Region in Frankreich

Elsass: Städte, Dörfer & Weinstraße

Kein Stück Frankreich liegt näher an Deutschland, und kaum eines ist auf den ersten Blick so hübsch: Das Elsass ist Fachwerk in allen Farben, Störche auf den Dächern, Weinberge bis an die Dorfmauern und Winstubs, in denen Choucroute und Flammkuchen auf den Tisch kommen. Von Freiburg oder Karlsruhe bist du in unter einer Stunde mittendrin.

Diese Seite zeigt dir die schönsten Städte und Dörfer der Region mit Links zu allen Einzelseiten, dazu die Weinstraße, die Wahrheit über die Weihnachtsmärkte, die beste Reisezeit und eine Basis-Empfehlung für dein erstes Mal Elsass.

Auf einen Blick

  • RegionGrand Est, direkt an der deutschen Grenze
  • Bekannt fürFachwerkdörfer, Weinstraße, Weihnachtsmärkte
  • Wichtigste OrteStraßburg, Colmar, Riquewihr, Eguisheim
  • Ideale Dauer3 bis 5 Tage, als Wochenendziel perfekt
  • Beste ReisezeitMai, Juni, September bis zur Weinlese, Advent
  • AnreiseAb Freiburg oder Karlsruhe in unter einer Stunde

Was das Elsass ausmacht

Das Elsass hat mehrfach die Nationalität gewechselt und aus beiden Welten das Beste behalten: französische Küche mit deutschen Portionen, Riesling und Gewürztraminer, Ortsnamen wie Mittelbergheim neben Baguette und Bistrotischen. Viele Ältere sprechen noch Elsässisch, einen alemannischen Dialekt, und auf den Speisekarten stehen Baeckeoffe und Kougelhopf, als wäre nie etwas gewesen.

Landschaftlich ist die Region ein schmaler Streifen zwischen Rhein und Vogesen, und genau an diesem Hang liegt der Wein. Über 70 Dörfer reihen sich an der Weinstraße auf, viele davon so intakt, dass man sie für Kulissen halten könnte. Sind sie aber nicht: Hier wird gekeltert, gewohnt und getratscht wie seit Jahrhunderten.

Die schönsten Städte und Dörfer im Elsass

1 Straßburg

Die Hauptstadt des Elsass ist Weltstadt im Kleinformat: das Münster mit seiner einen Turmspitze, das Gerberviertel Petite France, dazu das Europaviertel mit Parlament und Europarat. Alles Wichtige steht auf der Seite zu Straßburg.

Die gesamte Altstadtinsel Grande Île ist UNESCO-Welterbe. Zwei volle Tage sind hier gut investiert.

2 Colmar

Colmar ist die Elsass-Postkarte schlechthin: Klein-Venedig mit Kanälen und Geranien, dazu das Unterlinden-Museum mit dem Isenheimer Altar, einem der bedeutendsten Kunstwerke Europas.

Als Basis für die Weinstraße ist Colmar unschlagbar, die schönsten Dörfer liegen 10 bis 20 Autominuten entfernt.

3 Riquewihr

Riquewihr gilt als das Bilderbuchdorf der Weinstraße: eine einzige ansteigende Hauptgasse zwischen Stadttoren, gesäumt von Fachwerk aus dem 16. Jahrhundert und Weingütern.

Genau deshalb ist es tagsüber voll. Früh morgens oder abends hast du das Dorf fast für dich.

4 Eguisheim

Eguisheim legt sich in konzentrischen Ringen um seine Burg, du läufst die Rundgassen einfach ab und kommst automatisch an den schönsten Ecken vorbei.

Das Dorf wurde schon zum Lieblingsdorf der Franzosen gewählt und hat mehr Weingüter als Souvenirläden, ein gutes Zeichen.

5 Kaysersberg

Kaysersberg hat, was den anderen Dörfern fehlt: Topografie. Über dem Ort thront eine Burgruine, unten rauscht die Weiss unter einer befestigten Brücke hindurch.

Der Aufstieg zur Burg dauert eine Viertelstunde und liefert den besten Blick über Dächer und Reben.

6 Mulhouse

Mulhouse ist das Kontrastprogramm: eine ehemalige Industriestadt mit grandiosen Technikmuseen, allen voran die Cité de l’Automobile mit der größten Bugatti-Sammlung der Welt.

Kein Fachwerk-Idyll, aber bei Regen oder mit technikbegeisterten Kindern die beste Karte der Region.

Die Elsässer Weinstraße

Die Weinstraße zieht sich rund 170 Kilometer am Vogesenhang entlang, von Marlenheim bis Thann. Du musst sie nicht komplett fahren: Das Filetstück liegt zwischen Ribeauvillé und Eguisheim, mit Riquewihr und Kaysersberg mittendrin. Dazwischen laufen Wanderwege durch die Reben von Dorf zu Dorf, oft nur eine bis zwei Stunden pro Etappe, mit Einkehr am Ziel.

Degustationen laufen unkompliziert: In vielen Weingütern klopfst du einfach an, probierst dich durch Riesling, Pinot Gris und Gewürztraminer und nimmst mit, was schmeckt. Route, Dörfer und Tipps stehen ausführlich auf der Seite zur Elsässer Weinstraße.

Tipp: Zur Weinlese ab Mitte September riecht die ganze Region nach Most, die Dörfer feiern Winzerfeste und das Licht wird golden. Das ist die schönste Zeit für die Weinstraße, noch vor dem Advent.

