Auf einen Blick
- Zeitraummeist ab dem letzten Novemberwochenende bis kurz vor Weihnachten
- Ältester MarktStraßburg, Christkindelsmärik seit 1570
- KernregionElsass, dazu Lothringen, Champagne und Nordfrankreich
- Eintrittüberall frei, Kosten entstehen nur an den Ständen
- Unterkunftin Straßburg und Colmar Monate im Voraus buchen
- TypischVin chaud, Bredele, Männele, Tarte flambée
Warum das Elsass das Zentrum ist
Die Weihnachtsmarkttradition kommt aus dem deutschsprachigen Raum, und das Elsass war jahrhundertelang genau dort zu Hause. Als der Straßburger Rat 1570 den katholischen Nikolausmarkt durch einen Markt zum Christkind ersetzte, entstand der älteste Weihnachtsmarkt Frankreichs. Fachwerk, Winstubs und Bredele-Rezepte sind bis heute die Grundlage, auf der der Advent hier funktioniert.
Für dich heißt das: Wenn du den klassischen Weihnachtsmarkt suchst, fährst du ins Elsass. Wenn du eher Lichterinszenierung, Riesenrad und Großstadtatmosphäre willst, bist du in Lille, Metz oder Paris besser aufgehoben.
Die schönsten Weihnachtsmärkte Frankreichs
1 Straßburg
Die Stadt nennt sich Capitale de Noël und liefert auch: Der Straßburger Weihnachtsmarkt ist kein einzelner Platz, sondern ein Netz aus Budendörfern über die ganze Altstadtinsel. Auf der Place Kléber steht der große Baum, unter der Münsterfassade die schönste Budenkulisse Frankreichs, am Marché-aux-Poissons die Stände der elsässischen Produzenten.
Das ist die Königsklasse, und entsprechend voll ist es. An den Brücken zur Grande Île gibt es Zugangskontrollen, das Auto lässt du im Park-and-Ride stehen. Wer die Ruhe sucht, kommt unter der Woche vormittags.
2 Colmar
Colmar ist die kleinere, gemütlichere Alternative: mehrere Märkte auf überschaubaren Plätzen, dazu die Kulisse von Petite Venise mit beleuchteten Kanälen. Die Wege zwischen den Standorten sind kurz, die Stimmung ist weniger nach Rekord und mehr nach Dorfplatz.
Colmar funktioniert hervorragend als Tagesausflug ab Straßburg, die Züge fahren häufig. Umgekehrt ist Colmar als ruhigeres Quartier eine gute Basis, wenn in Straßburg alles ausgebucht ist.
3 Die Dörfer der Weinstraße
Entlang der Elsässer Weinstraße öffnen im Advent Dutzende Dorfmärkte, oft nur an Wochenenden. Riquewihr und Kaysersberg sind die bekanntesten, Eguisheim mit seinen Ringgassen das stimmungsvollste Kleinformat.
Hier gilt der umgekehrte Rhythmus: Die Dörfer leben am Wochenende, die Städte sind dann überfüllt. Kombiniere also unter der Woche Straßburg und Colmar und fahr am Samstag oder Sonntag aufs Land. Ein Auto hilft, mancherorts fahren aber auch Busse.
4 Reims
In Reims steht der große Markt auf den Promenades Jean-Louis Schneiter zwischen Bahnhof und Place d’Erlon, keine Viertelstunde zu Fuß von der Krönungskathedrale entfernt. Genau diese Kombination macht den Advent hier aus: erst die Budengassen, dann das gotische Westportal. Dazu kommt die Champagne vor der Haustür, was den Advent hier ein wenig festlicher macht als anderswo.
Ab Paris ist Reims mit dem TGV in gut 45 Minuten erreicht, das macht die Stadt zum einfachsten Tagesausflug des ganzen Landes. Als Mitbringsel eignen sich die rosafarbenen Biscuits de Reims, die traditionell in Champagner getunkt werden.
5 Metz
Metz verteilt seinen Advent auf mehrere Plätze rund um die gewaltige Kathedrale Saint-Étienne, deren Glasfenster zum Größten gehören, was Frankreich zu bieten hat. Die Stadt setzt stark auf Beleuchtung und inszenierte Wege, dazu kommt ein Riesenrad mit Blick über die Dächer.
Metz ist ab dem Saarland und der Pfalz schnell erreicht und deutlich weniger überlaufen als Straßburg. In Lothringen lässt sich der Besuch gut mit Nancy verbinden.
6 Nancy
Nancy feiert im Dezember vor allem den heiligen Nikolaus, den Schutzpatron Lothringens: Rund um den 6. Dezember ziehen Umzüge durch die Stadt, dazu leuchtet die Place Stanislas, einer der schönsten Plätze Europas.
