Auf einen Blick
- Gebäudeehemaliger Königspalast
- Museum seit1793
- Glaspyramide1989, Architekt I. M. Pei
- Lage1. Arrondissement, an der Seine
- Besuchsdauer3 bis 4 Stunden
- Beste Zeitzur Öffnung oder am Abend
Tickets: ohne Zeitfenster stehst du draußen
Der Louvre vergibt den Eintritt über Zeitfenster. In den Schulferien und an Wochenenden sind die beliebten Vormittagsslots oft Tage bis Wochen vorher ausgebucht, an einem grauen Winterdienstag bekommst du meist auch kurzfristig etwas. Buche trotzdem so früh wie möglich: Online kostet das Ticket nicht mehr als an der Kasse, erspart dir aber die längste Schlange. Unter 18 ist der Eintritt übrigens frei, junge EU-Bürger bis 25 zahlen in der Regel ebenfalls nichts: Ausweis mitnehmen, ein Zeitfenster brauchst du trotzdem.
Tickets: Zeitfenster-Tickets gibt es auf der offiziellen Website. Wähle einen Slot direkt zur Öffnung oder am späten Nachmittag, dann ist es innen am erträglichsten. Finger weg von Wiederverkäufern mit Aufschlag.
Gut zu wissen: Der Louvre hat einen festen Schließtag pro Woche und an bestimmten Abenden verlängerte Öffnung; beides ändert sich gelegentlich, prüfe es vor der Planung auf louvre.fr. Die Abendöffnung ist der leerste Moment der Woche.
Die Eingänge: so umgehst du die Pyramiden-Schlange
Der Haupteingang durch die Glaspyramide ist der berühmteste und der langsamste: Hier stellen sich fast alle an. Nimm stattdessen den Eingang Carrousel du Louvre an der Rue de Rivoli 99: Er führt unterirdisch durch eine Einkaufspassage direkt unter die Pyramide, meist mit deutlich kürzerer Wartezeit. Der dritte Eingang, die Porte des Lions am Seineflügel, ist der schnellste von allen, öffnet aber unregelmäßig. Wo auch immer du hineingehst: Eine Sicherheitskontrolle passierst du immer, mit kleiner Tasche geht es schneller.
Rundgang: die Highlights in drei Stunden
Geh zuerst zur Mona Lisa, entweder gleich nach der Öffnung oder in der letzten Stunde vor Schließung; dazwischen schiebt sich eine dichte Menschentraube durch die Salle des États im Denon-Flügel. Rechne mit Blick aus einigen Metern Entfernung, das Bild ist kleiner, als viele erwarten.
Danach hast du das Schlimmste hinter dir und kannst in Ruhe schauen: die Nike von Samothrake über der großen Treppe, die Venus von Milo in der Antikensammlung, Delacroix‘ Die Freiheit führt das Volk und die riesige Krönung Napoleons gleich neben der Mona Lisa, dazu die vergoldete Galerie d’Apollon mit den Kronjuwelen.
Wenn danach noch Energie übrig ist, lohnt die ägyptische Abteilung im Sully-Flügel: Sphinx, Mumien und Skarabäen, bei Kindern ohnehin die beliebteste Ecke des Hauses.
Lass beim ersten Besuch guten Gewissens ganze Abteilungen weg: Kunsthandwerk, nordische Malschulen und weite Teile der Antike verkraftest du an einem zweiten Tag besser. Ein ruhiger Schlusspunkt ist die Cour Marly im Richelieu-Flügel, ein lichter Hof voller Pferdeskulpturen, den die meisten Besucher nie sehen.
Tipp: Schnapp dir am Eingang den kostenlosen Übersichtsplan oder lade ihn vorher aufs Handy und markiere dir maximal acht Werke. Wer mit einer endlichen Liste läuft, sieht am Ende mehr, weil unterwegs Muße für Zufallsfunde bleibt.
Palast, Festung, Museum
Der Louvre begann um 1200 als Festung, wuchs über Jahrhunderte zum Königspalast und wurde 1793 in der Revolution zum Museum. Diese Schichten siehst du beim Rundgang: Im Untergeschoss stehst du vor den wuchtigen Fundamenten der mittelalterlichen Burg, im Richelieu-Flügel glänzen die Prunksäle Napoleons III., und über allem schwebt seit 1989 die Glaspyramide als Haupteingang. Allein die Fassaden vom Innenhof aus sind einen Rundgang wert, auch ganz ohne Ticket.
Drei Fehler, die du dir sparst
Erstens: ohne Plan hineinstolpern. Der Louvre hat drei Flügel mit jeweils vier Ebenen, wer ziellos läuft, verbringt die halbe Zeit auf Rolltreppen. Zweitens: alles fotografieren. Hinter dem Display gesehen ist nicht gesehen, und vor der Mona Lisa ist das Handy-Meer ohnehin dichter als die Kunst. Drittens: den Besuch ans Ende eines vollen Tages legen. Der Louvre verdient frische Beine und ein frühes Zeitfenster, danach trägt dich der Rest des Tages von allein.
