Reise-Inspiration

Die schönsten Schlösser Frankreichs

Wenn es um Schlösser in Frankreich geht, denken alle an die Loire. Dabei bauten die Könige vor allem rund um Paris, die Herzöge im Westen, und im Süden stehen Festungen, die älter sind als jedes Renaissance-Schloss. Diese Seite versammelt die schönsten Schlösser und Burgen des Landes jenseits der berühmten Schlossrunde.

Zu jedem Bau erfährst du, warum er auf die Liste gehört, wie du hinkommst und worauf du bei den Tickets achten musst.

Die schönsten Schlösser Frankreichs
Foto: Ken and Nyetta, CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Schlösser auf dieser Liste9, von der Île-de-France bis zur Mittelmeerküste
  • UNESCO-WelterbeVersailles, Fontainebleau und die Cité von Carcassonne
  • Ohne Auto machbarVersailles, Fontainebleau, Angers, Saumur, Carcassonne und das Château d'If
  • Beste ReisezeitFrühjahr und Herbst, unter der Woche
  • Loire-SchlösserEigene Seite mit den Highlights des Tals

Und was ist mit der Loire?

Chambord, Chenonceau und ihre Nachbarn haben bei uns eine eigene Seite: die schönsten Loire-Schlösser. Auch das Loiretal als Region stellen wir separat vor. Zwei Schlösser aus dem Tal findest du trotzdem hier: Angers und Saumur liegen am westlichen Rand und fallen bei der klassischen Schlossrunde fast immer hinten runter, völlig zu Unrecht.

Die schönsten Schlösser Frankreichs: unsere Top 9

1 Schloss Versailles

Das Maß aller Dinge: Spiegelsaal, Prunkgemächer und ein Park, in dem du dich einen ganzen Tag verlieren kannst. Versailles ist ab Paris mit der RER C schnell erreicht und entsprechend voll; ohne Zeitfenster-Ticket kommst du in der Saison kaum hinein.

Ehrliche Einordnung: Der Andrang ist der Preis für das spektakulärste Schloss Europas. Komm unter der Woche, sei zur Öffnung da und plane die Trianon-Schlösser und die Gärten fest ein, dort verläuft sich die Masse.

2 Schloss Fontainebleau

Acht Jahrhunderte königlicher Geschichte unter einem Dach: Fontainebleau war Residenz von François I. bis Napoleon, der sich hier auf der berühmten Hufeisentreppe von seiner Garde verabschiedete. Innen Renaissance vom Feinsten, außen ein Wald, der Boulderer aus ganz Europa anzieht.

Der entscheidende Vorteil: Fontainebleau bietet fast das Niveau von Versailles bei einem Bruchteil des Andrangs. Wer nur ein Schloss bei Paris ohne Gedränge sehen will, ist hier richtig.

3 Vaux-le-Vicomte

Vaux-le-Vicomte südöstlich von Paris ist das Schloss, das Versailles auslöste: Finanzminister Fouquet ließ es von Le Vau, Le Brun und Le Nôtre errichten. Nach dem legendären Einweihungsfest ließ der gekränkte Ludwig XIV. Fouquet verhaften und engagierte das Trio für sein eigenes, noch größeres Projekt.

Heute ist Vaux das harmonischere Erlebnis: Bau und Garten aus einem Guss, deutlich ruhiger als die königlichen Schlösser. An manchen Sommerabenden wird das ganze Schloss mit Kerzen beleuchtet; die Termine findest du auf der offiziellen Website.

4 Schloss Chantilly

Chantilly nördlich von Paris steht auf zwei Säulen: dem Musée Condé mit einer der bedeutendsten Gemäldesammlungen Frankreichs und den Großen Stallungen mit ihren Reitvorführungen. Der Stifter verfügte, dass kein Bild je verliehen werden darf; was hier hängt, siehst du nur hier.

