Auf einen Blick
- EntfernungRund 210 Kilometer Luftlinie, gut zwei Stunden mit dem Zug
- BaumaterialBordeaux: heller Kalkstein, Toulouse: rosa Backstein
- UNESCOBordeaux: Port de la Lune, Toulouse: Canal du Midi und Saint-Sernin am Jakobsweg
- MeerBordeaux: Atlantik in rund einer Stunde, Toulouse: Mittelmeer in rund zwei Stunden
- Ideale DauerJe 2 bis 3 Tage, zusammen 5 bis 6 Tage
Der Schnellvergleich
| Kriterium | Bordeaux | Toulouse |
|---|---|---|
| Stadtbild | Heller Kalkstein, geschlossene Fassadenfronten, breite Kais | Rosa Backstein, warme Töne, engere Gassen |
| Thema der Stadt | Wein, Handel, Architektur des 18. Jahrhunderts | Luft- und Raumfahrt, Universität, Romanik |
| Preisniveau | Höher, vor allem bei Hotels | Günstiger, spürbar bei Essen und Übernachtung |
| Nachtleben | Gut, konzentriert an den Kais und um Saint-Pierre | Größer und studentischer, auch unter der Woche |
| Klima im Juli | Typische 27 Grad am Tag, 17 Grad nachts | Typische 29 Grad am Tag, 18 Grad nachts |
| Klima im Januar | Typische 10 Grad am Tag, 4 Grad nachts | Typische 9 Grad am Tag, 3 Grad nachts |
| Ausflüge | Saint-Émilion, Médoc, Arcachon und die Dune du Pilat | Albi, Carcassonne, Canal du Midi, Pyrenäen-Vorland |
| Ideale Dauer | 2 bis 3 Tage | 2 bis 3 Tage |
| Ideal für | Weinreisen, Architekturfans, Kombination mit dem Atlantik | Reisen mit knapperem Budget, lange Abende, Südwest-Rundreisen |
Stadtbild: hell gegen rosa
Bordeaux wirkt beim ersten Rundgang wie eine kleinere Schwester von Paris, nur konsequenter: kilometerlange Fassadenfronten aus hellem Kalkstein, gerade Achsen, dazu die Kais an der Garonne, die vom Hafen zur Flaniermeile umgebaut wurden. Der historische Kern trägt als Port de la Lune den UNESCO-Titel. Höhepunkte sind der Place de la Bourse mit dem Wasserspiegel davor, die Grosse Cloche und die Kathedrale Saint-André. Den kompletten Rundgang sortiert der Überblick über die Sehenswürdigkeiten von Bordeaux.
Toulouse heißt nicht ohne Grund die rosa Stadt. Der Backstein färbt sich je nach Licht von Lachs bis Ziegelrot, die Gassen sind enger, die Plätze kleiner. Im Zentrum steht das Capitole mit seiner langen Fassade, ein paar Minuten entfernt die Basilika Saint-Sernin, eine der größten romanischen Kirchen Europas und Station am Jakobsweg, dazu der Jakobinerkonvent mit seiner berühmten Palme aus Steinrippen. Der Rest steht bei den Sehenswürdigkeiten von Toulouse.
Wein gegen Raumfahrt
Beide Städte haben ein klares Thema, und danach entscheidet sich oft die Reise. Bordeaux lebt vom Wein: Die Cité du Vin erklärt die Kultur dahinter, und vor der Stadt liegen die Anbaugebiete. Saint-Émilion ist der schönste Halbtagesausflug, ein mittelalterliches Städtchen zwischen Reben mit einer in den Fels gehauenen Kirche, das Médoc die klassische Route für Châteaubesuche. Wie das Weinland insgesamt aufgebaut ist, ordnet die Seite zu den Weinregionen Frankreichs.
