Okzitanien · Montpellier

Promenade du Peyrou & Aquädukt

Die Promenade du Peyrou ist die Königsterrasse von Montpellier: eine barocke Esplanade am höchsten Punkt der Altstadt, mit Reiterstandbild Ludwigs XIV., einem Wasserturm wie ein Gartentempel und dem Blick auf den Aquädukt Saint-Clément, der auf zwei Bogenreihen heranzieht.

Warum du hierher zum Sonnenuntergang kommst und was es mit dem Wasserbauwerk auf sich hat, liest du hier.

Promenade du Peyrou & Aquädukt
Foto: Zairon, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionOkzitanien
  • EpocheAngelegt ab dem 17. Jahrhundert, vollendet im 18.
  • WahrzeichenChâteau d'eau und Aquädukt Saint-Clément
  • Dauer45 bis 90 Minuten
  • Bester ZeitpunktZum Sonnenuntergang
  • EintrittFrei zugängliche Anlage

Eine Bühne für den Sonnenkönig

Der Peyrou wurde als Ruhmesplatz für Ludwig XIV. angelegt: eine erhöhte Esplanade vor den Toren der Altstadt, in der Mitte das Reiterstandbild des Sonnenkönigs, am Eingang der Arc de Triomphe als steinernes Vorwort. Die heutige Statue ist ein Ersatz aus dem 19. Jahrhundert, das Original ging in der Revolution unter. Geblieben ist die Geste: eine weite, symmetrische Fläche unter Platanen, die nichts anderes sein will als ein großer Auftritt.

Am westlichen Ende steht das eigentliche Schmuckstück: das Château d’eau, ein sechseckiger Wasserturm in Form eines antiken Tempelchens. Er ist kein Denkmal, sondern Zweckbau mit Maske: Hier endete das Wasser, das der Aquädukt in die Stadt brachte, und wurde auf Brunnen und Becken verteilt.

Der Aquädukt Saint-Clément

Vom Geländer hinter dem Château d’eau blickst du auf die Arkaden des Aquädukts Saint-Clément, der sich auf zwei Etagen durch das Viertel Les Arceaux zieht, rund 800 Meter weit und nach dem Vorbild römischer Wasserleitungen gebaut. Er stammt allerdings aus dem 18. Jahrhundert: Der Ingenieur Henri Pitot ließ ihn errichten, um Quellwasser aus dem Umland in die wachsende Stadt zu führen. Unter den Bögen findet mehrmals pro Woche ein Markt statt, und das Viertel darunter gehört zu den angenehmsten Wohnecken der Stadt.

Tipp: Geh nach dem Blick von oben einmal hinunter ins Viertel Les Arceaux und unter den Bögen entlang. Aus der Froschperspektive wirkt das Bauwerk doppelt so mächtig, und an Markttagen bekommst du dazu Oliven, Käse und Blumen der Region.

Sonnenuntergang: die beste Zeit

Der Peyrou liegt am höchsten Punkt des Zentrums und öffnet sich nach Westen, und damit ist die Sache klar: Komm zum Sonnenuntergang. Dann färbt das Licht Aquädukt und Platanen, die Stadt legt sich in Silhouetten, an klaren Tagen reicht der Blick bis zu den Cevennen und Richtung Meer. Abends verwandelt sich die Esplanade in ein Freiluftwohnzimmer: Studenten mit Gitarren, Familien, Boule-Spieler. Es ist der entspannteste Ort der Stadt, und er kostet nichts.

Gut zu wissen: Die Terrasse rund um das Château d’eau ist die oberste von mehreren Ebenen. Die unteren Terrassen mit dem langen Wasserbecken siehst du am besten vom Geländer aus; wer Stufen scheut, bleibt einfach auf dem Hauptplateau, der Blick ist von dort am schönsten.

Praktisch: Lage und Kombination

Der Peyrou dockt direkt an die Altstadt an: Durch den Arc de Triomphe bist du in einer Minute im Écusson, zur Place de la Comédie läufst du eine Viertelstunde. Die logische Runde: vormittags Altstadt und Musée Fabre, dann durch die Gassen westwärts ansteigen und den Tag auf der Esplanade ausklingen lassen. Alle Stationen findest du auf der Seite Montpellier Sehenswürdigkeiten.

