Auf einen Blick
- KüstenÄrmelkanal, Atlantik, Mittelmeer und Korsika
- Badesaison MittelmeerJuni bis Anfang Oktober
- Badesaison Atlantik und KanalJuli und August
- Bewachte SträndeMeist nur in den Sommerferien, erkennbar an den Flaggenmasten
- GezeitenAm Kanal und Atlantik stark, am Mittelmeer kaum spürbar
Drei Küsten im Vergleich
Bevor du einen Strand aussuchst, entscheide dich für eine Küste. Der Kanal ist wild, grün und auch im August frisch. Der Atlantik hat die größten Strände und die besten Wellen, verlangt beim Baden aber Respekt. Das Mittelmeer ist warm, meist ruhig und im Hochsommer entsprechend voll. Eine Übersicht über die schönsten Küstenorte findest du auch unter Frankreichs Städte am Meer.
| Küste | Wasser | Beste Zeit | Typisch |
|---|---|---|---|
| Ärmelkanal | Frisch, starke Gezeiten | Juni bis September | Kreidefelsen, Seebäder, riesige Sände bei Ebbe |
| Atlantik | Kühl, Wellen, Baïnes | Juli bis September | Dünen, Pinienwälder, Surfkultur |
| Mittelmeer | Warm, meist ruhig | Juni bis Anfang Oktober | Felsbuchten, Calanques, Strandclubs |
Ärmelkanal: Kreidefelsen und große Gezeiten
1 Étretat (Normandie)
Der berühmteste Strand der Normandie besteht aus Kieseln, und trotzdem willst du genau hierher: Links und rechts rahmen weiße Kreidefelsen mit dem Felsbogen der Falaise d’Aval die Bucht ein, oben verläuft der Küstenwanderweg. Bade nur bei ruhiger See, der Kieselgrund fällt steil ab. Alles zur Planung steht auf unserer Seite zu Étretat.
2 Deauville (Normandie)
Zwei Kilometer feiner Sand, dahinter die Planches: die Holzpromenade mit bunten Sonnenschirmen und Badekabinen, die Namen von Filmstars tragen. Deauville ist das eleganteste Seebad des Kanals und ab Paris direkt mit dem Zug erreichbar. Das stillere Honfleur liegt gleich auf der anderen Seite der Seinemündung.
3 Plage du Sillon, Saint-Malo (Bretagne)
Drei Kilometer Sand direkt vor der Korsarenstadt, mit einem der größten Tidenhübe Europas: Bei Ebbe ist der Strand riesig, bei Springflut schlagen die Wellen über die Promenadenmauer. Die eingegrabenen Holzpfähle brechen die Brandung. Basis ist Saint-Malo selbst, hier wohnst du direkt am Wasser.
Atlantik: Dünen, Surf und die Sache mit den Baïnes
Von der Südbretagne bis zur spanischen Grenze zieht sich fast ununterbrochen Sand, dahinter Dünen und Pinienwälder. Genau an dieser Küste lauert aber auch die größte Gefahr für Badegäste.
Achtung, Baïnes: An der Atlantikküste bilden Sandbänke Becken, die bei ablaufendem Wasser wie ein Sog zum offenen Meer entwässern. Diese Strömungen reißen auch geübte Schwimmer hinaus. Bade nur an bewachten Strandabschnitten zwischen den Flaggen und nie bei roter Flagge. Wirst du hinausgezogen: nicht gegen die Strömung ankämpfen, sondern parallel zum Strand schwimmen und mit erhobenem Arm auf dich aufmerksam machen.
4 Pointe de la Torche (Bretagne)
Ein kilometerlanger, wilder Sandbogen am südwestlichen Zipfel der Bretagne, Treffpunkt der Surfszene. Zum Baden ist die Strömung hier zu stark, zum Zuschauen, Spazieren und für Sonnenuntergänge ist der Strand großartig. Familien weichen in die geschützten Buchten bei Bénodet aus. Beste Basis ist Quimper, eine halbe Stunde entfernt.