Toulouse lebt von der Luft- und Raumfahrt. Hier werden Großraumflugzeuge gebaut, und die Cité de l’Espace macht daraus einen der besten Wissenschaftsparks des Landes, mit einem Nachbau der Ariane 5 in voller Größe im Freigelände. Für Familien ist das ein Argument, das Bordeaux nichts Vergleichbares entgegensetzt. Das zweite Thema ist Wasser: Der Canal du Midi beginnt in der Stadt und zieht als UNESCO-Welterbe unter Platanen Richtung Mittelmeer, die Garonne-Ufer sind der Treffpunkt für den Sonnenuntergang.
Essen, Ausgehen und Preise
Kulinarisch trennen sich zwei Schulen. Bordeaux ist Austern aus dem Becken von Arcachon, Entrecôte mit Schalotten, Cannelés als Mitbringsel und viel Wein zu allem, nachzulesen unter Essen und Trinken in Bordeaux. Toulouse ist deftiger und südwestlicher: Cassoulet, die grobe Wurst der Stadt, Ente in vielen Formen und der Markt Victor Hugo als Mittagskantine, Details stehen bei Essen und Trinken in Toulouse.
Beim Preis gewinnt Toulouse klar. Hotels sind günstiger, das Mittagsmenü ebenfalls, und weil so viele Studierende in der Stadt leben, gibt es eine breite Schicht bezahlbarer Lokale. Bordeaux hat sich in den letzten Jahren spürbar verteuert, besonders in der Hochsaison. Welche Viertel sich wofür eignen, steht bei den Hotelvierteln in Bordeaux und den Hotelvierteln in Toulouse. Trinkgeld ist übrigens in beiden Städten im Preis inbegriffen.
Tipp: Beim Nachtleben ist Toulouse die lebendigere Stadt, auch außerhalb des Wochenendes. Rund um Saint-Pierre und an den Garonne-Ufern ist unter der Woche mehr los als in vielen französischen Großstädten am Samstag. Bordeaux konzentriert sich stärker auf Weinbars und die Kais, ist dafür etwas ruhiger und gepflegter.
Ausflüge: Atlantik gegen Okzitanien
Bordeaux hat den Meer-Bonus. In gut einer Stunde bist du in Arcachon, mit der Dune du Pilat als höchster Wanderdüne Europas und Austernbänken in der Bucht. Wer weiter will, findet an der Atlantikküste Surfstrände und Kiefernwälder bis hinunter ins französische Baskenland mit Biarritz. Für einen Städtetrip mit Strandtag ist das eine starke Kombination.
Toulouse punktet mit dem Hinterland. Albi mit seiner riesigen Backsteinkathedrale liegt eine Zugstunde entfernt, die Festungsstadt Carcassonne knapp eine Zugstunde in die andere Richtung, dazu Pau mit Pyrenäenblick und die Weiten von Okzitanien. Bis ans Mittelmeer sind es rund zwei Fahrstunden, was Toulouse zum guten Startpunkt für eine Südwest-Rundreise macht.
Gut zu wissen: Beide Städte haben eine Umweltzone. Wer mit dem eigenen Auto anreist, braucht eine Crit’Air-Plakette, die es ausschließlich auf certificat-air.gouv.fr gibt. Bequemer ist ohnehin die Bahn: Der TGV bringt dich von Paris in rund zwei Stunden nach Bordeaux, und zwischen beiden Städten fährst du in gut zwei Stunden. Die Regeln erklärt der Beitrag zu den Umweltzonen in Frankreich.
Vor Ort unterwegs
Beide Zentren sind kompakt und gut zu Fuß zu machen. Bordeaux hat ein modernes Tramnetz, das die Kais und die Rue Sainte-Catherine, eine der längsten Fußgängerstraßen Europas, mit den Außenvierteln verbindet, siehe Verkehr in Bordeaux. Toulouse setzt zusätzlich auf eine Metro, die schnell durch die Innenstadt führt, Details unter Verkehr in Toulouse. Ein Auto brauchst du in keiner der beiden Städte, in beiden Fällen ist es im Zentrum eher ein Problem als eine Hilfe.
