Region in Frankreich

Côte d’Azur: Städte & Highlights

Die Côte d'Azur ist Frankreichs berühmteste Küste: azurblaues Meer, Palmen, Belle-Époque-Fassaden und Dörfer, die hoch über dem Wasser am Fels kleben. Zwischen Saint-Tropez und der italienischen Grenze wechseln sich mondäne Städte und stille Kaps ab, und im Rücken steigen die Seealpen fast direkt aus dem Meer.

Hier findest du die schönsten Orte der Riviera mit Links zu allen Einzelseiten, dazu den besten Trick für die Fortbewegung (der Zug!), die drei Corniches, die beste Reisezeit und eine ehrliche Antwort auf die Frage, wann du besser nicht kommst.

Auf einen Blick

  • RegionProvence-Alpes-Côte d'Azur, Mittelmeerküste
  • Bekannt fürNizza, Cannes, Badebuchten, Künstlerdörfer
  • Wichtigste OrteNizza, Cannes, Antibes, Menton
  • Ideale Dauer5 bis 8 Tage mit fester Basis
  • Beste ReisezeitMai, Juni, September und Anfang Oktober
  • AnreiseDirektflug nach Nizza oder TGV über Marseille

Was die Côte d’Azur ausmacht

Die Riviera war Europas erstes Sehnsuchtsziel: Erst kamen die englischen Aristokraten zum Überwintern, dann Matisse, Picasso und Chagall wegen des Lichts, dann alle anderen. Dieses Erbe siehst du bis heute, in den Museen von Nizza, in den Villen am Cap Ferrat, in den Gassen der Künstlerdörfer.

Das Beste an der Küste ist ihre Dichte: Zwischen Cannes und Menton liegen Weltstädte, Fischerhäfen und Bergdörfer nur Minuten auseinander. Du kannst morgens im Meer schwimmen, mittags in einem Dorf auf 400 Metern essen und abends in der Oper von Nizza sitzen. Genau deshalb funktioniert die Region am besten von einer festen Basis aus.

Die schönsten Orte der Côte d’Azur

1 Nizza

Die Hauptstadt der Riviera hat alles: die Promenade des Anglais, das quirlige Vieux Nice, Märkte, Museen für Matisse und Chagall und seit 2021 den UNESCO-Titel. Nizza ist die beste Basis der ganzen Küste.

Von hier fährt der Zug in beide Richtungen, und ein Ausflug nach Monaco ist in 25 Minuten erledigt.

2 Cannes

Cannes ist mehr als das Festival: Die Altstadt Le Suquet über dem Hafen ist überraschend dörflich, die Croisette bleibt ein großes Schaulaufen, und die vorgelagerten Lérins-Inseln sind ein grüner Fluchtpunkt.

Die Überfahrt zur Klosterinsel Saint-Honorat ist einer der unterschätztesten Halbtagesausflüge der Küste.

3 Antibes

Antibes verbindet Altstadt, Stadtmauer am Meer und das Picasso-Museum im Château Grimaldi. Der Marché Provençal gehört zu den besten Märkten der Küste.

Der Küstenweg um das Cap d’Antibes ist die schönste kostenlose Wanderung der Riviera.

4 Menton

Kurz vor Italien wird es still und gelb: Menton ist die Stadt der Zitronen, mit pastellfarbener Altstadt und dem mildesten Klima Frankreichs.

Im Februar feiert die Stadt ihr Zitronenfest, sonst ist Menton das entspannte Gegenprogramm zu Cannes und Monaco.

5 Èze

Èze ist das berühmteste Adlernest der Küste: ein mittelalterliches Dorf auf einem Felskegel, gut 400 Meter über dem Meer, mit Kakteengarten auf der Spitze.

Komm vor zehn Uhr oder ab dem späten Nachmittag, dazwischen gehört das Dorf den Reisegruppen.

6 Saint-Paul-de-Vence

Das Künstlerdorf schlechthin: In Saint-Paul-de-Vence hingen einst Bilder von Miró und Chagall als Bezahlung in der Dorfherberge, heute reiht sich Galerie an Galerie.

Der eigentliche Grund zu kommen ist die Fondation Maeght, eines der besten Museen für moderne Kunst in Frankreich.

7 Grasse

Grasse liegt oberhalb der Küste und ist seit Jahrhunderten die Parfümhauptstadt der Welt. Die Parfümerien zeigen in Führungen, wie aus Jasmin und Mairose ein Duft wird.

Die Altstadt ist rauer als die Küstenorte, gerade das macht sie interessant.

8 Saint-Tropez

Ja, Saint-Tropez ist ein Mythos, und außerhalb des Hochsommers löst er sein Versprechen sogar ein: bunter Hafen, Zitadelle mit Blick über den Golf, dahinter die Strände der Halbinsel.

Im Juli und August steht die einzige Zufahrtsstraße oft im Stau, dann ist das Boot ab Sainte-Maxime die bessere Anreise.

Der Küstenzug: dein bester Freund

Der wichtigste Praxistipp für die Riviera: Lass das Auto stehen. Zwischen Cannes, Antibes, Nizza, Monaco und Menton fährt der Regionalzug im dichten Takt direkt an der Küste entlang, die Bahnhöfe liegen mitten in den Orten. Parkplätze sind an der ganzen Küste knapp und teuer, die Küstenstraßen im Sommer verstopft.

Tipp: Nimm morgens einen Fensterplatz auf der Meerseite (in Richtung Italien rechts). Die Strecke zwischen Nizza und Menton gehört zu den schönsten Bahnkilometern Europas.

