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Frankreich im Winter: Weihnachtsmärkte, Städte & Sonne

Frankreich im Winter ist vier Reisen in einer: das Elsass mit den berühmtesten Weihnachtsmärkten des Landes, Paris in seiner leisesten und günstigsten Form, die Côte d'Azur mit erstaunlich vielen milden Sonnentagen und die Alpen für alle, die Schnee wollen. Kaum eine Jahreszeit verlangt so sehr nach der Frage: Was für ein Winter soll es sein?

Dieser Guide sortiert die Optionen von Dezember bis Februar, mit ehrlichen Hinweisen zu Trubel, Preisen und Wetter. Die konkreten Monatswerte stehen in der Klimatabelle jeder Stadtseite, zum Beispiel in der Klimatabelle für Nizza.

Frankreich im Winter: Weihnachtsmärkte, Städte & Sonne
Foto: Kevin.B, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • ZeitraumDezember bis Februar
  • AdventElsass: Straßburg, Colmar und die Winzerdörfer
  • WintersonneCôte d'Azur, mildester Ort: Menton
  • StädtezeitJanuar und Februar: leerste und günstigste Monate

Advent im Elsass: das Winterklassiker-Programm

Wenn Frankreich einen Wintermythos hat, dann liegt er im Osten. Straßburg nennt sich selbst Weihnachtshauptstadt, und der Straßburger Weihnachtsmarkt rund um das Münster gehört zu den ältesten Europas. Colmar setzt noch eine Schippe Kulisse drauf: Fachwerk, Kanäle und mehrere kleine Märkte in der Altstadt. Dazu kommen die Winzerdörfer wie Kaysersberg, Riquewihr und Eguisheim, die im Advent wie aufgeklappte Bilderbücher wirken.

Die Kehrseite des Ruhms: An Adventswochenenden sind die Städte voll und Hotels lange im Voraus ausgebucht. Reise unter der Woche oder gleich in der ersten Adventswoche, dann bekommst du dieselbe Stimmung mit halb so viel Gedränge.

Plane die Tage außerdem um das Licht herum: Es wird früh dunkel, und genau das ist hier ein Vorteil. Ab dem späten Nachmittag leuchten die Märkte am schönsten, vormittags gehören die Gassen und das Straßburger Münster dagegen fast dir allein. Zwischen den Städten pendelst du am bequemsten mit dem Regionalzug, die Strecke durch die Rheinebene ist kurz und die Parkplatzsuche entfällt.

Tipp: Übernachte in einem der Dörfer an der Elsässer Weinstraße statt in den Städten. Abends, wenn die Tagesbusse weg sind, hast du die beleuchteten Gassen fast für dich, und tagsüber bist du mit Auto oder Zug schnell in Colmar und Straßburg.

Paris im Winter: die leise Saison

Zwischen Neujahr und Ostern zeigt sich Paris von seiner entspanntesten Seite. Vor dem Louvre schrumpfen die Schlangen, in den Cafés ist wieder Platz am Fenster, und die Hotelpreise sind so niedrig wie sonst selten. Schaufensterdekorationen und Lichter machen den Dezember festlich, die großen Kaufhäuser sind dann selbst eine Sehenswürdigkeit. Kalt wird es, klar, aber selten bitter: Schnee ist in Paris die Ausnahme, graue Tage mit Nieselregen sind wahrscheinlicher. Genau dafür gibt es die beste Museumsdichte der Welt. Welche Gebiete sich für wen eignen, steht in unserem Überblick zu die großen Skigebiete im Überblick.

Ein Wintertag in Paris hat seinen eigenen Rhythmus: morgens ins Museum, mittags in eine Brasserie mit Zwiebelsuppe und Gratin, nachmittags durch die überdachten Passagen des 2. und 9. Arrondissements, die wie gebaut für graue Tage sind. Abends locken Oper, Jazzkeller und Kinos, von denen Paris mehr hat als jede andere Stadt Europas.

Lyon: Lichterfest und Winterküche

Auch Lyon ist ein starkes Winterziel, und das nicht nur Anfang Dezember, wenn die Fête des Lumières Fassaden, Plätze und Flüsse in Lichtkunst verwandelt; für diese vier Abende musst du Monate im Voraus buchen. Danach beginnt die eigentliche Lyoner Winterzeit: In den Bouchons dampfen die deftigen Klassiker, in den Halles Paul Bocuse stapeln sich Austern und Käse, und durch die überdachten Traboules läufst du sogar im Regen trocken durch die Altstadt. Kaum eine französische Stadt passt besser zur kalten Jahreszeit.

Wintersonne an der Côte d’Azur

Der Süden ist im Winter kein Badeziel, aber ein erstaunlich verlässliches Sonnenziel. Nizza zählt übers Jahr sehr viele Sonnenstunden, und an klaren Wintertagen sitzt du mittags im Mantel draußen am Meer. Der Karneval von Nizza bringt im Februar Umzüge und Blumenschlachten auf die Promenade. Noch milder ist Menton an der italienischen Grenze, wo im Februar das Zitronenfest gefeiert wird, mit Skulpturen aus Zitrusfrüchten. Wie groß der Vorsprung der Küste ist, zeigt der Januar in Zahlen: In Nizza liegt der typische Tageshöchstwert bei 13 Grad und nachts bei 5 Grad, in Straßburg bei 6 Grad und 0 Grad.

