Auf einen Blick
- RegionAuvergne-Rhône-Alpes
- Bauzeit1872 bis 1896
- LageFourvière-Hügel über Vieux Lyon
- Dauer des Besuchs1,5 bis 3 Stunden mit Theatern
- AnreiseStandseilbahn ab Vieux Lyon
Warum diese Kirche so aussieht
Die Lyoner gelobten während des Kriegs von 1870, der Jungfrau Maria eine Kirche zu bauen, wenn die Stadt verschont bliebe. Sie blieb es, und ab 1872 entstand nach Plänen von Pierre Bossan dieser Bau, der bewusst keine klassische Kathedrale sein wollte: außen wehrhaft wie eine Burg, innen ein Bilderbuch aus Mosaiken, Marmor und Blattgold. Die Lyoner nennen sie liebevoll den umgedrehten Elefanten, wegen der vier Türme, die wie Beine in den Himmel ragen.
Nimm dir drinnen Zeit für die Mosaikwände im Hauptschiff und steig danach in die Unterkirche hinab: Die Krypta ist dunkler, ruhiger und wird von den meisten Besuchern übersehen.
Die Aussicht: ganz Lyon zu Füßen
Von der Esplanade vor der Basilika überblickst du die Dächer von Vieux Lyon, die rote Masse der Presqu’île und dahinter die Hochhäuser von Part-Dieu. Bei klarer Sicht steht am Horizont der Mont Blanc. Abends kippt das Licht golden über die Stadt, dann ist es hier oben am schönsten und am vollsten.
Tipp: Es gibt Führungen bis hinauf auf die Dachgalerien der Basilika, mit Rundumblick über die Türme. Die Plätze sind begrenzt, informiere dich vorab auf der offiziellen Website, statt oben auf gut Glück anzustehen.
Hinauf und hinunter: die Ficelle
Der Klassiker ist die Standseilbahn, von den Lyonern Ficelle genannt, ab der Station Vieux Lyon direkt bis vor die Basilika. Sie fährt mit normalem Nahverkehrsticket, alle Details stehen im Verkehrsguide. Sportliche steigen zu Fuß durch die Gärten des Rosaire hinauf, rund 20 bis 30 Minuten bergauf mit immer besseren Ausblicken. Die schönste Variante: mit der Bahn hoch, zu Fuß durch die Gärten hinunter.
Nebenan: Roms Erbe im Hang
Fünf Gehminuten von der Basilika liegen die beiden römischen Theater von Lugdunum frei im Hang, dem antiken Hauptort Galliens. Der Zugang zum Gelände ist frei, im Sommer laufen hier Open-Air-Festivals. Das zugehörige Museum ist elegant in den Hügel gebaut und ordnet alles ein. Zusammen mit der Basilika ergibt das den logischsten Halbtag der Stadt, am besten kombiniert mit einem Bouchon-Mittagessen unten in der Altstadt, Tipps dazu im Guide zu Essen und Trinken.
Gut zu wissen: Die Basilika ist eine aktive Kirche. Während der Messen ist der Rundgang eingeschränkt, Schultern und Knie sollten bedeckt sein, und Stative sind drinnen nicht gern gesehen.
Tickets: Der Eintritt in Basilika und Krypta ist frei, nur Sonderführungen wie die Dachgalerie kosten. Termine und Buchung findest du auf der offiziellen Website.
Alle weiteren Highlights der Stadt findest du in der Übersicht der Lyon Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istWenn sich vor der Ficelle Schlangen bilden, geh zu Fuß durch die Gärten des Rosaire hinauf, das dauert kaum länger. Oben verteilt sich der Andrang: Krypta und Theater sind fast immer ruhig, auch wenn die Esplanade voll ist.
- Wenn es regnetBasilika und Krypta sind der beste überdachte Programmpunkt auf dem Hügel, das Lugdunum-Museum liegt fast komplett unter der Erde. Nur die Aussicht fällt bei Wolken aus, dann lieber auf einen klaren Tag verschieben.
- Mit KindernDie Fahrt mit der Standseilbahn ist für Kinder das Highlight, die goldene Kirche wirkt wie ein Schatzraum, und in den Römertheatern dürfen sie auf antiken Stufen klettern. Die Esplanade hat Geländer, trotzdem kleine Kinder an die Hand.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Ficelle umgeht den steilen Anstieg, von der Bergstation sind es nur wenige ebene Meter bis zur Basilika, die über eine Rampe zugänglich ist. Die Krypta und die Gärten haben Treppen, das Theatergelände ist uneben.
Häufige Fragen
Ist die Basilika Fourvière kostenlos?
Ja, der Eintritt in die Basilika und die Krypta ist frei, wie in fast allen französischen Kirchen. Bezahlt werden nur Sonderformate wie die geführte Tour über die Dachgalerien. Auch die Aussichtsterrasse davor kostet nichts, damit ist Fourvière eines der besten Gratis-Erlebnisse Lyons.
Wie kommt man zur Basilika Fourvière hinauf?
Am bequemsten mit der Standseilbahn ab der Metrostation Vieux Lyon, sie fährt in wenigen Minuten direkt zur Basilika und akzeptiert normale Nahverkehrstickets. Zu Fuß steigst du in 20 bis 30 Minuten durch die Gärten des Rosaire hinauf. Schöne Kombination: hoch mit der Bahn, runter zu Fuß.
Warum heißt die Basilika der umgedrehte Elefant?
Wegen ihrer Silhouette: Der kompakte Baukörper mit den vier schlanken Ecktürmen erinnert die Lyoner an einen auf dem Rücken liegenden Elefanten, dessen vier Beine in die Luft ragen. Der Spitzname ist liebevoll gemeint und gehört längst zur Stadtfolklore.
Sieht man vom Fourvière-Hügel den Mont Blanc?
An klaren Tagen ja, vor allem im Winter und nach Regenfronten, wenn die Luft trocken und sauber ist. Der weiße Gipfel steht dann rechts am Horizont hinter den Alpenvorbergen. Im Sommerdunst verschwindet er oft, das Stadtpanorama über beide Flüsse lohnt sich aber immer.
Lohnt sich die Krypta der Basilika?
Ja, gerade weil die meisten sie auslassen. Die Unterkirche ist Joseph geweiht, deutlich schlichter als das goldene Hauptschiff und angenehm ruhig, wenn oben Gruppen durchziehen. Der Abstecher kostet nur zehn Minuten und macht den Kontrast des Baus erst richtig deutlich.