Auf einen Blick
- RegionAuvergne-Rhône-Alpes
- EpocheRenaissance, 15. und 16. Jahrhundert
- UNESCOWelterbe seit 1998
- Dauer des Besuchs3 bis 4 Stunden
- AnreiseMetro D bis Vieux Lyon Cathédrale Saint-Jean
Drei Viertel, ein Welterbe
Vieux Lyon besteht aus drei Abschnitten, jeweils um eine Kirche gruppiert: Saint-Jean in der Mitte mit der Kathedrale, Saint-Paul im Norden, wo früher die Banken saßen, und Saint-Georges im Süden, das ruhigste der drei. Die meisten Besucher sehen nur Saint-Jean und verpassen damit die Hälfte.
Die Rue Saint-Jean ist die Hauptgasse: schön, aber voll mit Crêperien und Souvenirläden. Die eigentliche Zeitreise findest du eine Parallelstraße weiter in der Rue du Bœuf und der Rue des Trois Maries, wo die Fassaden gotische und italienische Details zeigen und kaum jemand unterwegs ist.
Die Highlights im Viertel
Die Kathedrale Saint-Jean wirkt von außen zurückhaltend, drinnen läuft aber seit dem 14. Jahrhundert eine astronomische Uhr, eines der ältesten Uhrwerke Europas. Der Eintritt ist frei. Direkt dahinter beginnt der Aufstieg nach Fourvière: Die Standseilbahn startet neben der Metrostation, oben warten die Basilika Fourvière und die beste Aussicht der Stadt.
Das zweite große Thema sind die versteckten Durchgänge: Etliche Traboules führen quer durch die Wohnhäuser von einer Gasse zur nächsten, tagsüber sind viele frei zugänglich. Dazu kommen die Innenhöfe der Stadtpaläste, allen voran die Galerien des Musée Gadagne, das Stadtgeschichte und ein Marionettenmuseum rund um die Lyoner Figur Guignol vereint.
Tipp: Komm vor 10 Uhr. Dann gehören dir die Gassen fast allein, das Licht auf den Ockerfassaden ist am schönsten, und du bekommst in den Traboules die Stille, die sie brauchen. Ab Mittag schieben sich die Gruppen durch die Rue Saint-Jean.
Essen: Bouchon ja, aber der richtige
Vieux Lyon ist voller Bouchons, der urigen Lyoner Wirtshäuser. Nur: Genau hier sitzen auch die Imitate mit Fotospeisekarte und Kellner-Anwerbern vor der Tür. Ein gutes Zeichen ist eine kurze, handgeschriebene Karte mit Klassikern wie Quenelle oder Salade lyonnaise. Wie du echte Bouchons erkennst und was du bestellen solltest, steht im Guide zu Essen und Trinken in Lyon.
Gut zu wissen: Das Viertel ist fast komplett Fußgängerzone und mit der Metro D (Station Vieux Lyon) direkt erreichbar. Details zu Tickets und Standseilbahn findest du im Verkehrsguide.
Weiter im Programm
Vieux Lyon ist der perfekte Startpunkt für den klassischen ersten Tag: erst die Gassen, dann mit der Standseilbahn hinauf nach Fourvière zu Basilika und Römertheatern, abends zurück über eine der Fußgängerbrücken der Saône auf die Presqu’île, wo die Bars und die abendliche Beleuchtung warten. Wer geführt unterwegs sein will, findet Altstadt- und Traboules-Touren unter Aktivitäten in Lyon. Alle weiteren Highlights stehen in der Übersicht der Lyon Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istWenn die Rue Saint-Jean überläuft, weiche in die Rue du Bœuf und ins südliche Viertel Saint-Georges aus: gleiche Epoche, ein Bruchteil der Leute. Oder zieh den Fourvière-Aufstieg vor und komm am späten Nachmittag zurück.
- Wenn es regnetIdeal bei Regen: Traboules und Innenhöfe sind überdacht, Kathedrale und Musée Gadagne füllen die nassen Stunden. Das Kopfsteinpflaster wird allerdings glatt, feste Schuhe helfen.
- Mit KindernFunktioniert gut als Entdeckungsspiel: Traboules suchen, Wendeltreppen zählen, danach Guignol-Marionetten im Musée Gadagne. Die Gassen sind autofrei, nur der Kinderwagen holpert auf dem Pflaster.
- Mit eingeschränkter MobilitätDas Viertel ist eben, aber durchgehend Kopfsteinpflaster, viele Traboules haben Stufen und enge Türen. Mit Rollstuhl sind die Hauptgassen machbar, die Innenhöfe oft nicht. Die Metrostation hat Aufzüge.
Häufige Fragen
Ist Vieux Lyon kostenlos?
Ja, das Viertel selbst, die Kathedrale Saint-Jean und die meisten Traboules kosten nichts. Eintritt zahlst du nur für Museen wie das Musée Gadagne. Damit ist Vieux Lyon einer der günstigsten Halbtage, die du in Lyon verbringen kannst.
Wie viel Zeit braucht man für Vieux Lyon?
Für die Gassen, die Kathedrale und einige Traboules reichen 3 bis 4 Stunden. Mit Museumsbesuch und Mittagessen im Bouchon wird ein halber Tag daraus. In Kombination mit Fourvière, das direkt darüber liegt, füllt das Viertel bequem einen ganzen Tag.
Warum ist Vieux Lyon UNESCO-Welterbe?
Lyon wurde 1998 als Ensemble ausgezeichnet, weil die Stadt zwei Jahrtausende Stadtgeschichte lückenlos zeigt: vom römischen Lugdunum über das Renaissanceviertel bis zu den Seidenweber-Hängen von Croix-Rousse. Vieux Lyon ist dabei das Herzstück, weil kaum eine europäische Altstadt so geschlossen aus der Renaissance erhalten ist.
Wo isst man in Vieux Lyon am besten?
In einem echten Bouchon abseits der Rue Saint-Jean. Achte auf eine kurze, saisonale Karte mit Lyoner Klassikern und darauf, dass niemand vor der Tür Gäste anwirbt. Mittags sind die Festpreismenüs deutlich günstiger als abends, Reservieren lohnt sich fast immer.
Sind die Traboules in Vieux Lyon frei zugänglich?
Viele ja, tagsüber. Die Stadt hat mit den Eigentümern vereinbart, dass Besucher bestimmte Durchgänge nutzen dürfen. Es bleiben aber bewohnte Häuser: leise sprechen, nichts anfassen, Türen wieder schließen. Abends sind die meisten Türen zu, dann respektiere das.