Île-de-France · Paris

Katakomben von Paris

Zwanzig Meter unter dem Straßenpflaster liegt das größte Beinhaus der Welt: In den Katakomben von Paris stapeln sich die Gebeine von Millionen Parisern, umgebettet aus überfüllten Friedhöfen ab dem Ende des 18. Jahrhunderts.

Der Besuch gehört zu den eindrücklichsten Erlebnissen der Stadt, ist aber auch eines der am schwersten zu bekommenden: Die Zeitslot-Tickets sind fast immer ausverkauft. So bekommst du trotzdem welche.

Auf einen Blick

  • RegionÎle-de-France
  • Entstandenab 1786 in alten Steinbrüchen
  • Tieferund 20 Meter
  • Rundgangetwa 1,5 Kilometer
  • Temperaturkonstant um 14 Grad
  • AnreiseMetro und RER Denfert-Rochereau

Was dich unten erwartet

Nach dem Abstieg über eine enge Wendeltreppe, gut 130 Stufen, läufst du durch lange, niedrige Stollen ehemaliger Steinbrüche, bis über dem Durchgang die berühmte Inschrift erscheint: „Arrête! C’est ici l’empire de la mort“, halt, hier beginnt das Reich des Todes. Dahinter säumen sorgfältig geschichtete Knochen und Schädel die Gänge, oft zu Mustern und Bändern gelegt.

Der Grund für all das: Ende des 18. Jahrhunderts quollen die innerstädtischen Friedhöfe über, allen voran der Friedhof der Unschuldigen bei Les Halles. Die Stadt ließ die Gebeine ab 1786 in die stillgelegten Steinbrüche bringen, nachts, in Prozessionen quer durch die Stadt, und später kunstvoll aufschichten.

Der Rundgang ist rund anderthalb Kilometer lang und dauert etwa eine Stunde. Es ist kühl, konstant um 14 Grad, der Boden stellenweise feucht und uneben. Eine Jacke und feste Schuhe sind Pflicht.

Tickets: warum sie immer weg sind

Die Zahl der Menschen, die gleichzeitig unten sein dürfen, ist streng begrenzt. Deshalb gibt es nur Tickets mit Zeitfenster, und die sind in den Ferien und an Wochenenden oft Wochen im Voraus ausverkauft. Kauf dein Ticket, sobald dein Reisedatum feststeht, und zwar ausschließlich über die offizielle Website.

Achtung: Es kursieren Drittanbieter-Seiten mit kräftigen Aufschlägen und teils wertlosen Tickets. Die einzige offizielle Verkaufsstelle im Netz ist catacombes.paris.fr.

Tickets: Nur mit Zeitfenster, praktisch nur online. Wenn dein Wunschtermin weg ist: Immer wieder werden Restplätze und stornierte Tickets freigegeben, es lohnt sich, mehrmals täglich zu prüfen. Auch geführte Touren haben teils eigene Kontingente.

Zur offiziellen Website

So läuft der Besuch ab

Der Eingang liegt an der Place Denfert-Rochereau, der Ausgang ein paar Straßen weiter südlich, du kommst also nicht am Startpunkt heraus. Große Taschen und Koffer sind verboten, eine Garderobe gibt es nicht. Toiletten unten: ebenfalls Fehlanzeige, geh vorher.

Unten führt nur ein Weg durch die Stollen, verlaufen kannst du dich nicht. Lass dir Zeit an den Tafeln: Die Geschichte der nächtlichen Umbettungen ist mindestens so eindrücklich wie die Knochenwände selbst.

Gut zu wissen: Fotografieren ist erlaubt, Blitz und Stativ stören aber in den engen Gängen. Die Knochen zu berühren ist tabu, und am Ausgang wird stichprobenartig in Taschen geschaut.

Für wen sind die Katakomben nichts?

Sei ehrlich zu dir: gut 130 Stufen hinab, enge und niedrige Gänge, kein Tageslicht und kein vorzeitiger Ausstieg. Mit Platzangst, Herz- oder Kreislaufproblemen oder Gehbeschwerden ist der Besuch keine gute Idee. Auch für kleine Kinder ist es unten schlicht zu viel: dunkel, kühl und nun einmal voller echter menschlicher Überreste.

