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Feste in Frankreich: 14. Juli, Weinfeste & Co.

Wer seine Frankreichreise um ein Fest herum plant, bekommt eine zweite Reise geschenkt: Städte, die du sonst nur besichtigst, feiern plötzlich mit dir. Das reicht vom Staatsspektakel am 14. Juli über spontane Straßenmusik im ganzen Land bis zu Weinfesten, bei denen ganze Dörfer zur Festmeile werden.

Hier sind die Feste, die sich wirklich lohnen, sortiert durchs Jahr, mit dem nötigen Planungswissen. Exakte Termine ändern sich jährlich, prüfe sie vor der Buchung auf den offiziellen Seiten der Städte.

Feste in Frankreich: 14. Juli, Weinfeste & Co.
Foto: Kenneth Lu from San Francisco, CA, CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Nationalfeiertag14. Juli, landesweit Feuerwerk und Paraden
  • Fête de la Musiqueimmer am 21. Juni, überall und gratis
  • KarnevalNizza und Menton feiern im Spätwinter
  • Weinfestevor allem zur Lesezeit im Herbst und im Sommer
  • Weihnachtsmärkteab Ende November, Hochburg Elsass

14. Juli: der Nationalfeiertag

Frankreichs größtes Fest erinnert an den Sturm auf die Bastille 1789. In Paris rollt am Vormittag die Militärparade über die Champs-Élysées, abends folgt das berühmte Feuerwerk am Eiffelturm, für das sich das Marsfeld schon Stunden vorher füllt. Aber der 14. Juli ist kein Paris-Monopol: Praktisch jede Stadt und jedes Dorf feiert mit eigenem Feuerwerk, oft schon am Vorabend.

Ein Ritual, das viele Reisende verpassen: die „bals des pompiers“, die Bälle der Feuerwehr am 13. und 14. Juli. Die Feuerwachen öffnen ihre Höfe, es gibt Musik, Tanz und Getränke, und gefeiert wird quer durch alle Generationen bis tief in die Nacht.

Achtung: Rund um den 14. Juli sind Hotels in Paris früh ausgebucht und deutlich teurer, außerdem sind Metrostationen im Zentrum abends teils gesperrt. Buche Monate im Voraus oder feiere bewusst in einer kleineren Stadt, das Erlebnis ist dort familiärer.

Fête de la Musique: das ganze Land als Bühne

Immer am 21. Juni, zur Sommersonnenwende, gehört Frankreich der Musik: Jeder darf spielen, überall, und alles ist gratis. Vom Symphonieorchester auf dem Rathausplatz bis zur Schülerband im Hinterhof bespielt das Land jede freie Ecke, die Straßen sind bis nach Mitternacht voll. Es ist der vielleicht beste Tag im Jahr, um eine französische Stadt einfach treiben zu lassen, ob in Lyon, Montpellier oder einem Provinzstädtchen.

Karneval in Nizza und Zitronenfest in Menton

Im Spätwinter, meist rund um den Februar, feiert Nizza einen der großen Karnevals Europas: Umzüge mit riesenhaften Figurenwagen und die berühmten „batailles de fleurs“, bei denen tausende frische Blumen ins Publikum geworfen werden. Für die Tribünen entlang der Promenade brauchst du Tickets, viele Programmpunkte lassen sich aber auch von den Seitenstraßen aus erleben.

Zeitgleich verwandelt sich das nahe Menton in eine Zitrusstadt: Beim Zitronenfest entstehen tonnenschwere Skulpturen komplett aus Zitronen und Orangen. Die Kombination aus beiden Festen macht die Côte d’Azur im Spätwinter zu einem lohnenden Reiseziel, mild ist es dort dann meist ohnehin.

Weinfeste: vom Elsass bis Montmartre

Wo Wein wächst, wird gefeiert. Im Sommer reiht sich entlang der Elsässer Weinstraße ein Dorffest ans nächste, mit Winzerständen, Blaskapellen und Flammkuchen zwischen Fachwerk. In Burgund dreht sich im Herbst rund um die Weinlese alles um die neuen Jahrgänge, in Beaune ist die traditionelle Weinauktion des Hospizes im November das gesellschaftliche Großereignis der Region.

Zwei Termine für Städtereisende: Die Fête des Vendanges in Montmartre feiert im Oktober die Lese des winzigen Pariser Weinbergs mit Umzügen und Ständen rund um Sacré-Cœur. Und am dritten Donnerstag im November kommt landesweit der Beaujolais nouveau in die Bistros, ein Vorwand für ein Glas in geselliger Runde, den du überall mitfeiern kannst.

