Okzitanien · Montpellier

Montpellier Sehenswürdigkeiten

Montpellier ist die junge Überraschung Südfrankreichs: eine Universitätsstadt mit mittelalterlichem Kern, königlicher Esplanade, einem erstklassigen Kunstmuseum und Straßenbahnen, die aussehen wie Designobjekte. Fast alles Sehenswerte liegt im Zentrum dicht beieinander und ist zu Fuß erreichbar.

Hier sind die zehn Sehenswürdigkeiten, die den Besuch tragen, in einer Reihenfolge, die sich an einem Tag ablaufen lässt.

Auf einen Blick

  • RegionOkzitanien, nahe der Mittelmeerküste
  • CharakterUniversitätsstadt, rund ein Drittel Studierende
  • Ideale Dauer1 bis 2 Tage
  • Beste ReisezeitApril bis Juni, September, Oktober
  • OrientierungAlles Wichtige rund um die Altstadt L'Écusson

Die Top 10 in Montpellier

1 Place de la Comédie

Der Auftakt jeder Tour: die riesige, ovale Place de la Comédie, wegen ihrer Form „l’Œuf“ genannt, das Ei. An einem Ende die Oper aus dem 19. Jahrhundert, in der Mitte der Brunnen der drei Grazien, drumherum Cafés und ein Strom aus Studenten, Straßenmusikern und Trams. Hier fühlst du den Puls der Stadt, bevor du in die Gassen abtauchst.

2 L’Écusson: die Altstadt

Das Herzstück: L’Écusson, die wappenförmige Altstadt, ein mittelalterliches Gassenlabyrinth mit versteckten Innenhöfen, Stadtpalais und kleinen Plätzen. Die Rue de la Loge ist die Hauptachse, die eigentlichen Entdeckungen liegen in den Seitengassen. Plane hier die meiste Zeit ein und verlauf dich mit Absicht.

3 Promenade du Peyrou & Aquädukt

Am höchsten Punkt der Stadt liegt die Promenade du Peyrou, eine königliche Esplanade mit Reiterstandbild Ludwigs XIV., einem eleganten Wasserturm und dem Blick auf den Aquädukt Saint-Clément, der auf zwei Etagen heranführt. Zum Sonnenuntergang der schönste Ort der Stadt.

4 Musée Fabre

Das Musée Fabre gehört zu den besten Kunstmuseen der französischen Provinz: alte Meister, Delacroix und Courbet, dazu die lichtdurchfluteten Säle mit den Arbeiten von Pierre Soulages. Selbst wenn du nur ein Museum in Okzitanien besuchst, nimm dieses.

Tickets: Für das Musée Fabre reicht es fast immer, Tickets am Tag selbst zu kaufen, nur bei großen Sonderausstellungen lohnt die Onlinebuchung vorab. Aktuelle Infos findest du auf der offiziellen Website der Stadt.

Zur offiziellen Website

5 Arc de Triomphe

Ja, auch Montpellier hat einen: Der Arc de Triomphe von 1692 markiert den Übergang von der Altstadt zum Peyrou und feiert Ludwig XIV. in steinernen Reliefs. Er ist kleiner als sein Pariser Namensvetter, aber zusammen mit der Esplanade dahinter ein stimmiges barockes Ensemble.

6 Kathedrale Saint-Pierre & die Medizinfakultät

Die Kathedrale Saint-Pierre überrascht mit ihrem wuchtigen Eingangsbaldachin auf zwei Riesensäulen, mehr Festung als Kirche. Direkt daneben residiert die medizinische Fakultät, an der schon im Mittelalter gelehrt wurde; sie gilt als älteste noch aktive Medizinschule Europas. Der Vorplatz gehört zu den ruhigsten Ecken der Altstadt.

