Auf einen Blick
- StandardKartenzahlung, kontaktlos ist üblich
- Sicherste KarteKreditkarte von Visa oder Mastercard
- Bargeld nötigWochenmärkte, kleine Boulangerien, Dorfläden
- Trinkgeldim Preis enthalten (service compris)
- Rechnungkommt nicht von allein, du fragst nach l'addition
- Extra bei Unterkünftentaxe de séjour pro Person und Nacht
Die Grundregel: Karte zuerst, Bargeld als Reserve
Plane deine Reise so, dass die Karte dein Standardmittel ist und Bargeld die Ausnahme. Restaurants, Supermärkte, Tankstellen, Museen, Ticketautomaten im Nahverkehr und selbst die meisten Bäckereien in der Stadt nehmen Karte. Kontaktlos ist völlig normal, ab einem bestimmten Betrag verlangt das Terminal die PIN, das ist der einzige Unterschied.
Der Umkehrschluss stimmt aber nicht: Ein Land, in dem fast alles per Karte geht, ist nicht bargeldlos. Die Ausnahmen sind ausgerechnet die Situationen, die eine Frankreichreise ausmachen, also der Marktstand mit dem Ziegenkäse und die Bäckerei im Dorf, in der es die beste Baguette weit und breit gibt. Ein kleiner Bargeldvorrat gehört deshalb in jede Tasche.
Welche Karte funktioniert wirklich?
Nimm eine Kreditkarte von Visa oder Mastercard mit, sie ist in Frankreich der Schlüssel für alles. Die deutsche Girocard wird längst nicht überall akzeptiert, weder an jedem Geldautomaten noch an jedem Terminal, und in kleineren Läden ist sie oft schlicht kein Thema. Verlass dich nicht darauf, dass es schon klappen wird.
Praktisch ist die Kombination aus zwei Karten von zwei verschiedenen Anbietern, getrennt aufbewahrt. Fällt eine aus, weil sie gesperrt, entmagnetisiert oder im Automaten geblieben ist, rettet die zweite den Urlaub. Bezahlen per Handy oder Uhr funktioniert an praktisch jedem Terminal, das kontaktlos kann, also fast überall.
Achtung: Prüfe vor der Abreise, ob deine Karte fürs Ausland freigeschaltet ist und ob du dein Tageslimit kennst. Viele Reisende merken erst an der Mautstation, dass ihre Karte für Auslandszahlungen gesperrt ist. Die Rufnummer für die Kartensperre notierst du dir am besten getrennt vom Portemonnaie.
Wo du Bargeld brauchst
Bargeld brauchst du seltener, als du denkst, aber genau dann, wenn es zählt. Auf dem Wochenmarkt haben viele Stände kein Terminal, in kleinen Boulangerien und Dorfläden gilt oft eine Mindestsumme für Kartenzahlung, und wer beim Bäcker nur ein Croissant kauft, zahlt bar. Auch Trinkgeld, Kirchenkerzen und Parkuhren in kleinen Orten mögen Münzen.
| Situation | Karte | Bargeld |
|---|---|---|
| Restaurant, Bistro, Café | Standard, Terminal kommt an den Tisch | Münzen zum Aufrunden |
| Boulangerie in der Stadt | meist möglich | bei Kleinstbeträgen sicherer |
| Wochenmarkt | einzelne Stände | klar die Regel |
| Museen, Tickets, Nahverkehr | Standard | selten nötig |
| Supermarkt, Tankstelle | Standard | nicht nötig |
| Dorfladen, kleine Pension | oft, aber nicht immer | immer dabeihaben |
Tipp: Hebe gleich nach der Ankunft einmal Bargeld ab und teile es auf: Scheine in die Unterkunft, Münzen und einen kleinen Rest in die Tagestasche. So musst du nicht mitten im Marktgewühl nach einem Automaten suchen, und ein verlorenes Portemonnaie kostet dich nicht die ganze Reisekasse.
