Loiretal · Frankreich

Tours: Sehenswürdigkeiten & Tipps

Tours ist die heimliche Hauptstadt des Loiretals: eine echte Stadt mit Fachwerkgassen, großer Kathedrale und dem besten Bahnanschluss der ganzen Region. Wer die Schlösser der Loire ohne Auto sehen will, landet fast zwangsläufig hier, und das ist ein Glücksfall. Denn Tours ist mehr als eine Basis: Auf der Place Plumereau sitzt du abends zwischen jahrhundertealten Fachwerkhäusern, in den Markthallen probierst du Rillettes und Ziegenkäse, und an der Loire öffnen im Sommer die Guinguettes, offene Bars direkt am Flussufer.

Diese Seite zeigt dir die Sehenswürdigkeiten von Tours, sagt ehrlich, für wen sich die Stadt lohnt, und beantwortet die wichtigste Frage der Region: Tours oder Blois als Ausgangspunkt für die Schlösser?

Tours: Sehenswürdigkeiten & Tipps
Foto: Eusebius, CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionCentre-Val de Loire
  • LageZwischen Loire und Cher
  • UNESCOTeil des Welterbes Loiretal (seit 2000)
  • AnreiseTGV ab Paris rund 1 Stunde
  • Ideale Dauer1 bis 2 Tage plus Schlösser-Ausflüge
  • Beste ReisezeitMai bis Oktober

Warum Tours? Ehrlich beantwortet

Tours lohnt sich für alle, die Stadtleben und Schlösser kombinieren wollen. Zehntausende Studenten halten die Altstadt lebendig, es gibt gute Restaurants, Bars und Läden, und die Zugverbindungen sind konkurrenzlos: Amboise, Chenonceau, Azay-le-Rideau und Langeais erreichst du direkt mit dem Regionalzug.

Wer dagegen das kleine, romantische Loire-Städtchen sucht, in dem das Schloss direkt über der Gasse thront, ist in Amboise besser aufgehoben. Tours ist eine Großstadt, und Teile der Innenstadt wurden nach den Kriegszerstörungen von 1940 eher nüchtern wiederaufgebaut. Richtig schön sind vor allem zwei Viertel: das Fachwerkviertel Vieux Tours im Westen und das Kathedralenviertel im Osten. Dazwischen liegt die Rue Nationale, die Einkaufsachse der Stadt.

Die Top-Sehenswürdigkeiten von Tours

1 Place Plumereau und Vieux Tours

Der berühmteste Platz der Stadt ist von Fachwerkhäusern aus dem 15. Jahrhundert gerahmt, unten reiht sich Café an Café. Tagsüber Postkartenmotiv, abends Treffpunkt der halben Stadt. Verlauf dich unbedingt in die Nebengassen: Rue du Grand Marché, Rue de la Rôtisserie und die Höfe rund um die Place Saint-Pierre-le-Puellier sind ruhiger und mindestens so schön.

2 Cathédrale Saint-Gatien

Die Kathedrale von Tours ist ein gotisches Schwergewicht mit reich verzierter Fassade und Glasfenstern aus dem 13. Jahrhundert im Chor. Direkt nebenan liegt der Kreuzgang La Psalette, den viele Besucher übersehen. Nimm dir eine halbe Stunde für das Viertel drumherum, hier wohnte einst Balzac.

3 Basilique Saint-Martin und Tour Charlemagne

Der heilige Martin von Tours machte die Stadt im Mittelalter zu einem der wichtigsten Pilgerziele Europas. Von der riesigen mittelalterlichen Basilika stehen noch zwei Türme mitten in der Altstadt, das Grab des Heiligen liegt heute in der Krypta der neueren Basilika aus dem 19. Jahrhundert.

4 Musée des Beaux-Arts

Das Kunstmuseum residiert im ehemaligen Bischofspalast neben der Kathedrale, im Hof steht eine gewaltige Libanonzeder. Drinnen hängen zwei Tafeln von Mantegna, draußen wartet ein Kuriosum: der präparierte Zirkuselefant Fritz. Der Garten allein lohnt den Abstecher.