5 Conche des Baleines, Île de Ré
Am Nordwestende der Île de Ré liegt dieser weite Sandhalbmond zwischen Pinien und dem Leuchtturm Phare des Baleines. Die Insel erkundest du am besten mit dem Rad, das Wegenetz ist dicht und flach. Über die Brücke bist du schnell in La Rochelle, der schönsten Hafenstadt der Atlantikküste.
6 Plage de la Corniche an der Dune du Pilat
Baden mit Blick auf die höchste Wanderdüne Europas und die Sandbank Banc d’Arguin: Die Plage de la Corniche südlich von Arcachon ist einer der spektakulärsten Badeplätze des Landes. Halte dich vom Fahrwasser der Bucht fern, dort herrschen starke Gezeitenströmungen. Guter Ausgangspunkt für einen Tagesausflug ist Bordeaux.
7 Côte des Basques, Biarritz
Die Wiege des europäischen Surfens: eine Bucht unter grünen Klippen, dahinter die Silhouette der Villa Belza. Bei Flut verschwindet der Strand fast komplett, prüfe also vorher die Gezeitenzeiten. Wer lieber zuschaut, sitzt oben an der Balustrade. Alles Weitere auf der Seite zu Biarritz.
8 Grande Plage, Saint-Jean-de-Luz
Die Bucht von Saint-Jean-de-Luz ist durch Deiche geschützt, dadurch ist das Wasser hier so ruhig wie sonst nirgends am französischen Atlantik. Perfekt für Familien und alle, die ohne Wellen schwimmen wollen, mit dem alten Fischerort direkt dahinter. Mehr Küste und Kultur findest du im französischen Baskenland.
Mittelmeer: Buchten zwischen Marseille und Italien
9 Calanque d’En-Vau bei Cassis
Ein Fjord aus weißem Kalkstein, türkisfarbenes Wasser, dazwischen ein winziger Kieselstrand: En-Vau ist die schönste der Calanques bei Marseille. Du erreichst sie nur zu Fuß oder per Kajak, Schatten gibt es kaum, und an Tagen mit hoher Waldbrandgefahr ist das Massiv gesperrt. Bester Ausgangspunkt ist Cassis.
10 Plage de Pampelonne, Saint-Tropez
Fünf Kilometer heller Sand auf dem Gemeindegebiet von Ramatuelle: Hier reihen sich die legendären Strandclubs von Saint-Tropez aneinander. Dazwischen liegen öffentliche Abschnitte, auf denen du kostenlos liegst. Im Juli und August ist die Anfahrt zäh, komm früh oder nimm das Rad ab Saint-Tropez.
11 Plage de la Garoupe, Cap d’Antibes
Eine flache, geschützte Sandbucht auf dem Kap zwischen Antibes und Juan-les-Pins. Von hier startet der Küstenpfad um das Kap, eine der schönsten kurzen Wanderungen der Côte d’Azur. Die Bucht ist klein und beliebt, komm am Vormittag oder erst gegen Abend.
12 Plage Boramar, Collioure
Baden mit Postkartenblick: Der kleine Stadtstrand von Collioure liegt direkt vor der Kirche Notre-Dame-des-Anges, deren Turm schon Matisse gemalt hat. Der Strand ist kieselig und im Sommer voll, aber die Kulisse aus Hafen, Königsschloss und Weinbergen macht das mehr als wett.
13 Plage des Sablettes, Menton
Unterhalb der pastellfarbenen Altstadt von Menton liegt dieser feine Kiesstrand mit Blick auf die italienische Grenze. Menton ist die ruhigere, günstigere Alternative zu den großen Namen der Riviera, und das Wasser gehört zu den wärmsten des Landes.
Korsika: die schönsten Strände von allen
Wenn es dir vor allem um Strände geht, buche eine Fähre oder einen Flug nach Korsika. Die Insel schlägt das Festland bei Wasserfarbe und Sandqualität deutlich.