Geldautomat: worauf du achtest
Geldautomaten heißen in Frankreich distributeur automatique de billets, kurz DAB, und stehen an Bankfilialen, an Bahnhöfen und in Einkaufszentren. Automaten an einer echten Bankfiliale sind die erste Wahl. Freistehende Geräte in Touristenlagen, in Kiosken oder Hotelfoyers gehören oft privaten Betreibern, die eine eigene Gebühr verlangen. Der Hinweis dazu erscheint auf dem Bildschirm, bevor du bestätigst, lies ihn.
Hebe lieber selten und dafür einen größeren Betrag ab statt jeden Tag ein bisschen, denn viele Gebühren fallen pro Vorgang an. In sehr kleinen Orten gibt es teils gar keinen Automaten mehr, plane das mit ein, wenn du über Land fährst, etwa in der Dordogne oder auf Korsika. Wenn dein Konto in Schweizer Franken geführt wird, wähle am Automaten und am Terminal immer die Abrechnung in Euro, die vor Ort angebotene Umrechnung ist in der Regel die teurere Variante.
Trinkgeld: service compris
Das ist die Frage, die deutsche Gäste am meisten verunsichert, und die Antwort ist entspannt. In Frankreich ist der Service gesetzlich im Preis enthalten, auf der Karte steht service compris. Du schuldest niemandem einen Aufschlag, und niemand rechnet damit.
Üblich ist eine Geste: das Wechselgeld liegen lassen, auf den nächsten runden Betrag aufrunden, nach einem richtig guten Abend etwas mehr. Im Café am Tresen bleiben oft einfach die Münzen auf dem Teller liegen. Wichtig: Auf dem Kartenterminal gibt es meist kein Feld für Trinkgeld, wer etwas geben will, legt Münzen auf den Tisch. Mehr zum Ablauf im Lokal steht im Restaurant-Knigge für Frankreich.
Die Rechnung verlangen
In Frankreich bringt niemand ungefragt die Rechnung, das gilt als Rauswurf. Du fragst aktiv: „L’addition, s’il vous plaît“ reicht völlig, ein Handzeichen aus der Ferne funktioniert auch. Danach kommt das Terminal an den Tisch, du steckst die Karte selbst hinein.
Getrennt zahlen ist möglich, aber unüblich in großen Runden. Sag es am besten vorher an oder einigt euch am Tisch und zahlt in zwei Beträgen. Die passenden Sätze für den Moment findest du im Sprachführer Französisch für die Reise.
Automaten, Maut und Tankstellen
An Mautstationen kommst du mit Kreditkarte durch, die Spuren mit dem kleinen orangefarbenen t sind dagegen der Mautbox vorbehalten. Wie das System funktioniert, steht im Guide Mit dem Auto nach Frankreich. Auch beim Parken in Frankreich ist Karte Standard, in kleinen Orten stehen aber noch reine Münzautomaten.
Ein Klassiker sind Tankstellen im Automatenbetrieb. Kleinere Stationen auf dem Land schalten abends auf Selbstbedienung um, und diese Automaten mögen nicht jede ausländische Karte. Dazu kommt, dass sie beim Bezahlen einen Sicherungsbetrag blockieren, der erst Tage später wieder freigegeben wird. Tanke deshalb lieber tagsüber an einer besetzten Station.
Die taxe de séjour und andere Zusatzposten
Fast jede Gemeinde erhebt eine Kurtaxe, die taxe de séjour. Sie wird pro Person und Nacht berechnet, ist nach Kategorie der Unterkunft gestaffelt und in vielen Fällen nicht im Onlinepreis enthalten. Sie taucht dann erst beim Check-out auf, in Hotels, Ferienwohnungen, Chambres d’hôtes und auf Campingplätzen gleichermaßen. Kinder unter einer bestimmten Altersgrenze sind befreit.
