängerstadt Nizzas: Reste von Arena und Thermen, frei einsehbar. Ein paar Schritte weiter steht das Franziskanerkloster mit seiner Kirche und einem Garten, dessen Terrasse einen weiten Blick über die Stadt öffnet. Auf dem Klosterfriedhof liegt Matisse begraben, schlicht und leicht zu finden. Dazwischen: der Olivenhain der Arènes, in dem Familien picknicken und Boule gespielt wird. Nimm dir für das Ensemble mehr Zeit als für das Museum selbst.

Tipp: Kauf dir vorher am Cours Saleya oder in einer Boulangerie etwas für ein Picknick. Der Olivenhain neben dem Museum ist einer der entspanntesten Pausenorte der Stadt, schattig und kostenlos.

Anfahrt und Kombination mit Chagall

Busse bringen dich vom Zentrum nach Cimiez, die Haltestellen liegen nah am Museum. Die klassische Route verbindet beide Museumsbesuche: erst das tiefer gelegene Chagall-Museum, dann rund 20 Minuten zu Fuß bergauf durch das Viertel zum Matisse-Museum. Zurück ins Zentrum rollst du bequem mit dem Bus, Details im Guide Verkehr in Nizza.

Tickets: Das Matisse-Museum gehört zur Stadt Nizza, Tickets bekommst du normalerweise problemlos vor Ort. Öffnungstage und Sonderausstellungen prüfst du am besten vorab auf der offiziellen Website.

Zur offiziellen Website

Danach zurück in die Stadt

Nach Cimiez passt ein Kontrastprogramm: hinunter in die Gassen von Vieux Nice oder zum Sonnenuntergang an die Promenade. Alle Stationen im Überblick: Nizza Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istCimiez ist selten voll, das Museum verteilt Besucher gut über die Etagen. Falls doch eine Gruppe durchzieht, starte im Olivenhain oder bei den Ruinen und geh später hinein.
  • Wenn es regnetDas Museum funktioniert bei jedem Wetter, der Reiz des Hügels leidet aber. Bei Dauerregen: Museum ja, Ruinen und Kloster auf einen trockenen Tag verschieben oder durch das Chagall-Museum ersetzen.
  • Mit KindernDer Hügel rettet den Tag: Zwischen Olivenbäumen, Wiese und Ruinen können Kinder toben, das Museum selbst ist kurz genug. Scherenschnitte funktionieren bei Kindern übrigens besser als Ölgemälde.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDas Museum ist weitgehend zugänglich, der Park eben bis leicht hügelig mit Kieswegen. Der Fußweg vom Chagall-Museum herauf ist steil, mit Rollstuhl oder Rollator besser den Bus zwischen beiden Museen nehmen.

Häufige Fragen

Lohnt sich das Matisse-Museum auch ohne Kunstkenntnisse?

Ja, wenn du es als Teil des Hügels von Cimiez begreifst: rote Villa, Olivenhain, römische Ruinen und Klostergarten ergeben zusammen einen der schönsten Halbtage in Nizza. Das Museum selbst ist überschaubar und unangestrengt. Wer allerdings ausschließlich berühmte Meisterwerke abhaken will, ist im Chagall-Museum mit seinem geschlossenen Zyklus besser aufgehoben.

Was gibt es in Cimiez außer dem Museum zu sehen?

Direkt nebenan liegen die Ruinen von Cemenelum, der römischen Stadt mit Arena und Thermen, dazu ein Archäologiemuseum. Wenige Schritte weiter: das Franziskanerkloster mit Aussichtsgarten und dem Grab von Matisse auf dem Friedhof. Der Olivenhain dazwischen ist Picknick- und Boule-Revier der Nachbarschaft. Alles außer den Museen ist kostenlos.

Wie kombiniert man Matisse- und Chagall-Museum am besten?

Beide liegen in Cimiez, etwa 20 Gehminuten auseinander. Bewährt hat sich: morgens mit dem Bus zum Chagall-Museum, danach zu Fuß bergauf zum Matisse-Museum, Pause im Olivenhain, Rückfahrt mit dem Bus. So hast du beide Häuser vor dem Nachmittag geschafft und den Rest des Tages für Altstadt oder Strand frei.

Wo liegt das Grab von Matisse?

Auf dem Friedhof des Franziskanerklosters von Cimiez, wenige Gehminuten vom Museum entfernt. Das Grab von Henri Matisse und seiner Frau Amélie liegt etwas abseits in einer ruhigen Ecke mit Blick ins Grüne, Hinweisschilder führen hin. Der Besuch ist frei und lässt sich gut mit dem Klostergarten und seiner Aussichtsterrasse verbinden.