7 Jardin des Plantes

Frankreichs ältester botanischer Garten, 1593 für die Universität angelegt, ist ein verwunschenes Gelände aus altem Baumbestand, Orangerie und wild wuchernden Ecken. Kein aufgeräumter Schlosspark, sondern ein Ort zum Durchatmen mit Patina. Die Öffnungstage wechseln, prüfe sie vorher.

8 Antigone

Vom Zentrum spazierst du in wenigen Minuten in eine andere Welt: Antigone, das monumentale Viertel des katalanischen Architekten Ricardo Bofill aus den 1980er Jahren, neoklassizistische Formen im XXL-Format, die sich bis zum Fluss Lez ziehen. Man muss es nicht schön finden, gesehen haben sollte man es.

9 MOCO: zeitgenössische Kunst

Das MOCO bespielt ein Stadtpalais mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und ergänzt das klassische Musée Fabre um die Gegenwart. Zusammen mit der Halle Tropisme und der Streetart-Szene zeigt es das junge Montpellier von seiner kreativen Seite.

10 Ans Meer: Palavas-les-Flots

Montpellier liegt nicht direkt am Wasser, aber das Mittelmeer ist nah: Mit Tram und Bus oder mit dem Rad über den Radweg am Lez erreichst du die Strände von Palavas-les-Flots. Im Sommer ist der Strandnachmittag die logische Ergänzung zum Stadtbummel, die Radstrecke führt flach durch Lagunenlandschaft mit Flamingos.

Route: die Top 10 an einem Tag

Etappe Stationen Zeit
Vormittag Place de la Comédie, Écusson, Kathedrale, Jardin des Plantes ca. 3 Stunden
Mittag Pause auf der Place Saint-Roch oder in den Marktgassen 1 Stunde
Nachmittag Arc de Triomphe, Promenade du Peyrou, Musée Fabre oder MOCO ca. 3 Stunden
Abend Antigone bis zum Lez, Apéro in der Altstadt offen

Die beste Reihenfolge für einen Tag

Starte morgens auf der Place de la Comédie, wenn die Cafés decken und die Trams im Minutentakt Designermuster durchs Bild fahren. Dann durch den Écusson Richtung Kathedrale und Medizinfakultät, weiter zum Jardin des Plantes und hinauf zum Arc de Triomphe und der Promenade du Peyrou. Nachmittags Musée Fabre oder MOCO, danach Antigone bis zum Lez. Den Abend beschließt du mit einem Glas Picpoul auf einem der kleinen Altstadtplätze, etwa der Place Saint-Roch.

Tipp: Achte auf die Straßenbahnen: Jede Linie trägt ein eigenes Design, unter anderem von Christian Lacroix entworfen, von Schwalben bis zu Unterwasserwelten. Die Tramlinien sind hier tatsächlich ein Fotomotiv.

Was Montpellier besonders macht

Montpellier ist unter den Städten Südfrankreichs ein Sonderfall: keine römische Gründung wie Nîmes oder Arles, sondern eine Handels- und Gelehrtenstadt des Mittelalters, die durch Gewürzhandel und ihre Universität reich wurde. Petrarca studierte hier, Rabelais ebenso, und Nostradamus schrieb sich an der Medizinfakultät ein. Diese Mischung aus altem Wissen und junger Gegenwart prägt die Stadt bis heute: mittelalterliche Gassen, in denen Studenten die Cafés füllen, und eine Stadtverwaltung, die seit Jahrzehnten mutige Architektur baut, von Antigone bis zum blau schimmernden Rathaus am Lez.

Für dich als Besucher heißt das: Montpellier ist keine Kulissenstadt, sondern ein Ort mit Alltag. Die Terrassen gehören den Einheimischen, die Preise sind zivil, und niemand verkauft dir Lavendelsäckchen im Dutzend. Genau darin liegt der Reiz, gerade nach den Touristenhochburgen der Provence.

Lohnt sich Montpellier?