Eintritt zahlst du keinen, die Anlage ist ein öffentlicher Park mit Öffnungszeiten: nachts wird abgeschlossen. Schatten gibt es reichlich unter den Platanenreihen, Bänke ebenso, ein kleiner Kiosk versorgt dich im Sommer. Für ein Picknick mit Aussicht ist das der beste Ort der Stadt.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istDer Peyrou ist selbst an Sommerabenden groß genug, dass sich alles verteilt; Tickets gibt es nicht. Wird dir das Treiben auf dem Plateau zu viel, weiche auf die unteren Terrassen am Wasserbecken oder ins Viertel Les Arceaux unter den Aquädukt aus, dort bist du fast allein.
  • Wenn es regnetBei Regen verliert die offene Esplanade ihren Reiz: Verschiebe den Besuch auf die Abendstunden nach dem Schauer, das Licht ist dann oft spektakulär. Als Alternative bieten sich das Musée Fabre oder die Kathedrale an, beide wenige Gehminuten entfernt.
  • Mit KindernGut geeignet: viel Platz zum Rennen, Boule-Bahnen zum Zuschauen, und der Aquädukt lässt sich als „römische Brücke“ verkaufen. Wasserflasche und Sonnenhut einpacken, die Schattenplätze liegen unter den Platanenreihen. Das Geländer an den Aussichtskanten ist solide, Klettern trotzdem stoppen.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDas Hauptplateau ist eben und über die Rue Foch stufenfrei erreichbar, Kieswege sind mit Rollstuhl oder Kinderwagen etwas mühsam, aber machbar. Die unteren Terrassen erreichst du nur über Treppen, der beste Blick bietet sich jedoch ohnehin vom oberen Geländer.

Häufige Fragen

Was ist das Château d'eau auf dem Peyrou?

Ein verkleideter Wasserturm aus dem 18. Jahrhundert: Das sechseckige Tempelchen am Westende der Esplanade war der Endpunkt des Aquädukts Saint-Clément. Hier kam das Quellwasser aus dem Umland an und wurde auf die Brunnen der Stadt verteilt. Die Architektur sollte den Nutzbau als Krönung der königlichen Anlage tarnen, was gründlich gelungen ist: Heute ist er das Fotomotiv des Peyrou.

Ist der Aquädukt von Montpellier römisch?

Nein, auch wenn er so aussieht. Der Aquädukt Saint-Clément wurde erst im 18. Jahrhundert vom Ingenieur Henri Pitot gebaut, bewusst nach dem Vorbild römischer Wasserleitungen wie des Pont du Gard, an dem Pitot gearbeitet hatte. Er führte Quellwasser über rund 14 Kilometer in die Stadt. Die doppelstöckige Bogenreihe durch das Viertel Les Arceaux ist sein spektakulärster Abschnitt.

Kostet die Promenade du Peyrou Eintritt?

Nein, die Esplanade ist ein öffentlicher Park und frei zugänglich. Beachte nur die Öffnungszeiten: Die Tore werden abends geschlossen, im Sommer später als im Winter. Auch der Blick auf den Aquädukt und der Spaziergang unter seinen Bögen im Viertel Les Arceaux kosten nichts. Damit gehört der Peyrou zu den lohnendsten Gratis-Zielen der Stadt.

Wann sollte man den Peyrou besuchen?

Am besten am späten Nachmittag bis zum Sonnenuntergang: Die Esplanade öffnet sich nach Westen, das Abendlicht trifft Aquädukt und Platanen, und die Stimmung ist mit Boule-Spielern und Picknickgruppen am schönsten. Vormittags ist es ruhiger und im Sommer angenehm kühl. Nur die Mittagshitze meiden, die offene Fläche bietet außerhalb der Baumreihen wenig Schatten.

Wie kommt man zur Promenade du Peyrou?

Zu Fuß aus der Altstadt: Vom Écusson steigst du über die Rue Foch in wenigen Minuten hinauf und trittst durch den Arc de Triomphe direkt auf die Esplanade. Von der Place de la Comédie brauchst du etwa eine Viertelstunde. Wer schlecht zu Fuß ist, nimmt die Tram bis in die Nähe der Rue Foch; die Anlage selbst ist auf dem Hauptplateau eben.