Region in Frankreich

Provence: Städte, Dörfer & Highlights

Die Provence ist das Frankreich aus dem Bilderbuch: Lavendelfelder, Platanenalleen, Märkte voller Melonen und Ziegenkäse, dazu römische Arenen, in denen seit 2000 Jahren Veranstaltungen stattfinden. Das Licht ist hier so klar, dass Cézanne und Van Gogh ihm ganze Werkphasen gewidmet haben. Und zwischen Rhône und Luberon liegen Dörfer, die aussehen, als wären sie aus dem Fels gewachsen.

Auf dieser Seite findest du die schönsten Städte und Orte der Provence mit Links zu den ausführlichen Einzelseiten, dazu das echte Lavendel-Zeitfenster, die beste Reisezeit, die Anreise aus Deutschland und eine Route, die sich bewährt hat.

Auf einen Blick

  • RegionProvence-Alpes-Côte d'Azur, Südfrankreich
  • Bekannt fürLavendel, Luberon-Dörfer, römisches Erbe, Märkte
  • Wichtigste OrteAvignon, Aix-en-Provence, Arles, Marseille
  • Ideale Dauer7 bis 10 Tage für eine Rundreise
  • Beste ReisezeitMai, Juni und September; Lavendel Ende Juni bis Mitte Juli
  • AnreiseTGV nach Avignon oder Aix, Auto über Basel und das Rhônetal

Was die Provence ausmacht

Die Provence ist keine Kulisse, sondern ein Rhythmus. Morgens um acht sind die Märkte voll, mittags schließt das halbe Dorf, abends sitzt man lange draußen. Wer im Renn-Tempo Sehenswürdigkeiten abhakt, verpasst genau das, was die Region besonders macht.

Dazu kommt eine Dichte an römischem Erbe, die es so nördlich der Alpen nirgends gibt: das Amphitheater von Arles, das Theater von Orange, die Arena von Nîmes und der Pont du Gard liegen alle kaum eine Autostunde auseinander. Und über allem weht immer wieder der Mistral, ein kalter, trockener Nordwind, der den Himmel blank putzt und das berühmte Licht erst möglich macht. Er kann aber auch zwei, drei Tage am Stück nerven, gerade beim Picknick oder auf dem Rad.

Die schönsten Städte und Orte der Provence

1 Avignon

Die Stadt der Päpste ist der beste Startpunkt für die westliche Provence: kompakte Altstadt hinter kompletter Stadtmauer, der gewaltige Papstpalast, die berühmte halbe Brücke über die Rhône.

Avignon liegt perfekt für Ausflüge nach Uzès, Orange und in die Camargue. Alles Wichtige steht auf der Seite zu Avignon.

2 Aix-en-Provence

Die eleganteste Stadt der Region: Brunnen an jeder Ecke, der Cours Mirabeau unter Platanen, Cézanne an jeder zweiten Straßenecke. Aix ist zum Flanieren gemacht, nicht zum Abhaken.

Der Markt auf der Place Richelme gehört zu den besten der Provence. Mehr dazu auf der Seite zu Aix-en-Provence.

3 Arles

Römisches Amphitheater, Van-Goghs Motive, dazu der Sprung in die Camargue: Arles packt erstaunlich viel in eine kleine, raue, sympathische Stadt.

Samstags verwandelt einer der größten Märkte der Provence den Boulevard des Lices. Plane hier eine Übernachtung ein, abends gehören die Gassen wieder den Einheimischen.

4 Marseille

Frankreichs älteste Stadt ist laut, rau und großartig: der Alte Hafen, das Viertel Le Panier, Notre-Dame de la Garde über allem. Marseille polarisiert, lohnt sich aber gerade deshalb.

Direkt vor der Stadt liegen die Calanques, weiße Felsbuchten mit türkisem Wasser, eines der besten Naturerlebnisse Südfrankreichs.