14 Plage de Calvi
Ein vier Kilometer langer Halbmond aus hellem Sand, dahinter ein Pinienwald, am Ende der Bucht die Zitadelle von Calvi. Das Wasser bleibt lange flach, ideal für Kinder. Aus dem Ort läufst du direkt an den Strand, ein Auto brauchst du hier ausnahmsweise nicht.
15 Plage de Palombaggia
Weißer Sand, rot leuchtende Felsen, Schirmpinien: Palombaggia bei Porto-Vecchio ist der berühmteste Strand Korsikas und im Hochsommer entsprechend belagert, die Parkplätze sind vormittags voll. Komm im Juni oder September, dann hast du Südseefarben fast für dich allein. In der Nähe lohnt Bonifacio auf seinen Kreidefelsen.
Welcher Strand für welche Reise?
Für einen Badeurlaub mit verlässlicher Wärme nimm Korsika oder die Küste zwischen Cassis und Menton ab Juni. Für Aktivurlaub mit Surfen, Radfahren und Dünen ist der Atlantik erste Wahl. Der Kanal passt zu einer Rundreise durch Normandie und Bretagne, bei der das Baden Zugabe ist, nicht Hauptzweck.
Tipp: Die beste Strandzeit am Mittelmeer ist die zweite Septemberhälfte: Das Wasser ist nach dem Sommer noch warm, die Ferienmassen sind weg und Parkplätze wieder frei. Am Atlantik gilt dasselbe, solange die Strände noch bewacht sind.
Gut zu wissen: Bewachte Strände erkennst du am Flaggenmast: Grün heißt Baden erlaubt, Gelb heißt gefährlich, aber bewacht, Rot heißt Badeverbot. Außerhalb der Saison, oft schon ab Mitte September, sind viele Strände unbewacht. Dann gilt: im Zweifel nicht tiefer als bauchhoch ins Wasser.
Häufige Fragen
Was sind Baïnes und wie erkenne ich sie?
Baïnes sind Mulden zwischen Sandbänken, typisch für die Atlantikküste zwischen der Gironde und Biarritz. Bei ablaufendem Wasser entsteht dort eine starke Strömung Richtung offenes Meer. Von außen wirken Baïnes oft wie ruhige, wellenfreie Badebecken, genau das macht sie gefährlich. Meide verdächtig glatte Zonen zwischen brechenden Wellen und bade nur an bewachten Abschnitten.
Wo ist das Meer in Frankreich am wärmsten?
Am Mittelmeer, und dort vor allem auf Korsika und an der Küste zwischen Saint-Tropez und Menton. Die Saison läuft von Juni bis Anfang Oktober, am wärmsten ist das Wasser im August und September. Der Atlantik bleibt auch im Hochsommer deutlich frischer, und der Ärmelkanal ist selbst im August etwas für Abgehärtete.
Kann man in der Normandie und Bretagne baden?
Ja, an geschützten Stränden wie der Plage du Sillon in Saint-Malo oder in Deauville ist das im Sommer gut möglich. Rechne aber mit frischem Wasser und großen Gezeitenunterschieden: Der Weg bis zur Wasserlinie kann bei Ebbe mehrere hundert Meter lang sein. Prüfe die Gezeitenzeiten und bade am besten um die Flut herum.
Welche Strände eignen sich am besten für Familien?
Am Atlantik die geschützte Bucht von Saint-Jean-de-Luz, am Kanal Deauville mit seinem flachen, im Sommer bewachten Sandstrand. Am Mittelmeer sind die Plage de la Garoupe bei Antibes und die Stadtstrände von Menton gut geeignet. Auf Korsika ist die flach abfallende Plage de Calvi ideal, weil du sie ohne Auto direkt vom Ort erreichst.
Wann ist die beste Zeit für einen Strandurlaub in Frankreich?
Für das Mittelmeer: Mitte Juni bis Mitte Juli oder der September, dann stimmen Wassertemperatur und Platzangebot. Der August ist überall am vollsten und teuersten. Für Atlantik und Kanal sind Juli und August die verlässlichsten Monate, auch weil dann die Strände bewacht sind. Im Mai und Oktober sind Strandspaziergänge schöner als Badetage.




