Region in Frankreich

Champagne: Städte & Highlights

Die Champagne ist die einzige Weinregion der Welt, deren Name ein Lebensgefühl geworden ist. Vor Ort ist sie überraschend bodenständig: sanfte Rebhügel, stille Dörfer, darunter kilometerlange Kreidekeller, in denen Millionen Flaschen reifen. Dazu kommen mit Reims und Troyes zwei Städte, die auch ganz ohne Schaumwein eine Reise rechtfertigen.

Diese Seite zeigt dir die schönsten Orte der Region mit Links zu den Einzelseiten, erklärt, wie Kellerbesuche wirklich funktionieren, und liefert beste Reisezeit, Anreise und eine ehrliche Einordnung gleich mit.

Auf einen Blick

  • RegionGrand Est, rund 150 Kilometer östlich von Paris
  • Bekannt fürChampagnerkeller, Kathedrale von Reims, Fachwerk in Troyes
  • Wichtigste OrteReims, Troyes, Épernay
  • UNESCOHänge, Häuser und Keller der Champagne, Kathedrale von Reims
  • Ideale Dauer3 bis 4 Tage
  • Beste ReisezeitMai bis Juni, September zur Weinlese

Was die Champagne ausmacht

Die Champagne lebt von einem Kontrast: Oben ist sie Ackerland mit sanften Hügeln und Dörfern, in denen mittags die Läden schließen. Unten ist sie ein Weltimperium. Unter Reims und Épernay ziehen sich hunderte Kilometer Keller durch den Kreidefels, teils in gallo-römischen Kreidegruben, den Crayères, in denen es ganzjährig kühl und feucht ist. Seit 2015 gehören Hänge, Häuser und Keller der Region zum UNESCO-Welterbe.

Historisch ist die Champagne Königsland: In der Kathedrale von Reims wurden über Jahrhunderte die französischen Könige gekrönt. Und weil die Region im Ersten Weltkrieg Frontgebiet war, ist vieles, was alt aussieht, sorgfältig wiederaufgebaut, auch das gehört zur Geschichte, die dir Kellerführer und Museen hier erzählen.

Die schönsten Städte und Orte in der Champagne

1 Reims

Die heimliche Hauptstadt der Champagne vereint beides: eine Krönungskathedrale, die zu den großen gotischen Bauwerken Europas zählt, und Champagnerhäuser mit klingenden Namen, deren Keller du besichtigen kannst. Alles Wichtige steht auf der Seite zu Reims.

Rechne mit zwei vollen Tagen: einen für Kathedrale, Palais du Tau und die Stadt, einen für die Keller.

2 Troyes

Troyes ist die unterschätzte Zweite: eine Fachwerkstadt mit schiefen Gassen aus dem 16. Jahrhundert, neun Kirchen voller Renaissance-Glasfenster und einem Stadtgrundriss, der auf Karten tatsächlich wie ein Champagnerkorken aussieht.

Hier geht es weniger um Keller als um Atmosphäre, und die ist abends, wenn das Fachwerk angestrahlt wird, besonders schön.

3 Épernay

Épernay ist eine Kleinstadt mit einer weltberühmten Straße: Auf der Avenue de Champagne reihen sich die Prachtbauten der großen Häuser aneinander, unter dem Asphalt lagern Millionen Flaschen. Mehrere Häuser bieten Führungen mit Verkostung an.

Die Stadt selbst ist in einer Stunde gesehen, aber als Ausgangspunkt für die Weinberge des Marnetals ist sie ideal.

4 Hautvillers

Das Winzerdorf über dem Marnetal nennt sich Wiege des Champagners: In der Abtei wirkte der Mönch Dom Pérignon, sein Grab liegt in der Klosterkirche. Die Gassen sind mit schmiedeeisernen Zunftschildern geschmückt, ringsum stehen Reben bis zum Horizont.

Kombiniere den Besuch mit einer Verkostung bei einem der kleinen Winzer im Ort, das ist das Gegenprogramm zu den großen Häusern.

5 Montagne de Reims

Zwischen Reims und Épernay schiebt sich ein bewaldeter Höhenzug, an dessen Flanken die Grand-Cru-Dörfer der Region liegen: Verzenay mit seinem Leuchtturm mitten in den Reben, Bouzy, Ambonnay. Ein Auto oder Fahrrad und ein halber Tag reichen für eine schöne Runde.

Die Aussichtspunkte über das Rebenmeer sind kostenlos und oft menschenleer.

6 Châlons-en-Champagne

Die eigentliche Verwaltungshauptstadt der alten Champagne wird von Reisenden meist übersehen, hat aber eine hübsche, von Kanälen durchzogene Altstadt mit Fachwerk und zwei bedeutenden Kirchen. Im Sommer fahren abends beleuchtete Boote durch die Wasserläufe.

Ein halber Tag reicht, am besten als Zwischenstopp auf dem Weg zwischen Reims und Troyes.

Kellerbesuche: so funktioniert es

Die Logik ist einfach: Die großen Häuser in Reims und Épernay empfangen Besucher zu festen Führungen mit Verkostung am Ende, und die Plätze dafür sind begrenzt. Buche online, in der Saison am besten einige Wochen im Voraus, und leg dir die Führung nicht zu knapp vor die Weiterfahrt, die Verkostung will Zeit.