Der Markt selbst ist kleiner als in Metz, aber der Rahmen ist unschlagbar. Wenn dich das Nikolausfest interessiert, plan deine Reise genau um dieses Datum herum, dann erlebst du eine Tradition, die es so in Frankreich sonst kaum gibt.
7 Lille
Lille ist der flämische Gegenentwurf: Der Markt steht mitten in der Altstadt, auf dem großen Nachbarplatz dreht sich ein Riesenrad, und rings herum liegen die Backsteinfassaden der alten Handelsstadt. Kulinarisch geht es nordfranzösisch zu, mit Waffeln, Bier und Speculoos statt Bredele.
Für Reisende aus dem Rheinland und aus Belgien ist Lille der nächstgelegene große Markt, und die Stadt ist per Bahn hervorragend angebunden. Mehr zur Region unter Nordfrankreich.
8 Paris
Paris hat keinen einzelnen großen Weihnachtsmarkt, sondern viele kleine über die Stadt verteilt, dazu einen großen Winterjahrmarkt mit Riesenrad im Jardin des Tuileries. Die eigentliche Attraktion sind hier die geschmückten Kaufhäuser mit ihren mechanischen Schaufenstern und die Lichterketten auf den großen Boulevards.
Ehrlich eingeordnet: Wer wegen der Buden nach Paris fährt, wird enttäuscht. Wer den Advent als Zugabe zu einem Städtetrip mitnimmt, bekommt die schönste Weihnachtsbeleuchtung des Landes.
Welcher Markt passt zu dir?
| Stadt | Charakter | Gut erreichbar ab |
|---|---|---|
| Straßburg | Der größte und traditionsreichste, viele Plätze, entsprechend voll | Baden, Pfalz, ganz Süddeutschland |
| Colmar | Kleiner, gemütlicher, Kanäle und Fachwerk | Freiburg, Basel, Straßburg |
| Weinstraßendörfer | Dorfmärkte, oft nur am Wochenende | mit dem Auto ab Colmar |
| Reims | Großer Markt im Zentrum, Kathedrale und Champagne als Bonus | Paris, Belgien |
| Metz | Lichtinszenierung, Riesenrad, mehrere Plätze | Saarland, Luxemburg |
| Nancy | Nikolausfest Anfang Dezember, prachtvoller Platz | Saarland, Lothringen |
| Lille | Flämisch, Riesenrad, Waffeln und Bier | Rheinland, Belgien |
| Paris | Viele kleine Märkte, dafür die beste Beleuchtung | ganz Deutschland per Zug oder Flug |
Anreise und Übernachtung: früh buchen heißt Monate vorher
Das ist der wichtigste Punkt der ganzen Seite. Straßburg im Advent ist ein europäisches Großereignis; Hotels auf der Altstadtinsel sind oft schon im Spätsommer weitgehend weg, und die Preise ziehen deutlich an. Colmar verhält sich ähnlich, nur mit weniger Betten. Buche, sobald dein Termin steht, am besten mit kostenloser Stornierung, und schau dir Alternativen an: das Bahnhofsviertel, Kehl auf der deutschen Rheinseite mit Tramanschluss oder gleich Mulhouse als ruhigere Basis.
Mit dem Auto ins Zentrum zu wollen ist in beiden Städten aussichtslos. Nutze die Park-and-Ride-Plätze am Stadtrand, deren Ticket meist die Fahrt für alle Insassen einschließt. Aus Süddeutschland ist die Bahn ohnehin die entspanntere Wahl. Details für Straßburg findest du unter Verkehr in Straßburg und Hotels in Straßburg.
Vin chaud, Bredele und was sonst auf den Teller gehört
Getrunken wird Vin chaud, im Elsass oft aus Weißwein: würziger, säurebetonter und weniger süß als deutscher Glühwein. Es gibt ihn gegen Tassenpfand, das du beim Rückgeben zurückbekommst. Für Kinder steht Jus de pomme chaud bereit, heißer Apfelsaft mit Gewürzen.
Dazu gehören Bredele, die kleinen elsässischen Weihnachtsplätzchen in Dutzenden Sorten, Männele aus Hefeteig, Tarte flambée aus dem Holzofen und, wenn es kalt wird, Choucroute in der Winstub. In Nordfrankreich sind es Waffeln und Speculoos, in Lothringen Nikolausgebäck. Mitbringsel, die wirklich schmecken, findest du eher an den Produzentenständen als in den Kunsthandwerkbuden.
Gut zu wissen: Trinkgeld ist in Frankreich im Preis enthalten, service compris, auch am Budenstand. Aufrunden ist nett, mehr wird nicht erwartet. Kartenzahlung funktioniert an den meisten Ständen, für kleine Beträge und Pfand ist Bargeld trotzdem praktisch.
