Burgund · Frankreich

Dijon: Sehenswürdigkeiten & Tipps

Dijon war einmal Hauptstadt eines Reiches, das mit den Königen von Frankreich konkurrierte: Die Herzöge von Burgund regierten von hier aus im 14. und 15. Jahrhundert halb Westeuropa. Dieses Erbe siehst du bis heute an jeder Ecke, vom Herzogpalast über die Stadtpalais bis zu den bunt glasierten Dächern. Dazu ist Dijon eine Genussstadt: Seit 2022 widmet sich die Cité Internationale de la Gastronomie et du Vin der französischen Esskultur, und vor den Toren beginnt die Route des Grands Crus.

Nur mit dem Senf ist es komplizierter, als die Souvenirläden glauben machen. Diese Seite zeigt dir die Sehenswürdigkeiten, den Eulenweg und die ehrliche Senf-Wahrheit.

Auf einen Blick

  • RegionBourgogne-Franche-Comté
  • UNESCOKlimate des Burgunds seit 2015 (inkl. Altstadt)
  • Blütezeit14./15. Jahrhundert unter den Herzögen von Burgund
  • AnreiseTGV ab Paris gut 1,5 Stunden
  • Ideale Dauer2 Tage
  • Beste ReisezeitMai bis Oktober, Weinlese im September

Warum Dijon? Ehrlich beantwortet

Dijon lohnt sich für alle, die eine elegante, kompakte Kulturstadt mit großer Küche suchen. Die Altstadt gehört zu den besterhaltenen Frankreichs, das Kunstmuseum ist gratis und Weltklasse, und abends isst du auf Niveau, für das du in Paris deutlich mehr zahlst. Als Auftakt einer Burgund-Reise ist die Stadt ohnehin gesetzt.

Ehrlich ist: Dijon hat kein einzelnes Überwältigungsmonument wie Chartres oder Carcassonne. Der Reiz liegt im Ensemble, in Höfen, Gassen und Details. Wer nur Highlights abhaken will, ist nach einem Tag durch; wer flanieren, probieren und schauen mag, bleibt gern zwei oder drei.

Die Top-Sehenswürdigkeiten von Dijon

1 Palais des Ducs de Bourgogne

Der Herzogpalast dominiert das Zentrum und wurde später zum Stadtschloss mit klassizistischen Flügeln erweitert, davor liegt die halbrunde Place de la Libération mit ihren Arkaden und Cafés, der schönste Platz der Stadt. Im Palast sitzen heute Rathaus und Kunstmuseum.

2 Tour Philippe le Bon

Der Palastturm aus dem 15. Jahrhundert ist mit gut 300 Stufen der beste Aussichtspunkt der Stadt: unten die glasierten Ziegeldächer, am Horizont die Rebhänge der Côte. Der Aufstieg ist nur mit Führung zu festen Zeiten möglich, die Plätze sind begrenzt, sichere dir das Ticket am Anreisetag.

3 Musée des Beaux-Arts

Eines der ältesten und besten Kunstmuseen Frankreichs, untergebracht im Herzogpalast und dauerhaft kostenlos. Der Höhepunkt sind die Grabmäler der Herzöge Philippe le Hardi und Jean sans Peur: schwarze Marmorplatten, getragen von Prozessionen weißer Trauerfiguren, den berühmten Pleurants. Allein dafür lohnt Dijon.

4 Notre-Dame und die Glücks-Eule

Die gotische Kirche Notre-Dame trägt eine Fassade voller Scheinwasserspeier und die Jacquemart-Uhr mit ihrer schmiedeeisernen Familie, die die Stunden schlägt. An einem Strebepfeiler an der Seitengasse sitzt die abgegriffene Eule, das Maskottchen der Stadt: Streichle sie mit der linken Hand und wünsch dir etwas.

5 Parcours de la Chouette: der Eulenweg

In den Boden eingelassene Bronzeplatten mit Eulensymbol führen dich in einer selbstgeführten Runde zu gut zwanzig Stationen der Altstadt. Der Weg ist die beste Orientierung für den ersten Tag, das Begleitheft gibt es in der Touristeninformation, die Pfeile im Pflaster zeigen die Richtung.

