Elsass · Straßburg

Straßburger Münster

Das Straßburger Münster ist eine der größten gotischen Kirchen Europas und das Wahrzeichen des Elsass: ein einzelner Turm aus rosa Vogesen-Sandstein, 142 Meter hoch, über Jahrhunderte das höchste Bauwerk der Welt. Victor Hugo nannte es ein Wunder, und wenn du aus einer engen Gasse auf die Fassade zuläufst, verstehst du warum.

Der Besuch lohnt sich für jeden Straßburg-Reisenden, kostet im Hauptschiff nichts und lässt sich gut mit astronomischer Uhr und Turmplattform zu einem halben Tag ausbauen.

Auf einen Blick

  • BaustilGotik, Westfassade nach Plänen von Erwin von Steinbach
  • Turm142 Meter, vollendet 1439
  • MaterialRosa Sandstein aus den Vogesen
  • Plattform332 Stufen, auf 66 Metern Höhe
  • Dauer1 bis 2 Stunden mit Plattform

Warum das Münster so besonders ist

Die Westfassade ist ein steinernes Spitzengewebe: Tausende Figuren, Fialen und Bögen, die je nach Licht von rosa bis tiefrot leuchten. Dass nur ein Turm gebaut wurde, macht die Silhouette unverwechselbar. Innen beeindrucken die mittelalterlichen Glasfenster und die riesige Rosette über der Orgel. Nimm dir Zeit für die Details: die Engelssäule im Querschiff und die Kanzel gehören zum Feinsten der Gotik.

Kurz zur Geschichte

Auf romanischen Fundamenten wuchs ab dem 13. Jahrhundert der gotische Bau, die Westfassade folgt Plänen von Erwin von Steinbach, 1439 war der Turm vollendet. Mehr als zwei Jahrhunderte lang war das Münster danach das höchste Bauwerk der Welt. Die Stadt wechselte mehrfach die Nationalität, ihr Fixpunkt blieb: Auf der Grande Île laufen bis heute fast alle Gassen auf diese Fassade zu, und der erste Blick aus der engen Rue Mercière auf das Portal gehört zu den großen Ankunftsmomenten in Frankreich.

Die astronomische Uhr

In der Südquerhaus-Ecke steht die berühmte astronomische Uhr aus dem 19. Jahrhundert, ein Meisterwerk des Uhrmachers Jean-Baptiste Schwilgué. Kleine Figuren zeigen die Lebensalter, ein Hahn kräht, und einmal täglich mittags läuft das große Apostelspiel ab. Dafür gibt es ein eigenes Ticket und einen separaten Einlass, sei deutlich vor Beginn dort, die Plätze sind begrenzt. Die aktuellen Zeiten stehen auf der offiziellen Website.

332 Stufen: die Plattform

Der Aufstieg zur Plattform auf 66 Metern ist ein Erlebnis für sich: eine enge Wendeltreppe im Sandstein, dann ein weiter Blick über Altstadtdächer, Schwarzwald und Vogesen. Die 332 Stufen sind machbar, aber schweißtreibend, festes Schuhwerk hilft. Oben stehst du übrigens erst am Fuß des Turmhelms, schon Goethe stieg hier hinauf, um seine Höhenangst zu bekämpfen.

Tipp: Geh als Erstes am Morgen auf die Plattform, dann ist die Treppe frei und das Licht über Petite France am schönsten. Danach ins Hauptschiff, wenn die ersten Gruppen wieder draußen sind.

Lichtshow im Sommer

An Sommerabenden wird die Fassade regelmäßig mit einer Licht- und Klangshow bespielt, die die Bauphasen und Figuren zum Leben erweckt. Kostenlos, ohne Anmeldung, und ein guter Abschluss für den Tag: vorher Abendessen in einer Winstub, dann mit einem Eis auf den Münsterplatz. Termine wechseln je nach Saison, prüfe sie vor Ort oder online. Im Advent übernimmt der Weihnachtsmarkt die Bühne rund ums Münster, dann leuchten die Buden bis in den Abend und die Fassade wird angestrahlt.