Die Alternative sind Winzer, die selbst ausbauen, erkennbar am Kürzel RM auf dem Etikett. Bei ihnen sitzt du oft mit dem Chef am Tisch, zahlst weniger und bekommst Flaschen, die es zu Hause nicht gibt. Anmeldung genügt meist einen Tag vorher, frag im Hotel oder im Tourismusbüro nach offenen Türen.

Gut zu wissen: In den Kellern herrschen konstant um die zehn Grad, auch im Hochsommer. Nimm eine Jacke mit und feste Schuhe, die Treppen in den Kreidefels sind lang und stellenweise feucht.

Weinberge zu Fuß und per Rad

Die schönste Ergänzung zum Keller ist der Weg durch die Reben darüber. Rund um Hautvillers, Verzenay und an der Côte des Blancs südlich von Épernay führen markierte Wege durch die Weinberge, meist flach genug für einen Spaziergang zwischen zwei Verkostungen. Per Rad verbindet dich ein Netz aus Nebenstraßen und Weinbergwegen von Dorf zu Dorf, Verleiher findest du in Reims und Épernay.

Nimm dir mindestens einen halben Tag dafür: Erst mit dem Blick über das Rebenmeer versteht man, warum die UNESCO hier von einer Kulturlandschaft spricht.

Beste Reisezeit

Mai und Juni sind ideal: Die Reben stehen im Saft, die Dörfer sind ruhig, die Terrassen offen. Der September ist die spannendste Zeit, dann läuft die Weinlese und die ganze Region riecht nach Most, allerdings sind manche Winzer dann schlicht zu beschäftigt für Besucher. Große Häuser führen ganzjährig durch die Keller, unten ist das Wetter ohnehin egal.

Der Winter hat seinen eigenen Reiz: Reims zur Adventszeit ist stimmungsvoll, die Keller sind leer, und die Verkostung wärmt. Nur die Weinberge zeigen sich dann kahl.

Anreise aus Deutschland

Mit dem Auto liegt die Champagne näher als die meisten französischen Regionen: Ab Saarbrücken bist du über die A4 in rund drei Stunden in Reims, ab Köln über Belgien in etwa vier. Damit taugt die Region sogar für ein verlängertes Wochenende oder als erster Stopp auf dem Weg nach Paris, das nur 45 TGV-Minuten entfernt ist.

Mit der Bahn fährst du am schnellsten über Paris oder mit dem TGV Richtung Ostfrankreich bis Champagne-Ardenne bei Reims. Vor Ort brauchst du für die Städte kein Auto, für Weindörfer und Montagne de Reims schon.

Basis-Empfehlung

Für drei bis vier Tage: zwei Nächte Reims für Kathedrale und Keller, dazu ein Tagesausflug nach Épernay und Hautvillers, dann eine bis zwei Nächte Troyes für das Fachwerk. Wer weiterreist, kombiniert die Champagne gut mit Lothringen oder hängt Burgund an, Troyes liegt schon auf halbem Weg.

Ehrliche Einordnung

Die Champagne ist keine spektakuläre Landschaft. Wer die Postkarten-Rebterrassen des Elsass erwartet, wird sanfte Hügel finden und sonst viel Getreide. Die Reise lohnt sich für das, was unter der Erde liegt, für zwei sehr gute Städte und für das Ritual der Verkostung. Am besten funktioniert die Region als Genussreise mit Programm: vormittags Kathedrale oder Fachwerk, nachmittags Keller, abends gut essen. Für reine Naturferien fährst du besser weiter, zum Beispiel ins Elsass oder nach Savoyen.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für die Champagne?

Drei bis vier Tage reichen für das Wesentliche: zwei Tage Reims mit Kellerbesuch, ein halber Tag Épernay mit der Avenue de Champagne, ein Tag Troyes. Wer Winzer besuchen und durch die Weindörfer fahren will, hängt einen Tag an. Als Wochenendziel funktioniert Reims auch allein sehr gut.

Muss man Kellerbesuche vorab buchen?

Bei den großen Häusern ja. Die Führungen haben feste Zeiten und begrenzte Plätze, in den Ferien und an Wochenenden sind sie oft Wochen vorher ausgebucht. Buche online, sobald deine Reisedaten stehen. Kleine Winzer sind flexibler, dort reicht meist eine kurze Nachricht ein bis zwei Tage vorher.

Reims oder Épernay, was ist besser für Champagnerkeller?

Reims hat die größere Auswahl an berühmten Häusern und dazu eine echte Stadt mit Kathedrale, Museen und Restaurants. Épernay hat die Avenue de Champagne, auf der die Häuser dicht beieinander liegen, und die schönere Weinberg-Umgebung. Mit Basis in Reims lässt sich Épernay bequem als Tagesausflug einbauen.

Lohnt sich Troyes?

Ja, gerade weil es nicht ums Trinken geht. Troyes hat eine der schönsten Fachwerk-Altstädte Frankreichs, dazu außergewöhnliche Glasfenster und deutlich weniger Besucher als vergleichbare Städte. Für Schnäppchenjäger kommen große Outlet-Center am Stadtrand dazu. Eine Übernachtung ist besser als ein kurzer Stopp.

Kann man die Champagne ohne Auto bereisen?

Die Städte ja: Reims, Épernay und Troyes sind per Bahn erreichbar, Reims und Épernay verbindet eine kurze Regionalstrecke. Für Weindörfer wie Hautvillers oder die Montagne de Reims brauchst du ein Auto, ein Taxi oder eine gebuchte Tour. Viele Anbieter fahren ab Reims und Épernay Halbtagesrunden mit Verkostung.