Ähnlich läuft es bei Ferienhäusern mit Endreinigung, Bettwäschepauschale und Kaution. Vergleiche Unterkunftspreise deshalb immer inklusive aller Nebenposten, sonst gewinnt das falsche Angebot. Welche Unterkunftsform wann passt, klärt der Überblick zu Hotels, Gîtes und Chambres d’hôtes.
Gut zu wissen: Kurtaxe wird häufig bar oder per Karte direkt vor Ort kassiert, auch wenn du längst online bezahlt hast. Das ist kein Trick, sondern französische Verwaltungsroutine. Frag beim Einchecken kurz nach, dann kennst du deinen echten Endbetrag.
Typische Fallen
Wechselstuben in Touristenlagen sind selten ein gutes Geschäft, du brauchst sie im Euroraum ohnehin nicht. Meide außerdem Websites, die staatliche Dokumente gegen Aufschlag verkaufen: Die Crit’Air-Plakette gibt es ausschließlich auf certificat-air.gouv.fr, alles andere ist ein Zwischenhändler.
Und ein Muster, das nichts mit Betrug zu tun hat, aber Geld kostet: die Terrasse mit Blick auf die Hauptattraktion. Derselbe Espresso ist am Tresen günstiger als am Tisch draußen. Beides hat seinen Moment, entscheide nur bewusst. Mehr Stellschrauben dieser Art findest du im Beitrag zum Budget für Frankreich.
Häufige Fragen
Kann ich in Frankreich überall mit Karte zahlen?
In Städten fast immer: Restaurants, Läden, Museen, Tankstellen und Nahverkehrsautomaten nehmen Karte, kontaktlos ist Standard. Ausnahmen sind Wochenmärkte, sehr kleine Bäckereien und Dorfläden, die teilweise eine Mindestsumme verlangen. Auf dem Land und auf den Inseln solltest du immer etwas Bargeld dabeihaben, sonst stehst du am schönsten Käsestand ohne Käse da.
Funktioniert die deutsche Girocard in Frankreich?
Nicht zuverlässig. Viele Terminals und Automaten akzeptieren sie nicht, und in kleineren Geschäften ist sie meist gar nicht vorgesehen. Nimm eine Kreditkarte von Visa oder Mastercard als Hauptzahlungsmittel mit, idealerweise eine zweite Karte als Reserve, getrennt aufbewahrt. Handy oder Uhr funktionieren an jedem kontaktlosen Terminal.
Wie viel Bargeld sollte ich mitnehmen?
So viel, dass ein Marktbesuch, ein paar Bäckereieinkäufe und das Aufrunden im Café gedeckt sind, plus eine Reserve für den Fall, dass eine Karte streikt. Alles andere hebst du vor Ort am Automaten einer Bankfiliale ab, das ist günstiger als Wechseln zu Hause und praktischer als ein dicker Umschlag im Koffer.
Muss ich in Frankreich Trinkgeld geben?
Nein. Der Service ist gesetzlich im Preis enthalten, auf der Karte steht service compris. Bei gutem Service runden viele Gäste auf oder lassen die Münzen liegen, das ist eine freundliche Geste und keine Pflicht. Auf dem Kartenterminal gibt es dafür in der Regel kein Feld, gib Trinkgeld deshalb in bar.
Was ist die taxe de séjour und wann zahle ich sie?
Das ist die französische Kurtaxe, die fast jede Gemeinde erhebt. Sie wird pro Person und Nacht berechnet, richtet sich nach der Kategorie der Unterkunft und ist oft nicht im gebuchten Preis enthalten. Kassiert wird sie meist direkt vor Ort, beim Ein- oder Auschecken, in Hotels genauso wie in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen.
Wie verlange ich im Restaurant die Rechnung?
Mit einem freundlichen „L'addition, s'il vous plaît“. Von allein kommt sie nicht, denn ungefragt die Rechnung zu bringen gilt in Frankreich als unhöflich. Danach bringt das Personal ein mobiles Terminal an den Tisch. Wenn ihr getrennt zahlen wollt, sagt es am besten vorher, in großen Runden ist es sonst unüblich.


