Auf einen Blick
- AngebotMehrere Tausend Plätze, vom Gemeindeplatz bis zum Ferienresort
- KlassifizierungEin bis fünf Sterne, dazu „Tourisme“ oder „Loisirs“
- SonderformenCamping à la ferme, Aires de camping-car, France Passion
- HochsaisonMitte Juli bis Ende August, Küstenplätze früh voll
- Beste ZeitMai, Juni und September
- Vor Ort fälligTaxe de séjour pro Person und Nacht
Warum Frankreich ein Campingland ist
Frankreich hat mehr Campingplätze als jedes andere europäische Land, und das merkst du an der Bandbreite. In fast jedem Dorf mit Fluss, Strand oder Burgblick gibt es einen Platz, oft von der Gemeinde betrieben, schlicht und ruhig. Daneben steht die andere Welt: große Ferienanlagen an der Küste mit Pool, Animation und Mobilheimen, die eher an ein Feriendorf erinnern als an Zelten.
Für dich als Reisende heißt das vor allem Flexibilität. Du kannst eine Rundreise fahren und dich abends spontan entscheiden, du kannst eine Woche am selben Platz bleiben, und du kannst zwischen Zelt, Wohnwagen und gemietetem Mobilheim wechseln, ohne das Land zu verlassen. Wie Camping preislich in eine Frankreichreise passt, ordnet der Beitrag zum Frankreich-Budget ein, und die anderen Unterkunftsformen erklärt der Überblick zu Hotel, Gîte und Chambre d’hôtes.
Die Kategorien: was die Sterne bedeuten
Französische Campingplätze werden staatlich klassifiziert, von einem bis fünf Sternen. Die Sterne sagen wenig über die Schönheit und viel über die Ausstattung: Größe der Parzellen, Sanitäranlagen, Rezeption, Freizeitangebot, Barrierefreiheit. Ein Platz mit einem Stern kann direkt an einem traumhaften Fluss liegen, während ein Fünf-Sterne-Resort neben der Umgehungsstraße steht. Lies also immer beides, Kategorie und Lage.
Zusätzlich gibt es zwei Zusätze in der Klassifizierung: „Tourisme“ steht für Plätze mit überwiegend kurzfristigen Gästen, also das, was du als Urlauberin suchst. „Loisirs“ bezeichnet Plätze, auf denen die meisten Parzellen dauerhaft vermietet sind. Dazu kommen freiwillige Labels wie Camping Qualité für geprüften Service oder die Clef Verte für Umweltstandards.
Gut zu wissen: „Emplacement“ ist deine Parzelle für Zelt, Wohnwagen oder Camper. „Mobil-home“ meint ein fest stehendes Ferienhaus zur Miete, „bungalow toilé“ ein Zelthäuschen auf Holzplattform. Wenn ein Platz „naturiste“ heißt, ist es ein FKK-Platz, was in Frankreich viel verbreiteter ist als in Deutschland.
Die Platztypen im Vergleich
| Typ | Charakter | Passt zu | Buchen? |
|---|---|---|---|
| Camping municipal | Gemeindeplatz, einfach, günstig, oft zentral | Rundreise, eine bis zwei Nächte | Meist spontan möglich |
| Camping à la ferme | Wenige Parzellen auf einem Bauernhof | Ruhe, Kinder, Hofprodukte | Kurzfristig, telefonisch |
| Aire naturelle | Wiese ohne viel Ausstattung, saisonal | Zelt und kleiner Camper | Spontan |
| Klassischer Platz, drei bis vier Sterne | Pool, Sanitär, Brot am Morgen | Eine Woche Familienurlaub | Küste ab Frühjahr |
| Ferienresort, fünf Sterne | Wasserlandschaft, Animation, viele Mobilheime | Kinder, Strandurlaub | Monate im Voraus |
| Aire de camping-car | Reiner Stellplatz mit Ver- und Entsorgung | Wohnmobil auf Durchreise | Nicht buchbar |
Wohnmobil: Aires, Camping-Car Park und France Passion
Mit dem Wohnmobil brauchst du in Frankreich oft gar keinen Campingplatz. Fast jede Gemeinde unterhält eine Aire de camping-car, einen offiziellen Stellplatz mit Frischwasser und Entsorgung, mal kostenlos, mal gegen eine kleine Gebühr am Automaten. Dazu kommt das landesweite Netz von Camping-Car Park mit Schranke und Chipkarte, und schließlich France Passion: Gegen einen Jahresbeitrag bekommst du ein Verzeichnis von Winzern, Bauernhöfen und Käsereien, die dich eine Nacht kostenlos auf ihrem Grund stehen lassen. Reserviert wird dort nicht, gekauft werden muss nichts, aber es gehört zum guten Ton, etwas mitzunehmen.
Der Unterschied zum Campingplatz ist grundsätzlich: Auf einer Aire parkst du, du campierst nicht. Stühle, Tisch und Markise gehören dort nicht nach draußen, und Sanitärgebäude gibt es in der Regel keine. Wer eine Woche an einem Ort bleiben und abends draußen sitzen will, ist auf einem Campingplatz besser aufgehoben. Alle Details zu Netzwerken, Mautklassen und Routen findest du auf der Seite Mit dem Wohnmobil durch Frankreich, die Regeln fürs Abstellen in Städten stehen unter Parken in Frankreich.