Praktisch für deinen Besuch

Der Eintritt ins Münster ist frei, es gelten die üblichen Regeln einer aktiven Kirche: Schultern bedeckt, leise während der Messen. Der Turmaufgang liegt außen an der Südseite, nicht im Hauptportal. Rund um den Platz ist es voll und teuer, fürs Essen lohnt der kurze Weg in die Seitengassen, Tipps dazu im Guide Essen & Trinken. Das Palais Rohan liegt direkt nebenan, die Kombination füllt einen halben Tag perfekt. Wie das Münster in ein bis zwei Straßburg-Tage passt, zeigt der Überblick Straßburg Sehenswürdigkeiten.

Tickets: Hauptschiff frei, Plattform und Apostelspiel kosten separat. In Ferienzeiten sichere dir das Plattform-Ticket am Vormittag, gegen Mittag bilden sich Schlangen am Turmaufgang.

Zur offiziellen Website

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istWenn die Schlange am Turmaufgang zu lang ist, dreh die Reihenfolge um: erst Palais Rohan oder Bootsfahrt, Plattform dann am späten Nachmittag. Fürs Apostelspiel gilt: Ohne Ticket am Vormittag wird es mittags eng, versuch es am nächsten Tag früher.
  • Wenn es regnetDas Münster ist das beste Schlechtwetterziel der Stadt, nur die Plattform lohnt bei Regen nicht. Kombiniere das Innere mit den drei Museen im Palais Rohan nebenan.
  • Mit KindernDer Hahn und die Figuren der astronomischen Uhr ziehen bei Kindern erstaunlich gut, die Plattform ist ab dem Grundschulalter ein Abenteuer. Für Kleinkinder ist die enge Treppe nichts, dafür gibt es vor dem Portal Tauben und Eis.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDas Hauptschiff ist stufenarm zugänglich, die Plattform ausschließlich über die enge Wendeltreppe. Rund um das Münster liegt Kopfsteinpflaster, mit Rollstuhl oder Kinderwagen sind die glatteren Plattenwege auf der Nordseite angenehmer.

Häufige Fragen

Wie viele Stufen hat das Straßburger Münster?

Zur Besucherplattform sind es 332 Stufen über eine enge Wendeltreppe, oben stehst du auf rund 66 Metern. Der Aufstieg dauert je nach Tempo 10 bis 15 Minuten. Einen Aufzug gibt es nicht, gutes Schuhwerk und ein bisschen Kondition reichen aber völlig.

Was kostet der Eintritt ins Straßburger Münster?

Das Hauptschiff ist kostenlos zugänglich, wie in den meisten französischen Kirchen. Bezahlt wird nur für Extras: den Aufstieg zur Plattform und die Vorführung der astronomischen Uhr. Aktuelle Preise und Zeiten findest du auf der offiziellen Website cathedrale-strasbourg.fr.

Wann läuft die astronomische Uhr im Münster?

Das große Apostelspiel mit allen Figuren läuft einmal täglich mittags, mit separatem Einlass und eigenem Ticket. Kleinere Bewegungen der Uhr siehst du auch sonst im Viertelstundentakt. Sei früh dort, die Plätze für die Vorführung sind begrenzt und in Ferienzeiten schnell vergeben.

Lohnt sich der Aufstieg auf die Plattform?

Ja, wenn du gut zu Fuß bist: Der Blick über die Altstadtdächer bis zu Schwarzwald und Vogesen ist der beste der Stadt. Die Wendeltreppe ist eng und wird an Nachmittagen voll, morgens läuft es entspannter. Wer Treppen scheut, nimmt stattdessen die kostenlose Terrasse auf dem Barrage Vauban.

Warum hat das Münster nur einen Turm?

Geplant waren zwei Türme, gebaut wurde aus Geld- und Statikgründen nur der nördliche, vollendet 1439. Genau das macht die Silhouette heute so markant: die einseitige Spitze über der breiten Fassade. Jahrhundertelang war das Münster damit das höchste Bauwerk der Welt.