Auf einen Blick
- RegionProvence-Alpes-Côte d'Azur
- Charakteraktiver Mini-Fischerhafen unter der Corniche
- Besuchsdauer1 Stunde, mit Essen ein Abend
- Beste Zeitspäter Nachmittag bis Sonnenuntergang
- AnreiseBus 83 oder 30 Minuten zu Fuß ab Vieux-Port
Ein Hafen wie aus der Zeit gefallen
Der Name kommt von den Seilmachern, die hier einst Taue aus Halfagras fertigten, den „auffes“. Geblieben sind die Cabanons: einfache Bootshäuser, seit Generationen in Familienhand und gehütet wie Erbstücke. Dazwischen liegen Kähne auf dem Wasser, Netze über den Geländern, und über allem spannt sich der steinerne Brückenbogen der Corniche wie ein Rahmen um das Bild.
Anders als der Panier ist der Vallon nie zur Kulisse verkommen. Tagsüber ist hier fast nichts los: Katzen, ein Fischer am Rumpf seines Bootes, das Klopfen von Werkzeug. Es gibt keinen Strand, keinen Laden, nichts zu besichtigen, und genau das ist der Punkt. Du kommst für eine Stimmung, nicht für ein Programm.
Essen im Vallon
Berühmt ist der Hafen fürs Essen, und zwar in zwei Preisklassen. Am einen Ende die Pizzeria mit Kultstatus, in der seit Jahrzehnten Pizza aus dem Holzofen auf Papiertischdecken kommt, laut, herzlich, ohne Schnickschnack. Am anderen Ende eine der ersten Adressen der Stadt für Bouillabaisse, direkt am Wasser. Reserviere in beiden Fällen, die Tische sind begehrt; die Spielregeln der echten Bouillabaisse erklärt der Guide zu Essen und Trinken in Marseille.
Tipp: Schau dir den Sonnenuntergang von der Corniche-Brücke oberhalb des Hafens an, mit den Frioul-Inseln im Gegenlicht, und steig erst danach die Treppen hinunter zum Essen. Besser lässt sich ein Marseille-Abend kaum bauen.
Anfahrt und Kombination
Vom Vieux-Port läufst du eine gute halbe Stunde immer am Wasser entlang, vorbei an der Plage des Catalans; alternativ bringt dich Bus 83 bis fast an den Brückenbogen, von dort führen Treppen hinunter. Am schönsten ist der Vallon als Etappe eines Corniche-Nachmittags: erst Notre-Dame de la Garde am Vormittag, dann die Küste entlang, zum Abschluss der Hafen. Wo er in der Gesamtliste steht, zeigt die Übersicht der Marseille Sehenswürdigkeiten.
Wer noch Zeit hat, geht weiter die Corniche hinaus Richtung Prado oder plant gleich den Sprung in die Calanques am nächsten Tag; der Vallon ist die perfekte Einstimmung darauf.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istDer Hafen selbst wird nie richtig voll, nur die Restauranttische sind knapp: Reserviere ein paar Tage im Voraus oder komm unter der Woche. Für Fotos ohne Menschen hilft der frühe Morgen.
- Wenn es regnetBei Regen verliert der Vallon seinen Zweck, das Erlebnis lebt vom Licht. Verschiebe den Besuch auf den nächsten Abend und geh stattdessen ins MuCEM oder in die Museen am Palais Longchamp.
- Mit KindernKinder mögen die Boote und die Katzen, aber es gibt weder Strand noch Spielplatz, und die Kaikanten sind ungesichert. Für einen kurzen Stopp mit Eis gut, für einen halben Tag zu wenig.
- Mit eingeschränkter MobilitätDer Zugang führt über steile Treppen von der Corniche oder eine schmale Zufahrt, unten ist das Pflaster uneben. Mit Rollstuhl ist der Blick von der Brücke die realistische Variante, der Hafen selbst ist schwer erreichbar.
Häufige Fragen
Wie komme ich zum Vallon des Auffes?
Zu Fuß vom Vieux-Port in einer guten halben Stunde, immer die Küste entlang über die Corniche, oder mit Bus 83 bis zur Haltestelle am Brückenbogen. Von der Straße führen Treppen hinunter zum Hafenbecken. Mit dem Auto lohnt es kaum, Parkplätze sind rar; wer motorisiert ist, parkt besser weiter oben an der Corniche und geht das letzte Stück.
Was kann man im Vallon des Auffes machen?
Ehrlich: schauen, fotografieren, essen. Der Hafen ist eine Stimmung, keine Attraktion mit Programm. Du bummelst um das Becken, schaust den Fischern zu, trinkst etwas am Wasser und bleibst idealerweise zum Abendessen. Wer Action sucht, kombiniert den Stopp mit der Corniche, den Badefelsen weiter südlich oder einem Tag in den Calanques.
Ist der Vallon des Auffes etwas fürs Abendessen?
Unbedingt, dafür ist er berühmt: eine legendäre Holzofenpizzeria auf der einen Seite, gehobene Fischküche mit Bouillabaisse auf der anderen, beide direkt am Wasser. Reservieren ist Pflicht, die Tische am Becken sind schnell weg. Zwischen Sonnenuntergang auf der Brücke und dem ersten Gang liegen hier nur fünf Treppenstufen und zwei Minuten.
Kann man im Vallon des Auffes baden?
Im Hafenbecken selbst nicht, es ist ein aktiver kleiner Hafen. Direkt daneben liegen aber die Felsplatten und Buchten der Corniche, wo die Marseiller ins Wasser steigen, und ein Stück weiter die Plage des Catalans Richtung Zentrum oder die Prado-Strände Richtung Süden. Fürs Baden kommst du also trotzdem auf deine Kosten, nur eben nicht im Postkartenmotiv selbst.