Die drei Corniches

Zwischen Nizza und Menton führen drei parallele Panoramastraßen durch die Steilküste: Die Basse Corniche verbindet unten am Wasser die Orte, die Moyenne Corniche passiert Èze, und die Grande Corniche verläuft oben auf der alten Römerstraße mit den weitesten Ausblicken. Wenn du nur eine fahren willst, nimm die Grande Corniche am späten Nachmittag und halte am Aussichtspunkt über La Turbie.

Mit dem Bus sind die Corniches übrigens auch machbar, entspannter als selbst zu fahren, denn die Straßen sind schmal und die Aussicht lenkt ab.

Beste Reisezeit, und wann du nicht kommen solltest

Mai, Juni, September und Anfang Oktober sind ideal: Badewetter ab Juni, im September ist das Meer am wärmsten und die Ferienmassen sind weg. Selbst im Winter hat die Riviera ihren Reiz, mild, leer und mit klarer Sicht auf die verschneiten Alpen.

Im Juli und August dagegen platzt die Küste aus allen Nähten: volle Strände, Staus, Hotelpreise auf Jahreshoch. Und rund um die Filmfestspiele von Cannes im Mai sowie den Grand Prix von Monaco sind Zimmer in der Umgebung Monate vorher weg oder absurd teuer. Wenn du in diesen Wochen kommst, wohne in Nizza oder Menton und meide die Hotspots.

Gut zu wissen: Viele Strände der Riviera sind Kiesstrände, auch die berühmten in Nizza. Badeschuhe machen den Unterschied. Feinen Sand findest du eher Richtung Antibes (Plage de la Salis) und auf der Halbinsel von Saint-Tropez.

Anreise aus Deutschland

Am schnellsten geht es mit dem Flugzeug: Nizza hat einen großen Flughafen mit Direktflügen aus vielen deutschen Städten, vom Terminal bringt dich die Straßenbahn in die Innenstadt. Mit dem Zug reist du über Paris oder über Marseille an die Küste, Tickets früh auf sncf-connect.com buchen.

Mit dem Auto sind es ab München oder Frankfurt gut zehn Stunden. Das lohnt vor allem, wenn du die Riviera mit der Provence kombinierst, an der Küste selbst ist das Auto eher Last als Hilfe.

Basis-Empfehlung und Route

Die beste Strategie für eine Woche: eine einzige Basis in Nizza, alles andere als Tagesausflüge mit dem Zug. Ein bewährter Rhythmus: zwei Tage Nizza selbst, je ein Tag Monaco und Menton, ein Tag Antibes, ein Tag Èze mit der Grande Corniche, ein Strandtag. Cannes und Saint-Tropez hängst du an, wenn du länger bleibst.

Wer zwei Wochen hat, teilt: erste Woche Nizza, zweite Woche westlich Richtung Cannes oder hinauf ins Hinterland, wo die Dörfer ruhiger und die Preise menschlicher werden. Mehr Küstenideen findest du bei Frankreichs schönsten Städten am Meer.

Ehrliche Einordnung

Die Côte d’Azur ist teuer, im Sommer voll und stellenweise mehr Schaufenster als Ferienort. Saint-Tropez im August ist vor allem eine Übung in Geduld, und wer in Cannes Glamour abseits des Festivals erwartet, findet eine normale, angenehme Küstenstadt. Der Zauber der Riviera liegt in der Nebensaison, im Zug am Meer entlang, in den Bergdörfern eine halbe Stunde hinter der Küste. Wer das weiß, wird hier sehr glücklich. Ob dir eher Nizza oder Cannes als Standort liegt, klärt der Vergleich Nizza oder Cannes.

Häufige Fragen

Welcher Ort ist die beste Basis an der Côte d'Azur?

Für die meisten: Nizza. Die Stadt liegt in der Mitte der Küste, hat den Flughafen, den dichtesten Zugtakt und abends das beste Angebot an Restaurants und Bars. Von Nizza erreichst du Monaco, Menton, Antibes und Cannes jeweils in unter 40 Minuten mit dem Zug. Ruhiger wohnst du in Menton oder Antibes.

Braucht man an der Côte d'Azur ein Auto?

Für die Küste selbst: nein, der Regionalzug verbindet alle wichtigen Orte von Cannes bis Menton besser, als es ein Auto je könnte. Ein Auto lohnt nur für das Hinterland, etwa Grasse, die Verdonschlucht oder abgelegene Dörfer, und für Saint-Tropez, das keinen Bahnhof hat. Dort ersetzt im Sommer das Boot ab Sainte-Maxime die Staustraße.

Wann sollte man die Côte d'Azur meiden?

Im Juli und August, wenn du Menschenmassen und Höchstpreise vermeiden willst: Dann sind Strände, Straßen und Restaurants am Limit. Ebenfalls schwierig sind die Festivalwochen in Cannes im Mai und der Grand Prix von Monaco, dann sind Unterkünfte in der Umgebung lange im Voraus ausgebucht. Mai außerhalb dieser Termine, Juni, September und Oktober sind die entspannten Monate.

Kann man an der Côte d'Azur im September noch baden?

Ja, der September ist sogar der angenehmste Bademonat: Das Meer hat sich den Sommer über aufgewärmt und ist meist wärmer als im Juni, während Strände und Städte spürbar leerer werden. Oft reicht das Badewetter bis in den Oktober hinein. Dazu kommen stabile Spätsommertage mit klarer Sicht.

Lohnt sich Saint-Tropez wirklich?

Außerhalb des Hochsommers: ja. Der Hafen mit den bunten Fassaden, die Zitadelle und die Strände der Halbinsel sind wirklich schön, und im Mai, Juni oder September ist der Ort gut erträglich. Im Juli und August dagegen stehen auf der einzigen Zufahrtsstraße lange Staus, und die Preise spielen in einer eigenen Liga. Dann lieber Menton oder Antibes.