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Feiertage und Ruhetage: wann in Frankreich alles zu ist

Kaum etwas ärgert auf einer Frankreichreise so zuverlässig wie eine verschlossene Tür. Das große Museum ruht ausgerechnet an deinem einzigen freien Tag, der Markt fand gestern statt, und am 1. Mai steht das halbe Land still. Das ist alles planbar, wenn man den Rhythmus kennt.

Hier bekommst du die Ruhetage und Schließtage sortiert: welche Wochentage kritisch sind, welche Feiertage wirklich alles lahmlegen, was die Mittagspause in kleinen Orten bedeutet und warum der August ein eigenes Kapitel ist. Für die Frage, wann Frankreich am schönsten ist, gibt es die beste Reisezeit für Frankreich.

Auf einen Blick

  • Gesetzliche Feiertageelf im Jahr, landesweit
  • Kritischster Tag1. Mai, da ruht fast alles
  • Museumsruhetagemeist Montag oder Dienstag
  • LadenschlussSonntag weitgehend, Montag oft halbtags
  • Mittagspausein kleinen Orten üblich, etwa 12 bis 14 Uhr
  • Regionale ExtrasElsass und Moselle haben zwei zusätzliche Feiertage

Der Wochenrhythmus, den du kennen musst

Bevor es um Feiertage geht, lohnt der Blick auf die normale Woche. Sie kostet Reisende mehr Zeit als jeder gesetzliche Feiertag, weil sie jede Woche wieder gilt.

Tag Museen Läden und Restaurants Märkte
Montag viele geschlossen Ruhetag bei vielen Restaurants, Metzgern, Friseuren selten
Dienstag einige große Häuser geschlossen normal häufig
Mittwoch bis Samstag offen normal Hauptmarkttage
Sonntag meist offen, oft voll Läden weitgehend zu, Bäckereien vormittags offen oft der beste Markttag

Der Sonntag ist in Frankreich ein Genusstag, kein Einkaufstag: Boulangerien und Märkte laufen am Vormittag auf Hochtouren, Supermärkte schließen häufig mittags, und der Nachmittag gehört dem Essen und dem Spaziergang. Der Montag ist der stille Tag danach, an dem viele Betriebe ihr Wochenende nachholen.

Museen: Montag oder Dienstag ist Ruhetag

Fast jedes größere Museum in Frankreich hat einen festen Schließtag, und er liegt fast immer am Montag oder Dienstag. In Paris ruht der Louvre traditionell dienstags, das Musée d’Orsay montags. Das ist seit Jahren stabil, prüfe es vor dem Besuch trotzdem kurz auf der Website des Hauses.

Plane deine Städtetage deshalb rückwärts: erst die Museen mit festem Ruhetag, dann alles, was immer geht. Kathedralen, Altstädte, Märkte, Parks und Aussichtspunkte sind an jedem Wochentag zugänglich und retten dir jeden Montag, siehe zum Beispiel unsere Übersicht der Kathedralen in Frankreich.

Tipp: Leg deinen Museumstag auf Mittwoch oder Donnerstag und den Montag auf Stadtspaziergang, Markt oder Ausflug. Bei kurzen Städtetrips entscheidet allein diese Reihenfolge darüber, ob du das Hauptmuseum siehst oder nicht. Was du außerdem vorab buchen musst, steht unter Was du in Frankreich vorbuchen musst.

Die elf gesetzlichen Feiertage

Frankreich hat elf landesweite Feiertage: Neujahr am 1. Januar, Ostermontag, den 1. Mai als Tag der Arbeit, den 8. Mai zum Kriegsende 1945, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, den Nationalfeiertag am 14. Juli, Mariä Himmelfahrt am 15. August, Allerheiligen am 1. November, den Waffenstillstandstag am 11. November und Weihnachten am 25. Dezember.