5 Halles de Tours

In den Markthallen kaufst du, was die Touraine kulinarisch kann: Rillettes und Rillons, Ziegenkäse wie Sainte-Maure-de-Touraine, dazu Weine aus Vouvray, Montlouis, Chinon und Bourgueil. Perfekt, um ein Picknick für den nächsten Schlossbesuch zusammenzustellen.

6 Loire-Ufer und Guinguettes

Im Sommer verwandelt sich das Ufer unterhalb des Pont Wilson in eine lange Open-Air-Bar mit Liegestühlen, Livemusik und Foodständen. Die Guinguette von Tours ist der beste Ort für den Feierabend, wenn du von den Schlössern zurückkommst.

7 Jardin des Prébendes d’Oé

Ein klassischer französischer Stadtpark aus dem 19. Jahrhundert mit alten Bäumen, Pavillon und viel Ruhe. Ideal für eine Pause, wenn dir die Altstadt zu voll wird.

Tipp: Probiere Rillettes nicht im Restaurant, sondern frisch von der Theke in den Halles, dazu ein Baguette und eine Flasche Vouvray vom Winzerstand. Das beste Mittagessen der Stadt kostet so viel wie ein Dessert im Lokal.

Tours oder Blois: die bessere Schlösser-Basis?

Die kurze Antwort: Tours für Zugreisende und die Schlösser im Westen, Blois für Chambord und Cheverny. Die Übersicht:

Schloss Beste Basis
Chenonceau Tours: Regionalzug bis Chenonceaux, der Bahnhof liegt direkt am Schlosspark
Amboise und Clos Lucé Tours: kurze Zugfahrt, oder gleich in Amboise übernachten
Azay-le-Rideau und Langeais Tours: Regionalzug plus kurzer Fußweg
Villandry Tours: mit dem Rad am Cher entlang oder mit dem Saisonbus
Chambord und Cheverny Blois: Schloss-Shuttle ab Bahnhof in der Saison

Mit dem Auto spielt die Basis kaum eine Rolle, dann zählt eher, wo du abends sitzen willst. Alle Schlösser im Detail findest du im Guide zu den Loire-Schlössern, den Überblick über die Region im Kapitel Loiretal.

Praktische Infos für deinen Besuch

Ab Paris Montparnasse bringt dich der TGV in rund einer Stunde an die Loire. Viele Züge halten allerdings nicht im Zentrum, sondern im Vorortbahnhof Saint-Pierre-des-Corps. Von dort pendelt ein Anschlusszug in wenigen Minuten zum Hauptbahnhof. Wie sich die Region insgesamt per Bahn bereisen lässt, liest du im Beitrag Mit dem Zug durch Frankreich.

Gut zu wissen: Die Altstadt ist komplett fußläufig, vom Bahnhof zur Place Plumereau gehst du etwa zwanzig Minuten. Für Villandry und die Weindörfer lohnt ein Leihrad, die Radwege am Cher und an der Loire sind flach und gut ausgeschildert.

Mit dem Auto stellst du am Rand der Altstadt ab und läufst hinein: Rund um die Place Plumereau ist vieles Fußgängerzone, die Gassen sind eng und abends voller Terrassen. Für Villandry, Amboise und die Weindörfer holst du den Wagen gezielt, im Zentrum selbst brauchst du ihn an keinem Tag.

Kombinationstipps

Nach zwei Tagen Tours zieht es die meisten weiter: nach Amboise mit Schloss und Clos Lucé, nach Chenonceau oder in die Gärten von Villandry. Loire-abwärts warten Saumur mit seinen Tuffsteinkellern und Angers mit dem Apokalypse-Teppich, beide bequem mit dem Zug erreichbar. Und wer mit dem Rad unterwegs ist, hängt einfach ein paar Etappen auf dem Loire-Radweg an, der mitten durch die Stadt führt.

