Okzitanien · Toulouse

Canal du Midi in Toulouse

Der Canal du Midi ist das entspannteste Stück Toulouse: ein UNESCO-Welterbe aus dem 17. Jahrhundert, das mitten in der Stadt beginnt und sich unter Platanen bis zum Mittelmeer zieht. In Toulouse gehört er den Radfahrern, Joggern und Hausbootleuten.

Du brauchst weder Boot noch Plan, nur Zeit: Der Treidelpfad am Ufer ist der schönste Rad- und Spazierweg der Stadt und der einfachste Weg, dem Trubel zu entkommen.

Canal du Midi in Toulouse
Foto: Roehrensee, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionOkzitanien
  • Epoche17. Jahrhundert, Bauherr Pierre-Paul Riquet
  • UNESCOWelterbe seit 1996
  • VerlaufRund 240 km von Toulouse bis zum Mittelmeer
  • Dauer des Besuchs1 bis 3 Stunden, als Radtour ein halber Tag
  • StartpunktPort Saint-Sauveur oder Ponts Jumeaux

Ein Kanal, der Geschichte schrieb

Im 17. Jahrhundert verband Pierre-Paul Riquet mit dem Canal du Midi die Garonne mit dem Mittelmeer, damals eine der kühnsten Ingenieursleistungen Europas und seit 1996 UNESCO-Welterbe. Toulouse ist sein Anfangspunkt: An den Ponts Jumeaux im Nordwesten treffen Canal du Midi, Canal de Brienne und der Seitenkanal der Garonne aufeinander. Von dort zieht sich das Wasser als grünes Band einmal um die östliche Altstadt.

Zu Fuß oder mit dem Rad am Treidelpfad

Der alte Treidelpfad ist heute durchgehend Rad- und Fußweg. Die klassische Stadtrunde führt vom Port Saint-Sauveur Richtung Süden, vorbei an Hausbooten, Schleusen und Uni-Gebäuden. Mit dem Leihrad kommst du in einer guten Stunde bis Ramonville und zurück, ambitionierte Radler folgen dem Kanal tageweise weiter Richtung Carcassonne. Schatten, ebene Strecke, null Verkehr: Es gibt keinen einfacheren Halbtagesausflug in Toulouse. Schöner Nebenweg: der kurze Canal de Brienne, der vom Kanalknoten an den Ponts Jumeaux unter alten Bäumen zur Garonne hinunterführt.

Gut zu wissen: Viele der alten Platanen am Kanal mussten wegen einer Pilzkrankheit gefällt werden und werden nach und nach ersetzt. Manche Abschnitte sind darum kahler, als es die berühmten Fotos versprechen, das Gesamtbild bleibt trotzdem grün.

Aufs Wasser: Bootstouren und Hausboot-Flair

Wer den Kanal von der Wasserseite sehen will, startet am Port Saint-Sauveur: Von hier legen Rundfahrten ab, die durch Schleusen und unter alten Brücken hindurchführen, gemächlich und herrlich unspektakulär. Die Touren dauern meist ein bis zwei Stunden und fahren auch mit kleinen Gruppen. Buchungslogik: In den Sommerferien die Tour ein paar Tage vorher sichern, außerhalb reicht meist der Spontankauf am Anleger.

Tickets: Bootstouren buchst du direkt beim Anbieter am Port Saint-Sauveur oder online, in der Hochsaison besser einige Tage im Voraus. Für Treidelpfad und Uferbänke brauchst du natürlich nichts.

Tipp: Deck dich vorher in der Markthalle mit Picknick ein, Bänke und Wiesen am Ufer gibt es reichlich. Was in den Korb gehört, steht im Guide Essen & Trinken in Toulouse.

Kanal, Stadt und Umland verbinden

Der Kanal lässt sich perfekt mit dem Stadtprogramm kombinieren: morgens Capitole und Altstadt, nachmittags Radrunde am Wasser, abends Sonnenuntergang an der Garonne. Radverleih und Verbindungen erklärt die Seite zum Verkehr in Toulouse, und wer dem Kanal weiter folgen will, landet irgendwann in Carcassonne. Alle anderen Highlights sammelt die Liste der Sehenswürdigkeiten von Toulouse.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll wird es am Kanal praktisch nie, höchstens sonntags auf dem Radweg. Dann starte einfach ein Stück weiter südlich am Port Saint-Sauveur oder zieh die Runde auf den Vormittag vor.
  • Wenn es regnetBei leichtem Regen bleibt der Spaziergang unter Baumkronen machbar, bei echtem Schauer weichst du besser in die Markthalle oder die Jakobinerkirche aus und verschiebst die Radrunde auf ein trockenes Fenster.
  • Mit KindernDer ebene, autofreie Treidelpfad ist perfekt für Kinderräder, dazu punkten Schleusen und Hausboote beim Zuschauen. Achte nur auf den Radverkehr und sichere Wasserabstände bei Kleinkindern, Geländer gibt es kaum.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Treidelpfad ist überwiegend asphaltiert und eben, damit auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen gut nutzbar. Einzelne Rampen an Brücken sind steil, die Uferkanten sind ungesichert.

Häufige Fragen

Wo beginnt der Canal du Midi in Toulouse?

Offizieller Anfangspunkt sind die Ponts Jumeaux im Nordwesten der Stadt, wo der Kanal auf den Canal de Brienne und den Seitenkanal der Garonne trifft. Für Besucher ist der Port Saint-Sauveur am östlichen Altstadtrand der praktischere Startpunkt: Hier liegen Hausboote, und die Rundfahrten legen ab.

Kann man in Toulouse am Canal du Midi Rad fahren?

Ja, der alte Treidelpfad ist ein durchgehender, ebener Rad- und Fußweg ohne Autoverkehr. Die beliebteste Runde führt vom Zentrum bis Ramonville und zurück, machbar in ein bis zwei Stunden. Mit mehr Zeit folgst du dem Kanal tageweise Richtung Carcassonne und Mittelmeer.

Lohnt sich eine Bootsfahrt auf dem Canal du Midi?

Wenn du Schleusen einmal von innen erleben willst, ja: Die Rundfahrten ab Port Saint-Sauveur sind gemütlich und familientauglich. Erwarte aber kein Spektakel, der Reiz liegt im langsamen Gleiten unter Bäumen und Brücken. In der Hochsaison buchst du ein paar Tage im Voraus.

Warum ist der Canal du Midi UNESCO-Welterbe?

Der im 17. Jahrhundert unter Pierre-Paul Riquet gebaute Kanal verband erstmals Atlantik und Mittelmeer über Frankreichs Binnenland und gilt mit seinen Schleusen, Brücken und Wasserbauten als Meilenstein der Ingenieurskunst. Die UNESCO nahm ihn 1996 in die Welterbeliste auf.