Elsass · Straßburg

Palais Rohan: drei Museen

Direkt neben dem Münster steht das Palais Rohan, die frühere Residenz der Straßburger Fürstbischöfe aus dem 18. Jahrhundert. Von außen ein strenger französischer Stadtpalast an der Ill, innen gleich drei Museen: Kunstgewerbe mit den originalen Prunkräumen, Gemäldegalerie und Archäologie.

Das macht das Palais zum besten Schlechtwetterziel der Stadt und zur idealen Ergänzung nach dem Münsterbesuch. Du musst nicht alle drei Museen sehen, und genau dabei hilft dir diese Seite.

Palais Rohan: drei Museen
Foto: Coyau, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • EpocheErbaut 1732 bis 1742 für Kardinal Armand-Gaston de Rohan
  • ArchitekturFranzösischer Barock nach Plänen von Robert de Cotte
  • MuseenKunstgewerbe, Gemäldegalerie, Archäologie
  • LageDirekt südlich des Münsters, an der Ill
  • Dauer1 bis 3 Stunden, je nach Museumswahl

Ein Palast, drei Museen

Das Palais Rohan war das Machtzentrum der Fürstbischöfe aus dem Haus Rohan, gebaut, um mit den großen Pariser Stadtpalais mithalten zu können. Nach der Revolution zog der Staat ein, heute teilen sich drei städtische Museen das Gebäude. Du kaufst pro Museum ein Ticket oder kombinierst, die Kassen sitzen im Innenhof. Wer wenig Zeit hat, entscheidet sich vorher, sonst verläuft man sich in Sälen.

Musée des Arts décoratifs: die Prunkräume

Das Kunstgewerbemuseum im Erdgeschoss ist der Star. Du läufst durch die originalen Prunkgemächer der Kardinäle: Königszimmer, Bibliothek, Salons mit Goldstuck, Gobelins und bemalten Decken. Hier übernachtete 1770 Marie-Antoinette auf dem Weg zu ihrer Hochzeit mit dem späteren Ludwig XVI. Dazu kommt eine große Sammlung Straßburger Fayencen und Porzellans. Wenn du nur ein Museum wählst, nimm dieses.

Gemäldegalerie und Archäologie

Im Obergeschoss hängt das Musée des Beaux-Arts: europäische Malerei vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, kompakt, gut gehängt und angenehm leer. Im Untergeschoss zeigt das Archäologische Museum das Elsass von der Steinzeit bis zu den Merowingern, stark bei den römischen Funden aus Argentorate, dem antiken Straßburg. Beide lohnen als Ergänzung, wenn Zeit und Wetter es hergeben.

Lage: mitten im schönsten Ensemble der Stadt

Das Palais steht zwischen Münsterplatz und Ill-Ufer, im dichtesten Stück der Grande Île. Vor der Tür legen die Ausflugsboote ab, dahinter beginnen die Gassen zum Marché-aux-Poissons mit seinen Terrassen am Wasser. Plane nach dem Museum eine Runde am Ufer ein, der Blick zurück auf die Palastfassade über dem Fluss gehört zu den unterschätzten Motiven Straßburgs. Ein paar Gehminuten weiter wartet mit Petite France das nächste Kapitel.

Tipp: Die Kombination aus Münster am Morgen und Prunkräumen am Mittag füllt einen halben Tag perfekt, mit nur 50 Metern Fußweg dazwischen. Danach Kaffee an der Ill und mit der Bootsfahrt weiter, sie legt fast vor der Tür ab.

Praktisch für deinen Besuch

Der Andrang ist selbst in der Hochsaison moderat, Warteschlangen wie am Münsterturm gibt es hier nicht. Beschriftungen sind französisch und teils englisch, ein Audioguide oder die Erklärblätter in den Sälen helfen. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt in die Straßburger Museen oft frei, verlass dich aber nicht darauf und prüfe es aktuell. Mehr Ideen für die Umgebung findest du unter Straßburg Sehenswürdigkeiten.

Tickets: Tickets gibt es pro Museum oder als Kombination an der Kasse im Innenhof, Vorausbuchung ist selten nötig. Aktuelle Infos stehen auf der Website der Straßburger Museen.

Zur offiziellen Website

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVolle Säle sind hier selten. Falls doch eine Gruppe die Prunkräume blockiert, starte mit der Gemäldegalerie im Obergeschoss und komm eine halbe Stunde später wieder herunter.
  • Wenn es regnetDas Palais ist selbst der Plan B: Bei Regen ziehst du hier trocken drei Museen durch. Wenn du danach noch Stoff brauchst, liegt das Musée Alsacien fünf Gehminuten entfernt am anderen Ill-Ufer.
  • Mit KindernFür Schulkinder funktionieren die Prunkräume als Schloss-Erlebnis eine knappe Stunde lang, die römischen Funde im Keller ziehen oft besser. Mit Kleinkindern lieber in den Parc de l'Orangerie oder ans Wasser.
  • Mit eingeschränkter MobilitätErdgeschoss und Innenhof sind gut zugänglich, für Ober- und Untergeschoss frag am Empfang nach dem Aufzug. Vor dem Palais liegt Kopfsteinpflaster, der Weg vom Münsterplatz ist aber kurz und eben.

Häufige Fragen

Welches der drei Museen im Palais Rohan lohnt sich am meisten?

Das Kunstgewerbemuseum im Erdgeschoss mit den originalen Prunkräumen der Kardinäle: Goldstuck, Gobelins und das Zimmer, in dem Marie-Antoinette übernachtete. Die Gemäldegalerie lohnt für Kunstfreunde, die Archäologie für Römer-Fans. Mit begrenzter Zeit reicht das Erdgeschoss völlig.

Wie lange dauert der Besuch im Palais Rohan?

Für die Prunkräume des Kunstgewerbemuseums brauchst du etwa eine Stunde. Wer alle drei Museen sehen will, sollte zwei bis drei Stunden einplanen. Da alles unter einem Dach liegt, kannst du flexibel abbrechen, wenn die Konzentration nachlässt.

Ist das Palais Rohan im Straßburg-Besuch Pflicht?

Nein, aber es ist die beste Ergänzung zum Münster nebenan. Wer nur einen Tag hat, priorisiert Münster, Petite France und Bootsfahrt. Ab zwei Tagen oder bei Regen gehört das Palais auf die Liste, vor allem wegen der Prunkräume im Erdgeschoss.

Was hat Marie-Antoinette mit dem Palais Rohan zu tun?

Auf der Reise von Wien nach Versailles zu ihrer Hochzeit mit dem späteren Ludwig XVI. machte die 14-jährige Erzherzogin 1770 in Straßburg Station und übernachtete im Palais Rohan. Die Räume aus dieser Zeit kannst du heute im Kunstgewerbemuseum besichtigen.

Ist der Eintritt ins Palais Rohan frei?

Regulär nicht, jedes der drei Museen kostet Eintritt, mit Kombiangeboten an der Kasse. Am ersten Sonntag im Monat sind die Straßburger Museen oft kostenlos, das ist aber keine Garantie, prüfe es vorher auf musees.strasbourg.eu. Kinder und Jugendliche zahlen meist nichts.