Weihnachtsmärkte: schön, aber kein Geheimnis

Straßburg nennt sich Capitale de Noël, und der Straßburger Weihnachtsmarkt gehört tatsächlich zu den ältesten und stimmungsvollsten Europas. Auch Colmar, Riquewihr, Eguisheim und Kaysersberg schmücken sich im Advent so konsequent, dass ganze Dörfer wie Adventskalender aussehen.

Die ehrliche Ansage dazu: An Adventswochenenden schiebt sich halb Europa durch die Gassen, Parkplätze sind Mangelware und Hotels Monate vorher ausgebucht. Komm unter der Woche, reise mit dem Zug an und bleib über Nacht, dann gehören dir die beleuchteten Gassen nach 21 Uhr fast allein.

Beste Reisezeit

Das Elsass funktioniert fast ganzjährig: Mai und Juni bringen blühende Dörfer und lange Abende, September und Oktober Weinlese und goldene Reben, der Advent die Weihnachtsmärkte. Nur im Januar und Februar ist wenig los und manches Winzerdorf wirkt verschlafen, dafür hast du Colmar dann fast für dich.

Der Sommer ist gut besucht, aber selten so überlaufen wie die Adventswochenenden. Die Oberrheinebene gehört übrigens zu den wärmsten und trockensten Gegenden Frankreichs, die Vogesen fangen viel Regen ab.

Anreise aus Deutschland

Einfacher wird Frankreich nicht: Von Freiburg bist du in rund 45 Minuten in Colmar, von Karlsruhe in etwa einer Stunde in Straßburg, von Basel aus startest du am Südende der Weinstraße. Auch mit dem Zug ist Straßburg aus Südwestdeutschland schnell erreichbar, oft schneller als manche innerdeutsche Verbindung.

Vor Ort gilt: Für Straßburg und Colmar brauchst du kein Auto, für die Weindörfer schon, oder du satteltst aufs Fahrrad um, die Ebene ist flach und gut ausgebaut.

Basis-Empfehlung

Für ein erstes Elsass-Wochenende: zwei Nächte Straßburg für die Stadt, dann zwei bis drei Nächte Colmar als Basis für Riquewihr, Eguisheim, Kaysersberg und die Hohkönigsburg. Wer lieber im Dorf wohnt, nimmt ein Weingut-Zimmer in Eguisheim oder Ribeauvillé und hat die Weinstraße vor der Tür.

Gut kombinieren lässt sich das Elsass mit dem benachbarten Lothringen: Nancy und Metz liegen nur gut eine Stunde hinter den Vogesen.

Ehrliche Einordnung

Das Elsass ist kein Geheimtipp, und Colmar und Riquewihr gehören zu den meistfotografierten Orten Frankreichs. Nachmittags um drei kann sich das wie ein Freizeitpark anfühlen. Der Trick ist simpel: Übernachte in der Region statt nur durchzufahren, dann erlebst du die Dörfer morgens und abends, wenn die Busse weg sind. Und unterschätze die zweite Reihe nicht: Orte wie Turckheim oder Bergheim sind kaum weniger schön, aber deutlich leerer. Ob das Elsass oder doch der Süden besser zu dir passt, klärt der Vergleich Elsass oder Provence.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für das Elsass?

Ein verlängertes Wochenende mit drei bis vier Nächten reicht für Straßburg plus zwei, drei Weindörfer. Ideal sind fünf Tage: zwei für Straßburg, der Rest mit Basis Colmar für die Weinstraße. Weil die Anreise aus Süddeutschland so kurz ist, eignet sich die Region auch gut für mehrere kürzere Besuche zu verschiedenen Jahreszeiten.

Straßburg oder Colmar, was ist die bessere Basis?

Beides zusammen ist ideal, wenn du dich entscheiden musst: Colmar für die Dörfer, Straßburg für die Stadt. Colmar liegt mitten im schönsten Abschnitt der Weinstraße, Riquewihr und Eguisheim sind in 15 Minuten erreicht. Straßburg bietet dafür mehr Museen, mehr Restaurants und das Münster, ist aber vom Weinstraßen-Filetstück eine knappe Stunde entfernt.

Wann sind die Weihnachtsmärkte im Elsass?

Grob von Ende November bis kurz nach Weihnachten, die genauen Termine veröffentlichen die Städte jedes Jahr neu. Straßburg und Colmar sind die größten Märkte, dazu schmücken sich die Weindörfer aufwendig. Rechne an Adventswochenenden mit sehr vollen Gassen und früh ausgebuchten Hotels, unter der Woche ist es deutlich entspannter.

Braucht man im Elsass ein Auto?

Für Straßburg, Colmar und Mulhouse nicht, die Städte sind per Bahn verbunden und zu Fuß erkundbar. Für die Weindörfer ist ein Auto die bequemste Lösung, denn Busverbindungen sind dünn. Sportliche Alternative: das Fahrrad. Die Ebene ist flach, die Wege sind gut, und zwischen den Dörfern liegen selten mehr als fünf Kilometer.

Versteht man im Elsass Deutsch?

Oft ja. Viele ältere Elsässer sprechen noch Elsässisch, einen alemannischen Dialekt, und im Tourismus kommst du mit Deutsch häufig durch. Trotzdem gilt: Die Region ist französisch, ein Bonjour zur Begrüßung öffnet Türen. Ortsschilder sind vielerorts zweisprachig, und Speisekarten mischen munter beide Sprachen.