Wann du buchen musst
Die entscheidende Zeitspanne ist Mitte Juli bis Ende August. Dann sind die französischen Schulferien, halb Europa fährt an dieselben Küsten, und beliebte Plätze an der Atlantikküste, in der Bretagne und an der Côte d’Azur sind seit dem Frühjahr ausgebucht. Mobilheime in Familienresorts gehen am schnellsten weg, oft im Wochenrhythmus von Samstag bis Samstag. Wer im August dorthin will, bucht spätestens im Frühjahr.
Außerhalb dieser Wochen ist die Lage entspannt. Im Mai, Juni und September findest du fast überall spontan eine Parzelle, im Binnenland sogar an Wochenenden. Kleine Gemeindeplätze nehmen ohnehin selten Reservierungen an, dort gilt: früh am Nachmittag ankommen. Beachte außerdem die Saison: Viele Plätze öffnen erst um Ostern und schließen Ende September, ganzjährig geöffnet sind vor allem Plätze in den Alpen und an der Mittelmeerküste.
Tipp: Buche in der Hochsaison die Küstenwoche fest und lass die Tage davor und danach offen. So hast du den knappen Teil sicher und bleibst für Dordogne, Burgund oder Elsass flexibel, wo du dich abends noch entscheiden kannst.
Die besten Camping-Regionen
1 Atlantikküste und Landes
Kilometerlange Sandstrände, dahinter der größte zusammenhängende Wald Westeuropas, dazwischen Plätze zwischen den Bäumen: Die Atlantikküste ist Frankreichs dichtestes Campinggebiet. Von La Rochelle und den Inseln über die Bucht von Arcachon mit der Dune du Pilat bis nach Biarritz und Saint-Jean-de-Luz reiht sich Platz an Platz.
Wichtig ist die Strömung: Der Atlantik hat starke Rückströmungen, Baden gehört zwischen die Fahnen der bewachten Abschnitte. Im August ist hier alles voll, im Juni und September hast du dieselben Strände fast für dich.
2 Bretagne
Die Bretagne ist das Land der kleinen, gepflegten Plätze mit Blick auf Buchten und Felsen. Rund um Saint-Malo, an der rosa Granitküste, auf der Halbinsel Crozon und im Golf von Morbihan bei Vannes campst du oft direkt am Küstenweg. Das Wetter wechselt schnell, dafür bleibt es auch im Hochsommer angenehm kühl.
Wer Wandern und Camping verbinden will, ist hier goldrichtig: Der Zöllnerpfad GR34 läuft an vielen Plätzen vorbei, mehr dazu unter Wandern in Frankreich.
3 Dordogne und Périgord
Flusstäler, Felsendörfer, Burgen über dem Wasser: Dordogne und Périgord sind bei deutschen und niederländischen Campern seit Jahrzehnten beliebt. Viele Plätze liegen direkt am Fluss, mit Kanuverleih am Steg und Markttag im Nachbarort. Als Ausgangspunkt für Höhlen, Märkte und Burgen eignet sich Sarlat-la-Canéda.
Die Region ist heiß im Hochsommer und wunderbar im Juni und September. Ohne Auto geht hier wenig, die Orte liegen weit auseinander.
4 Provence und Ardèche
In der Provence campst du zwischen Zypressen, Lavendel und römischen Ruinen. Rund um Avignon, Orange und Aix-en-Provence gibt es viele mittelgroße Plätze mit Pool, und die Lavendelfelder blühen genau in der Zeit, in der Camping am schönsten ist. Nördlich davon liegt die Ardèche mit ihrer Schlucht, dem Klassiker für Kanu und Familiencamping.
Rechne mit Hitze, mit dem Mistral, der Vorzelte zerlegt, und im Hochsommer mit Waldbrandgefahr. Offenes Feuer ist auf den Plätzen tabu.
5 Côte d’Azur und Mittelmeer
An der Côte d’Azur ist Camping die vernünftigste Art, günstig nah am Meer zu wohnen. Die Plätze liegen meist etwas oberhalb der Küstenstraße, von dort fährst du mit Bus oder Zug nach Nizza, Antibes oder Cannes. Weiter westlich, rund um Cassis und die Calanques, wird es felsiger und ruhiger.
Der Andrang im August ist enorm, und die Küstenstraße steht dann oft still. Plane Ausflüge früh am Morgen oder nutze konsequent die Bahn entlang der Küste.
6 Korsika
Auf Korsika liegen einige der schönsten Plätze des Landes, oft schlicht, unter Korkeichen, mit Kies- oder Sandbuchten davor. Rund um Bonifacio, Calvi und die Ostküste ist die Auswahl am größten. Anreise mit der Fähre ab Marseille, Toulon oder Nizza, Fahrzeug und Platz im Sommer unbedingt vorab buchen.