Advent: die Weihnachtsmärkte des Elsass

Ab Ende November wird das Elsass zur Weihnachtsregion Europas. Straßburg nennt sich selbstbewusst „capitale de Noël“, der Straßburger Weihnachtsmarkt gehört zu den ältesten überhaupt. Ebenso stimmungsvoll: Colmar mit beleuchtetem Fachwerk und die Dörfer der Weinstraße. Wochenenden im Advent sind voll, komm unter der Woche und bleib bis zum Einschalten der Lichter in der Dämmerung.

Sommer auf dem Dorf: Fêtes votives und Brocantes

Neben den großen Namen lebt Frankreich von tausenden kleinen Festen, die in keinem Reiseführer stehen. Im Sommer feiern vor allem südfranzösische Dörfer ihre „fête votive“, das Patronatsfest mit Umzug, langen Tafeln auf dem Platz, Boule-Turnier und Tanz unter Lampions. Als Gast bist du willkommen, kauf ein Los, iss mit, schau zu.

Dazu kommen an Wochenenden die „brocantes“ und „vide-greniers“, Trödel- und Flohmärkte, bei denen ganze Straßenzüge zur Fundgrube werden. Sie sind kostenlos, wunderbar zum Stöbern und oft der ehrlichste Blick ins französische Alltagsleben. Aushänge am Ortseingang und Plakate an der Bäckerei verraten die Termine.

Weitere Termine, die eine Reise prägen

Das Theaterfestival von Avignon verwandelt die Papststadt jeden Juli in eine einzige Bühne, samt hunderten Off-Produktionen in Höfen und Kapellen. Im September öffnen bei den „Journées du Patrimoine“, den Tagen des offenen Denkmals, landesweit Gebäude, die sonst verschlossen sind, von Ministerien bis zu Privatschlössern, meist kostenlos. Und die Tour de France liefert im Juli Volksfeststimmung an der Strecke, wo immer sie gerade vorbeikommt: Stunden vor den Fahrern zieht die Werbekarawane durch, ein Spektakel für sich, und der Streckenverlauf wird jedes Jahr neu bekannt gegeben.

Tipp: Feste sind der beste Grund, eine Reise zu legen, und der schlechteste, sie dem Zufall zu überlassen. Prüfe die Termine auf den offiziellen Websites der Städte und buche die Unterkunft, sobald sie feststehen. Wie du trotz Festpreisen günstig reist, liest du im Beitrag zum Frankreich-Budget, und welche Jahreszeit sich wofür eignet, in der Übersicht zur besten Reisezeit.

Häufige Fragen

Was passiert am 14. Juli in Frankreich?

Der Nationalfeiertag erinnert an den Sturm auf die Bastille 1789. In Paris gibt es vormittags die Militärparade auf den Champs-Élysées und abends ein großes Feuerwerk am Eiffelturm. Landesweit feiern auch kleine Städte mit Feuerwerken, Konzerten und den Feuerwehrbällen, den „bals des pompiers“, oft schon am Vorabend.

Wann findet die Fête de la Musique statt?

Immer am 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende, im ganzen Land. Das Prinzip: Jeder darf draußen Musik machen, alle Konzerte sind kostenlos. Vom Profiorchester bis zur Nachbarschaftsband wird bis in die Nacht gespielt, am dichtesten ist das Programm in den Zentren der größeren Städte.

Wann ist Karneval in Nizza?

Im Spätwinter, in der Regel über gut zwei Wochen rund um den Februar, die genauen Daten wechseln jährlich mit dem Kalender. Höhepunkte sind die Umzüge mit Großfiguren und die Blumenschlachten an der Promenade des Anglais. Parallel feiert das nahe Menton sein Zitronenfest, beides lässt sich gut kombinieren.

Lohnt es sich, die Reise nach einem Fest zu planen?

Ja, wenn du früh buchst. Ein Fest gibt der Reise einen Höhepunkt, den keine Sehenswürdigkeit ersetzt, und du erlebst die Stadt mit ihren Bewohnern statt nur mit anderen Besuchern. Rechne dafür mit vollen Hotels und höheren Preisen und sichere dir Unterkunft und Zugtickets, sobald der Termin feststeht.

Sind französische Feste etwas für Familien mit Kindern?

Die meisten ja: Feuerwerke am 14. Juli, die Fête de la Musique am frühen Abend, Blumenkorsos in Nizza und die Weihnachtsmärkte im Elsass funktionieren wunderbar mit Kindern. Nur die späten Stunden und das dichteste Gedränge solltest du meiden. Mehr Ideen liefert unser Beitrag über Frankreich mit Kindern.