Okzitanien · Toulouse

Garonne-Ufer & Pont Neuf

Wenn Toulouse einen magischen Moment hat, dann diesen: Die Sonne sinkt hinter die Garonne, der Backstein glüht, und halb Toulouse sitzt mit Baguette und Freunden auf den Stufen am Quai de la Daurade. Das Garonne-Ufer ist keine Sehenswürdigkeit zum Abhaken, sondern das Lebensgefühl der Stadt.

Dazwischen spannt sich der Pont Neuf, die älteste Brücke der Stadt, und gegenüber liegt mit der Prairie des Filtres die beste Picknickwiese Südfrankreichs.

Garonne-Ufer & Pont Neuf
Foto: Nikopol (Phillip Maiwald), CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionOkzitanien
  • Pont NeufFertiggestellt im 17. Jahrhundert, älteste Brücke der Stadt
  • Beste ZeitDie letzte Stunde vor Sonnenuntergang
  • Dauer des Besuchs1 bis 2 Stunden, gern länger
  • LageWestrand der Altstadt, 10 Gehminuten vom Capitole

Der klassische Abend am Quai de la Daurade

Vom Capitole sind es zehn Minuten hinunter ans Wasser. Am Quai de la Daurade führen breite Stufen bis fast an den Fluss, und am frühen Abend füllen sie sich mit Studenten, Familien und Musikern. Hol dir vorher etwas beim Bäcker oder in der Markthalle, setz dich dazu und schau zu, wie die Kuppel der Grave auf der anderen Seite langsam rosa anläuft. Mehr Programm braucht dieser Ort nicht.

Pont Neuf: alt, schief und unverwüstlich

Der Name täuscht: Der „neue“ Pont Neuf ist die älteste erhaltene Brücke der Stadt, gebaut über rund ein Jahrhundert und seit dem 17. Jahrhundert in Betrieb. Seine ungleichen Bögen mit den runden Entlastungsöffnungen haben Hochwasser überstanden, die andere Brücken wegrissen. Von der Brückenmitte hast du den besten Blick flussauf und flussab, im Abendlicht die klassische Toulouse-Postkarte.

Tipp: Wechsle für das beste Foto die Seite: Vom linken Ufer, unterhalb der Grave, bekommst du Pont Neuf und Altstadtfront zusammen ins Bild, und die Abendsonne steht dabei hinter dir.

Prairie des Filtres: die Stadtwiese

Auf dem linken Ufer, direkt am Pont Neuf, liegt die Prairie des Filtres: eine weite Wiese mit altem Baumbestand, Blick auf die Altstadt und viel Platz zum Liegen, Spielen und Nichtstun. Im Sommer finden hier regelmäßig Feste und Open-Air-Programme statt. Dahinter beginnt Saint-Cyprien, das entspannte Linksufer-Viertel mit Markthalle und Cafés, eine gute Adresse auch für Hotels in Toulouse.

Gut zu wissen: Die Garonne ist ein Gebirgsfluss mit launigem Pegel. Nach starken Regenfällen können die unteren Uferwege überspült und gesperrt sein, die Stufen am Quai bleiben dann trotzdem ein guter Platz.

Tickets: Alles hier ist kostenlos und rund um die Uhr zugänglich. Nur für Bootsfahrten auf Garonne und Kanal buchst du beim Anbieter am Anleger, in der Hochsaison besser einen Tag vorher.

Kombinieren und weiterziehen

Das Ufer ist der perfekte Schlusspunkt eines Altstadttags mit Saint-Sernin und Jacobins. Wer mehr Wasser will, wechselt am nächsten Tag zum Canal du Midi, und die komplette Programmplanung übernimmt die Liste der Sehenswürdigkeiten von Toulouse.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istSind die Stufen an der Daurade voll, weiche auf die Prairie des Filtres oder die Kais weiter flussabwärts aus, Platz am Wasser gibt es immer. Den identischen Blick hast du auch von der Brücke selbst.
  • Wenn es regnetBei Regen lohnt das Ufer kaum. Zieh stattdessen Markthalle, Capitole-Säle oder die Jakobinerkirche vor und komm für den Sonnenuntergang an einem anderen Abend wieder, er ist den zweiten Anlauf wert.
  • Mit KindernWiese statt Stufen: Auf der Prairie des Filtres können Kinder rennen, während die Aussicht bleibt. Am Wasser selbst gilt Aufsicht, die Ufer sind offen und die Strömung ist stark.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie oberen Kais und die Brücke sind eben und gut zugänglich, zu den unteren Uferwegen führen Treppen oder teils steile Rampen. Die Prairie des Filtres erreichst du stufenfrei.

Häufige Fragen

Wo sieht man in Toulouse den schönsten Sonnenuntergang?

Am rechten Garonne-Ufer: Die Stufen am Quai de la Daurade und der Pont Neuf blicken nach Westen über den Fluss, im Abendlicht glüht der Backstein der Stadt. Alternativ legst du dich auf die Prairie des Filtres am linken Ufer, dort hast du die Altstadtfront als Kulisse.

Warum heißt der Pont Neuf „neue Brücke“, wenn er so alt ist?

Als die Brücke nach rund hundert Jahren Bauzeit im 17. Jahrhundert fertig wurde, war sie tatsächlich die neueste der Stadt, der Name blieb einfach hängen. Inzwischen ist sie die älteste erhaltene Garonne-Brücke von Toulouse, ihre Vorgänger wurden allesamt von Hochwassern zerstört.

Kann man in Toulouse eine Bootsfahrt auf der Garonne machen?

Ja, vom Anleger an der Daurade starten saisonal Rundfahrten auf der Garonne, teils kombiniert mit dem Canal du Midi samt Schleusenerlebnis. Gebucht wird direkt am Anleger oder online beim Anbieter, in den Sommerferien sicherst du dir Plätze besser einen Tag im Voraus.

Was ist die Prairie des Filtres?

Eine große öffentliche Wiese am linken Garonne-Ufer direkt am Pont Neuf, früher Teil der städtischen Wasserfiltration, heute die beliebteste Picknick- und Liegewiese der Stadt. Im Sommer wird sie regelmäßig zur Bühne für Feste und Open-Air-Veranstaltungen. Der Eintritt ist frei.