Danach: wieder Licht

Nach dem Aufstieg über noch einmal gut 110 Stufen stehst du im 14. Arrondissement. Von Denfert-Rochereau bist du mit der Metro schnell zurück im Zentrum, zum Beispiel am Jardin du Luxembourg, der nach einer Stunde Unterwelt doppelt so grün wirkt. Für die Planung deiner Tage helfen die Übersicht der Paris Sehenswürdigkeiten und unsere Insider-Tipps, und wie du dich in Metro und RER clever bewegst, steht im Guide Verkehr in Paris.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istSind alle Slots weg, prüfe die offizielle Seite mehrmals täglich auf Stornierungen oder buche eine geführte Tour mit eigenem Kontingent. Als oberirdische Alternative mit ähnlicher Stimmung: der Friedhof Père-Lachaise mit den Gräbern von Chopin bis Oscar Wilde, frei zugänglich.
  • Wenn es regnetRegen ist den Katakomben egal, unten herrschen immer dieselben 14 Grad. Nur die Schlange am Einlass steht im Freien, ein Schirm für die Wartezeit schadet nicht. Damit sind die Katakomben sogar ein erstklassiges Schlechtwetter-Programm, sofern du Tickets hast.
  • Mit KindernMit kleinen Kindern: nicht machen, auch der Kinderwagen bleibt oben, Tragehilfen sind auf den Treppen mühsam. Mit Teenagern funktioniert der Besuch gut, viele finden ihn stärker als jedes Museum. Vorher essen, unten gibt es nichts, und die Eindrücke machen erstaunlich hungrig.
  • Mit eingeschränkter MobilitätEhrlich gesagt ungeeignet bei eingeschränkter Mobilität: gut 130 Stufen hinunter, gut 110 hinauf, kein Aufzug, unebener und feuchter Boden. Wer nicht sicher eine Stunde gehen und Treppen steigen kann, sollte verzichten, ein Abbruch unterwegs ist praktisch nicht möglich.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich Tickets für die Katakomben?

Ausschließlich online auf catacombes.paris.fr, mit festem Zeitfenster. Buche, sobald dein Reisedatum feststeht, für Ferien und Wochenenden am besten mehrere Wochen vorher. Ist dein Termin ausverkauft, prüfe die Seite regelmäßig auf freigegebene Restplätze und Stornierungen, kurzfristig taucht öfter etwas auf, als man denkt.

Wie lange dauert der Besuch in den Katakomben?

Rechne mit rund einer Stunde für den etwa anderthalb Kilometer langen Rundgang, plus Wartezeit am Einlass rund um dein Zeitfenster. Es gibt nur eine Richtung und keinen vorzeitigen Ausstieg, du bestimmst aber selbst das Tempo. Mit Audioguide oder ausführlichem Lesen der Tafeln werden es eher anderthalb Stunden.

Wie kalt ist es in den Katakomben?

Konstant um 14 Grad, das ganze Jahr, dazu hohe Luftfeuchtigkeit. Im Sommer fühlt sich das nach kurzer Zeit richtig kühl an, nimm auch bei 30 Grad draußen eine Jacke oder einen Pullover mit. Der Boden ist stellenweise feucht und uneben, feste Schuhe machen den Rundgang deutlich angenehmer.

Sind die Katakomben für Kinder geeignet?

Für kleine Kinder nein: eng, dunkel, kühl, und die Wände bestehen aus echten menschlichen Gebeinen. Ältere Kinder und Teenager finden den Besuch dagegen oft faszinierend, wenn sie wissen, was sie erwartet. Sprich vorher offen darüber, was ihr sehen werdet, und beachtet die Altershinweise auf der offiziellen Website.

Bekommt man vor Ort noch Tickets ohne Reservierung?

Verlass dich nicht darauf. Der Verkauf läuft praktisch komplett über die Zeitfenster im Netz, und die Kapazität ist klein. Ohne Reservierung stehst du im Zweifel vor einem ausgebuchten Tag. Realistischer ist die Jagd auf freigegebene Restplätze online oder eine geführte Tour mit eigenem Kontingent.