Ja, gerade als Kontrastprogramm: Montpellier hat keine einzelne Weltattraktion, dafür ein dichtes, junges, unverbrauchtes Stadterlebnis ohne Touristenmassen. Ein bis zwei Tage sind ideal, danach locken Nîmes mit seinen römischen Bauten, Aigues-Mortes in der Camargue oder Carcassonne, alle gut per Bahn oder Auto erreichbar. Mehr Ziele der Region findest du im Guide zu Okzitanien.

Gut zu wissen: Der Écusson ist fast komplett Fußgängerzone. Lass das Auto in einem Parkhaus am Rand oder komm gleich mit dem Zug: Der Bahnhof Saint-Roch liegt fünf Gehminuten von der Place de la Comédie entfernt.

Praktische Hinweise für den Besuch

Die beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst: Von April bis Juni und im September blüht die Stadt bei angenehmen Temperaturen, im Hochsommer wird es heiß, dann rettet dich die Kombination aus schattigen Gassen, Museen und Strandnachmittag. Fast alle Top 10 sind kostenlos: Comédie, Écusson, Peyrou, Aquädukt, Kathedrale und Antigone kosten keinen Cent, nur die Museen verlangen Eintritt, und auch dort gibt es regelmäßig freie Momente, oft am ersten Sonntag im Monat, prüfe das vorab auf den offiziellen Seiten. Für die Wege in der Stadt brauchst du meist nur die Füße; die Tram hilft bei der Anreise vom Bahnhof und für den Weg ans Meer.

Häufige Fragen

Was muss man in Montpellier unbedingt sehen?

Die Pflicht: Place de la Comédie, die Altstadt L'Écusson und die Promenade du Peyrou mit Arc de Triomphe und Aquädukt, dazu das Musée Fabre für die Kunst. Wer mehr Zeit hat, ergänzt Kathedrale und Medizinfakultät, den Jardin des Plantes und das Bofill-Viertel Antigone. Alles liegt fußläufig beieinander, sodass die Highlights an einem gut gefüllten Tag machbar sind.

Wie viele Tage braucht man für Montpellier?

Ein voller Tag reicht für die Highlights, mit zwei Tagen wird es entspannt: mehr Zeit im Écusson, Museum ohne Eile und abends das Studentenleben auf den Altstadtplätzen. Wer länger bleibt, nutzt Montpellier als Basis für Ausflüge nach Nîmes, Aigues-Mortes oder ans Meer. Als Zwischenstopp auf einer Südfrankreich-Route sind selbst ein Nachmittag und ein Abend lohnend.

Liegt Montpellier am Meer?

Nicht direkt: Die Stadt liegt rund zehn Kilometer landeinwärts. Die Strände von Palavas-les-Flots und Umgebung erreichst du mit Tram und Bus oder auf dem flachen Radweg entlang des Flusses Lez, der durch Lagunen mit Flamingos führt. Im Sommer lässt sich der Stadtbesuch dadurch gut mit einem Strandnachmittag verbinden, ein reines Badeziel ist Montpellier aber nicht.

Ist Montpellier eine Reise wert?

Ja, besonders für alle, die Südfrankreich ohne Touristenströme erleben wollen. Montpellier bietet ein mittelalterliches Zentrum, barocke Plätze, ein Kunstmuseum von nationalem Rang und dank der Universität eine junge, lebendige Atmosphäre mit vielen Cafés und fairen Preisen. Wer eine einzelne Weltberühmtheit erwartet, wird sie nicht finden; wer Stadtgefühl sucht, wird belohnt.

Was kann man in Montpellier bei Regen machen?

Das Musée Fabre füllt allein einen halben Tag mit alten Meistern und den Soulages-Sälen, das MOCO ergänzt zeitgenössische Kunst. Dazu kommen die Kathedrale Saint-Pierre, die überdachten Passagen und Höfe der Altstadt und die Cafés rund um die Place de la Comédie. Regen zieht am Mittelmeer meist schnell durch, oft reicht ein langer Museumsbesuch als Wartezeit.