Auf einen Blick
- LageInsel zwischen zwei Armen der Ill, das historische Zentrum
- UNESCOWelterbe seit 1988, 2017 um die Neustadt erweitert
- MittelpunktPlace Kléber mit der Aubette
- DauerEin halber bis ganzer Tag zu Fuß
Orientierung: so liegt die Insel
Die Insel ist überschaubar: gut anderthalb Kilometer lang, zu Fuß in 20 Minuten zu durchqueren. Im Osten steht das Münster, im Südwesten liegt Petite France, dazwischen spannen sich die Einkaufsachsen Grand’Rue und Rue des Grandes-Arcades. Vom Bahnhof kommst du über die Fußgängerbrücken in wenigen Minuten auf die Insel. Merk dir drei Plätze, dann findest du dich immer zurecht: Kléber im Zentrum, Gutenberg am Münster, Broglie im Nordosten.
Place Kléber und die Aubette
Die Place Kléber ist die gute Stube der Stadt: weit, offen, mit dem Denkmal des Revolutionsgenerals Kléber in der Mitte. Die Nordseite nimmt die Aubette ein, ein klassizistischer Bau aus dem 18. Jahrhundert. Ihr Geheimnis liegt im Obergeschoss: Ende der 1920er gestalteten Theo van Doesburg, Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp hier Festsäle in radikaler Avantgarde-Ästhetik, die „Aubette 1928“ gilt als Sixtinische Kapelle der abstrakten Kunst. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist aber nicht täglich, prüfe die Tage vorab.
Gut zu wissen: Im Advent steht auf der Place Kléber der große Weihnachtsbaum, das Zentrum des Straßburger Weihnachtsmarkts. Dann ist die Insel komplett auf Weihnachten umgestellt, mit Zugangskontrollen an den Brücken.
Die schönsten Wege über die Insel
Statt der Einkaufsstraßen nimm die Parallelwege: die Rue des Juifs mit ihren Höfen, das Gerberviertel um die Rue du Bain-aux-Plantes, die Ufer der Ill mit Blick auf die Fassadenzeilen. An der Place Gutenberg lohnt ein Blick auf das Renaissance-Rathaus der Kaufleute, an der Place Broglie auf Oper und Stadtpalais. Von dort sind es zwei Schritte zur Ill, wo die Bootsfahrt ablegt, die beste Art, die Insel einmal komplett zu umrunden.
Warum die Insel Welterbe ist
Die UNESCO zeichnete nicht ein einzelnes Gebäude aus, sondern das Ensemble: gotisches Münster, mittelalterliche Gassen, Renaissance-Fachwerk und französische Stadtpaläste auf engstem Raum, dazu die intakte Insellage. 2017 kam die Neustadt aus der deutschen Kaiserzeit dazu, das Welterbe erzählt seitdem ausdrücklich die doppelte, deutsch-französische Geschichte der Stadt. Zwischen beiden Welten liegen nur die Brücken über die Ill.
Tipp: Lauf einmal komplett am Wasser um die Insel, gut eine Stunde. Du siehst dabei fast alle Highlights von ihrer ruhigen Seite und verstehst die Stadt besser als auf jeder Einkaufsstraße. Einkehrideen am Weg findest du unter Essen & Trinken.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istVoll wird es nur auf den Hauptachsen und am Münsterplatz. Zwei Straßen weiter ist immer Luft: Rue des Juifs, die Ill-Ufer oder der Nordosten um die Place Broglie sind selbst im Advent entspannt.
- Wenn es regnetMuseen statt Gassen: Palais Rohan, Aubette 1928 und das Musée Alsacien liegen alle auf oder direkt an der Insel. Die Arkaden an der Rue des Grandes-Arcades halten dich auf dem Weg dazwischen halbwegs trocken.
- Mit KindernDie Insel ist autoarm und kompakt, gut für Kinderbeine. Plane Stopps ein: Enten füttern verboten, aber gucken erlaubt, dazu Karussell an der Place Gutenberg und Eis auf dem Weg. Bei Erschöpfung rettet die Bootsfahrt den Nachmittag.
- Mit eingeschränkter MobilitätGroße Teile sind Fußgängerzone mit Kopfsteinpflaster unterschiedlicher Härte, die Hauptachsen sind glatter. Trambahnen und Busse halten an mehreren Punkten direkt an der Inselkante, so lassen sich längere Wege abkürzen.
Häufige Fragen
Warum ist die Grande Île UNESCO-Welterbe?
Weil hier ein komplettes historisches Stadtzentrum auf einer Insel erhalten ist: Münster, Fachwerkviertel, Renaissance- und Barockbauten in einem geschlossenen Ensemble. Die UNESCO nahm die Insel 1988 auf und erweiterte das Welterbe 2017 um die Neustadt, um auch das deutsche Kapitel der Stadtgeschichte einzuschließen.
Was ist die Aubette 1928?
Eine Reihe von Festsälen im Obergeschoss der Aubette an der Place Kléber, Ende der 1920er von Theo van Doesburg, Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp radikal abstrakt gestaltet. Sie gilt als Schlüsselwerk der modernen Kunst. Der Besuch ist kostenlos, aber nicht täglich möglich, die Öffnungstage stehen auf der Website der Straßburger Museen.
Wie groß ist die Grande Île?
Überschaubar: gut anderthalb Kilometer lang und einige Hundert Meter breit. Zu Fuß durchquerst du die Insel in rund 20 Minuten, für einen Rundgang mit allen Plätzen und Ufern brauchst du einen halben Tag. Genau diese Kompaktheit macht Straßburg als Städtereise so bequem.
Fahren Autos auf der Grande Île?
Nur sehr eingeschränkt. Große Teile der Insel sind Fußgängerzone, der Rest ist verkehrsberuhigt, Parken ist teuer und knapp. Lass das Auto am besten an einem Park-and-Ride-Platz am Stadtrand, wie das funktioniert, steht im Guide zum Verkehr in Straßburg.
Lohnt sich die Place Kléber?
Als Orientierungspunkt und für die Aubette ja, als Selfie-Ziel eher nicht: Der Platz ist groß und wird von Geschäften gerahmt. Seine beste Zeit hat er im Advent mit dem großen Weihnachtsbaum und an Sommerabenden, wenn die Straßburger selbst auf den Bänken sitzen.