Freies Stehen ist auf der Insel wegen der Waldbrandgefahr praktisch tabu und wird kontrolliert. Rechne mit engen Bergstraßen und plane kurze Etappen.
Unterschätzt sind zwei weitere Ecken: das Elsass mit gepflegten Plätzen an der Weinstraße und kurzer Anfahrt ab Deutschland, und Savoyen mit Bergseen wie dem von Annecy, wo du morgens wanderst und nachmittags badest.
Praktisches auf dem Platz
Die Anmeldung läuft über die Rezeption, du hinterlegst Ausweis oder Führerschein und bekommst eine Schranke oder einen Code. Auf die Übernachtung kommt in fast jeder Gemeinde die taxe de séjour, eine Kurtaxe pro Person und Nacht, die separat auf der Rechnung steht. Strom gibt es meist über blaue CEE-Stecker, ein Adapter auf Schuko und ein langes Kabel gehören trotzdem ins Gepäck, weil die Säulen manchmal weit weg stehen.
Sanitäranlagen sind auf guten Plätzen sehr ordentlich, auf einfachen Gemeindeplätzen zweckmäßig. Toilettenpapier bringst du besser selbst mit. Die Ruhezeiten ab dem späten Abend werden ernst genommen, und Schranken sind nachts oft geschlossen, was für spontane Restaurantbesuche im Nachbarort wichtig ist. Bezahlt wird fast überall mit Karte, mehr dazu im Beitrag zum Bezahlen in Frankreich.
Wild campen: die Regeln ohne Schönfärberei
Freies Campen ist in Frankreich vielerorts eingeschränkt und an Küsten, in Naturschutzgebieten und in Waldbrandregionen klar verboten. Geduldet wird oft das Biwak: ein kleines Zelt für eine einzige Nacht, aufgebaut bei Sonnenuntergang, abgebaut bei Sonnenaufgang, abseits von Straßen und Stränden. In Nationalparks gelten eigene, strengere Regeln.
Achtung: Die verlockendsten Plätze sind die riskantesten. Direkt am Meer, an Badeseen und auf Parkplätzen an Aussichtspunkten wird im Sommer kontrolliert, abgeschleppt und verwarnt, und in einigen Regionen gab es Serien von Aufbrüchen. Ein Gemeindeplatz im Dorf kostet wenig und erspart dir eine unruhige Nacht.
Häufige Fragen
Muss man Campingplätze in Frankreich vorbuchen?
Von Mitte Juli bis Ende August ja, vor allem an den Küsten und für Mobilheime. Beliebte Plätze in der Bretagne, an der Atlantikküste und am Mittelmeer sind dann seit dem Frühjahr voll, und viele Resorts vermieten nur im Wochenrhythmus von Samstag bis Samstag. Im Mai, Juni und September findest du fast überall spontan einen Platz.
Was bedeuten die Sterne bei französischen Campingplätzen?
Sie zeigen die Ausstattung, nicht die Schönheit: Parzellengröße, Sanitär, Rezeption, Freizeitangebot. Ein Stern heißt einfach und meist günstig, fünf Sterne stehen für Resorts mit Wasserlandschaft und Animation. Der Zusatz „Tourisme“ steht für Plätze mit Urlaubsgästen, „Loisirs“ für überwiegend dauerhaft vermietete Parzellen. Die Lage musst du unabhängig davon prüfen.
Was ist ein Camping municipal?
Ein Campingplatz der Gemeinde: schlicht, sauber, oft erstaunlich zentral am Fluss oder am Ortsrand und in der Regel günstiger als private Plätze. Für Rundreisen mit ein bis zwei Nächten pro Ort ist er ideal. Reservierungen nehmen viele nicht an, dafür findest du auch spontan Platz, wenn du früh am Nachmittag ankommst.
Darf man in Frankreich wild campen?
Nur sehr eingeschränkt. An Küsten, in Naturschutzgebieten und in Regionen mit Waldbrandgefahr ist es verboten und wird kontrolliert. Geduldet wird oft das Biwak: ein kleines Zelt für eine Nacht, abends aufgebaut, morgens wieder weg, abseits von Straßen. Mit dem Wohnmobil gilt zusätzlich der Unterschied zwischen Parken und Campen.
Welche Region eignet sich am besten fürs Camping mit Kindern?
Die Atlantikküste zwischen La Rochelle und den Landes: flache Sandstrände, Pinienwald, viele Familienplätze mit Pool und Radwegen direkt am Platz. Ebenfalls sehr kinderfreundlich sind die Flussplätze in der Dordogne mit Kanuverleih. An der Côte d'Azur ist das Wasser wärmer, dafür sind Strände und Straßen im August sehr voll.
Braucht man auf französischen Campingplätzen einen Adapter?
Die Stromsäulen haben meist blaue CEE-Stecker, wie in Deutschland üblich. Auf älteren und sehr einfachen Plätzen triffst du aber noch andere Steckdosen, deshalb gehören ein CEE-Adapter auf Schuko und ein Kabel von mindestens 25 Metern ins Gepäck. Die Absicherung ist oft niedrig, Wasserkocher und Heizlüfter also besser nicht gleichzeitig.



