Auf einen Blick
- UNESCOVal de Loire zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes, Höhlenkunst im Vézère-Tal
- AnreiseLoiretal: Tours ab Paris in gut einer Stunde per Zug, Dordogne: Auto praktisch Pflicht
- RadfahrenLoire à Vélo, rund 900 Kilometer durchgehend beschilderter Radweg
- LandschaftLoiretal: flach und weit, Dordogne: Hügel, Felsen und enge Täler
- Ideale DauerJe 4 bis 6 Tage
Der Schnellvergleich
| Kriterium | Loiretal | Dordogne und Périgord |
|---|---|---|
| Hauptattraktion | Renaissance-Schlösser in einzigartiger Dichte | Felsendörfer, Höhlenkunst, Flusslandschaft |
| Landschaft | Flach und weit, breiter Fluss mit Sandbänken | Hügelig, Kalkfelsen, enge Täler, viel Wald |
| Anreise ab Deutschland | Per Zug über Paris gut machbar | Auto oder Flug plus Mietwagen |
| Auto nötig? | Nein, mit Zug und Rad kommst du weit | Ja, ohne Auto geht fast nichts |
| Radfahren | Ideal, flach und komplett beschildert | Möglich, aber hügelig und anspruchsvoll |
| Klima im Juli | Tours: typische 26 Grad am Tag, 16 Grad nachts | Sarlat: typische 28 Grad am Tag, 17 Grad nachts |
| Essen | Ziegenkäse, Flusstiere, Weißweine aus dem Tal | Ente, Walnuss, Trüffel, kräftige Märkte |
| Ideale Dauer | 4 bis 6 Tage | 4 bis 6 Tage |
| Ideal für | Kulturreisen, Radurlaub, Reisen ohne Auto | Familienurlaub im Ferienhaus, Natur, Genuss |
Schlösser gegen Felsendörfer
Das Loiretal hat den stärksten Einzelgrund für eine Reise: die Schlösser. Chambord ist das größte und wirkt mit seinen Türmen und der doppelläufigen Wendeltreppe wie eine steinerne Übertreibung, Chenonceau spannt sich über den Fluss Cher, Villandry lebt von seinen geometrischen Gärten, Azay-le-Rideau steht im Wasser. Dazu kommen die Stadtschlösser in Blois und Amboise, wo Leonardo da Vinci seine letzten Jahre verbrachte. Welche sich wirklich lohnen und in welcher Reihenfolge, sortiert der Überblick über die Loire-Schlösser.
Die Dordogne kontert mit Dörfern, die auf und in Felsen gebaut sind. La Roque-Gageac klebt unter einer Steilwand am Fluss, Beynac und Castelnaud stehen sich als Burgen gegenüber, Domme schaut von der Kante ins Tal. Das Zentrum ist Sarlat-la-Canéda mit einer Altstadt aus honigfarbenem Stein, die als eine der besterhaltenen Frankreichs gilt. Nicht weit entfernt klebt der Wallfahrtsort Rocamadour an einer Schluchtwand. Eine Auswahl der schönsten Orte im ganzen Land sammelt die Seite zu den schönsten Dörfern Frankreichs.
Die Anreise entscheidet mit
Hier hat das Loiretal einen klaren Vorteil. Von Paris aus erreichst du Tours in gut einer Stunde mit dem Zug, Blois in rund anderthalb Stunden, und von dort kommst du mit Regionalzügen, Bussen und Leihrädern zu vielen Schlössern. Wer aus Deutschland ohne Auto anreist, hat damit eine der bequemsten Landregionen Frankreichs vor sich. Wie die Verbindungen funktionieren, steht im Guide mit dem Zug durch Frankreich und in der Übersicht Frankreich ohne Auto.
Die Dordogne liegt abseits der großen Achsen. Es gibt Bahnhöfe in der Region, aber Höhlen, Dörfer und Ferienhäuser verteilen sich über weite Strecken, die Busanbindung ist dünn. Praktisch heißt das: Auto oder gar nicht. Anreisen kannst du direkt mit dem eigenen Wagen, die Fahrt aus Deutschland ist allerdings lang, oder per Flug und Bahn bis Bordeaux und von dort mit dem Mietwagen in rund zwei Stunden weiter. Worauf du dabei achten solltest, erklärt der Beitrag Frankreich mit dem Mietwagen.