Zwei Punkte überraschen deutsche Reisende. Erstens: Der 26. Dezember ist landesweit kein Feiertag, am zweiten Weihnachtstag läuft in Frankreich der normale Betrieb. Zweitens: Karfreitag ist ebenfalls kein gesetzlicher Feiertag, außer im Elsass und im Département Moselle.

Gut zu wissen: Im Elsass und im Département Moselle rund um Metz gelten zwei zusätzliche Feiertage, nämlich Karfreitag und der 26. Dezember. Das ist ein Erbe der Geschichte der Region und betrifft auch Straßburg und Colmar. Plane an diesen Tagen dort mit geschlossenen Läden.

Der 1. Mai ist der härteste Tag

Wenn du einen Tag im Kalender markierst, dann diesen. Am 1. Mai ruht in Frankreich fast alles: Läden, viele Museen, viele Restaurants, ein Teil des öffentlichen Verkehrs fährt nach Sonderfahrplan. Anders als an anderen Feiertagen gibt es kaum Ausnahmen, weil an diesem Tag traditionell nicht gearbeitet wird.

Erkennbar ist der Tag auch an den Maiglöckchen, dem muguet, das an Straßenständen verkauft wird und als Glücksbringer verschenkt wird. Plane für den 1. Mai einen Tag im Grünen, an der Küste oder in einem Ort mit Programm ein, aber keinen Museumstag und keinen Einkaufstag.

Der 14. Juli und andere Festtage

Der Nationalfeiertag am 14. Juli ist das Gegenteil eines stillen Tages: Umzüge am Vormittag, Feuerwerke am Abend, Feuerwehrbälle in vielen Orten. Läden und Museen können geschlossen sein, dafür ist die Stadt selbst das Programm. Wenn du zu dieser Zeit reist, buche Unterkunft und Bahn früh, mehr zu Terminen dieser Art im Beitrag über Feste in Frankreich.

Auch der 15. August fällt ins Gewicht, weil er mitten in die Ferienzeit fällt und in Küstenorten für volle Straßen sorgt. Am 1. November wird es dagegen ruhig und oft grau, viele Sommerbetriebe schließen um diese Zeit für den Winter, gerade in der Bretagne und an der Atlantikküste.

Mittagspause und die kleinen Orte

Außerhalb der großen Städte macht Frankreich mittags Pause. Läden, Bäckereien, Touristeninformationen und manche kleinen Museen schließen typischerweise zwischen zwölf und zwei, in Südfrankreich teils länger. Das ist kein Zufall und keine Nachlässigkeit, sondern die Zeit, in der gegessen wird.

Für dich heißt das: Erledige Einkäufe am Vormittag, plane die Mittagszeit als Essenszeit ein und die Besichtigung danach. In Dörfern der Provence, der Dordogne oder des Loiretals ist um halb eins schlicht nichts offen außer den Restaurants. Wie der Ablauf im Lokal aussieht, steht im Restaurant-Knigge.

Der August und die fermeture annuelle

Im August fährt Frankreich in den Urlaub, und zwar auch die Betriebe. Restaurants, Bäckereien und kleine Läden schließen für zwei bis vier Wochen und hängen einen Zettel mit dem Hinweis fermeture annuelle in die Tür. In Paris trifft das ganze Straßenzüge, während die Küsten und die Ferienregionen überlaufen sind.

Umgekehrt ist der August in den Städten deshalb entspannter, als sein Ruf sagt: weniger Autos, weniger Warteschlangen an manchen Ecken, dafür weniger Auswahl beim Essen. Wenn du im Sommer reist, hilft der Beitrag Frankreich im Sommer bei der Feinplanung.

Brückentage und Schulferien in Kürze

Fällt ein Feiertag auf einen Dienstag oder Donnerstag, machen viele Franzosen den Zwischentag frei, das nennt sich faire le pont. An solchen langen Wochenenden sind Autobahnen, Züge und Küstenorte voll, und Unterkünfte werden knapp. Besonders spürbar ist das im Mai, wenn mehrere Feiertage dicht beieinanderliegen.