6 Les Halles und die Markttage

Die Markthalle aus dem 19. Jahrhundert, eine Eisenkonstruktion im Stil von Gustave Eiffel, dem berühmtesten Sohn der Stadt, füllt sich an Markttagen mit Käse, Geflügel, Époisses und Pain d’épices. Samstags ist der Markt am größten, drumherum brunchen die Dijonnais in den Bistros der Marktgassen.

7 Rue Verrerie und Rue de la Chouette

Die schönsten Fachwerkzeilen der Stadt: schiefe Balkenhäuser mit Schnitzereien, Antiquare und Handwerksläden. Zusammen mit den Renaissancehöfen der Rue des Forges ergibt das den fotogensten Spaziergang zwischen Palast und Notre-Dame.

8 Cité Internationale de la Gastronomie et du Vin

Auf dem Gelände eines ehemaligen Krankenhauses am Kanal widmet sich das 2022 eröffnete Quartier der französischen Tafelkultur: Ausstellungen, Kochkurse, Weinbar mit riesiger Auswahl und Blick auf die Startlinie der Route des Grands Crus. Guter halber Tag, besonders bei Regen.

Gut zu wissen: Der Kir, Weißwein mit Crème de Cassis, ist eine Dijoner Erfindung und nach Félix Kir benannt, dem langjährigen Bürgermeister der Stadt. Der Johannisbeerlikör dazu kommt bis heute aus lokalen Häusern.

Die Senf-Wahrheit: Moutarde de Dijon

Jetzt zur unbequemen Wahrheit: „Dijon-Senf“ ist keine geschützte Herkunftsbezeichnung, sondern nur ein Rezepttyp. Der allergrößte Teil des weltweit verkauften Dijon-Senfs wird industriell gefertigt, die Senfsaat stammt überwiegend aus Kanada, und in der Stadt selbst wird kaum noch produziert. Die berühmten Boutiquen im Zentrum sind vor allem Verkaufsräume großer Marken.

Wer echten Burgund-Senf will, achtet auf das Siegel Moutarde de Bourgogne mit regionaler Saat oder besucht die unabhängige Senfmühle Fallot im nahen Beaune, die noch selbst mahlt. Immerhin: Nach den Lieferengpässen der letzten Jahre bauen burgundische Bauern wieder deutlich mehr Senf an. Kaufen lohnt sich trotzdem, nur eben mit Blick aufs Etikett statt auf den Stadtnamen.

Praktische Infos für deinen Besuch

Der TGV verbindet Paris mit Dijon in gut anderthalb Stunden, auch aus der Schweiz und aus Süddeutschland ist die Anreise per Bahn bequem. Vom Bahnhof läufst du zehn Minuten in die fast komplett fußgängerfreundliche Altstadt, ein Auto brauchst du erst für die Weindörfer. Kulinarische Pflicht: Bœuf bourguignon, Coq au vin, Époisses-Käse und Pain d’épices, der Lebkuchen der Stadt.

Kombinationstipps

Ab Dijon beginnt die Route des Grands Crus, die sich durch Weltklasse-Weindörfer wie Gevrey-Chambertin und Vougeot nach Süden zieht, das Herzstück jeder Burgund-Reise. Erste Station ist Beaune mit dem Hôtel-Dieu, nur eine kurze Zugfahrt entfernt. Richtung Osten lockt Besançon mit seiner Vauban-Zitadelle, Richtung Süden liegt Lyon mit dem TGV nah. Warum die Weinberge Welterbe sind, liest du im Beitrag zum UNESCO-Welterbe in Frankreich.

Klima und Anreise auf einen Blick

Gerade in Dijon15°Cklar
  • Wärmster MonatAugust, 26 °C
  • Kühlster MonatJanuar, 0 °C
  • Trockenster MonatAugust
  • Höhe240 m

Temperatur Tag und Nacht, in Grad Celsius

6°0°J
8°1°F
12°3°M
15°6°A
19°10°M
24°14°J
26°16°J
26°16°A
22°12°S
16°9°O
10°4°N
7°2°D

Regen Millimeter und Regentage pro Monat

75mm14 TageJ
58mm10 TageF
67mm12 TageM
69mm11 TageA
82mm12 TageM
88mm12 TageJ
55mm8 TageJ
49mm9 TageA
62mm9 TageS
88mm11 TageO
76mm13 TageN
76mm12 TageD

Entfernung ab deutschen Flughäfen

AbEntfernungFlugzeit ca.
Stuttgart (STR)348 km1 Std. 0 Min.
Frankfurt (FRA)399 km1 Std. 5 Min.
Köln/Bonn (CGN)424 km1 Std. 5 Min.
Düsseldorf (DUS)460 km1 Std. 10 Min.
München (MUC)518 km1 Std. 15 Min.
Hamburg (HAM)785 km1 Std. 35 Min.
Berlin (BER)827 km1 Std. 35 Min.

