Elsass · Straßburg

Essen & Trinken in Straßburg

Straßburg isst anders als der Rest Frankreichs: Die elsässische Küche ist herzhaft, deutsch geprägt und trotzdem unverkennbar französisch verfeinert. Ihr Zuhause ist die Winstub, die holzgetäfelte Weinstube, in der Choucroute dampft und der Riesling im Henkelglas kommt.

Dieser Guide erklärt dir die Winstub-Kultur, die Gerichte, die du probieren solltest, die ungeschriebenen Tarte-flambée-Regeln und die Weine, die dazu gehören.

Auf einen Blick

  • KücheElsässisch: deftig, deutsch geprägt, französisch verfeinert
  • InstitutionDie Winstub, traditionelle Weinstube
  • KlassikerTarte flambée, Choucroute, Baeckeoffe, Kugelhopf
  • WeinRiesling, Gewurztraminer, Pinot Gris, Crémant d'Alsace
  • TrinkgeldBedienung ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist Geste

Die Winstub: so funktioniert sie

Eine Winstub ist keine Weinbar und kein Restaurant, sondern etwas dazwischen: dunkles Holz, karierte Tischdecken, oft lange Tische, an denen zusammengerückt wird, dazu eine Karte, die seit Jahrzehnten kaum wechselt. Bestellt wird unkompliziert, gegessen wird reichlich. Die klassischen Adressen liegen rund um das Münster und in den Gassen der Altstadtinsel, aber auch in der Krutenau. Abends und im Advent unbedingt reservieren, die guten Stuben sind klein.

Was auf den Teller gehört

Der berühmteste Klassiker ist die Choucroute garnie: Sauerkraut, im Elsass mit Riesling geschmort, dazu ein Berg aus Würsten und gepökeltem Fleisch. Eine Portion reicht für sehr hungrige Menschen. Ebenso typisch: Baeckeoffe, der über Stunden im Tontopf geschmorte Eintopf aus drei Fleischsorten und Kartoffeln, und Coq au Riesling mit Spätzle. Dazu kommen Münsterkäse mit Kümmel, der Gugelhupf als Kuchenklassiker und im Winter Bredele, das elsässische Weihnachtsgebäck. Wer alle Klassiker Frankreichs im Überblick will, findet sie im Beitrag Französische Gerichte.

Tarte flambée: die Regeln

Die Tarte flambée, auf Deutsch Flammkuchen, ist das Nationalgericht: hauchdünner Teig, Rahm, Zwiebeln, Speck, im Holzofen in Minuten gebacken. Und sie hat ihre eigene Etikette. Bestellt wird für den Tisch, nicht pro Person: Die Tartes kommen nacheinander aus dem Ofen, werden geteilt und sofort gegessen, solange sie knusprig sind. Gegessen wird traditionell mit den Händen, die Stücke gerollt. Die klassische Version heißt „gratinée“ mit Käse, süße Varianten mit Apfel und Calvados beschließen das Essen. Misstrauisch darfst du werden, wenn ein Lokal Tarte flambée mittags einzeln als Touristensnack verkauft: Die guten Adressen servieren sie abends und im Takt des Ofens.

Tipp: Meide die Restaurants mit Speisekarten in fünf Sprachen direkt am Münsterplatz und in den Hauptgassen von Petite France. Zwei Straßen weiter, Richtung Krutenau oder an den ruhigeren Ill-Ufern, isst du besser und günstiger.

Elsässer Wein und was sonst ins Glas kommt

Das Elsass ist Weißweinland: trockener Riesling, würziger Gewurztraminer, runder Pinot Gris und der unterschätzte Sylvaner, dazu Crémant d’Alsace als Schaumwein, der jeden Anlass aufwertet. In der Winstub bestellst du den Wein oft offen im Tonkrug oder Henkelglas, unkompliziert und fair bepreist. Die Winzer sitzen an der Elsässer Weinstraße vor der Stadt, ein Tagesausflug mit Probe gehört zum Straßburg-Besuch dazu. Bierfreunde kommen ebenfalls nicht zu kurz, das Elsass ist traditionell Frankreichs Brauregion.

Süßes und Mitbringsel

Straßburg kann auch süß: Gugelhupf zum Kaffee, Pain d’épices, der elsässische Gewürzkuchen mit langer Tradition, und im Advent Bredele in Dutzenden Sorten, am schönsten direkt vom Produzentenstand auf dem Weihnachtsmarkt. Gut transportierbar und immer richtig als Mitbringsel: eine Flasche Crémant, Senf und Konfitüren aus der Region. Ein Glas eingelegter Münsterkäse dagegen macht sich im Rucksack schnell unbeliebt.

Gut zu wissen: Die Bedienung ist in Frankreich im Preis inbegriffen, „service compris“ steht auf der Rechnung. Trinkgeld ist keine Pflicht: Bei gutem Service rundest du auf oder lässt ein paar Münzen liegen, mehr erwartet niemand. Und wie überall in Frankreich gilt: Mittagsmenüs sind das beste Preis-Leistungs-Fenster des Tages.

Häufige Fragen

Was ist eine Winstub?

Die elsässische Weinstube: ein gemütliches, holzgetäfeltes Lokal, das traditionelle Gerichte wie Choucroute, Baeckeoffe und Tarte flambée mit regionalem Wein serviert. Winstubs sind meist klein und beliebt, abends und in der Adventszeit solltest du reservieren. Sie sind die beste Adresse, um die elsässische Küche kennenzulernen.

Was muss man in Straßburg unbedingt essen?

Tarte flambée frisch aus dem Holzofen, geteilt am Tisch, und einmal Choucroute garnie oder Baeckeoffe in einer Winstub. Dazu Münsterkäse für Mutige, Gugelhupf zum Kaffee und im Advent Bredele vom Weihnachtsmarkt. Als Getränk gehört ein Elsässer Riesling oder ein Glas Crémant dazu.

Wie isst man Tarte flambée richtig?

Für den ganzen Tisch bestellen, nicht pro Person: Die Tartes kommen nacheinander aus dem Ofen und werden sofort geteilt, solange der Teig knusprig ist. Gegessen wird klassisch mit den Händen, die Stücke gerollt. Erst die herzhaften Varianten, zum Abschluss eine süße mit Apfel.

Gibt man in Straßburg Trinkgeld?

Die Bedienung ist im Preis enthalten, auf der Rechnung steht „service compris“. Trinkgeld ist deshalb freiwillig: Bei gutem Service lässt man ein paar Münzen liegen oder rundet auf, üblich sind kleine Beträge, keine deutschen zehn Prozent. Niemand schaut schief, wenn du nichts gibst.

Ist Essen gehen in Straßburg teuer?

Moderater als in Paris: Winstub-Hauptgerichte und Tarte flambée sind bezahlbar, offene Weine fair kalkuliert. Am meisten sparst du mit dem Mittagsmenü, „formule“ oder „menu du jour“, das viele Lokale werktags anbieten. Teuer wird es vor allem in den Touristenlagen direkt am Münster und in Petite France.