Radfahren, Kanu und Bewegung
Wer Rad fahren will, fährt an die Loire. Der ausgeschilderte Radweg Loire à Vélo zieht sich über rund 900 Kilometer entlang des Flusses, ist fast durchgehend flach und verbindet Städte, Weinorte und Schlösser miteinander. Du kannst tageweise fahren oder eine ganze Woche daraus machen, Räder gibt es in den größeren Orten. Weitere Routen im Land stellt die Seite zu den Radreisen in Frankreich vor.
Die Dordogne ist das Kanuland. Zwischen den Felsendörfern paddelst du auf ruhigem Wasser flussabwärts, mit Blick auf Burgen über dir, und wirst am Ende zurückgefahren. Das ist der Programmpunkt, an den sich Kinder noch Jahre später erinnern. Radfahren geht auch, verlangt aber Kondition, weil es ständig auf und ab geht. Wanderungen führen durch Eichenwälder und über Kalkplateaus, oft mit Aussicht ins Tal, mehr dazu auf der Seite Wandern in Frankreich.
Tipp: Für die Höhlenkunst im Vézère-Tal gilt eine einfache Regel: Die Originale sind streng limitiert, die Nachbildungen nicht. Wer eine Originalhöhle sehen will, muss sich früh um Plätze kümmern, teils Monate im Voraus. Wer flexibel bleiben will, plant eine der originalgetreuen Rekonstruktionen ein, die didaktisch oft sogar besser funktionieren.
Essen und Märkte
Die Dordogne gewinnt beim Essen, und zwar nicht knapp. Das Périgord ist Entenland: Confit, Magret, Rillettes, dazu Walnüsse in jeder Form, Ziegenkäse und im Winter Trüffel. Der Markt von Sarlat ist eine Institution, und in fast jedem Dorf gibt es einen Wochenmarkt, der den halben Vormittag füllt. Was davon auf der Speisekarte steht und was du unbedingt probieren solltest, sortiert der Beitrag zu den französischen Gerichten.
Das Loiretal ist feiner und leiser: Ziegenkäse mit Asche, Fisch aus dem Fluss, Spargel im Frühjahr und Weißweine, die zu den zugänglichsten Frankreichs zählen. Rund um Saumur reifen die Weine in Tuffsteinkellern, die man besichtigen kann. Beides ist gut, aber wer zum Essen reist, ist im Périgord besser aufgehoben.
Preise, Andrang und Reisezeit
Beide Regionen sind bezahlbar und liegen deutlich unter Paris oder der Küste. Im Loiretal zahlst du vor allem für Eintritte, weil sich die Schlösser summieren, im Périgord eher für das Ferienhaus mit Pool, das im Juli und August früh ausgebucht ist. Wie sich das insgesamt rechnet, zeigt der Beitrag zum Frankreich-Budget.
Beim Wetter liegen die Regionen nah beieinander, das Périgord ist etwas wärmer: Im Juli erreicht Tours typische 26 Grad am Tag, Sarlat 28 Grad. Die beste Zeit ist für beide Mai, Juni und September. Im Hochsommer werden die bekannten Schlösser und die Felsendörfer voll, dann helfen frühe Starts und späte Besuche. Der Herbst ist im Périgord besonders schön, weil dann die Walnussernte läuft. Die Monatswerte stehen in der Klimatabelle für Tours und der für Sarlat, den Jahresüberblick liefert der Beitrag zur besten Reisezeit für Frankreich.
Gut zu wissen: Die Schlösserdichte im Loiretal verführt zur Überdosis. Drei große Schlösser an einem Tag klingen machbar, fühlen sich am Abend aber wie eines zu viel an. Plane eher zwei pro Tag und ergänze sie mit einem Ort wie Blois oder einem Stück Radweg, dann bleibt jedes einzelne im Kopf.