Andrang: wann es wirklich voll wird
Die Adventswochenenden sind in Straßburg und Colmar die kritische Zeit, besonders von Samstagmittag bis Sonntagabend und in den Tagen unmittelbar vor Weihnachten. Dann schiebst du dich auf den Hauptachsen im Schritttempo, Restaurants ohne Reservierung sind aussichtslos, und die Kontrollen an den Zugängen brauchen Zeit.
Der Ausweg ist einfach: Reise Dienstag bis Donnerstag an, geh vormittags über die Buden, füll den Nachmittag mit Münster, Museen oder einer Bootsfahrt und komm gegen 17 Uhr wieder heraus, wenn die Lichter angehen. Wer nur am Wochenende kann, weicht auf die kleineren Städte aus: Metz, Nancy und Reims sind auch samstags entspannt.
Achtung: In Straßburg gibt es im Advent Zugangskontrollen mit Taschenkontrolle an den Brücken zur Altstadtinsel. Lass den großen Rucksack im Hotel und plane Wartezeit ein. Rechne außerdem mit echter Kälte: Die Märkte finden im Freien statt, warme Schuhe und Handschuhe sind kein Luxus.
Tipp: Die stimmungsvollste Stunde ist die blaue Stunde kurz nach Einbruch der Dunkelheit, wenn der Himmel noch nicht schwarz ist und die Beleuchtung schon brennt. Steh dann an der Kathedrale in Straßburg oder an den Kanälen in Colmar. Und plan mindestens eine Nacht ein: Als Tagesgast verpasst du genau diesen Moment.
Wie sich der Advent in eine größere Winterreise einfügt, steht im Beitrag Frankreich im Winter.
Häufige Fragen
Welcher Weihnachtsmarkt in Frankreich ist der schönste?
Straßburg, wenn Größe, Tradition und Kulisse zählen: Der Christkindelsmärik läuft seit 1570 und verteilt sich über die ganze Altstadtinsel. Wer es kleiner und gemütlicher mag, ist in Colmar besser aufgehoben. Für die schönste Beleuchtung fährst du nach Paris, für eine echte lokale Tradition nach Nancy zum Nikolausfest Anfang Dezember.
Wann finden die Weihnachtsmärkte in Frankreich statt?
Die meisten öffnen um das letzte Novemberwochenende und schließen kurz vor Weihnachten, einzelne größere Städte lassen Riesenrad und Beleuchtung bis Anfang Januar stehen. Die Dorfmärkte im Elsass finden oft nur an Wochenenden statt. Die genauen Daten legt jede Stadt jedes Jahr neu fest, prüf sie vor der Buchung auf der offiziellen Website.
Wie früh muss man ein Hotel für Straßburg buchen?
So früh wie möglich, in der Praxis mehrere Monate im Voraus. Hotels auf der Grande Île sind für die Adventswochenenden häufig schon im Spätsommer weitgehend belegt, und die Preise steigen deutlich. Alternativen sind das Bahnhofsviertel, Kehl auf der deutschen Rheinseite mit Tramanschluss, Colmar oder Mulhouse. Buche wenn möglich mit kostenloser Stornierung.
Kosten die Weihnachtsmärkte in Frankreich Eintritt?
Nein, der Zugang ist überall frei. In Straßburg gibt es allerdings Sicherheitskontrollen an den Brücken zur Altstadtinsel, mit Taschenkontrolle und gelegentlichen Wartezeiten. Geld brauchst du nur an den Ständen: für Vin chaud samt Tassenpfand, Essen und Kunsthandwerk. Kartenzahlung ist üblich, etwas Bargeld für Pfand und Kleinbeträge ist trotzdem praktisch.
Wann sind die Märkte am wenigsten voll?
Unter der Woche am Vormittag, besonders Dienstag bis Donnerstag, und in der ersten Adventshälfte. Am vollsten wird es an den Adventswochenenden ab Samstagmittag und in den Tagen vor Weihnachten. Wer nur am Wochenende kann, weicht auf Metz, Nancy, Reims oder die Dörfer der Weinstraße aus, dort bleibt es auch samstags erträglich.
Was trinkt und isst man auf französischen Weihnachtsmärkten?
Im Elsass Vin chaud, oft aus Weißwein und weniger süß als deutscher Glühwein, dazu Bredele, Männele aus Hefeteig, Tarte flambée und Choucroute. In Nordfrankreich gibt es Waffeln, Speculoos und Bier, in Lothringen Nikolausgebäck, in Reims die rosafarbenen Biscuits. Für Kinder steht fast überall heißer Apfelsaft bereit.