Dazu kommen ein weitläufiger Park und, der Legende nach, die Erfindung der Schlagsahne. Chantilly ist der eleganteste Halbtagesausflug ab Paris, den viele Besucher schlicht nicht auf dem Zettel haben.

5 Haut-Kœnigsbourg

Hoch über der Rheinebene im Elsass wacht die Hochkönigsburg, wie sie auf Deutsch heißt. Kaiser Wilhelm II. ließ die mittelalterliche Ruine um 1900 aufwendig rekonstruieren; heute wandelst du durch komplette Burgsäle mit Waffenkammern und Kanonen. Bei klarem Wetter reicht der Blick über die Weinberge bis zum Schwarzwald.

Die Burg hat bei uns keine eigene Seite, liegt aber mitten an der Elsässer Weinstraße zwischen Colmar und Straßburg und ist der ideale Kultur-Stopp zwischen zwei Weindörfern.

6 Château d’Angers

Siebzehn Türme aus dunklem Schiefer: Die Festung von Angers sieht aus wie keine zweite in Frankreich. Innen hängt der Apokalypse-Teppich, das größte erhaltene Wandteppich-Ensemble des Mittelalters, rund hundert Meter Bildergeschichte aus dem 14. Jahrhundert.

Angers wird unterschätzt, weil es am westlichen Ende des Loiretals liegt. Dabei ist der Kontrast aus düsterer Wehrmauer und filigranem Teppich eindrucksvoller als manches Renaissance-Schloss weiter flussaufwärts.

7 Château de Saumur

Das Schloss von Saumur kennst du vielleicht, ohne es zu wissen: Es ist das Märchenschloss aus dem Stundenbuch des Herzogs von Berry, einer der berühmtesten Buchmalereien des Mittelalters. Hell aus Tuffstein gebaut, thront es weithin sichtbar über der Loire.

Drumherum liegen Tuffsteinkeller voller Schaumwein, die Reitschule Cadre Noir und eine entspannte Kleinstadt. Saumur ist der Beweis, dass sich die Loire auch abseits von Chambord lohnt.

8 Cité von Carcassonne

Streng genommen kein Schloss, sondern eine komplette Festungsstadt mit doppeltem Mauerring und Dutzenden Türmen: Carcassonne gilt als größte Festungsstadt Europas. Im Inneren der Cité liegt mit dem Château Comtal noch einmal eine Burg in der Burg, für die du ein Ticket brauchst.

Ehrlich: Die spitzen Turmdächer sind eine romantische Zutat der Restaurierung im 19. Jahrhundert. Der Wow-Effekt beim ersten Blick auf die Silhouette ist trotzdem real, besonders abends, wenn die Tagesbesucher weg sind.

9 Château d’If

Eine Festungsinsel vor Marseille, berühmt geworden als Gefängnis des Grafen von Monte Christo: Das Château d’If erreichst du per Boot ab dem Alten Hafen, und die Überfahrt mit Blick zurück auf die Stadt ist die halbe Attraktion.

Ehrliche Einordnung: Die Festung selbst ist karg. Es geht um die Geschichte, das Meer und die Kombination mit den Frioul-Inseln nebenan. Als Halbtagesausflug ab Marseille aber genau richtig.

So verteilst du die Schlösser auf eine Reise

Alle neun in einem Urlaub zu sehen ist unrealistisch, und das musst du auch nicht. Sinnvoller sind drei Pakete. Erstens: Paris als Basis, dazu Versailles, Fontainebleau, Vaux-le-Vicomte und Chantilly als Tagesausflüge; mehr als zwei Schlösser pro Städtetrip stumpfen allerdings ab, such dir die zwei aus, die dich am meisten reizen. Zweitens: der Westen, also Angers und Saumur, kombiniert mit der klassischen Runde durch die Loire-Schlösser. Drittens: der Süden, wo Carcassonne und das Château d’If auf einer Route durch Okzitanien und die Provence liegen. Die Haut-Kœnigsbourg nimmst du mit, wann immer dich eine Reise ins Elsass führt.

