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12 Gerichte, die du in Frankreich probieren musst

Die französische Küche ist keine einzelne Küche, sondern ein Dutzend regionale, die sich gegenseitig für die beste halten. Genau das macht sie für Reisende so spannend: In Marseille isst du anders als in Straßburg, in der Bretagne anders als in Burgund. Viele Klassiker schmecken dort, wo sie herkommen, schlicht am besten.

Diese zwölf Gerichte gehören auf jede Frankreich-Wunschliste. Zu jedem erfährst du, was es ist, wo es zuhause ist und wie du es bestellst.

12 Gerichte, die du in Frankreich probieren musst
Foto: David Jackmanson, CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Günstigste Restaurantmahlzeitdas Mittagsmenü („formule“)
  • Trinkgeldim Preis enthalten (service compris)
  • Wasser„une carafe d'eau“ ist gratis
  • Brotkommt automatisch zum Essen dazu
  • Essenszeitenmittags 12 bis 14 Uhr, abends ab 19.30 Uhr

Vorab: So bestellst du wie ein Local

Mittags fährst du am besten mit der „formule“, dem Menü aus zwei oder drei Gängen zum festen Preis, oder dem „plat du jour“, dem Tagesgericht. Bestellt wird mit „Je voudrais…“ und einem „s’il vous plaît“ am Ende, dazu „une carafe d’eau“, das kostenlose Leitungswasser. Brot kommt von allein und wird nicht extra berechnet. Mehr Sätze für den Restaurantbesuch findest du im Beitrag Französisch für die Reise.

1 Croissant und Pain au chocolat

Der Standard, an dem sich jede Boulangerie messen lassen muss: außen splitternd, innen buttrig und luftig. Bestellt wird morgens, gegessen sofort, gern zum Kaffee. Im Südwesten heißt das Pain au chocolat übrigens „chocolatine“, ein Wort, über das Franzosen mit vollem Ernst streiten. Kauf dort, wo morgens die Schlange der Einheimischen steht.

2 Quiche Lorraine

Die Urform aller Quiches stammt aus Lothringen: Mürbeteig, Eier, Sahne, Speck, mehr nicht, Käse gehört ins Original nicht hinein. Warm aus der Bäckerei ist sie das perfekte schnelle Mittagessen für unterwegs, etwa bei einem Stadtbummel durch Metz oder Nancy.

3 Tarte flambée

Hauchdünner Teig, Crème fraîche, Zwiebeln, Speck, im Elsass „Flammekueche“ genannt. Sie wird in geselliger Runde bestellt und so lange nachgeordert, bis niemand mehr kann. Am besten schmeckt sie in einer rustikalen Winstub, wo sie am Tisch direkt vom Brett gegessen wird. Die besten Adressen nennt unsere Seite über Essen und Trinken in Straßburg.

4 Galette bretonne

Die herzhafte Buchweizen-Crêpe der Bretagne, klassisch als „complète“ mit Schinken, Käse und Spiegelei. Dazu trinkt man Cidre aus der Keramikschale. Süße Crêpes gibt es zum Nachtisch. Eine gute Crêperie erkennst du an der kurzen Karte, in Städten wie Saint-Malo oder Quimper ist die Dichte hoch.

5 Moules-frites

Ein Topf dampfender Miesmuscheln, dazu Pommes: der Klassiker der Kanal- und Atlantikküste, auch in Lille eine Institution. Bestellt wird nach Zubereitung, am gängigsten ist „marinière“ mit Weißwein und Schalotten. Gegessen wird ohne Besteck-Zwang: Eine leere Muschelschale dient als Zange, das gehört so.

6 Bouillabaisse

Marseilles berühmte Fischsuppe ist eigentlich ein Ritual in zwei Gängen: erst die Suppe mit Croûtons und der Knoblauchcreme „rouille“, dann der Fisch. Eine echte Bouillabaisse bestellen seriöse Häuser oft nur auf Vorbestellung und für mindestens zwei Personen, sehr billige Angebote am Hafen sind selten das Original. Mehr dazu auf unserer Seite über Essen und Trinken in Marseille.

7 Salade niçoise

Der Sommerteller aus Nizza: Tomaten, Ei, Oliven, Sardellen und Thunfisch, dazu Olivenöl. Über gekochte Kartoffeln oder grüne Bohnen im Original wird gestritten, gut ist, was frisch ist. In der Altstadt von Nizza probierst du daneben unbedingt Socca, den Kichererbsenfladen vom Markt.

8 Ratatouille

Das provenzalische Schmorgemüse aus Auberginen, Zucchini, Paprika und Tomaten, geduldig in Olivenöl gegart. Es kommt als Beilage oder Hauptgericht und zeigt, was die Küche des Südens ausmacht: Gemüse, Öl, Kräuter, Zeit. Besonders gut steht es Menüs in Aix-en-Provence und den Dörfern des Luberon.