Beide kombinieren
Das ist die beste Lösung, wenn du fünf bis sechs Tage hast. Die Städte liegen rund 210 Kilometer auseinander, mit dem Zug bist du in gut zwei Stunden von Zentrum zu Zentrum, mit dem Auto brauchst du eher drei. Zwei bis drei Tage pro Stadt reichen für die Höhepunkte, ein halber Tag geht für den Wechsel drauf.
Zwei Routenideen: Wer ab Paris startet, nimmt den TGV nach Bordeaux, hängt Saint-Émilion oder Arcachon an und fährt dann weiter nach Toulouse, von wo Albi und Carcassonne in Reichweite liegen. Wer aus dem Mittelmeerraum kommt, dreht die Reihenfolge um und endet am Atlantik. Wenn du Bordeaux lieber mit einer anderen Großstadt vergleichen willst, hilft der Beitrag Lyon oder Bordeaux.
Fazit: nimm Bordeaux, wenn …
Nimm Bordeaux, wenn Wein der Grund für die Reise ist, wenn du geschlossene historische Stadtbilder liebst, wenn du einen Strandtag am Atlantik anhängen willst oder wenn du direkt aus Paris kommst und wenig Zeit hast. Bordeaux ist die repräsentativere Stadt und die bessere Adresse für Genussreisen.
Nimm Toulouse, wenn dir Atmosphäre wichtiger ist als Fassaden, wenn du auf ein Budget achtest, wenn du lange Abende suchst, wenn du mit Kindern reist und die Raumfahrt lockt oder wenn du weiter Richtung Mittelmeer und Pyrenäen willst. Und wenn du kannst: beide, in einer Woche und mit dem Zug dazwischen.
Häufige Fragen
Wie weit sind Bordeaux und Toulouse voneinander entfernt?
Rund 210 Kilometer Luftlinie, über die Straße etwa 260 Kilometer. Mit dem Zug bist du in gut zwei Stunden von Zentrum zu Zentrum unterwegs, mit dem Auto eher drei. Für eine Kombireise ist das eine bequeme Etappe, du verlierst dafür maximal einen halben Reisetag.
Welche Stadt ist günstiger: Bordeaux oder Toulouse?
Toulouse, und zwar deutlich. Hotels und Restaurants sind im Schnitt preiswerter, und die große Studentenschaft sorgt für viele bezahlbare Lokale und Bars. Bordeaux hat sich in den letzten Jahren spürbar verteuert, vor allem bei Übernachtungen in der Hochsaison und rund um große Weinveranstaltungen.
Wie viele Tage braucht man für Bordeaux?
Zwei Tage reichen für das Zentrum, die Kais und ein Museum. Mit drei Tagen passt ein Ausflug dazu, etwa nach Saint-Émilion oder nach Arcachon mit der Dune du Pilat. Wer Weingüter im Médoc besuchen will, sollte einen weiteren Tag einplanen, weil die Termine dort meist im Voraus vereinbart werden.
Lohnt sich Toulouse für einen Städtetrip?
Ja, besonders wenn du eine lebendige Stadt ohne Massentourismus suchst. Capitole, Saint-Sernin und der Jakobinerkonvent sind erstklassig, die Cité de l’Espace ist ein eigenständiger Reisegrund, und der Canal du Midi beginnt vor der Tür. Dazu kommen niedrige Preise und eine Abendszene, die auch unter der Woche funktioniert.
Welche Stadt ist besser mit Kindern?
Meist Toulouse, allein wegen der Cité de l’Espace mit der Ariane 5 in voller Größe und dem Planetarium. Dazu kommen kurze Wege und die Garonne-Ufer zum Auslaufen. Bordeaux kontert mit dem Wasserspiegel an der Place de la Bourse, dem Jardin Public und einem Tag am Atlantik samt Dünenaufstieg, der bei größeren Kindern gut ankommt.