5 Gordes und das Luberon

Das Luberon ist die Postkarten-Provence: Gordes klebt am Hang, Roussillon leuchtet ockerrot, die Abtei Sénanque liegt im Lavendeltal.

Die Dörfer sind klein, komm früh oder bleib über Nacht. Nachmittags schieben sich Reisegruppen durch die Gassen.

6 Cassis

Cassis ist der schönste Hafenort zwischen Marseille und Toulon: bunte Fassaden, Fischerboote, dahinter die höchste Klippe Frankreichs, das Cap Canaille.

Von hier starten Bootstouren und Wanderungen in die Calanques. Im Sommer sind die Parkplätze früh voll, komm mit dem ersten Licht.

7 Orange

Das antike Theater von Orange hat als eines von ganz wenigen weltweit seine komplette Bühnenwand behalten, UNESCO-Welterbe und im Sommer Opernkulisse.

Orange ist ein halber Tag, kombiniere es mit Avignon oder den Weinbergen von Châteauneuf-du-Pape.

8 Nîmes

Streng genommen liegt Nîmes schon in Okzitanien, gehört aber in jede Provence-Reise: die Arena zählt zu den besterhaltenen römischen Amphitheatern überhaupt, die Maison Carrée ist ein fast makelloser Tempel.

Der Pont du Gard, das berühmteste römische Aquädukt Europas, liegt auf halbem Weg nach Uzès.

9 Uzès

Uzès ist der Geheimtipp unter den Kleinstädten: ein herzogliches Städtchen mit Arkadenplatz, hellem Stein und einem samstäglichen Markt, der ohne Reisebusse auskommt.

Perfekt für zwei ruhige Tage abseits der großen Namen.

10 Aigues-Mortes und die Camargue

Die schnurgerade Festungsstadt Aigues-Mortes steht komplett ummauert im Schwemmland der Camargue, daneben leuchten rosa Salinen.

Drumherum: Flamingos, weiße Pferde, schwarze Stiere. Die Camargue ist das wilde Gegenprogramm zur lieblichen Provence.

Lavendel: das echte Zeitfenster

Der wichtigste Punkt zuerst, weil er die meisten Reisepläne durcheinanderwirft: Die große Blüte auf dem Plateau von Valensole läuft von Ende Juni bis Mitte Juli. Danach wird geerntet, und zwar schnell. Wer Anfang August anreist, findet auf vielen Feldern nur noch Stoppeln.

Rund um Sault, das höher liegt, blüht der Lavendel etwas später, oft bis Anfang August. Das Tal um die Abtei Sénanque bei Gordes liegt dazwischen. Alle Details, Felder und Foto-Spots findest du auf der Seite zu den Lavendelfeldern der Provence.

Tipp: Fürs Lavendel-Foto lohnt der frühe Morgen doppelt: weiches Licht, keine Busse, und die Bienen sind noch träge. Bleib auf den Wegen am Feldrand, die Felder sind Ackerland und keine Kulisse.

Beste Reisezeit und der Mistral

Mai, Juni und September sind die besten Monate: warm, aber nicht glühend, alles offen, erträglicher Andrang. Der Juli verbindet Lavendel mit Festivalstimmung, ist aber voll und heiß. Der August ist Hochsaison mit französischen Ferien, dann sind Unterkünfte teuer und die Dörfer nachmittags überlaufen. Oktober kann golden und still sein, im Winter schließen viele Häuser in den Dörfern.

Den Mistral solltest du einplanen statt fürchten: Wenn er bläst, ist die Sicht grandios und die Hitze weg. Setz dich zum Essen auf die windabgewandte Seite des Platzes, die Einheimischen machen es vor.

Anreise aus Deutschland

Mit dem Zug geht es erstaunlich gut: Der TGV bringt dich über Straßburg oder Paris ins Rhônetal, die Bahnhöfe Avignon TGV und Aix-en-Provence TGV liegen allerdings außerhalb der Zentren, plane den Shuttle ein. Tickets buchst du am besten früh auf sncf-connect.com.