9 Bœuf bourguignon

Rindfleisch, stundenlang in Burgunder-Rotwein geschmort, mit Speck, Zwiebeln und Champignons. Das Nationalgericht Burgunds isst du am besten dort, wo der Wein herkommt, etwa in Beaune oder Dijon. Ein gutes Zeichen: Das Fleisch zerfällt unter der Gabel, geschnitten wird hier nichts.

10 Cassoulet

Der mächtige Bohneneintopf des Südwestens mit Wurst, Schweinefleisch und oft Entenkeule, gebacken in der Tonform, die ihm den Namen gibt. Toulouse, Carcassonne und Castelnaudary streiten um das Original. Plane danach keinen Museumsmarathon, Cassoulet ist eine Hauptmahlzeit mit Nachwirkung. Adressen findest du unter Essen und Trinken in Toulouse.

11 Steak frites

Das Bistro-Gericht schlechthin, vom Pariser Eckbistro bis zur Brasserie in der Provinz. Entscheidend ist die Garstufe: „bleu“ ist fast roh, „saignant“ blutig, „à point“ rosa, „bien cuit“ durch. Franzosen essen ihr Steak deutlich röter als Deutsche, wer auf Nummer sicher gehen will, bestellt „à point“. Dazu gehört Senf oder Café-de-Paris-Butter.

12 Crème brûlée

Kalte Vanillecreme unter einer heißen, glasharten Karamellschicht, die beim ersten Löffel hörbar bricht. Der Nachtisch-Klassiker steht auf fast jeder Bistro-Karte und ist der perfekte Test für die Küche: Wird die Kruste frisch karamellisiert, bist du im richtigen Haus. Würdige Alternativen: Tarte Tatin, Profiteroles oder ein Teller Käse.

Und dazu?

Käse bestellst du als „assiette de fromages“ gern statt Dessert, Wein trinkt man regional zum Essen, im Elsass Riesling zur Tarte flambée, in Burgund den Roten zum Bœuf bourguignon. Alle Spartricks rund ums Essen, von der Formule bis zum Picknick, stehen im Beitrag zum Frankreich-Budget.

Tipp: Meide Restaurants mit laminierten Fotokarten in Sichtweite der Hauptattraktion. Zwei Straßen weiter isst du besser und günstiger. Ein gutes Zeichen ist eine handgeschriebene Tageskarte, ein sehr gutes eine Karte mit nur wenigen Gerichten.

Häufige Fragen

Was ist das französische Nationalgericht?

Ein einzelnes gibt es nicht, Frankreich denkt in Regionalküchen. Am ehesten gelten Bistro-Klassiker wie Steak frites oder Schmorgerichte wie Bœuf bourguignon und Coq au vin als gesamtfranzösisch. Wer nur ein Gericht wählen darf, nimmt das Tagesgericht in einem guten Bistro, das ist die ehrlichste französische Küche.

Wie teuer ist Essengehen in Frankreich?

Abends à la carte kann es teuer werden, mittags ist es dank der „formule“, dem festen Menü aus zwei oder drei Gängen, erstaunlich erschwinglich. Dazu sind Leitungswasser und Brot gratis und das Trinkgeld ist im Preis enthalten. Die Faustregel: mittags im Restaurant essen, abends Markt, Bäckerei oder Crêperie.

Kann man in Frankreich auch vegetarisch essen?

In Großstädten problemlos, dort haben die meisten Karten vegetarische Optionen und eigene Lokale gibt es reichlich. Auf dem Land ist die Auswahl schmaler, aber mit Omelett, Käse, Salaten, Ratatouille und süßen wie herzhaften Crêpes ohne Fleisch kommst du überall zurecht. Der Satz dazu: „Je suis végétarien“ beziehungsweise „végétarienne“.

Was frühstückt man in Frankreich?

Wenig und süß: Kaffee, dazu Croissant, Tartine mit Butter und Marmelade oder ein Pain au chocolat. Ein warmes Frühstück ist unüblich. Am besten machst du es wie die Franzosen und holst dein Frühstück in der Boulangerie, das ist günstiger und meist besser als das Hotelbuffet.

Muss man Bouillabaisse vorbestellen?

Bei guten Adressen in Marseille häufig ja, oft für mindestens zwei Personen, denn die echte Bouillabaisse wird mit mehreren frischen Fischsorten aufwendig zubereitet und in zwei Gängen serviert. Sehr günstige Spontan-Angebote in Touristenlagen sind meist nur einfache Fischsuppe. Vorbestellen lohnt sich also doppelt.