Okzitanien · Montpellier

Place de la Comédie

Die Place de la Comédie ist das Wohnzimmer von Montpellier: ein riesiger, ovaler Platz zwischen Oper und Esplanade, von den Einheimischen wegen seiner Form „l'Œuf“ genannt, das Ei. Hier laufen alle Wege der Stadt zusammen, hier beginnt jeder Besuch.

Was den Platz sehenswert macht, wann er am schönsten ist und was der Brunnen mit den drei Grazien erzählt, liest du hier.

Place de la Comédie
Foto: Collection Paul Génelot, Public domain · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionOkzitanien
  • SpitznameL'Œuf, „das Ei“, wegen der ovalen Form
  • PrägungOper und Platzgestaltung aus dem 19. Jahrhundert
  • Dauer30 bis 60 Minuten, als Startpunkt ideal
  • EintrittFrei zugänglicher Stadtplatz

Warum dieser Platz die Stadt erklärt

Die Place de la Comédie ist einer der größten Fußgängerplätze Europas, und sie funktioniert wie eine Bühne: Auf der einen Seite die Opéra Comédie aus dem 19. Jahrhundert mit ihrer prunkvollen Fassade, davor der Brunnen mit den drei Grazien, dem Wahrzeichen der Stadt, drumherum Caféterrassen, Straßenmusiker und ein nie abreißender Strom aus Menschen. Rund ein Drittel der Einwohner Montpelliers studiert, und genau so fühlt sich der Platz an: jung, laut, ständig in Bewegung.

Der Name kommt vom Theater: Nach mehreren Bränden früherer Spielstätten bekam die Oper Ende des 19. Jahrhunderts ihre heutige Gestalt. Die drei Grazien aus der griechischen Mythologie tanzen seit über 200 Jahren auf dem Brunnen davor; das Original steht geschützt in der Oper, auf dem Platz grüßt eine Kopie.

So erlebst du den Platz am besten

Komm zweimal. Morgens, wenn die Cafés die Stühle ausrichten und das Licht flach über die Fassaden fällt, gehört das Ei den Zeitungslesern und Pendlern. Abends verwandelt es sich in ein Amphitheater aus Terrassen, Straßenkünstlern und Flaneuren. Dazwischen ist der Platz vor allem Durchgangsraum, den du für den Weg in die Altstadt L’Écusson nutzt, die direkt an der Nordwestecke beginnt.

Vom Platz aus führt die Esplanade Charles de Gaulle unter Platanen zum Kongresszentrum, ein schöner schattiger Spazierweg mit Marktständen. In die andere Richtung erreichst du in wenigen Minuten das Bofill-Viertel Antigone. Und mittendrin kreuzen die Trams mit ihren Designs von Christian Lacroix, die hier zum Stadtbild gehören wie anderswo Denkmäler.

Tipp: Die Caféterrassen auf dem Platz zahlen Aussichtsmiete, und das schmeckst du im Preis. Nimm den Kaffee im Stehen oder zwei Gassen weiter in der Altstadt und gönn dir auf dem Ei stattdessen die Show, die kostenlos ist.

Rundherum: alles in Gehweite

Die Lage macht den Platz zum perfekten Ausgangspunkt: Das Musée Fabre liegt zwei Minuten entfernt am Rand der Esplanade, durch die Altstadt erreichst du in einer Viertelstunde den Arc de Triomphe und die Promenade du Peyrou. Auch der Bahnhof Saint-Roch ist nur fünf Gehminuten entfernt, weshalb du Montpellier bequem als Bahnziel besuchen kannst. Alle Highlights im Überblick findest du unter Montpellier Sehenswürdigkeiten.

Achtung: Der Platz ist das Revier von Unterschriftensammlern und gelegentlich Taschendieben, gerade abends in der Menge. Freundlich weitergehen, Tasche zu, dann bleibt es bei der schönen Show.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istDer Platz ist groß genug, um nie wirklich voll zu wirken; Tickets braucht es keine. Wenn dir das Gewusel zu viel wird, weiche auf die schattige Esplanade Charles de Gaulle direkt dahinter aus oder tauch zwei Gassen tief in den Écusson ab, wo es sofort ruhiger wird.
  • Wenn es regnetBei Regen flüchtest du ins Musée Fabre, zwei Minuten entfernt an der Esplanade, oder in eines der Cafés mit überdachter Terrasse am Platzrand. Die Oper und das Tourismusbüro bieten kurzfristigen Unterschlupf, und Regen zieht am Mittelmeer selten lange durch.
  • Mit KindernDer autofreie Platz ist entspannt mit Kindern: viel Auslauf, Straßenkünstler, Eisdielen und die Design-Trams als Dauerattraktion. Auf der Esplanade gibt es Schatten und Spielraum. Nur abends in der dichten Menge solltest du kleine Kinder an der Hand behalten.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Platz ist eben, glatt gepflastert und komplett stufenfrei, auch die Esplanade ist barrierefrei. Tramhaltestellen mit niederflurigem Einstieg liegen direkt am Rand. Erst in den Gassen der angrenzenden Altstadt wird das Pflaster unebener.

Häufige Fragen

Warum heißt die Place de la Comédie „das Ei“?

Wegen ihrer Form: Der zentrale Bereich des Platzes wurde im 18. Jahrhundert als Oval angelegt, auf dem früher Kutschen ihre Runden drehten. Die Einheimischen tauften ihn „l'Œuf“, das Ei, und der Name blieb, obwohl der Platz heute viel größer ist. Wenn dich jemand in Montpellier zum Ei bestellt, ist immer die Place de la Comédie gemeint.

Was stellt der Brunnen auf der Place de la Comédie dar?

Die drei Grazien, Göttinnen der Anmut aus der griechischen Mythologie. Der Brunnen des Bildhauers Étienne d'Antoine stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und ist das Wahrzeichen der Stadt. Auf dem Platz steht heute eine Kopie, das empfindliche Original wurde in die Oper gerettet, wo es im Foyer bewundert werden kann. Als Treffpunkt hat der Brunnen dieselbe Rolle wie eh und je.

Wann ist die Place de la Comédie am schönsten?

Früh am Morgen und am Abend. Morgens hast du das Oval fast für dich, das Licht liegt flach auf Oper und Fassaden, die Cafés decken auf. Ab dem späten Nachmittag füllt sich der Platz mit Straßenmusik, Terrassenleben und Studenten, dann zeigt er seine zweite, laute Seite. In der Mittagshitze ist er dagegen vor allem eine große, schattenlose Fläche.

Ist die Place de la Comédie autofrei?

Ja, der Platz und die angrenzende Altstadt sind Fußgängerzone, nur die Straßenbahnen kreuzen am Rand. Genau das macht das Flanieren so angenehm. Wer mit dem Auto kommt, parkt am besten in einem der Parkhäuser am Rand des Zentrums, etwa unter der Esplanade. Bequemer ist die Anreise per Zug: Der Bahnhof Saint-Roch liegt fünf Gehminuten entfernt.

Lohnt sich ein Besuch in der Opéra Comédie?

Von außen gehört die Oper ohnehin zum Pflichtprogramm, ihre Fassade beherrscht den Platz. Innen erlebst du sie am besten bei einer Vorstellung: Oper, Konzert oder Ballett, die Karten sind oft erschwinglicher als in Paris. Tagsüber ist das Haus nur eingeschränkt zugänglich, gelegentlich werden Führungen angeboten. Infos dazu bekommst du beim Tourismusbüro auf dem Platz.