Praktisch: Taschen, Pausen, Kräfte einteilen
Große Rucksäcke und Koffer müssen in die Garderobe, kleine Taschen darfst du mitnehmen. Museumsmüdigkeit ist im Louvre keine Schande, sondern Physik: Nach drei bis vier Stunden ist bei fast jedem Schluss. Plane eine Kaffeepause ein und hör auf, solange es noch schön ist.
Kombinieren: Tuilerien und Orsay
Direkt vor der Tür beginnt der Jardin des Tuileries, die perfekte Erholung nach dem Bildersturm. Auf der anderen Seineseite wartet das Musée d’Orsay, aber tu dir beide Häuser nicht am selben Tag an. Mit dem Paris Museum Pass kommst du in beide, ein Zeitfenster brauchst du trotzdem. Was sonst in der Nähe liegt, zeigt dir die Top 20 von Paris, und fürs Danach lohnt ein Abendblick auf die beleuchtete Opéra Garnier, zehn Gehminuten entfernt. Und wenn dir nach Luft ist: Der Uferweg an der Seine Richtung Pont des Arts gehört zu den schönsten Spaziergängen der Stadt, Blick auf die Île de la Cité inklusive.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istKeine Zeitfenster mehr? Prüfe die Abendöffnung, dort sind fast immer Slots frei, oder versuch es an der Porte des Lions, wenn sie geöffnet ist. Alternativ hat Paris genug Weltklasse-Ersatz: Orsay, Orangerie oder der Invalidendom nehmen dir den Tag nicht übel.
- Wenn es regnetDer Louvre ist der Regenplan der ganzen Stadt, genau deshalb ist er an verregneten Tagen besonders voll. Wenn der Wetterbericht Regen ankündigt, buche deinen Slot so früh am Tag wie möglich und nimm den unterirdischen Eingang Carrousel, dort wartest du im Trockenen.
- Mit KindernMit Schnitzeljagd statt Vollprogramm: Mona Lisa, Sphinx, Mumien und die mittelalterlichen Burgmauern im Untergeschoss tragen gut zwei Stunden. Kinderwagen sind erlaubt, die Lifte versteckt, aber vorhanden. Danach Luft und Karussell im Jardin des Tuileries.
- Mit eingeschränkter MobilitätFür ein Haus dieser Größe gut gelöst: Lifte erschließen fast alle Bereiche, an der Pyramide gibt es eine Hebeplattform, Leihrollstühle stehen bereit. Die Distanzen im Haus sind trotzdem enorm, plane großzügig Pausen ein.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit braucht man für den Louvre?
Für die Highlights reichen drei Stunden, mit Pausen und Umwegen werden es schnell vier. Alles sehen zu wollen ist aussichtslos: Du würdest Tage brauchen und nach wenigen Stunden nichts mehr aufnehmen. Besser einen klaren Rundgang planen, die Ikonen abhaken und einen ruhigen Flügel zum Ausklang wählen.
Muss man den Louvre vorher buchen?
Praktisch ja. Der Eintritt läuft über Zeitfenster, und in Ferienzeiten, an Wochenenden und bei Regenwetter sind die guten Slots früh weg. Unter der Woche in der Nebensaison bekommst du oft auch kurzfristig ein Fenster. Auch mit Museum Pass musst du in der Regel ein Zeitfenster reservieren.
Wo hängt die Mona Lisa und wie voll ist es dort?
In der Salle des États im Denon-Flügel, gut ausgeschildert, du folgst ohnehin dem Strom. Vor dem Bild bildet sich fast den ganzen Tag eine dichte Menschentraube mit eigener Warteschlange. Am entspanntesten ist es direkt nach der Öffnung oder kurz vor Schließung; rechne trotzdem mit einigen Metern Abstand zum Bild.
Welcher Eingang zum Louvre ist am schnellsten?
Meist der unterirdische Eingang Carrousel du Louvre an der Rue de Rivoli 99, der durch eine Passage direkt unter die Pyramide führt. Die Porte des Lions am Seineflügel ist noch schneller, öffnet aber nicht zuverlässig. Die Pyramide selbst ist der schönste, aber langsamste Weg hinein.
Ist der Louvre im Paris Museum Pass enthalten?
Ja, der Louvre gehört zu den Häusern des Paris Museum Pass. Du sparst damit aber nur Geld, nicht Zeit: Ein Zeitfenster musst du meist trotzdem online reservieren, und die Sicherheitskontrolle durchläufst du wie alle anderen. Ob sich der Pass insgesamt rechnet, hängt von der Zahl deiner Museumsbesuche ab.