Beide kombinieren
Die Regionen liegen nicht direkt nebeneinander, aber sie lassen sich gut zu einer Route verbinden. Klassisch ist die Nord-Süd-Fahrt: erst drei bis vier Tage an der Loire mit Basis in Tours oder Amboise, dann weiter Richtung Südwesten ins Périgord, wo du dich für vier bis fünf Tage in ein Haus setzt. Dazwischen liegt eine gute halbe Tagesetappe im Auto.
Wer noch mehr Zeit hat, hängt Bordeaux mit seinen Weinorten an und fährt von dort zum Atlantik. Für Familien funktioniert die umgekehrte Reihenfolge oft besser, weil das Périgord mit Kanu und Höhlen der actionreichere Teil ist und die Schlösser danach ruhiger wirken. Ideen für Reisen mit Kindern sammelt der Beitrag Frankreich mit Kindern, und welche Welterbestätten unterwegs liegen, zeigt die Übersicht zum UNESCO-Welterbe in Frankreich.
Fazit: nimm das Loiretal, wenn …
Nimm das Loiretal, wenn Schlösser und Geschichte der Grund für die Reise sind, wenn du ohne Auto anreisen willst, wenn du Rad fahren möchtest oder wenn du die Region als Abstecher von Paris planst. Es ist die bequemere und planbarere der beiden Regionen. Passende Nachbarn sind Orléans im Osten und Angers im Westen, dazu Chartres auf dem Weg von Paris.
Nimm die Dordogne, wenn du Natur, Dörfer und gutes Essen suchst, wenn du eine Woche im Ferienhaus verbringen willst, wenn Kinder mitkommen und Kanufahrten locken oder wenn dich Höhlenmalerei fasziniert. Sie ist die langsamere Region, verlangt dafür ein Auto und etwas mehr Planung. Und wenn beides reizt: erst die Loire, dann das Périgord, in zehn bis vierzehn Tagen geht das entspannt auf.
Häufige Fragen
Braucht man in der Dordogne ein Auto?
Praktisch ja. Die Felsendörfer, Höhlen und Ferienhäuser liegen weit verstreut, Busse fahren selten und die Bahnhöfe decken nur einen Bruchteil der Region ab. Ohne Auto beschränkst du dich sinnvollerweise auf Sarlat als Basis und einzelne organisierte Ausflüge. Im Loiretal ist das anders, dort kommst du mit Zug und Rad erstaunlich weit.
Wie viele Schlösser schafft man an der Loire pro Tag?
Zwei sind eine gute Zahl, drei gehen nur, wenn eines davon klein ist. Große Anlagen wie Chambord oder Chenonceau brauchen mit Park und Anfahrt jeweils einen halben Tag. Wer mehr stapelt, verwechselt am Abend die Fassaden. Besser ist es, die Schlösser mit einem Stadtbummel oder einem Stück Radweg zu mischen.
Kann man das Loiretal ohne Auto bereisen?
Ja, das ist eine der wenigen Landregionen Frankreichs, wo das gut funktioniert. Von Paris fährst du in gut einer Stunde nach Tours und in rund anderthalb Stunden nach Blois, von dort erreichst du mehrere Schlösser mit Regionalzug, Bus oder Leihrad. Der Radweg entlang der Loire ist flach und durchgehend beschildert, das macht die Kombination aus Bahn und Rad zur einfachsten Lösung.
Wann ist die beste Reisezeit für die Dordogne?
Mai, Juni und September. Dann ist es warm genug für Kanufahrten, die Dörfer sind nicht überlaufen, und die Wanderwege lassen sich ohne Hitzestress gehen. Der Hochsommer ist voll und heiß, dafür laufen dann alle Kanuverleihe und Freibäder. Der Oktober ist wegen der Walnussernte und der Farben ebenfalls schön, viele Betriebe reduzieren dann aber ihr Angebot.
Welche Region ist besser mit Kindern?
Meist die Dordogne, weil Kanufahren, Burgen zum Erklettern und Höhlen ein Programm ergeben, das von allein funktioniert. Das Loiretal punktet mit flachen Radwegen, weitläufigen Schlossparks und kurzen Wegen, verlangt aber mehr Bereitschaft, sich Innenräume anzusehen. Mit kleineren Kindern ist die Loire bequemer, mit Schulkindern gewinnt das Périgord.






