Auf einen Blick
- Bauzeit1875 bis 1914
- Stilneobyzantinisch, weißer Travertin
- LageButte Montmartre, 18. Arrondissement
- EintrittBasilika kostenlos, Kuppel gegen Ticket
- Besuchsdauerhalber Tag fürs ganze Viertel
- Beste Zeitfrüher Morgen oder Sonnenuntergang
Die Basilika: kostenlos rein, Kuppel gegen Ticket
Der Kirchenraum von Sacré-Cœur ist frei zugänglich, entsprechend lang ist die Schlange am Mittag; früh am Morgen oder am Abend gehst du dagegen fast ohne Wartezeit hinein. Innen lohnt vor allem der Blick nach oben: Das riesige Christus-Mosaik über dem Chor gehört zu den größten Mosaiken der Welt.
Gegen Ticket steigst du zusätzlich auf die Kuppel: rund 300 Stufen ohne Aufzug, eng und wendeltreppig. Dafür stehst du anschließend auf einem der höchsten Aussichtspunkte der Stadt und blickst bei klarem Wetter weit über den Eiffelturm hinaus.
Gut zu wissen: Sacré-Cœur ist jünger, als sie aussieht: Gebaut wurde sie ab 1875 als nationales Gelübde nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen, geweiht erst 1919. Ihr Travertin-Stein sondert bei Regen Kalk ab, deshalb wird die Basilika mit den Jahren immer weißer.
Tickets: Für die Basilika brauchst du keins. Kuppel und Krypta kaufst du vor Ort am Eingang; eine Online-Buchung ist normalerweise nicht nötig. Aktuelle Hinweise zu Gottesdiensten und Zugängen stehen auf der offiziellen Website.
Hinauf zur Basilika: Treppen oder Standseilbahn
Von der Metrostation Anvers führt der klassische Weg durch die Rue de Steinkerque und dann über die Treppenterrassen des Square Louise Michel hinauf, mit immer besserem Blick im Rücken. Wer die Stufen sparen will, nimmt die Standseilbahn Funiculaire de Montmartre direkt daneben: Sie fährt mit einem normalen Metro-Ticket, wie das Ticketsystem funktioniert, steht im Verkehrs-Guide. Wer schlecht zu Fuß ist, nähert sich am besten von der Rückseite über die Rue Caulaincourt, dort ist die Steigung sanfter. Die Metrolinien 2 und 12 halten am Fuß des Hügels an den Stationen Anvers, Pigalle und Abbesses; Abbesses liegt tief im Berg, nimm dort den Aufzug statt der Wendeltreppe.
Achtung: An den Treppen arbeiten Bändchenverkäufer und Hütchenspieler mit bekannten Tricks: Wer sich ein Armband umbinden lässt, zahlt. Freundlich, aber bestimmt weitergehen, Wertsachen vorn tragen. Mehr dazu im Guide Sicher in Paris.
Place du Tertre und die Maler
Der berühmte Malerplatz zwei Gassen hinter der Basilika ist reines Touristenprogramm, aber ein sympathisches: Dutzende lizenzierte Künstler malen Porträts und Stadtansichten. Wenn du dich zeichnen lassen willst, kläre den Preis vorher. Seinen echten Charme zeigt der Platz früh am Morgen, wenn die Staffeleien gerade aufgebaut werden und die Cafés noch den Bewohnern gehören.
Das andere Montmartre
Das eigentliche Erlebnis beginnt abseits des Rummels, zwei Straßen weiter: der kleine Weinberg Clos Montmartre, die Rue de l’Abreuvoir mit der rosafarbenen Maison Rose, die alte Mühle Moulin de la Galette und stille Treppengassen, in denen vom Trubel nichts zu spüren ist. Am Square Jehan Rictus wartet der Mur des je t’aime, die Wand mit dem Liebesgeständnis in hunderten Sprachen. Wenn du tiefer einsteigen willst: Das Musée de Montmartre in einem alten Atelierhaus mit Garten erzählt die Geschichte des Künstlerhügels, und unterhalb des Weinbergs duckt sich mit dem Lapin Agile die alte Künstlerkneipe, in der schon Picasso saß. Plane fürs Viertel mindestens einen halben Tag und lass dich treiben, verlaufen kannst du dich kaum: bergauf geht es immer zur Basilika.