Mit dem Auto fährst du ab Frankfurt rund acht bis neun Stunden über Basel und das Rhônetal, Maut und die französischen Ferienwochenenden einplanen. Flüge nach Marseille sind ab mehreren deutschen Städten direkt möglich, vor Ort brauchst du dann fast immer einen Mietwagen: Die Dörfer sind mit Bus und Bahn nur mühsam zu erreichen.

Eine Route, die funktioniert

Für eine Woche haben sich zwei Standorte bewährt statt täglichem Kofferpacken: erst drei Nächte in Avignon für Papstpalast, Orange, Uzès und Pont du Gard, dann vier Nächte im Raum Aix oder im Luberon für Dörfer, Lavendel und einen Tag in Marseille oder Cassis.

Mit zehn bis vierzehn Tagen kommen Arles und die Camargue dazu. Die komplett ausgearbeitete Route mit Etappen und Alternativen steht in der Provence-Rundreise.

Ehrlich: wann es voll ist, was überschätzt wird

Die Provence ist im Juli und August kein stiller Sehnsuchtsort, sondern Hochbetrieb. Vor der Abtei Sénanque wird fürs Foto angestanden, in Gordes stauen sich die Busse am Aussichtspunkt, und auf dem Plateau von Valensole parken zur Blüte hunderte Autos am Feldrand. Das alles ist trotzdem schön, aber nur früh am Morgen oder am Abend.

Überschätzt ist vor allem die Idee, alles in einer Woche zu schaffen: Wer Camargue, Luberon, Verdon und Marseille in fünf Tage presst, sitzt hauptsächlich im Auto. Die Region gewinnt mit jedem Programmpunkt, den du streichst. Und wer Strandurlaub sucht, ist an der Côte d’Azur besser aufgehoben, das Meer spielt in der Provence eine Nebenrolle.

Häufige Fragen

Wann blüht der Lavendel in der Provence?

Das verlässlichste Fenster ist Ende Juni bis Mitte Juli, vor allem auf dem Plateau von Valensole. Danach beginnt die Ernte. Rund um Sault blüht es wegen der Höhenlage später, oft bis Anfang August. Wer im Mai oder ab Mitte August kommt, sieht in den Haupt-Lagen meist keine blühenden Felder mehr.

Wie viele Tage braucht man für die Provence?

Eine Woche ist das sinnvolle Minimum für zwei Standorte, etwa Avignon und das Luberon oder Aix. Mit zehn bis vierzehn Tagen kannst du Arles, die Camargue und einen Tag in Marseille oder Cassis ergänzen, ohne zu hetzen. Für ein verlängertes Wochenende wähle eine einzige Basis und bleib in ihrem Umkreis.

Welcher Ort ist die beste Basis?

Für Erstbesucher: Avignon für den Westen mit Orange, Uzès und Pont du Gard, danach Aix-en-Provence oder ein Luberon-Dorf für den Osten. Avignon und Aix haben TGV-Anschluss und genug Restaurants für mehrere Abende. Wer maximale Dorf-Romantik will, wohnt im Luberon, braucht dann aber zwingend ein Auto.

Braucht man in der Provence ein Auto?

Für die Dörfer, die Lavendelfelder und die Camargue: ja, ohne Auto wird es mühsam. Die Städte Avignon, Aix, Arles, Nîmes und Marseille sind dagegen gut mit dem Zug verbunden. Ein realistischer Kompromiss: mit dem TGV anreisen und den Mietwagen nur für die Dorf- und Lavendeltage nehmen.

Provence oder Côte d'Azur, was passt zu mir?

Die Provence steht für Dörfer, Märkte, Lavendel und römische Bauten, das Meer ist Nebensache. Die Côte d'Azur liefert Küste, Strandtage und mondäne Orte wie Nizza und Cannes. Die gute Nachricht: Beides liegt nah beieinander, von Aix bist du in gut einer Stunde am Meer und kannst kombinieren.