Monatswerte sind Durchschnitte der Jahre 2015 bis 2024, berechnet aus der ERA5-Reanalyse von Copernicus, bereitgestellt über Open-Meteo (CC BY 4.0). Die aktuelle Temperatur liefert das Meteorologische Institut Norwegen (CC BY 4.0). Die Flugzeit ist aus der Luftlinie geschätzt und setzt einen Direktflug voraus, nicht von jedem Flughafen gibt es eine direkte Verbindung.

Städte in der Nähe

StadtEntfernungMit dem Auto etwa
Beaune35 km40 km, 0 Std. 30 Min.
Besançon76 km100 km, 1 Std. 0 Min.
Troyes130 km160 km, 1 Std. 45 Min.
Lyon174 km220 km, 2 Std. 30 Min.
Nancy176 km220 km, 2 Std. 30 Min.
Annecy178 km220 km, 2 Std. 30 Min.

Entfernungen sind Luftlinie, die Fahrzeit ist aus der Straßenentfernung geschätzt und hängt von Route und Verkehr ab.

Häufige Fragen

Wird Dijon-Senf noch in Dijon hergestellt?

Kaum noch. „Dijon-Senf" bezeichnet nur die Rezeptur, nicht die Herkunft, und die Saat stammt überwiegend aus Kanada. Die großen Marken produzieren industriell außerhalb der Altstadt, die Boutiquen im Zentrum sind Verkaufsräume. Regional wird es mit dem Siegel Moutarde de Bourgogne oder bei der Senfmühle Fallot in Beaune.

Lohnt sich Dijon für eine Städtereise?

Ja, besonders für Genießer: eine der besterhaltenen Altstädte Frankreichs, das kostenlose Kunstmuseum mit den Herzogsgräbern, dazu Markthalle, Cité de la Gastronomie und exzellente Restaurants. Dijon ist kompakt, elegant und deutlich ruhiger als die großen Touristenstädte. Zwei Tage sind die ideale Dosis.

Wie viele Tage braucht man für Dijon?

Zwei Tage passen gut: einer für Eulenweg, Herzogpalast, Turm und Notre-Dame, einer für Kunstmuseum, Markthalle und die Cité de la Gastronomie. Wer Wein liebt, hängt einen dritten Tag für die Route des Grands Crus und Beaune an. Als Zwischenstopp funktioniert auch ein intensiver Tag.

Was hat es mit der Eule von Dijon auf sich?

An einem Strebepfeiler der Kirche Notre-Dame sitzt eine kleine, über Jahrhunderte glattgestreichelte Steineule. Der Brauch: mit der linken Hand berühren und etwas wünschen. Die Eule ist zum Maskottchen der Stadt geworden und gibt dem Parcours de la Chouette seinen Namen, dem Rundweg mit Bronzeplatten durch die Altstadt.

Dijon oder Beaune: welche Stadt ist besser?

Beide, aber für Verschiedenes: Dijon ist die größere Kulturstadt mit Palast, Museen und urbanem Leben, Beaune das kompakte Weinstädtchen mit dem Hôtel-Dieu und Kellern unter jeder Gasse. Ideal sind zwei Nächte Dijon plus eine in Beaune, verbunden durch die Route des Grands Crus.

Ist das Kunstmuseum von Dijon wirklich kostenlos?

Ja, die Dauerausstellung des Musée des Beaux-Arts im Herzogpalast ist dauerhaft gratis, bezahlt werden nur Sonderausstellungen. Für ein Museum dieses Rangs, mit den berühmten Grabmälern der Burgunderherzöge und ihren Trauerfiguren, ist das ein Geschenk. Plane mindestens anderthalb Stunden ein.