Auf einen Blick
- RegionAuvergne-Rhône-Alpes
- EröffnungDezember 2014
- LageSüdspitze der Presqu'île am Zusammenfluss
- Dauer des Besuchs2 bis 3 Stunden
- AnreiseTram T1 bis Musée des Confluences
Das Gebäude: Wolke auf Kristall
Entworfen hat den Bau das Wiener Büro Coop Himmelb(l)au, und er ist selbst die erste Ausstellung: eine gläserne Eingangshalle, der Kristall, an die eine metallisch schimmernde Wolke mit den Ausstellungssälen andockt. Das Haus steht auf der äußersten Spitze der Presqu’île, und vom Garten dahinter schaust du direkt auf die Stelle, an der sich das grünliche Wasser der Saône mit der Rhône mischt. Allein für diesen Blick lohnt der Weg nach Süden.
Drinnen: die Welt in vier Kapiteln
Die Dauerausstellung ist kein klassisches Naturkundemuseum mit endlosen Vitrinen, sondern in große Erzählungen gegliedert: Woher kommen wir, mit Urknall, Meteoriten und Dinosaurierskeletten. Wer sind wir, über Arten und Gesellschaften. Dazu Säle über Weltbilder und über den Umgang der Kulturen mit dem Tod, mit Objekten aus allen Kontinenten, von der peruanischen Mumie bis zum Samurai-Harnisch. Dazu kommen ständig wechselnde Sonderausstellungen, die oft die eigentlichen Publikumsmagneten sind.
Tipp: Versuch nicht, alles zu sehen. Wähle zwei Dauerausstellungssäle plus eine Sonderausstellung, dann bleibt der Besuch bei zwei bis drei Stunden und die Eindrücke bleiben hängen. Die Architektur selbst gibt es gratis dazu.
Praktisch: hin und zurück mit Aussicht
Die Tram T1 bringt dich vom Zentrum direkt bis vor die Tür, die Details stehen im Verkehrsguide. Schöner ist der Rückweg zu Fuß oder mit dem Leihrad am Rhôneufer entlang Richtung Zentrum, flach, autofrei und mit Blick auf die Flusslandschaft. Im Sommer verbinden Ausflugsboote das Museum mit dem Stadtzentrum, Angebote dazu findest du unter Aktivitäten in Lyon.
Gut zu wissen: Direkt nördlich des Museums liegt das Confluence-Viertel mit seiner Architektur-Parade aus kühnen Neubauten und einem Einkaufszentrum am Wasser, ideal für Mittagessen oder Kaffee vor oder nach dem Besuch.
Tickets: Tickets gibt es online mit Zeitfenster oder an der Kasse; nur bei großen Sonderausstellungen und in den Ferien lohnt die Vorausbuchung wirklich. Kinder und Jugendliche haben ermäßigten oder freien Eintritt, die Konditionen stehen auf der offiziellen Website.
Wie sich das Museum in einen Lyon-Tag einfügt, zeigt die Übersicht der Lyon Sehenswürdigkeiten. Wer danach frische Luft braucht: Der Parc de la Tête d’Or liegt am anderen Ende der Stadt am Rhôneufer, die Tram- und Radachse verbindet beide.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istBei Schlangen an der Kasse kauf das Ticket am Automaten oder online auf dem Handy vor der Tür. Ist eine Sonderausstellung ausgebucht, trägt die Dauerausstellung den Besuch locker allein.
- Wenn es regnetDas Museum ist selbst der Plan B der ganzen Stadt bei Regen, entsprechend voll wird es dann am Wochenende. Komm bei schlechtem Wetter gleich zur Öffnung oder am späten Nachmittag.
- Mit KindernEines der besten Museen Frankreichs für Kinder: Dinosaurier, Mumien, Raumfahrt und viel Platz. Es gibt Familienformate und kindgerechte Stationen, und der Garten an der Flussspitze eignet sich zum Auslaufen danach.
- Mit eingeschränkter MobilitätDer Neubau ist durchgehend barrierefrei: stufenloser Zugang, Aufzüge zu allen Ebenen, Leihrollstühle und behindertengerechte Toiletten. Auch der Weg von der Tramhaltestelle ist eben und kurz.
Häufige Fragen
Lohnt sich das Musée des Confluences?
Ja, es ist Lyons spannendstes Museum: spektakuläre Architektur, eine ungewöhnlich erzählte Sammlung von Dinosauriern bis zur Völkerkunde und die Lage direkt am Zusammenfluss der Flüsse. Wer nur ein Museum in Lyon besucht und keine reine Kunstsammlung sucht, nimmt dieses.
Wie viel Zeit braucht man im Musée des Confluences?
Zwei bis drei Stunden sind realistisch: je etwa 45 Minuten für zwei Säle der Dauerausstellung, dazu eine Sonderausstellung und Zeit für Gebäude und Aussichtsgarten. Wer alles komplett sehen will, braucht fast einen ganzen Tag, das lohnt sich aber nur für ausgesprochene Museumsfans.
Ist das Musée des Confluences für Kinder geeignet?
Ausgesprochen gut. Dinosaurierskelette, Meteoriten, Mumien und Raumfahrt treffen genau den Nerv von Grundschulkindern, die Inszenierung ist bildstark und wenig textlastig. Es gibt Familienangebote, Wickelräume und viel Bewegungsraum. Plane trotzdem Pausen ein, das Haus ist groß.
Wie kommt man zum Musée des Confluences?
Mit der Tram T1 bis zur Endhaltestelle direkt am Museum, vom Zentrum aus in rund 15 bis 20 Minuten. Alternativ mit dem Leihrad oder zu Fuß am Rhôneufer entlang, im Sommer auch per Ausflugsboot. Fürs Auto gibt es ein Parkhaus, nötig ist es nicht.
Was bedeutet der Name Confluences?
Confluence ist der Zusammenfluss zweier Flüsse: Das Museum steht exakt an der Spitze der Halbinsel, wo die Saône in die Rhône mündet. Der Plural im Namen ist Programm, denn das Haus versteht sich als Ort, an dem Wissensgebiete und Kulturen zusammenfließen.