Gut zu wissen: Winter an der Côte d’Azur heißt milde Tage, aber kühle Abende und ein kaltes Meer. Es ist die Jahreszeit für Promenade, Museen und Märkte, nicht für den Strandtag. Dafür sind Hotels günstig und die Städte angenehm leer.

Schnee: die Alpen in Kürze

Für den klassischen Winterurlaub sind die französischen Alpen erste Liga, mit einigen der größten Skigebiete der Welt. Auch ohne Ski lohnt sich die Region: Chamonix unterm Mont Blanc ist ein Wintererlebnis für Fußgänger, mit Seilbahnen zu spektakulären Aussichtspunkten, und Annecy liegt winterlich still am See mit weißen Bergen dahinter. Wer Stadt und Schnee mischen will, nimmt Grenoble als Basis. In den Schulferien im Februar sind die Alpenorte allerdings voll und teuer.

Winter-Praxis: Preise, Öffnungszeiten, Anreise

Der Winter ist die Sparzeit des Jahres, mit drei Ausnahmen: Adventswochenenden im Elsass, die Tage um Weihnachten und Silvester sowie die Februar-Skiferien in den Alpen. Dazwischen liegen die günstigsten Wochen, vor allem im Januar. Rechne dafür mit Winterfahrplänen: Kleine Museen und Saisonziele schließen früher oder ganz, Schlösser und Gärten fahren ihr Programm herunter, und in Küstenorten wie Étretat oder Cassis machen viele Restaurants Winterpause. Die Großstädte sind davon nicht betroffen.

Bei der Anreise ist der Zug im Winter oft die entspannteste Wahl: Die TGV-Achsen nach Paris, Straßburg und Lyon sind wetterfest, während auf Autofahrten in die Berge Schneeketten oder Winterausrüstung Pflicht sein können. In den Wintersportregionen gilt in der kalten Jahreszeit eine Winterreifenpflicht, prüfe die Regeln vor der Fahrt, wenn du mit dem eigenen Auto kommst.

Welcher Winter passt zu dir?

Romantik und Glühwein: Elsass im Advent. Kultur und kleine Preise: Paris oder Lyon im Januar. Licht und milde Luft: Nizza und Menton im Februar. Schnee: die Alpen, außerhalb der Ferienwochen. Der Winter ist damit die Jahreszeit mit den klarsten Rollen, und wer die Monate übers ganze Jahr vergleichen will, findet den Überblick im Beitrag zur besten Reisezeit für Frankreich. Die Fortsetzung mit Blüte und Gärten liefert der Artikel zu Frankreich im Frühling.

Häufige Fragen

Wann öffnen die Weihnachtsmärkte im Elsass?

In der Regel Ende November, sie laufen dann durch den Advent, viele bis kurz vor oder nach Weihnachten. Straßburg und Colmar starten meist zuerst, die kleinen Dörfer öffnen teils nur an Wochenenden. Prüfe die genauen Termine vor der Buchung auf den offiziellen Seiten der Städte, sie ändern sich von Jahr zu Jahr leicht.

Wie voll sind Straßburg und Colmar im Advent?

An Wochenenden sehr voll: Die Gassen sind dicht gedrängt, Hotels seit Monaten ausgebucht, Parkplätze rar. Deutlich entspannter sind Wochentage, Vormittage und die erste Adventswoche. Wer im Umland übernachtet und mit dem Zug hineinfährt, spart sich Parkstress und erlebt abends ruhigere Dörfer.

Ist es im Winter in Nizza warm?

Mild, nicht warm. An sonnigen Wintertagen wird es mittags oft angenehm genug, um draußen zu sitzen, abends kühlt es deutlich ab, und das Meer ist kalt. Der Reiz liegt im Licht, in der leeren Promenade und in Ereignissen wie dem Karneval im Februar. Als Flucht vor grauem Winterwetter funktioniert die Küste erstaunlich gut.

Lohnt sich Paris im Januar?

Ja, gerade dann. Der Januar ist einer der günstigsten und leersten Monate: kurze Schlangen an den Museen, freie Tische, niedrige Hotelpreise, dazu der Winterschlussverkauf. Das Wetter ist grau bis kalt, aber Paris ist die perfekte Schlechtwetterstadt. Wer vor allem Museen und Restaurants will, erwischt im Januar die beste Zeit des Jahres.

Kann man Weihnachtsmarkt und Wintersonne kombinieren?

In einer Reise nur mit längerer Fahrt, Elsass und Côte d'Azur trennen mehrere Zugstunden. Sinnvoller ist die Aufteilung: Advent im Dezember ins Elsass, Wintersonne im Januar oder Februar an die Küste. Wer unbedingt beides will, verbindet die Ziele mit dem TGV über Lyon und plant mindestens eine Woche ein.