Abends auf den Stufen
Zum Sonnenuntergang füllen sich die Stufen vor der Basilika mit Menschen, Musikern und Picknickdecken, unten glitzert die Stadt: einer der schönsten Gratis-Momente von Paris. Der Blick reicht bei klarem Wetter über die ganze Innenstadt bis zu den Hochhäusern am Horizont; such dir eine Stufe abseits der Mitte, dort sitzt es sich ruhiger. Behalte im Gedränge deine Taschen im Blick und nimm danach den Rückweg durch die beleuchteten Gassen. Auf dem Heimweg lohnt ein Stopp an der Opéra Garnier; was sonst in deine Tage passt, steht in der Top 20 von Paris und in den Insider-Tipps.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istWenn sich die Massen über die Haupttreppe schieben: Steig über die Rue Caulaincourt oder die Treppen an der Rückseite hinauf und besuch die Basilika am frühen Abend, wenn die Reisegruppen weg sind. Die Place du Tertre entspannt sich nie ganz, die Gassen dahinter schon.
- Wenn es regnetBei Regen wird das Kopfsteinpflaster rutschig und der Fernblick fällt aus. Dann lohnt der Fokus auf die Basilika selbst und ein langer Café-Stopp; das Musée de Montmartre mit seinen Gärten ist ein gutes Schlechtwetterziel im Viertel.
- Mit KindernKinder lieben die Standseilbahn und das Karussell am Fuß des Hügels, die vielen Stufen sind mit Kinderwagen dagegen mühsam: Trage hilft. Die Kuppel ist erst für größere Kinder sinnvoll, 300 enge Stufen sind kein Spaß mit Dreijährigen.
- Mit eingeschränkter MobilitätEhrlich gesagt schwierig: Treppen, Steigungen und Kopfsteinpflaster prägen das ganze Viertel. Die Standseilbahn und der Zugang über die Rückseite entschärfen den Aufstieg, in der Basilika selbst geht es dann eben zu. Die Kuppel ist ohne Treppensteigen nicht erreichbar.
Häufige Fragen
Ist der Eintritt in Sacré-Cœur frei?
Ja, die Basilika ist kostenlos zugänglich, wie fast alle Kirchen in Frankreich. Bezahlt wird nur der Aufstieg zur Kuppel und der Besuch der Krypta. Rechne zur Mittagszeit mit einer Schlange vor dem Eingang; früh morgens und abends kommst du fast ohne Wartezeit hinein.
Lohnt sich der Aufstieg zur Kuppel von Sacré-Cœur?
Wenn du gut zu Fuß bist und klares Wetter hast: ja. Die rund 300 Stufen sind eng, aber oben stehst du höher als auf den meisten Aussichtspunkten der Stadt und siehst ganz Paris vor dir liegen. Bei Dunst oder wenig Zeit reicht der ohnehin kostenlose Blick von den Stufen vor der Basilika.
Wie kommt man am besten zu Sacré-Cœur hinauf?
Von der Metrostation Anvers zu Fuß über die Treppenterrassen, das ist der schönste Weg. Die Standseilbahn direkt daneben fährt mit einem normalen Metro-Ticket und spart die meisten Stufen. Mit eingeschränkter Mobilität lohnt die Anfahrt von der Rückseite über die Rue Caulaincourt, dort steigt der Hügel sanfter an.
Ist Montmartre abends sicher?
Die belebten Bereiche rund um Basilika, Place du Tertre und die Hauptgassen sind auch abends gut besucht und unproblematisch. Wie überall in Paris gilt: Taschendiebe arbeiten dort, wo Gedränge ist, also Wertsachen vorn tragen. Die Gegend um Pigalle am Fuß des Hügels ist nachts laut, aber belebt; einsame dunkle Treppen meidest du wie in jeder Großstadt.
Wann ist es in Montmartre am leersten?
Früh am Morgen, unter der Woche am deutlichsten: Vor etwa zehn Uhr gehören die Gassen den Bewohnern, die Bäckereien duften und an der Place du Tertre werden erst die Staffeleien aufgebaut. Danach füllt sich das Viertel bis zum Abend kontinuierlich. Der Sonnenuntergang ist voll, aber den nimmst du für den Blick trotzdem mit.