Klima und Anreise auf einen Blick

Gerade in Tours21°Cbedeckt
  • Wärmster MonatJuli, 26 °C
  • Kühlster MonatJanuar, 3 °C
  • Trockenster MonatJuli
  • Höhe52 m

Temperatur Tag und Nacht, in Grad Celsius

8°3°J
10°3°F
13°5°M
16°7°A
20°10°M
24°14°J
26°16°J
26°16°A
23°13°S
18°10°O
12°6°N
9°4°D

Regen Millimeter und Regentage pro Monat

68mm12 TageJ
61mm11 TageF
66mm13 TageM
48mm10 TageA
77mm12 TageM
57mm10 TageJ
33mm6 TageJ
41mm8 TageA
51mm8 TageS
78mm12 TageO
69mm12 TageN
71mm13 TageD

Entfernung ab deutschen Flughäfen

AbEntfernungFlugzeit ca.
Köln/Bonn (CGN)607 km1 Std. 20 Min.
Düsseldorf (DUS)616 km1 Std. 20 Min.
Frankfurt (FRA)647 km1 Std. 25 Min.
Stuttgart (STR)649 km1 Std. 25 Min.
München (MUC)833 km1 Std. 35 Min.
Hamburg (HAM)953 km1 Std. 45 Min.
Berlin (BER)1.069 km1 Std. 55 Min.

Monatswerte sind Durchschnitte der Jahre 2015 bis 2024, berechnet aus der ERA5-Reanalyse von Copernicus, bereitgestellt über Open-Meteo (CC BY 4.0). Die aktuelle Temperatur liefert das Meteorologische Institut Norwegen (CC BY 4.0). Die Flugzeit ist aus der Luftlinie geschätzt und setzt einen Direktflug voraus, nicht von jedem Flughafen gibt es eine direkte Verbindung.

Städte in der Nähe

StadtEntfernungMit dem Auto etwa
Amboise21 km30 km, 0 Std. 15 Min.
Blois52 km60 km, 0 Std. 45 Min.
Saumur61 km80 km, 0 Std. 45 Min.
Angers95 km120 km, 1 Std. 15 Min.
Orléans106 km130 km, 1 Std. 30 Min.
Chartres131 km160 km, 1 Std. 45 Min.

Entfernungen sind Luftlinie, die Fahrzeit ist aus der Straßenentfernung geschätzt und hängt von Route und Verkehr ab.

Häufige Fragen

Ist Tours oder Blois die bessere Basis für die Loire-Schlösser?

Für Zugreisende meist Tours: Chenonceau, Amboise, Azay-le-Rideau und Langeais erreichst du direkt mit dem Regionalzug. Blois punktet mit dem saisonalen Shuttle nach Chambord und Cheverny. Ideal ist die Kombination: zwei bis drei Nächte Tours für die Westschlösser, dann ein bis zwei Nächte Blois für Chambord.

Wie viele Tage braucht man für Tours?

Für die Stadt selbst reichen ein bis zwei Tage: Vieux Tours, Kathedrale, Markthallen und Loire-Ufer sind kompakt beieinander. Die meisten bleiben aber drei bis fünf Nächte und nutzen Tours als Standort für Tagesausflüge zu den Schlössern und in die Weindörfer.

Kommt man von Tours ohne Auto zu den Schlössern?

Ja, besser als von jeder anderen Stadt der Region. Nach Chenonceaux, Amboise, Azay-le-Rideau und Langeais fahren Regionalzüge, Villandry erreichst du mit dem Rad oder saisonalen Bussen. Nur für Chambord musst du umsteigen: Zug nach Blois, dort in den Schloss-Shuttle.

Lohnt sich Tours auch als eigenes Reiseziel?

Für einen bis zwei Tage klar ja. Die Place Plumereau gehört zu den schönsten Plätzen Frankreichs, dazu kommen Kathedrale, Markthallen und im Sommer die Guinguettes am Fluss. Eine ganze Woche nur für die Stadt wäre zu viel, aber als lebendige Basis mit echtem Alltagsleben ist Tours unschlagbar.

Was isst und trinkt man in Tours?

Rillettes und Rillons, also geschmortes Schweinefleisch in zwei Varianten, dazu Ziegenkäse wie Sainte-Maure-de-Touraine. Bei den Weinen dominieren Chenin Blanc aus Vouvray und Montlouis sowie Cabernet Franc aus Chinon und Bourgueil. Am besten probierst du alles in den Markthallen.