Die Schulferien sind in Frankreich nach Zonen gestaffelt, damit sich der Verkehr verteilt, in den Sommerferien reisen trotzdem alle gleichzeitig. Details zu Reisezeiten und Andrang stehen im Pillar zur besten Reisezeit, zur Anreise passt der Guide Mit dem Auto nach Frankreich.

Achtung: An Feiertagen und langen Wochenenden fahren Bus und Bahn oft nach Sonntagsfahrplan, und Museen können abweichende Zeiten haben. Prüfe kurz vorher die Website des jeweiligen Hauses und des Verkehrsverbunds, statt dich auf den Normalbetrieb zu verlassen.

So planst du eine Woche ohne verschlossene Türen

Die Faustregel: Museen auf Mittwoch bis Freitag, Märkte auf Samstag und Sonntagvormittag, Montag für Altstadt, Aussicht und Ausflug, große Feiertage für Natur und Küste. Einkäufe erledigst du vormittags oder am späten Nachmittag, nie um halb eins.

Wenn du Weihnachtsmärkte einplanst, gelten eigene Zeiten, dazu findest du alles unter Weihnachtsmärkte in Frankreich. Und wer an einem Ruhetag ohnehin draußen ist, nutzt ihn am besten für die schönsten Dörfer Frankreichs, die kennen keinen Schließtag.

Häufige Fragen

Welche Feiertage gibt es in Frankreich?

Es gibt elf gesetzliche Feiertage: Neujahr, Ostermontag, 1. Mai, 8. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, 14. Juli, 15. August, 1. November, 11. November und der 25. Dezember. Der 26. Dezember und Karfreitag sind landesweit keine Feiertage, im Elsass und im Département Moselle dagegen schon.

Ist am 1. Mai in Frankreich alles geschlossen?

Weitgehend ja. Der 1. Mai ist der strengste Feiertag des Landes: Läden, viele Museen und viele Restaurants bleiben zu, der Nahverkehr fährt nach Sonderfahrplan. Plane an diesem Tag keine Besichtigungen und keine Einkäufe, sondern lieber einen Ausflug ins Grüne oder an die Küste, und rechne mit vollen Straßen.

Welche Museen sind in Frankreich montags geschlossen?

Sehr viele, denn Montag und Dienstag sind die klassischen Ruhetage. In Paris ruht der Louvre traditionell dienstags, das Musée d'Orsay montags. Prüfe den Schließtag vor dem Besuch auf der Website des Hauses und plane den Montag als Tag für Altstadt, Kathedrale, Park oder Ausflug ein.

Haben Läden in Frankreich sonntags geöffnet?

Die meisten nicht. Bäckereien öffnen sonntagvormittags, viele Märkte finden am Sonntagmorgen statt, und Supermärkte schließen häufig mittags. Nachmittags ist außerhalb der Innenstädte großer Städte wenig los. In Touristenorten und in ausgewiesenen Zonen gelten Ausnahmen, verlass dich aber nicht darauf.

Was bedeutet fermeture annuelle?

Das ist die jährliche Betriebsferienschließung. Vor allem im August, teils auch im Winter, schließen Restaurants, Bäckereien und kleine Läden für zwei bis vier Wochen und hängen einen entsprechenden Zettel in die Tür. In Paris trifft das ganze Viertel gleichzeitig, in Ferienregionen eher die Nebensaison.

Was ist ein Brückentag in Frankreich?

Fällt ein Feiertag auf Dienstag oder Donnerstag, nehmen viele Franzosen den Tag dazwischen frei, das heißt faire le pont. Daraus werden lange Wochenenden mit vollen Autobahnen, ausgebuchten Zügen und knappen Unterkünften, besonders im Mai. Wer in dieser Zeit reist, bucht Unterkunft und Fernverkehr früh.