Tickets und Planung

Die großen Schlösser arbeiten fast alle mit Zeitfenster-Tickets, und die Logik ist überall gleich: erst den Slot fürs Schloss sichern, dann den Rest des Tages drumherum planen. In den Ferien sind die Vormittagsslots zuerst weg. Viele staatliche Schlösser öffnen am ersten Sonntag bestimmter Monate gratis; das ist verlockend, aber auch entsprechend voll. Prüfe außerdem den wöchentlichen Schließtag, fast jedes Schloss hat einen.

Tickets: Für Versailles buchst du das Zeitfenster in der Saison am besten mehrere Wochen im Voraus, direkt beim Schloss. Für Fontainebleau, Vaux-le-Vicomte und Chantilly reichen meist ein paar Tage Vorlauf über die jeweilige offizielle Website.

Versailles: zur offiziellen Website

Tipp: Fontainebleau und Vaux-le-Vicomte liegen nur eine halbe Autostunde auseinander. Zusammen ergeben sie den perfekten Schlösser-Tag ab Paris, ganz ohne das Gedränge von Versailles.

Gut zu wissen: „Château“ heißt auf Französisch beides: Schloss und Burg. Ein „château fort“ ist die Wehrburg, ein „palais“ das Stadtschloss. Deshalb steht auch auf Weinetiketten aus Bordeaux „Château“, wenn nur ein Gut mit Weinbergen gemeint ist.

Häufige Fragen

Welches ist das schönste Schloss Frankreichs?

Kommt darauf an, was du suchst. Das spektakulärste ist Versailles, keine Frage. Das harmonischste Gesamtkunstwerk ist Vaux-le-Vicomte, weil Bau und Garten aus einem Guss entstanden. Von außen gewinnt für uns Saumur mit seiner Märchensilhouette über der Loire, und das eindrucksvollste Mittelalter-Erlebnis bietet die Festung von Angers mit dem Apokalypse-Teppich.

Braucht man für Versailles ein Ticket im Voraus?

Praktisch ja. Das Schloss vergibt Zeitfenster, und in der Saison sind die begehrten Vormittagsslots oft Wochen vorher weg. Buche daher zuerst dein Zeitfenster direkt auf der offiziellen Website und plane erst danach den Rest des Tages. Für die Gärten gelten je nach Saison eigene Regeln, etwa an Tagen mit Fontänenschauspiel.

Welche Schlösser erreicht man gut ohne Auto?

Versailles liegt an der RER C, Fontainebleau erreichst du per Zug plus Stadtbus, Angers, Saumur und Carcassonne haben Bahnhöfe in Laufweite der Sehenswürdigkeiten, und zum Château d'If fährt das Boot ab dem Alten Hafen von Marseille. Schwieriger sind Vaux-le-Vicomte, Chantilly und die Haut-Kœnigsbourg: Dort bist du mit dem Auto deutlich flexibler.

Ist die Cité von Carcassonne noch original?

Teils, teils. Die Anlage selbst ist mittelalterlich und war nie geschleift, aber die markanten spitzen Turmdächer stammen aus der Restaurierung des 19. Jahrhunderts unter Viollet-le-Duc und sind eher romantische Deutung als exakte Rekonstruktion. Dem Erlebnis schadet das kaum: Der Blick auf die doppelte Mauerlinie bleibt einer der großen Momente Südfrankreichs.

Wann besucht man die großen Schlösser am besten?

Unter der Woche im Frühjahr oder Herbst, jeweils direkt zur Öffnung. Im Sommer sind Versailles und Carcassonne ab dem späten Vormittag voll; in Carcassonne lohnt sich dafür der Abend, wenn die Tagesbesucher abgereist sind. Prüfe vor der Anreise den wöchentlichen Schließtag deines Schlosses, der ist je nach Haus unterschiedlich.